der höllische Plan jener, welche diesen unseligen Krieg entzündet haben. Seht Euch meine tapfere, siegreiche Armee an, Magyaren, Polen, Deutsche, wtlovakcn, sie kämpfen als Brüder »eben einander, sie kämpfen vereinigt für denselben heiligen Zweck, das Volk aus Knechtschaft und Erniedrigung zu erlösen. Nicht als Euer Feind komme ich, sondern als Euer Freund. Meiner tapferen Armee ist es mit Gottes Hülfe ge- glückt, den Feind alles Völkerglückes, die Russen zu verdrängen, mit Gottes Hülfe werden wir sie auch ferner abhalten; denn wo sie hinkommen, da stirbt Freiheit und Nationalität dahin — mei» unglückliches Vaterland hat dies nur zu offen bewiesen. Meine siegreiche Armee wird bei Euch das Recht der Gastfreundschaft in Anspruch nehmen; jeder Einzelne ist ein Held, Ihr werdet sie gut aufnehmen. Wir werden kämpfen, bis wir den Absolutismus vollständig gebrochen, bis alle Völker des Ostens unter der Palme des Friedens und dem Panier der Freiheit eine neue schöne Zeit beginnen.""
„Stürmisches Hoch und Vivat begleitete die Rede; sie fand Anklang in vielen Herzen; denn wir sahen ein, daß der Kampf für unsere Nationalität eigentlich nur der Kampf für die Interessen des Hauses Habsburg unb die unseres sächsischen Spießbürgerthums geführt werde. Die Armee Beins wurde bei uns einquartiert. Ich hatte ein Paar deutsche Jünglinge bei mir; tief erschütterte mich ihre Erzählung des Untergangs des herrlichen Wiens — ich fluchte mit ihnen dem Henker Windischgrätz und seinen mordgierigen Croaten!"
Bein hat durch seinen Kriegszug in Siebenbürgen seinem Ruhme ein ehrendes Denkmal gesetzt. Nachdem er eine gänzlich geschlagene Armee übernommen, hat er dieselbe in kurzer Zeit organisirt und fast im Fluge Siebenbürgen von den Unterdrückern gereinigt. Der Schinutz, mit dem ihn die österreichische Regierung durch eine feile Presse bewerfen läßt, fällt auf sie selbst zurück.
Welch' eine Löwengrube Ungarn ist, in welche viele Fußtapfen von Kriegern hinein, aber wenige herausgehe», beweist folgende Korrespondenz des C. Bl. a. B.: „Zieht sich die Sache bis zum Sommer hin, dann er» halten die Kossuthianer an den Fiebern einen Bundesgenossen, welcher den des Klima's ungewohnten östreichischen Truppen viel gefährlicher werden kann, als ihren Gegnern den Russen, deren Einmarsch im Rücken des Feindes erwartet wird. Gegen das Fieber hilft all die erprobte Tapferkeit unserer Truppen nichts und grade in die Regionen, in welchen die Fieber am hef
tigsten wüthen, wird sich der Krieg ziehen, sobald die Insurgenten von Pesth ostwärts zurückgedrängt sind."
Italien.
Florenz, 14, April. Das neue Ministerium hat sich bereits mit den Vertretern der auswärtigen Mächte in Verbindung gesetzt. Das Dekret der Kammerauf- lösuiig trägt das Datum vom 13. (M. Z.)
