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^U $7» Wiesbaden. Mittwoch, 23. April WW.

Die^reie Zeitung" erscheint, init ÜlnSnahme des Nontags, tunlich in einem Bogen. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährig hier in vurch die Post bezogen mit verhalmißmäßigem Aufschläge. Inserate werden bereitwillig ausgenommen und sind bei der großen Verbreitung derFreien Erfolge. Die Iuscrationsgcbühren betragen für die vierspalüge Petitzeilc oder deren Raum 3 Kreuzer.

Mesbaden 1 fl. 45 fr., auswärts Zeitung" stets von wirksamem

O Hör ich rufen Mit wüstem Gebrüll, Wo ist, wo bleibt dein Patriotismus?! Ich fag's: wer den Sieg der Knechte will, Weil'S Landsleute sind, das ist Kretinismus. Den Patriotismus ihren lieben Herren, Den laß ich für Windischgrâh's Verehrer.

(Rheimchronik des Pfaffen Mauritius.)

T Aus der Provinz DieNassauische Allge­meine" bringt in einer ihrer letzten Nummern einen leitenden Artikel über Ungarn, in welchem die Siege der Magyaren als Unglück für die deutsche Sache an­gesehen werden, und die Behauptung aufgestellt wird, daß kein Patriot sich über dieselben freuen könne, was Einem freilich aus dein Munde des Herrn * Corre- spondenten des Regierungsblattes nicht Wunder nimmt. Wir unsererseits glauben, daß Keiner, dem noch das Herz warm im Busen schlägt für das Wohl der Menschheit, theilnahmlos bleiben kann bei der kräftigen ruhmwürdigen Erhebung des Ungarnvolks, bei tiefem Kampfe auf Leben und Tod zwischen Freiheit und Sklaverei, zwischen Humanität und Barbarei, wir glauben, daß Jedem die Pulse lebhafter schlagen müs­sen, daß die schon gesunkene verzeifelnde Hoffnung wie­der steigen müsse, wenn er von neuen Vortheilen liest, die die "Magyaren über ihre Gegner errungen haben. Gilt es doch, das verfluchte metternich'sche System zu stürzen, die Stadion-Schwarzenberg mit ihren Windisch- grätz-Jellalich und Consorten mit allen ihren Ausnahms­gesetzen, Kriegsgerichten, Hinrichtungen Bombardements, Belagerungszuständen und wie die schönen Appendices alle heißen mögen, für immer von der deutschen Erde zu vertilgen, gilt cs doch einer ewigen Verbrüderung zwischen freien Völkern; denn nur erst, wenn die letzte Idee des Absolutismus in Oestreich ausgerottet ist, wird es möglich sein, den Haß, mit dem die ssla- ven bisher die Deutschen verfolgt haben, zu löschen, da er nicht ihnen, sondern der Tyrannei galt: nur dann erst wird eine innige Verbindung zwischen gleich­berechtigten Nationen möglich sein, und grade dann wird der deutsche Einfluß steigen, wenn er auf die Macht der Idee und nicht der Bajonette gegründet ist; dann wird Deutschland in den Doiraufürstenthümern wieder erringen können, was unter der Herrschaft Metternichs verloren wurde. Wir wollen den entge­gengesetzten Fall, den Sieg der jetzigen österreichischen Regierung über die Magyaren, der nur durch russische Hülfe möglich wäre, annehmen, was würde dann die Folge sein. Glaubt der Herr # Korrespondent, mit dem Siege der Russen siege auch die Freiheit, die Hu­manität? Glaubt er, Rußland werde seine Hülfe in uneigennütziger Freundschaft bieten, und die errunge­nen Vortheile Oestreich überlasten? Nein, die Russen werden alsdann die Donaufürstenthümer besetzen, und der deutsche Einfluß daselbst für immer verloren sein; Rußland wird als Dank die Rolle des Rathgebers auch in österreichischen und somit deutschen Angelegen­heiten in Anspruch nehmen, und Stadion-Schwarzcn-

