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Freiheit und Neckt!"

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An die demokratischen Vereine dtassan s.

Die Tagsatzung der nassauischen demo­kratisch eu V e rein e wird nunmehr bestimmt Sonn­tag den 13. Vèai, Morgens 11 Uhr, in Oranien- stein im Gasthaus des Herrn Napp eröffnet werden.

Indem der unterzeichnete Vorort diese Nachricht mittheilt, fordert er zugleich in Gemäßheit eines von ihm gestern gefaßten.Beschlusses alle Bundesvereine auf, sofort und unverzüglich Geldsammlungen, welche für die Bedürfnisse einer Vertheidigung oder eines Ausmarsches zu verwenden sind, zu veranstalten.

Ueber die Resultate der vorläufigen Sammlungen erwartet der Vorort Auskunft auf der für den 13. d. M. anberaumten Tagsatzung.

Der Verein zur Wahrung der Volksrechte in Wies­baden hat in seiner gestrigen Sitzung bereits 32 fl. zu dem obengenannten Zwecke zusammengegelegt.

Um Auskunft auf der Tagsatzung über die junge, bewaffnete und unverheiratete Mannschaft, welche sich a f ergehendes Gebot zum Ausmarsch bereit zu halten Willens ist, wird ebenfalls dringend gebeten.

Wiesbaden, den 10. Mai 1849.

Der Dorort des Nass, bemokr. -Bundes.

Nachrickte» aus Sachsen.

Frankfurt, 10. Mai. Wir sind bis zu diesem Augenblicke ohne alle direkten brieflichen Nachrichten aus Dresden. Die Korrespondenten demokratischer Blätter haben in solchen Augenblicken nicht Zeit, die Feder zu führen. So viel ist nach den Reisenden, welche gestern Abend und heute Morgen hier ankamen, gewiß, daß der Kampf am Dienstag Morgens noch mit gleicher Erbitterung fortgeführt ward, und daß sich der Sieg auf die Seite des Volkes neigte. Das Volk hat 2 Barrikaden wieder gewonnen. Auf die Aufforderung dès Militärs, zu kapituliren und die provisorische Regierung auszuliefern, erwiederte das Volk lakonisch: Holt sie! Vom Erzgebirge her ist ein großer Zuzug mit Kanonen im Anmarsch. 25 Sol­daten sind wirklich in die Luft gesprengt; die Berg­leute hatten eine Kloake als Mine benutzt. Das Schloß brennt als Todtenfackel des Königshauses. Das ängstliche Stillschweigen, das Fahnden der preußischen Regierung auf alle Ertrablätter zeigt, daß das Mili­tär keine Erfolge errungen hat.

Ohne die Niederträchtigkeit Feigheit und Engherzig­keit der Leipziger Bourgeoisie wäre der Sieg des Vol­kes schon längst entschieden. Das Volk wird ihr die­ses landesverrätherische Auftreten nicht vergessen. Eine am 7. Morgens in Leipzig von Voigtlandischen Com- munalgardisten, die nach Dresden zum Kampfe eilten, angeschlagene Proklamation brandmarkt mit kräftigen Worten die Infamie der städtischen Behörden, welche sich von der Sache des Volks lossagten. (N.D.Z.)

Folgende ans Leipzig, den 8. Mai, 12 Uhr Nachmittags datirte Korrespondenz theilt über die Lage der Dinge in Dresden Folgendes mit:

Dresden, 7. Mai, früh 4 Uhr. Diesen Mor­gen begann der Kampf mit erneuter Heftigkeit. Ge­schützfeuer wird von beiden Seiten der Kämpfenden vernommen. Die Bürger, im Besitze von 4 vierpfün- digen Kanonen, zu welchen sie feilte noch 4 kleine Mörser von Herrn von Burgk empfangen, haben die­selben auf mehreren Barrikaden aufgestellt. Die Ar­tillerie schießt in kurzen Unterbrechungen nach den Barri­kaden, welche fast alle aus den Steinplatten der Trot­toirs errichtet und oben mit Matratzen belegt sind: von diesen harten Steinen prallen die Kartätschen- kugeln gewöhnlich zurück und führen so Verwundungen und Tödtungen in den eigenen Reihen herbei. Nach jedem derartigen Schusse klatschen die Barrikadenver- theidiger jubelnd in die Hände.

Unter den Todten vom Militär befinden fich der

Generalmajor Homilins und der Obristlieutenant von Kirchbach.

Das Militär hatte allerdings einige unbedeutende Barrikaden genommen; so wurde auch die Stadt Rom erobert, jedoch alsbald von den Bürgern wieder ein- genommen.