Mailand, 16. April. Ich übersende Ihnen anliegend die im vorigen Jahre erlassene Adresse der Offiziere des preuß. Garde-Eorps an den Feldmarschall Radetzky:
„ Erzellenz! Fünfunddreißig Jahre sind seit jener denkwürdigen Zeit verflossen, wo Oesterreichs und Preußens Heere in Waffenbrüderschaft zusammen standen und treuen Sinnes das Recht und die Ehre Deutschlands verfochten. In den Veteranen unseres Heeres hat sich das Andenken jener Zeit durch die Erinnerung, in der jünger» Generation desselben durch die Tradition stets wach erhalten. Als in letzterer Zeit das Schwerdt an Oesterreichs Grenze gezogen wurde, war das Herz unseres Heeres bei unseren alten Kriegsgefährten. Wir hatten Mitgefühl für die schweren Tage von Mailand, als wenn sie uns selbst getroffen hätten, wir warteten mit Ungeduld auf die Tage der Vergeltung und begrüßten mit Freude und Jubel den Siegeszug Ihres tapfern Heeres vom Min- cio bis zum Ticino. Die Tage von Sommacam- | pagna und Custozza gehören nicht Oesterreich allein! i Sie gehören allen Soldaten deutscher Nation, die ih- ! ren Fürsten und Fahnen treu geblieben sind und ewig treu bleiben wollen, sie gehören dem deutschen Waffenruhm, der deutschen Kriegsgeschichte! — Gestatten Sie uns daher, Herr Feldmarschall, daß auch wir in Ihnen unsern Feldherrn verehren, denn Ihre Sache ist die unsrige, daß auch wir stolz sind auf Ihre weise und kräftige Führung und auf die Ausdauer und die Tapferkeit, mit der die österreichische Armee gefochten hat. Unser Glückwunsch und unser Dank sind in jetziger schwerer Zeit noch tiefer gefühlt, noch wärmer und kräftiger, als in gewöhnliche» Zeitläuften. Möge der Tag nicht mehr fern sein, wo der Ruf des gcmein- famcn Vaterlandes uns Gelegenheit gibt, Ihnen zu zeigen, daß wir noch die alten treuen Waffenbrüder früherer Zeit find, stets und gerne bereit, an der Seite unserer tapfern österreichischen Gamaraben und mit ihnen gemeinschaftlich die Sache deS Rechts zu verfechte» unb deutsche Schlachte» zu schlage». Potsdam, 18. August 1848." (K.Z.)
Kranke eich
Paris, 21. April. Marra^'s Fmu ist lebensge- fährlich krank, dagegen er soweit wieder hergestellt, daß er gestern auf wenige Minuten im Saale der Nat.- Vers. erscheinen konnte.
3m Operngange erzählt man sich, daß unser Papstgeschwader bei seiner Abfahrt von Marseille gerufen habe: „Es lebe die römische Republik! Tod den Oestreicher»!" Die Versteinerung hierüber ist allgemein im Ministerium.
Der Kassationshof, bekanntlich ganz unter Dupin- schen Einfluß, hat gestern bei Gelegenheit eines Klub- prozesses zwei wichtige Fragen im reactionären Sinn beantwortet:
1) Hat die Gememdeobrigkeit das Recht, sich auch bei Wahlversa m in lungen durch einen Wahl- kommissarius vertreten zu lassen? (Ja.)
2) Ist das Gesetz vom 26. August 1790, das der Polizei.ein Aufsichtsrecht aller öffentlichen Versammlungen einräumt, durch die Konstitution von 1848 und das Klubgesetz vom 28. Juli 1848 abgeschafft? (Nein.)
Eugen Raspails Kinn-Ohrfeige ist gestern mit 2- jährigem Gefängniß unb 1000 Fr. par défaut ver- urtheilt worden.
Auch die neueste italienische Post bringt keine Sylbe von dem Einrücken der Oesterreicher ins Toskanische und Römische. Es scheint also, daß Lamoreiere log, als er versicherte, daß das Ministerium Depeschen erhalten habe, welche ihm den Eintritt der Oesterreicher in Florenz und Bologna anzeigen. Die heutige Post bringt in aller Kürze Folgendes: „Rom, 11. April. Mercier, Special-Gesandter der französischen Republik, ist von hier nach Gaeta abgereist. Man hört jetzt daß das Pariser Kabinet der römischen Negierung die Nothwendigkeit eines Arrangements mit dem Papste sehr dringend an's Herz gelegt habe. Bis auf den Namen „Republik" solle Alles gewährleistet werden, u. s. w. Das Triumvirat hat dies rund abgeschlagen."
