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ziehen. Eben jetzt rückt ein Theil des preußischen Mi­litärs die Schloßgasse hinauf; dort sind die Barrika­den sehr stark. Die provisorische Regierung hat ihren Sitz im Rathhaus. Wir, die wir hier außen wohnen, erhalten gar keine Nachricht aus der inneren Stadt, sondern hören nur das unausgesetzte Feuern von Flin­ten und dann und wann Kanonen. Eine Abthei­lung Preußen wird mit Artillerie noch erwartet. (D.Z.)

Frankfurt. So eben hier eintreffende Privatnach- richten, welche uns als glaubwürdig geschildert werden, bestätigen, was wir oben über das Ausreißen der Schienen und Zerstörung des Dammes mittheilten. Die Bauern ließen die Bahn ungestört, um den Zu­zug nicht zu hindern; als aber die Direktion die Be­förderung der Preußen nicht hemmen konnte, zerstör­ten sie die Bahn. Ein Bataillon Preußen zog in die Neustadt von Dresden ein und auf dem Markte san­gen sie sofort:Ich bin ein Preuße." Als man das in der Altstadt hörte, stieg die Erbitterung furchtbar und selbst die Kommunalgarden, welche vorher keine Lust hatten zu kämpfen, griffen wieder zu den Waffen. Preußisches und sächsisches Militär griff stürmend eine Barrikade in der Schloßgaffe an; als sie grade davor waren, sprang eine Mine, welche die Freiberger Bergleute angelegt hatten, und riß ihre Reihen aus­einander. Am Sonntag soll der Kampf in Dresden noch fortgewüthet haben. (N. D. Z.)

Dresden, 6. Mai, 4 Uhr früh. Der Kampf be­gann gestern Nachmittag halb 1 Uhr von Neuem. Das Nolk griff von der Schloßbarrikade an. An mehreren Punkten kämpfte man bis 8 Uhr Abends. Dann trat eine Ruhe von beiden Seiten ein, bis um 2 Uhr heute Morgen der Kampf wieder ausgenommen wurde. Trotz des fortwährenden Gewehr- und Kanonenfeuers hatte das Volk nur wenig Todte und Verwundete, und be­hauptete sämmtliche Barrikaden, während das Militär von den Scharfschützen hart mitgenommen wurde und namentlich viel Offiziere verlor. Die provisorische Regierung leitet den Kampf mit Umsicht und Energie. Es sind an 100 feste Barrikaden gebaut uud 10 Ka­nonen zur Verfügung des Volksheers, welches sich stündlich vermehrt und mit Munition und Lebensmit­teln reichlich versorgt ist. Ganz Sachsen zieht nach Dresden und entsetzt es von den Feinden, die cs be­lagern. (Reichstgsztg.)

Dresden, 6. Mai, 3 Uhr Nachmittags. Vor einer Stunde ist die Erklärung wegen des Belage­rungszustandes durch Plakat angeschlagen worden. Der Kampf wüthet fort und das Militär muß jeden Fuß breit erkämpfen. Die Kanonade ist furchtbar. Man schießt durch das Gcorgcnthor in die Schloßgaffe hin­auf. Man transportirte Gefangene und Verwundete vorbei. Gegen halb drei Uhr sind drei Offiziere sehr schwer verwundet worden: der General Homilius, der Reiteroberst v. Kirchbach und ein Oberlieutenant, die ersten beiden habe ich selbst vorbeibringen sehen; außer­dem sind, wie man sagt, noch fünf oder sechs Offi­ziere todt oder verwundet. Ein Offizier der Artil­lerie hat sich gestern selbst auf der Brücke erschossen. Auch mehrere Preußen sind bereits verwundet. Das Grenadier-Bataillon des RegimentsAlerander" ist noch nicht angekommen. Man erwartet nun noch schwere Artillerie. Man hört in diesem Augenblick nur Kartätschenfeuer.

Abends 10 Uhr. Es scheint eine Waffenruhe wieder stattzusiuden, welche vom Militär benutzt wird, sich mit Munition zu versehen. Die Vertheidiger der Altstadt schießen aus dreipfündigen Geschützen. Das Militär hat bedeutende Verluste. An Offizieren sind 11 todt oder verwundet; an Mannschaften gegen 30 in das Hospital verwundet gebracht. Die Todten und sehr schwer Verwundeten schafft man jedoch gar nicht in die Neustadt; sie werden ins Zeughaus gebracht. Die Scharfschützen aus Chemnitz und Leipzig so­wie die demokratische Turnerschaar aus Leipzig soll Schuß um Schuß treffen. Wie man erzählt, soll die Altstadt morgen mit Brandkugeln beschossen werden; andererseits soll das Volk das königl. Schloß in die Luft zu sprengen vorhaben.