Die preußischen Truppen, ungefähr 800 Mann stark, welche diesen Nachmittag in Deecden anlangten und mit den bereits hier befindlichen im Ganzen 1500 2000 Mann stark sind, konnten kaum den Kampf er­warten unb waren der Meinung, sich des größten Theils der Barrikaden, deren Anzahl sich bis jetzt über 100 belauft und an welchen zum größten Theil schwarz- roth-goldene und rothe Fahnen ausgepflanzt sind, so­wie das Bildniß Robert Binm's aufgehängt ist, bin­nen wenigen Stunden 511 bemächtigen ; dieselben kehr­ten aber nach dreistündigem Kamps über die Elbbrücke nach der Neustadt mit mehreren Todten und vielen Verwundeten zurück und erklärten die Barrikaden der Dresdner für kleine Festungen. Nun will man sich jetzt nur darauf beschränken, die den Barrikaden an­grenzenden Häuser zn durchbrechen, und zur Beschie­ßung dieser kleinen Festungen wollen die Preußen gro­bes Geschütz aus Torgau herbcischaffen lassen.

Die Anhöhen um Dresden sollen mit Kanonen bestaunt sein, um damit die Häuser zu bombarviren, von welchen die Bürger ein mörderisches Gewepr- seuer unterhalten, und denen man nicht anders bei- fommen kann. Vor allen ist es die Dresdner Tur­nerschaar, welche mit löweninnthiger Bravour auf den Barrikaden kämpft und ein wohlgenährtes Kleinge- wehrfeuer, theilweise mit Stand buchsen unterhält. Sie sind unstreitig die Tapfersten der Tapfern, nennt man die kühnsten Kämpfer, so werden sie genannt.

Das Militär hat jetzt den Neumark, die Rampische und die Pirnaische Gasse inne. Wenn man in Be­trachtung zieht, daß dies der einzige Gewinn eines viertägigen! Kampfes ist, so kann sich Jedermann eine Vorstellung machen, mit welcher Hartnäckigkeit und Ansdauer alle Angriffe des Militärs abgehalten und zurückgeschlagen werden.

Die Communikation nach der Altstadt Dresden ist gänzlich unterbrochen, denn die ganze Altstadt ist mit Truppen cernirt. Nur zahlreichere bewaffnete Frei« schaaren werden vermögen den Durchzug nach der Frie­drichsstadt zu erzwingen. Die Bewohner der Umgegend Dresdens beabsichtigen im Verein der noch ankommen­den Freischaaren einen Angriff auf das Militär zu unternehmen. Die preußischen Truppen übten an ein­zelnen Gefangenen eine unmenschliche Grausamkeit aus, so brachten sie gestern drei Turner, jedem einen Strick um den Hals geschleift, über die Elbbrücke geführt. Unbewaffnete Leute, welche versuchten, nach der Alt­stadt zn gelangen, um dort Angehörige zu besuchen, hat man auf die empörendste Art gemißhandelt, so daß selbst Stabsoffiziere dazwischen sprangen, um der Bru­talität dieser zügellosen Soldadeska zu wehren; sie ver­mochten aber kaum was auszurichten. Das Stand- recht ist in Neustadt Dresden publicirt. Jeder, wel­cher daselbst mit Waffen angetroffen wird, ist diesem verfallen.

7. Mai, 9 y2 Uhr Abends. Nachdem am Nach­mittag der Kanonendonner aufgehört hatte, ertönte derselbe um 9 ^ Uhr Abends mit erneuter Lebhaftig­keit. Um Mitternacht wurde wiederum mit einer Glocke gestürmt, so wie auch ein Leuchtfeuer auf einem Thurme augezündet, ein Beweis, daß der Kampf hart­näckig und die Gefahr groß.

8. Mai, früh 6 Uhr. Ich eile Ihnen nur noch mitzutheiku, daß trotz eines vom Militär ans gesche­henen allgemeinen Angriffs auch nicht eine einzige Barrikade wieder genommen worden ist. Da die Post­verbindung von Dresden aus unterbrochen und nur Briefe in der Neustadt aufgegeben werden können, so erhalten Sie mein Schreiben per Erpreß. BiS jetzt sind im Ganzen 150 Mann vom Militär ge­blieben.

In der Neustadt sollen Preußen in einem Cigar­renladen eingebrochen sein und sich den ganzen Vor­rath angeeignet haben.

Außer obigen Nachrichten meldet man uns schrift­lich, daß am Waldschlößchen, über der Neustadt, am rechten Elbufer, eine große Mage bewaffneten Volkes liege, um den Preußen in den Rücken zu fallen.