(M. Ztg )
Paris, 22. April. Die Militär-Wählerversammlung ist mit Gewalt verhindert worden. Der Ausschuß zeigt an, daß die Versammlung nicht stattfinden könne, daß weitere Maßregeln ergriffe» werden sollen. Es bildeten sich zahlreiche Gruppe» (atiroupcinents) a» der Porte St.-Denis. Die Tortoni-Börse war sehr gedrückt; die öprozentigen sielen von 87.95. auf 87. 85. (Mainz.Z.)
Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.
WekaNntMsehungerr.
Aufforderung
an die Bürger des künftigen Kreisamts Höchst.
(509) Mit bem 1. Juni L I. soll die neue Kreisverwaltung ins Leben treten, nach welcher die Aemter Höchst, Hochheim und Königstein künftig ein Kreisamt bilden. In Betreff der Zusammensetzung des Kreisrathes wird Niemand die Wichtigkeit der Stellung der von der Bürgerschaft zu wählenden Beiräthe verkennen, und es muß daher ganz im Interesse des künftigen Kreises Höchst erscheinen, wenn vorher eine Verständigung der Betheiligten über die zu wählenden Personen erfolgt. Es ergeht darum an die Bürgerschaft der drei Aemter von dem unterzeichneten Verein die Einladung zu einer Versammlung auf
Sonntag, den 29. April Nachmittags 3 Uhr
zu Höchst bei Herrn Gastwirth Zugschwert.
Der politische Verein zu Oberursel.
(510) Volksversammlung
Sonntag, den 29. April, Nachmittags 2 Uhr findet zu Nastätten eine Volksversammlung statt.
Tagesordnung: Die Reichsverfassung und die Verfassung für das Herzogtum Nassau.
(515) Volksversammlung
Sonntag den 29. April Nachmittags 3 Uhr in Nievern bei Ems bei einigermaßen gutem Wetter!
(511) Ausverkauf*
Wegen Wohnortsveriinderung verkaufe ich von heute an meine noch vorräthigen Gohl- 4’ Silber- trau ren zu dem Fabrikpreise 9 nehme Jedoch noch fortwährend Bestellungen auf alle in mein Fach einschlagende Arbeiten an.
Wiesbaden, den fO. April 18M.
Gustav Wippler.
(507) Bei herannahender Sommer-Saison erlaubt sich Unterzeichneter nachstehende Artikel des Amöblements in geneigte Erinnerung zu bringen: als Fuß-Teppiche in Wolle und Leinen für ganze Zimmer, Vorlag-Teppiche in verschiedenen Größen, Möbel-Plüsche in allen Farben, seidene und wollene Möbel-Damaste, Glanz-Kattune zu Vorhängen in allen Farben gestickten und glatten Moll, Franz-Verzierungen, gemalte Fenster-Rouleaux, Wachstücher in allen Farben und beliebiger Breite, sowie Bettzwilche, Barchent, Lederleinen, Roßhaar, Flaume», Bettsedern, Eiderdaunen, gepolsterte Stühle, Sessel, Canapee's rc. zu den möglichst billigen Preisen. L. Dams, Tapezierer.
Auch kann bei mir ein wohlerzogener Junge in die Lehre ausgenommen werden.
(516) The English Ladies rcsiding at Wiesbaden ave warned not to intvust their dresses to be made, to M. B. in the kleine Burgstrasse; or they will render themselves liable, not only to have such dresses spoiled and detained, but also Subject themselves to be treated with the grossest incivility, should they venture to remonstrate.
Warnung.
Die in Wiesbaden wohnenden Damen werden hiermit gewarnt, den M. B. in der kleinen Burgstraße mit Verfertigung ihrer Kleider zu beauftragen, indem sie sich sonst der Gefahr aussetzen, daß solche Kleider verdorben nnd auch noch zurückbehalten, sie selbst aber, wenn sie dagegen aufpitreten wagen, mit der größten Grobheit behandelt werden.
