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wahren. Das Comite hat den festen Willen, sich auf dem Boden der Verfassung zu vertheidige». Im Namen des Mandats, das ihm anvertrant wurde; im Namen der Fortschritte, die wir schon durch unser muthiges Warten erlangten; im Namen der Revolu­tion, welche überall wieder vorwärts schreitet; im Na­men des unserer Disziplin verheißenen Wahlsiegs; im Namen der demokratisch - sozialen Republik: beschwört es das Volk, von der Straße wegzugehen, wohin es seine Feinde locken, alle Herausforderungen einer im Sterben liegenden Partei zu verachten und dem Lande noch einmal zu beweisen, daß die Ruhestörer diejeni­gen sind, welche Recht und Verfassung verletzten. De­nen, welche einen 23, Juni wünschten, werden wir mit einem 29. Januar antworten. Das Konnte."

Paris, 30. April. In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung erhoben drei Abgeordnete darüber Beschwerde, daß sie bei einem der in den letzten Ta- den stattgehabten Tumulte von der Polizei verhaftet worden seien, obgleich sie sich vollständig legitimirt hatten. Mit einer Bemerkung Odilon-Barrot's, daß die Regierung die Sache untersuchen lasten werde, war die Sache erledigt und die Versammlung kehrte hier­auf zur Tagesordnung, auf welcher die Berathung der Angelegenheit Montevideos sich befand, zurück.

Gestern Abend herrschte die vollkommenste Ruhe. Auf den Boulewards war nichts mehr von den Grup­pen der früheren Abende zu bemerken.

M i eros lawski ist aus Palermo hierher zurück- gekehrt. (O-P.-A.-Z.)

Italien.

Rom, 21.Mpril. Der französische Gesandte hat Gaeta verlassen, unzufrieden mit den unsinnigen An­forderungen der priesterlichen Kamarilla und dem Ei­gensinn des Papstes. Absolute Gewalt ist die Bedin­gung, unter der der h. Vater wieder in Rom ein­ziehen will. Somit sind nun die dießfälligen politi­schen Corferenzen in Gaeta abgebrochen, da der fran­zösische Gesandte bestimmt erklärt habe, er könne auf solche Bedingungen nicht eintreten. (Republikano.)

Privatberichte aus Palermo melden, das Volk habe sich in Folge der Unterwerfungs-Beschlüsse des Senats empört und die Behörden gezwungen sich zu flüchten. Es scheint indessen, der Senat habe wäh­rend diesen Unruhen einen günstigen Augenblick benutzt, um sich auf einem französischen Dämpfer einzuschiffen und dem König von Neapel die Unterwerfung der Stadt Palermo zu erklären. (M. Z.)

Belgien.

Brüssel, 30. April. Von mehreren Seiten her erhalten wir sehr gute Nachrichten über den Stand der Früchte. Die letzten Fröste haben dem Reps so gut wie gar nichts geschadet, und wenn kein neues

Mißwetter hinzukommt, so steht eine sehr gute Ernte in Aussicht. Auch Walzen und Roggen stehen ganz gut. Nur das frühblühende Obst, Pfirsische und Apri­kosen, sind erfroren. (M. Z.)

Vom ungarischen Kriegsschauplatz.

Vom Kriegsschauplatz, der sich jetzt fast unter den Mauern Wien's befindet, so gut wie gar keine Nachrichten. Die Trümmer der österreichischen Armee sammeln sich an und hinter der Leitha, bei Brak, Himberg und Oedenburg. Woher diese Truppen kom­men, welchem Korps sie angehören, darüber wissen wir nichts. Am 26. Abends hörte man in Wien in der Richtung von Preßburg eine starke Kano­nade. Wahrscheinlich haben die Ungarn Preßburg angegriffen und genommen. Das Wiener Volk war wieder in zahlreichen Gruppen auf der Straße. Li- thographirte Aufforderungen zur Revolution und zum Anschluß an die Magyaren zirkuliren in Masse. Auf den Bastionen wurden neben den Mörsern und Ka­nonen die Kugeln und Bomben aufgehäuft, um die Vorstädte zu terrorisiren.

In der verzweifelten Lage haben die Oesterreicher endlich den verzweifelten Entschluß gefaßt, sich den Russen ganz in vlc Arme zu werfen. Das hat gewirkt. Nikolaus hat Oesterreich erst auf den tiefsten Punkt der Erniedrigung und Hilflosigkeit hcrabkommen lassen, ehe er ihm zu Hilfe eilte. Jetzt, wo ihm Oesterreich sauf ie peuple auf Gnade und Ungnade anhcimgefalleu ist, jetzt endlich schickt er seine Truppen hin. b0 100,000 Mann sollen eiumar- schiren, und zwar ein Theil über Siebenbürgen, ein anderer über Mähren. Von Radziwilow bei Krakau aus soll ein Korps von 26,000 (nach Anderen sogar 55,000) Mann über Biala nach Oderberg in Mahren marschiren, und von dort aus mit der Ei­senbahn befördert werden.