berg werden, wenn ihnen die Hände frei geworden sind, ihre Macht gegen Deutschland wenden, um unsre Einheit, um unsre Freiheit zu zerstören, und leider vielleicht npt Erfolg, da ihnen die partikularistische Zerrissenheit Deutschlands zu Hülfe kommen würde. Das sind die Aussichten, die uns erwarten, wenn die Magyaren unterliegen, soriecht sie wenigstens die Nase eines Demokraten", die vielleicht schärfer ist als die des Herrn * Korrespondenten derNass. Allg." Darum laßt uns unsere stürmische Freude über jeden neuen Sieg der Magyaren an den Tag legen, laßt uns wenigstens diesem edlen Bruderflamme unsre Sympathien nicht entziehen, wenn wir auch zu reeller Hülfe zu schwach oder zu michelhaft sind.

Nationalversammlung zu Frankfurt.

204. Sitzung.

Abermuls 7 Abgeordnete aus Oesterreich ausgetreten darun­ter Berger.

Ein neuer Abgeordneter ist eingetreten.

Vogt fragt an, ob es wahr sei, daß daS preußische Mi- niflerium Verwahrung eingelegt habe gegen den Einmarsch der Reichstruppen in Jülland.

Simon will wissen, aus welchem Grunde die im badischer Oberlande stationirlen würtembergischea Truppen jetzt plötzlich zurückgezogen würden.

v. Gagern antwortet, daß die Nachricht von jener Ver­wahrung ohne Grund sei. i

Der Kriegsminister erklärt amtlich von jenem Zurück- ziehen Nichts zu wissen. Es sei inzwischen in Folge der Zeitungs­nachrichten geilern ein Offizier abgesanvt, um Erkundigungen da­rüber einzuziehen.

Ein dringlicherAntrag von Grävell, der besagt, daß sämmt­liche vstereichische Abgeordnete, so lange als thalsâchlich die An- erkenunug der Oberhoheit des deutschen Reiches von Oesterreich nicht erfolgt sei unberechtigt seien miizusnmmen, und daß ihnen bis dahin Ehrenplätze als Zuhörer angewiesen werden sollen, wird unter dem Gemurre der Indignation beseitigt.

Nach der Anzeige verschiedener Berichte wird zur Tagesord­nung Überlegungen und zuvörderst die Wahl dreier Mitglieber in den MariueanSschuß vorgenommen, deren Resultat später bekannt gemacht werden wird.

Zu dem Bericht deS Dreißiger-Ausschusses werden verschie» dene Verbesserungsanträge verlesen, darunter einer von Müller auS Würzburg, einen Ausschuß zur Revivirung der Verfassung zu ernennen und zwar am 14. Mai, bis dahin aber sich zu vertagen.

M. Mohls Antrag geht dahin, den Ausschuß zu beauftra­gen neue Vorschläge über das ReichSoberhaupt zu machen.

W. Schulz verlangt, daß diejenigen Fürsten, die nicht bin­nen einer kurzen Frist ihre Genehmigung zu der Verfassung gege­ben haben, als auf die Regierung verzichtend betrachtet werden sollen, in Folge der Ablehnung des Königs von Preußen falle irgend ein anderer Fürst erwählt, und wenn der nicht annehme, eine Regentschaft ernannt und zu deren Aufrechthaltung ein Zwangsanleihen ausgeschrieben werde.

Sepp beantragt, daß das Haus Hohenzollern für den Fall auf den Kaiserthron erhoben werde, wenn das HauS Habsburg in allen Zweigen erloschen sein wird.

Vor den 48 eingeschriebenen Rednern ergreift Kierulff im Namen der Majorität deS Ausschusses das Wort, um diese gegen die Vorwürfe deS Zauderns zu rechtfertigen, die ihr von der linken Seite gemacht werden. Die starke Position, die die 'Nationalver­sammlung jetzt in den Augen des Volkes einnehme, dürfe nicht durch leichtsinnige revolutionäre Schritte verdorben werden.