Die vorstehende Anzeige soll auch dazu dienen, Geschäftsleute in Wiesbaden über den Umstand aufzuklären, warum die in dieser Stadt wohnenden Fremden lieber in Frankfurt und Mainz arbeiten lassen, um die da herrschende anständige Behandlung zu genießen. So müssen also durch die Grobheit, Dummheit und Stümperei Weniger, zu denen der obenerwähnte B. gehört, so viele höchst achtbare Handwerker dieser Stadt leiden und starke Summen entgehen den hiesigen Geschäftsleuten.
Ausverkauf,
(519) Kirchgasse Nro. 29.
Durch den Tod unseres Vaters in dem schon längst gehegten Entschlusse, unser Geschäft aufzugeben, noch mehr bestärkt, erlauben wir uns, unseres verehrien früheren Kunden und Gönner, welchen es bekannt, daß wir immer nur gute Waaren geführt, zu recht zahlreichem Zuspruch einzuladen.
Aus unserem kaum erst 3 Jahre bestandenen Woll- Sf Stickgeschäfte verkaufen wir die noch ganz frischen Waaren zu den angemerkten Preißen.
Terneaur-Wolle per Loth . . . . 9 kr.
2300 st.
sucht Jemand auf eine 'gerichtliche Versicherung bei halbjähriger Zinsenzahlung. — Nähere Auskunft ertheilt die Expedition die- ses Blattes.___________________________(506)
(512) Ein dreijähriger Esel (Hengst) ist zu verkaufen. Näheres tu der Expedition. <
(513) Wir bringen unsere Eisengießerei wiederholt in Erinnerung und verbinden damit die Anzeige, daß mir die Einrichtung neuer eiserner Mahl- und anderer Mühlen übernehmen, sowie überhaupt auch dahin einschlagende Veränderungen.
Wiesbaden im April 1849.
Marburg S> Zintgraff.
Hamburger „
Castor- „
Decken- „
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5
7
5
kr. kr. kr.
Stickmuster — alle neu und ausgesucht — zur Hälfte des Einkaufspreises;
Stick- und Strick-Seide, Stramin und Perlen rc. zu % des Einkaufs;
Sehr schöne angefangene Stickereien (Rückenkissen, Pantoffeln, Hosenträger, Hauskäppchen, Geld- und Tabaksbeutel rc. sowie Etuis aller Art mit und ohne Stickerei) zum halben selbstkostenden Preise.
Putzartikel, namentlich fmponnirte Scidenzeuge, Bänder, Blumen, Spitzen, Chemisetten rc., die neuesten Sachen - geben wir bedeutend unter dem Einkauf.
Wiesbaden, im April 1849.
(517) Bei Gelegenheit der am 10. Mai, Nachmittags 3 Uhr, stattfindenden Güterversteigerung wird ein am Schiersteiner Weg, zwischen der Domäne und Wilhelm Schlidt gelegenes Grundstück, 42 Ruthen 44 Schuhe haltend, verkauft werden. Näheres bei
G. Ph. Lippe, Goldgasse.
(518) Kirchgasse Nr. 29 zu Wiesbaden ist eine schöne Cactus-Sammlung zu verkaufen.
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Geschwister Roth.
(508) Bei Bäcker Berger ist ein möblir- tes Zimmer zu vermiethen; auf Verlangen kann Kost dazu gegeben werden.
Druck und Verlag der C. Ritter'schen Buchdruckerei.
(514) Frisch gebrannter Kalk, gelöscht und ungelöscht ist zu haben bei
Marburg # Zintgraff hinter der Caserne.
Wiesbaden, den 25. April 1849.
(461) Bei F. Lehmann am Eck der Goldgasse steht ein alter aber noch gut erhaltener Flügel billig zu verkausen oder zu vermiethen.
(466) 4500 fl. sind sogleich gegen doppelt gerichtliche Sicherheit, jedoch nur auf Güter zu verleihen. Wo? sagt die Expedition d. Bl.