Die Russen werden also nach Deutsch-Oester­reich kommen, sie werden deutsches Bundes­gebiet verletzen iiiiD Deutschland wird diese letzte Schmach, wie so manche andere, mit tabaksgualmeu- der Gemüthlichkeit hinnehmen.

Hatte das 'deutsche Volk nur einen Funken von Ehrgefühl, sie würden sich erheben wie Ein Mann, an Die Grenze eilen und dafür sorgen, daß kein Russe, der den deutschen Boden betritt, ei­nen Rückzug in seine Heimath findet.

(N. RH. Z.)

Preßburg, 26. April. Neutra ist seit 23 Ta­gen von zahlreichen Jnsurgentenmayen bereits besetzt, ebenso Verebel y. (,E. Bl. a. B. >

Ueber das Gefecht bei Aes hat Schlick einen Be­richt veröffentlicht, aus dem Folgendes hervorgcht: Die Ungarn, vom Komorner Brückenkopf des rechten Donau-Ufers und von Uj-Szöny aus vorbringend,

hatten den Sandberg bei Aes besetzt und dort Ver­schanzungen aufgeworfen. Schlick, um sie aus dieser, wie Komorn, die Straße nach Preßburg beherrschen­den Stellung zu vertreiben, ließ den Sandberg in der Fronte durch die Division Simunich angreifen und stürmen. Zugleichzwang die Brigade Liebler den Feind, Stand zu halten" (?!) und machte die Ka- valleriebrigade Montenuovo (italienische ChevaurlegerS, czechische Kürassiere und galizische Ulahnen) einen Flankenangriff.

Die ungarischen Streitkräfte auf dem rechten Donau- Ufer scheinen noch nicht stark genug gewesen zu sein, um dem Angriff einer solchen Truppenmasse zu hal­ten; sie zogen sich unter die Standkanonen des Brückenkopfes zurück, von wo aus sie jedoch noch immer die Straße nach Raab und Preßburg be­herrschen.

Ofen soll jetzt auch gänzlich von den Kaiserlichen geräumt sein. Jellachich hatte die Absicht, die ver­fallene Citadelle zu halten; Melden wollte aber nicht. Am 24. sind die letzten 2000 Kroaten von Ofen ab­gezogen und die in Wien angekommenen Briefe tra­gen bereits den Stempel:Buda ".

Die Oesterreicher haben furchtbar gelitten in den letzten Gefechten. Der Rückzug löst sich mehr und mehr in wilde regellose Flucht auf. Die Soldaten, seit 14 Tagen von den Magyaren Tag und Nacht gehetzt, sind ermattet und demoralisirt. Sie erklären * ihren Offizieren ganz offen, nicht mehr gegen die Un­garn sümpfen zu wollen, die Ungarn hätten Recht re.

Die Ungarn haben einen Sohn des Fürsten Windischgrätz gefangen. Auf eine Anfrage des Fürsten wegen eines etwaigen Austausches, erwiderte ihm Kossuth, wie man erzählt:Gib mir Robert Blum dafür und er ist frei, eine andere Auswech- [düng kann ich nicht gestatten."

So handelt ein M a g y a r e, und wir Deutschen I Dahin mußte es kommen, daß russische Horden als Kampfer für die Hoheit der deutschen Regierungen auftreten, und daß die magyarische Revolutionöarmee als Vertreterin der deutschen Revolution, als Rächerin Robert Bluin's auftritt, während Deutschland passiv und theilnahmlos in dumpfer Trägheit Alles über sich ergehen läßt!

Aus Hermannstadt undKionstadt sind jetzt Berichte von Augenzeuge»^ da. Nur ein Bürger wurde auf der Flucht erschossen und der Verräther Benigni, der die Russen hauptsächlich herbefördert hatte, wurde in seinem Bette getödtet. Sonst wurden nur die Gebäude in der Verschanzung, und zwei Häuser aus denen auf Bems Armee geschossen worden, der Plünderung preis­gegeben. 200,000 fl. Kriegssteuer wurden aufgelegt und alle Pferde mit Beschlag belegt. (N. Nh. Z.)

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

Bekanntmachungen.

(556) Soeben ist erschienen und versandt:

Die

evangelische Kirchenverfassungsfrage in Nassau.

Den Abgeordneten zur bevorstehenden ersten Generalsynode insonderheit g e w i d m e t.