- Von heute früh, 10. Mai hier in Frank­furt eingetroffenen Reisenden wird erzählt, daß der

Zuzug aus dem Gebirge uno Vogtlande fich bereits auf 20 30,000 Mann Bewaffnete belaufe, von dem ein guter Theil Büchsenschützen. Die belagerten Pa­trioten hätten am 8. früh alle in den früheren Tagen verlorenen Positionen wieder genommen, einen Ausfall gemacht und dabei 4 Kanonen erbeutet. Andere Ge­rüchte gehen noch weiter und behaupten, die Truppen seien von dem auf 40,000 Mann sich belaufenden Landsturm umringt, und ein Bataillon habe bereits die Waffen gestreckt. Gewiß scheint, daß die Trup­pen um Waffenstillstand nachgesucht haben, der ihnen jedoch nicht bewilligt worden ist. Die angebotene Amnestie unter Bedingung der Auslieferung der pro­visorischen Regierung sei ausgeschlagen worden und der Kampf wüthe heftiger wie je. Die Bekannt- machung, wodurch die rebellische Regierung des rebel­lischen Königs Nachricht über diese Unterhandlung gibt, ist vom 7. Mai datirt und lautet:

Die Staatsregierung hält es für ihre Pflicht, zur öffentlichen Kenntniß zu bringen: Daß am 5. d. M. Abends, nachdem eine Deputation des Stadtraths und der Stadtverordneten von Altstadt-Dresden bei dem Staatsministerium erschienen war, um die Einstellung des Feuers nachzusuchen, derselben die nachverzeichne­ten Bedingungen, über welche sich die Deputation bis zum 6. Mai Mittags 12 Uhr zu erklären haben werde, vorgelegt wurden, nämlich: 1) Gestellung der Anstifter des Aufruhrs und insbesondere der Mitglie­der der sogenannten provisorischen Regierung. 2) Ab­lieferung der Waffen binnen 24 Stunden an das Gouvernement zu Neustadt-Dresden. 3) Wegrâumung der Barrikaden binnen 24 Stunden. 4) Wieverher- stellnng der Straßen in frühern Stand, insbesondere Deckung der Schleusen, beides binnen 48 Stunden. 5) Die Stadt haftet für den durch die Dämpfung des Aufruhrs erwachsenen öffentlichen Allfwand. Das Feuer beginnt morgen Nachinittag 2 Uhr, wenn bis dahin eine definitive Vereinigung nicht zn Stande gekoinmen oder eine unbedingte Unterwerfung nicht erfolgt ist. Unerwartet der hierauf zu ertheilenden Antwort wurde sofort der Befehl zum Entstellen des Feuers gegeben, in der Voranssetzung, daß von Seiten der Aufstän­digen ein Gleiches geschehen werde. Eine Erklärung auf obige vorgelegte Bedingungen erhielt jedoch die Regierung nicht, sondern es erfolgten nach Verlauf weniger Stunden erneuerte Angriffe von Seiten der Aufständigen, und bald darauf wurden zwei öffent­liche Gebäude mit werthvollen Sammlungen ein Raub der Flammen, so daß eine weitere Schonung von Seiten der STaMS^Regierung nicht möglich war. Dresden, am 7. Mai 1849. Gesammtministerium. v. Ben st. R a b e n h 0 r st.

Aus Chemnitz, wo von einer Seite her auf die Absendung der Kommunalgarde nach Dresden ge­drungen worden war, schickte man in Folge dessen Mitglieder des Raths und der Stadtverordneten nach Leipzig und Dresden, um selbstständige Nachrichten über die Lage der Verhältnisse einzuziehen. Allein ohne daß die Rückkehr derselben abgewartet ward, sollen Rath und Kommunalgarde zur Anerkennung der in Altstadt- Dresden proklamirten provisorischen Regierung, nach anderer Angabe zum Eid auf die von der National­versammlung beschlossene Verfassung genöthigt worden sein. Die Kommunalgarde ist am 7. Mai früh ge- gezwungen worden, nach Dresden zu märschiren. Wer nicht kam, wurde geholt. Rath und Stadtverordnete haben 300 Gewehre zur Vertheilung ankaufen und eventuelle Fürsorge für Verwundete und ihre Angehöri­gen treffen müssen. (Reichst.-Z.)

Strapenkampf in Breslau.

Breslau, 8. Mai. Der gestrige Abend ist viel­leicht einer Der blutigsten geworden, von welchen Bres­laus Annalen zn erzählen wissen. Bereits Nachmit­tags gegen 3 Uhr rückten Militärpikets ein, um die Altstadt von den Vorstädten abzusperren, weil man in Folge der letzten Ereignisse einen allgemeinen Aufstand befürchtete. Gegen 6 Uhr fielen auf der Ohlauer- straße die ersten Schüsse, und in kurzer Zeit waren auf der Ohlauer-, Schweivnitzer-, Kupferschmiede- und Nikolaistraße Barrikaden errichtet, die sich im Laufe des Abends in den größten Theil der Altstadt verbrei­teten. Aus dem Gasthofezum blauen Hirsch" schwirrten Kugeln auf das Militär, welches zuerst Feuer gegeben hatte, und mehrere Soldaten, unter ihnen ein Offizier, wurden getödtet. Die militärische Macht