7. Mai. ( %6 Uhr früh.) Vor einer Stunde hat die Kanonade wieder begonnen und ist bis jetzt fortgesetzt worden. Das Feuer schweigt jetzt; man versucht, wie cs heißt, eine Position mit dem Bajon- uet zu nehmen. Truppen bewegen sich nach der Mei­ßener Straße. So eben bringt man wieder verwun­dete Soldaten.

Ein Hr. v. B. soll dem Volke vier Kanonen ge­schenkt, ein Herr aus Chemnitz 600 Flinten geschickt haben. Man soll einen Prinzen von D. gefangen genommen haben. Ueber hundert Barrikaden sind in der Altstadt errichtet. (F. 3 )

Frankfurt, 8. Mai. Sicherm Vernehmen nach wird noch heute würtembergische Infanterie auf ihrem Marsche nach unserer Stadt in Darmstadt erwartet. Dagegen soll uns ein Theil der hier garnisonirenden Preußen und Oesterreicher verlassen. (F. 3 )

München, 6. Mai. Nachstehende hoch stwichtige Nachricht wurde mir aus ganz verlässiger Quelle mit­getheilt. Sämmtliche Staabsoffiziere der hier garni- sonireuden Regimenter haben an das Kriegsministerium gemeldet, daß es ihnen trotz aller Anstrengung nicht mehr möglich sei, das immer weitere Umsichgreifen des demokratischen Geistes im Militär zu verhindern. Es wurde daher beschlossen, die ganze bairische Armee

in zwei große Heerlager zusammenziehen, um sie aus den Städten und von den Einflüssen der Demokratie zrr entfernen. Diese Maßregel hat zugleich noch das Gute für sich, daß man das Militär dann zur Aus- ! sührung eines vorhabenden Plaues desto leichter bear- I betten und vorbereiten kann. Heute Nacht ist neuer- , btngö ein österreichischer Courier augekommcn. So eben Hore ich daß zwei Divisionen Kürassiere der ' Landshut-Freisinger Garnison Befehl zum Abmarsch nach der osterreickstchen Grenze erhalten haben.

Die Preuß. Circularnote hat die Weißblauen nicht ' wemg erfreut, dagegen wirkten die aus der Pfalz ein- ! getroffenen Nachrichten wie ein Donuerschlag auf sie. Sie, die Weißblanen, sind seit gestern ganz verblüfft

eben ladet die hiesige Studentenschasst durch Mauer- anschlag zu einer Versammlun ein, um eine Adresse an den König u>d an das Gesanimtmiuisterimn, für die^Annahme der Reichsverfassung, zu berathen.Wir haben im März 1848 vor aller Welt erklärt" heißt es unter Auderm,mit Frankreich gegeii Rußland zu kämpfen, wenn letzteres droht, wir werden der Welt beweisen, daß wir nun eingedenk dieses Ausspruches handeln werden u. s. w." Die Aufregung wächst wieder. (Fr. I.)

Neustadt a. d. H., 7. Mai. Ich theile Ihnen ein so eben von K a iser s l a u t e r n hier angelanates wich­tiges Aktenstück mit:

Der L a n d e s v e r t h e i d i g u n g s - A u s s ch u ß an seine Mitbürger. Wir machen Euch folgende Mittheilungen: 1) Dreißig polnische Offiziere stehen für den Fall des Kampfes zu unserer Verfügung. 2) Wir haben uns mit Rheinpreußen, Rheinhessen und Baden zum Zwecke gemeinsamen Handelns in Verbindung gesetzt. 3) Rheinhessen hat Zuzug ver­sprochen; insbesondere der mittclrhcinische Turnerbund. Aus anderen Theilen des deutschen Vaterlandes, na­mentlich aus Hanau erwarten wir stündlich Mitthei­lungen. 4) An Mitglieder der Linken in der würt- tembergischen, badischen und hessischen Kammer haben Wir die Aufforderung gestellt, in ihren betreffenden Kammern dahin mit aller Kraft zu wirken, daß der Pfalz im Falle der Noth zur Unterstützung ihrer Er­hebung Truppen gesendet werden. 5) Wir haben uns in die Lage gesetzt, daß wir die Pfalz, sobald wir im Besitze der nöthigen Geldmittel sein werden, in ganz kurzer Zeit mit 30,000 Bajoncttgewehren ver­sehen können."