75 S. 18 kr.

Eine sorgfältige Erörterung der obschwebenden Verfassungsangelegenheiten der protestantischen Kirche überhaupt und der presbyterialen und synodalen Bestrebun­gen in Nassau insbesondere, auf welche Schrift darum alle Freunde des kirchlichen Lebens in und außerhalb Nassau aufmerksam gemacht werden.

Wilh. Friedrich sche Verlagsbuchhandlung, am Friedrichsplatz in Wiesbaden.

Obige Schrift ist auch vorräthig bei H. Fischer, Chr. Wilh. Kreidel, Nitter'sche Buchhandlung und Schellenberg'sche Hofbuchhandlung in Wies­baden; bei Ebenau in Limburg, Pagenstecher in Dillenburg, Lanz in Weil­burg und Kirchberger in Ems.

(wj Lotterie-Ankündigung betreffend die am nächsten 31. Mai dieses Jahres in Carlöruhe stattfindenden Serie-Ziehung des Großherzoglich Badischen Anlehens

von izt Millionen Gulden,

dessen Loos-Nummern alle ohne Ausnahme gewinnen müssen, da das­selbe keine Nieten enthält.

Die Hauptpreise dieses Anlehens sind:

14 Preise,

jeder

von

fl. 50,000

54

ft

ft

tt

40,000

12

ff

st

tt

35,000

23

//

tt

ft

15,000

2

ff

st

ft

12,000

55

ft

ff

ff

10,000

40

ft

tt

ff

5,000

ferner fl. 4900, 4000, 2000, 1000, 250 u. s. w., der geringste Preis ist fl. 42.

Für die obenbenannte Ziehung sind bei dem unterfertigten Comptoir Ganze Original Certif.-Loosc, jedoch nur gegen franco Einsendung der Einlage von 1 fl 30 kr. per Stück, nebst 4 kr. für Posteiuschreibgcbühr, direct zu haben.

Das Comptoir I. Nieck,

Markt Nr. 46 in Frankfurt a. M.

Bemerkung. Bei Uebernahme von 0 Stück wird Eins gratis bewilligt.

(258) Bei F. Hagedorn in Eckernförde ist erschienen und in den Buchhand­lungen von H. Fischer und H. W. Ritter zu haben:

Ehren - Tafel

zum

immerwährenden Gedächtniß der Fünften Schleswig-Holst. Batterie und der Herzog! Nass. Feldbatterie, für ihre hohe Waffenthat bei Eckernförde am 5. April 1849.

Preis 9 Kreuzer.

(555) AgHz^anderungs - Verein für das Herzogthum Nassau.

Generalversammlung, Freitag den 4. l. Mts., Abends 8 Uhr, bei Herrn Bücher im Nonnenhof.

Der Vorstand des Vereins f. A. d. H. N.

(557) Die israelitische Cultusgemeiude zu Usingen, Herzogthum Nassau, sucht einen Religionslehrer ledigen Stan­des, welcher gleichfalls die Functionen eines Vorsängers und wo möglich eines Schächters verrichten kann. Es wird aber zur unerläßlichen Bedingung ge­macht, daß er sein Gramen bei der betreffenden Behörde entweder bereits bestanden hat oder sich demselben zu unterwerfen bereit ist. Portofreie Briefe an den unterzeichneten Vorsteher.

Usingen, 1. Mai 1849.

H. M. Fay

(552) Das katholische Pfarrhaus nebst der alten Kirche wird bis zum 1. Juli d. J. geräumt und soll bis dahin entweder verkauft oder verpachtet werden. Näheres bei dem unterzeich­neten Kirchenvorsteher

F. C. Willms.

(508) Bei Bäcker Berger ist ein möblir« tes Zimmer zu vermiethen; auf Verlangen kann Kost dazugegeben werden.

(554) Vom 1. Mai an

Bock-Bier

per Glas 4 kr. bei

Meinrich Engel

am Kranz.

Ladendiener gesucht.

(545) Ein tüchtiger Detailleur für ein hiesiges lebhaftes Specerei-Geschäft wird gesucht. Nur auf die ehrenvoll­sten Zeugnisse wird Rücksicht genommen.

Offerten franco unter der Ehiffer F. C. R. poste restante in Frank­furt.

(526) Zn dem Hause des Friedr. Benkler, Schwalbacher Straße Nro. 7 ist der, bisher von dem Herrn Hauptmann EmminghauS bewohnte zweite Stock auf den 1. Juli l. J. anderweit zu vermiethen.

2300 st.

sucht Jemand auf eine gerichtliche Versiche­rung bei halbjähriger Zinsenzahlung. Nähere Auskunft ertheilt die Expedition die­ses Blattes. (506)

Druck und Verlag der E. Nitter'schen Buchdruckerei.