Außer Vorstehendem hat der Landesvertheioigungs- Ausschuß noch drei Proklamationen erlassen: 1) An­sprache des pfälzischen Volkes, vertreten durch die am 2. Mai in Kaiserslautern abgehaltene pfälzische Volks­versammlung, an seine Brüder im jenseitigen Bayern;" 2) einen Aufruf an das pfälzische Volk, worin die ersten Maßnahmen des Ausschusses verkün­det werden; 3) einen Aufruf an die bayerischen Trup­pen mit der Aufforderung an dieselben, sich dem Volk anzuschließen zur Einführung der Reichsverfassung, gegen die Widersetzlichkeit der Fürsten.

Die meisten pfälzischen Beamten erkennen auf die ihnen zugegangenen Zuschriften von Kaiserslautern Die deutsche Verfassung an. In Frankenthal hat der Stadtrath energische Beschlüsse zur Unterstützung des Landesvertheidigungs-Ausschusses veröffentlicht.

(Frans. I.)

Bamberg, 5. Mai. Das hier liegende Chevaur- leger-Regiment hat so eben Marschordre erhalten. Wahrscheinlich ist es nach der Pfalz bestimmt. (N.C.)

Berlin, 7. Mai. In Folge des jüngsten Zirku­larschreibens der preußischen Negierung an die sämmt­lichen deutschen Kabinette, wodurch zur Beschickung eines hier abzuhaltenden Kongreßes aufgefördert wird, sind von den beiden Höfen von Dessau und Koburg- Gotha bereits Antwortsnoten hier eingegangen, worin erklärt wird, daß von ihnen die deutsche Reichsverfas- sung unbedingt anerkannt worden sei, daß für sie also keinerlei Veranlassung vorliege einen Kongreß zu be­schicken, dessen Thätigkeit auf Abänderung eben dieser Verfassung gerichtet sein solle. (N. C.)

Wien, 2. Mai. Der Schauspieler Siebert, der sich in den Oktobertagen besonders hervorgethan haben soll, so daß eine Barrikade in der Josephstadt die Siebertbarrikade, eine andere nach dem Stande seiner Geliebten Marchand de Modes-Barrikade genannt wurde, ist dieser Tage arretirt worden.

Die Nachrichten aus Gallizien schildern den Zustand dieses Landes als einen sehr bedrohlichen. Die Sendschreiben Bems an seine Landsleute, worin er diese zur Insurrektion auffordert, scheinen auf dieselben großen Eindruck gemacht zu haben, lind es zeigen sich, namentlich in den westlichen Kreisen diechs Landes, be­denkliche Symptome der Gährung. (O.-D. P.)

Wien, 3. Mai. Aus Ungarn vernimmt man wenig Neues, und dies Wenige muß man mit großer Vor­sicht aufnehmen. Daß bei Raab eine für unsere Trup­pen nachtheilige Affaire vorgefallen, und tiefe Stadt von den Magyaren besetzt sei, wird von mehreren Seiten bestätigt.

Hier geben unaufhörliche Züge von Truppen aller Gattungen und Geschütz durch nach dem Kriegsschau- I platze. Mit wehmüthigen Blicken sieht man die meist i blutjungen Leute Hinabziehen, dem Tode durch die feindlichen Geschoße, noch mehr durch die im Früh­jahre beginnenden bösartige Fieber entgegen. Die vielberufenen Russen eilen weniger als zu wünschen wäre, wenn man sie schon einmal in unsern innern

Angelegenheiten mit eingreifen läßt. Doch wurde der ^" 9000 Mann ganz sicher bereits gestern

"gartet, und im Schloßhof wurden die vocautaten dee> Beyhaldepartements geräumt, um für lhr Hauptquartier Platz zu machen. (C. Bl. a. B.)

- (kloyd.) In einem Privatbrief esth vom -30. April wird gemeldet, daß Fackel- j)l^c'icii ui Pesth gar kein Ende nehmen. Die Ge chaste gehen außerordentlich gut; Manufactnr- und Colonialwaaren gehen in großen Massen ab. Auch m Dtbreczln war ein glücklicher Markt, die Pesther Kaufleute kehrten von dort ohne ein Stückchen Waare zurück.

Die ungarischen Heere sind auf drei Pauken in Gallizien eingerückt, um, wie wir voraussagten den russischen Barbaren den blutigen Gruß der Frei­heit ;»_ bieten und dem habsburgischen Blutregiment die Hoffnung auf Ersatz zu vereiteln. Daß an der Berliner Börse die russischen und polnischen Papiere plötzlich außerordentlich gefallen sind, deutet darauf hin, daß endlich in Polen der Aufstand losgebrochen ist; was auch die dunklen Gerüchte, welche die Stand­rechtsblätter bringen, bestätigen. (Reichst.-Ztg.)

Wien, 5. Mai. So viel man noch gestern Abend mit-Bestimmtheit erfuhr, war ein Treffen bei Szered, 3 Stunden von Preßburg, abermals zu Gunsten der Ungarns ausgefallen und ein Stromübergang über eine Faß brücke gelang denselben vollkommen. Szered war in ihren Händen. In Preßburg herrscht große Bestürzung und man zweifelte, daß der Besitz dieser Stadt sich werde behaupten lassen. Starke Jnfanterie- und Cavallericmassen hatten sich dahin zurückgezogen und Brod- und Ochsentransporte kamen ihnen nach. Auffallend waren bei diesen Zügen die vielen Wägen mit Uhlauen, wie den überhaupt in den letzter» Tagen viele EavaUeristen ohne Pferde zurückgekommen waren. Auch die geringen, höchst elend aussehenden Reste des Hurban'schen Corps waren angelangt. Man hielt sich am Vorabend höchst wichtiger Ereignisse. (F.J.)

Olmütz, 3. Mai. Unsere Garnison ist um ein Bataillon Rekruten, lauter blutjunge Leute, verstärkt worden, deren manche noch kaum das Gewehr gerade halten. (C. B. a. B.)

Ungar«.

Ofen, 30. April. Die Magyaren machen die furcht­barsten Rüstungen. Wenn Rußland nicht bei Zeiten mit imposanter Macht einschreitet, wird es Oesterreich unendlich viel Kampf, Zeit und Menschen kosten, das Verlorene wieder zu gewinnen. Das Koffuth'sche Gel­zieht viel Ueberiäufer an. So ist die seit einer Woche ausgeschriebene deutsche Legion bereits auf etwa 600 augewachsen, meist Ausreißer der verschienen öster­reichischen Truppenkörper aus allen Nationen. Man organisirt weitere 100,000 Mann (keine Uebertreibung), denen binnen sechs Wochen abermals 100,000 folgen sollen. Großwardein ist der Hauptwaffenplatz; dort Wird mit der ungeheuersten Thätigkeit gearbeitet. (A.Z.)

Preßburg, 2. Mai. Letztere Tage sind nicht we- n'ger als vierzig Mann des neu organisirten Aleran- dec-Regiments sammt 1 oder 2 Corporals von hier desertirt. Es waren seit Reorganisation dieses sonst wackeren Regiments nicht die Ersten, und werden viel­leicht nicht die Letzten sein, so lange die oberste Mili­tärverwaltung der Mannschaft dieses Truppenkörpers nicht einmal die Hälfte jener Löhnung zukommen läßt, deren sich gegenwärtig die Mannschaft anderer ähn­licher Truppenkörper zu erfreuen hat. Freilich ward uud wird jenes Regiment meist aus gefangenen Hon- veds u. dergl. rekrutirt, auch befinden sich unter der älteren Mannschaft desselben mehrere, die in ihrer be­schworenen Treue leider wankend geworden; indessen sollen diese Alle ja ebenfalls derguten Sache" er­halten werden und 4 fr. und 12 -14 kr. ist doch, ein bedeutender Unterschied, der für die Neugewonnen um so empfindlicher ist, als man jüngst erst ihre Dienste weit besser bezahlte. Mehrere polst. Gefangene sind aus ihrer hiesigen Haft in auswärtige dunkle Räume dislokirt worden. So eben höre ich, daß das große in der Schütt versammelte Lager Befehl erhalten, vorwärts zu rücken. Die Russen sind noch nicht da, aber die Furcht vor selben hat sich bet Vielen schon vor mehreren Tagen der Art eingestellt, daß nicht nur Bad Deutsch-Altenburg, sondern auch Ham­burg und Petronell von hiesigen Flüchtlingen voll ist. Das muß man auch unserenGutgesinnten" lassen, wo es sich um eine wichtige Entscheidung handelt, da sind sie stets die Ersten die davon laufen. (C.Bl.)

Semlin, 26. April. (A. Z.) Sehr betrübende Nachrichten überbrachte uns heute der Courier, welcher die Depeschen von dem Patriarchen an den General Todorovic nach Beckerek trug. Am 24. l. M. nämlich hat eine Magyaren-Horde, wahrscheinlich unter An­führung des Banditen Rozsa, das Dorf Baschait im Kikiudaer Distrikte mit etwa 500 Honveds-Reitern angegriffen, dasselbe verwüstet und in Brand gesteckt. Es dürfte aber auch Perczel selbst, von seinem siinu- lirten Rückmärsche gegen Pesth abgewichen, in diesen Distrikt eingedrungen sein, um diese reiche Gegend zu verwüsten. Dieses Unglück ergriff die Kikindaer Di- striktsbewohner mit panischem Schrecken, so daß sie ihre Habseligkeiten verlassend, auf drei Schiffen in Begej Anstiegen, um durch die Theiß und Donau ihre letzte Zustucht in Semlin zu finden. Gestern ist der reiche