Ter lange Vortrag spinnt sich ab als nüchterner Commen- tar zu dem nüchteren Bericht.

Heckscher beginnt mit einer kurzen Kritik der Verfassung, -'bre Paragraphen paßten für einen Eirhe ts-, nicht für einen Bundesstaat; um sie durchzufuhren, müsse erst eine zweite Revolu­tion gemacht werden.

Alle die Besorgnisse, die der Redner im ersten Augenblick ge­sagt habe, begännen bereits sich z» erfüllen, Zwiespalt im Innern, Schwache nach Außen, Armuth und Noth in den materiellen Ver­hältnissen. Umgeben von mißgünstigen Nachbarn würde ein über­mäßiger Militäretat die letzte» Kräfte Deutschläuds absir ire.l.

Seit seiner Rückkunft aus Italien habe er sofort mit dem größten Eifer dahin zu wirken gesucht, die fehlerhaston Bestim­mungen der Veifaffnng zu verbessern.

Nach einer kurzen Schilderung des patriotischen Wirkens des großdeutschen Ausschusses geht der Redner ans die geg nmärtige Page 6er Singe über. Der König von Preußen habe abgelehnt, wie die Deputation und das Minoritätserachten mit logischer Eon- sequenz ^rachwetfen ; darauf gestutzt beharrt er auf seinem Anträge, an die Stelle deS Staifers das Directorium zu setzen. Er bedauere die Hetzereien, mit denen man dem Volke vorspiegele, als ob al­lein das erbliche Kaiserthuin seine Freiheiten schrrtzen könne und mit denen man ihm das Gespenst der Octroyirung entgegen halte. Diejenigen, welche behaupten, das Directorium stehe dem alten Bundestage gleich, wußten nicht, was sie sagten, oder sagten nicht, waS sie wußten. Ein oberflächlicher Verglelch mit der BundeSacte zeige daö klar.

Man Habe ferner behauptet, Preußen würde sich nie einem Directorium fügen; das fei aber eine sehr unpatriotische Voia.rS- sötzung, zumal, wenn daS Directorium die einzige Forin fei , um die berven Staatencolosse, Preußen und Oesterreich, zusammen zu halten. Die ministerielle Verantwortlichkeit könne bei dem Direc- torium sehr wohl bestehen, da dem Reichsstatthalter die we^en I ch- fh?n Regierungsprärogative gelassen seien.

Nach einer kurzen Rechtfertigung der andern Punkte des An­trags, erklärt der Redner zu 6em fünften Punkte, wonach einem ferneren Reichstage die Revision der Verfassung auf einfachem Gesetzeswege bleiben solle, daß dieß der beste Weg fei , um die zarte Frage der Volkssouveränetät zu umgeben, Als letzte Quelle der RegieruiigSgewalt erkenne er dieVolkssouveränetät immer an; aber um einen Bundesstaat zu schaffen, dazu bedürfe es, davon fei er nach einer genauen Prüfung der Sache überzeugt, eines Eompromiffes.

Um aber dieses Princip nicht auf die Spitze zu treiben und dadurch ben Bürgerkrieg zu veranlassen, dazu diene der genannte Vorschlag, binnen 6 Wochen den neuen Reichstag zu berufen. Sie, meine Herren, fährt der Redner fort, haben nicht die Verhältnisse zum Maßstabe der Verfassung, sondern die Verfassung zum Maß­stabe der Verhältnisse gemacht; eS ist ein großer Fehler, auf die gährenden Elemente der österreichischen Monarchie, deren Resnltat noch nicht fest steht,einen Stempel zu drücken, der Oesterreich zu­rückschreckt, der es zum Feinde Deulschlands macht. Die Vor­schläge der Majorität desZeitgewinnungsausschusses" verwirft er schon deßhalb, weil sie davon auSgehen, daß der König noch nicht abgelehnt habe. Er wünscht übrigens, daß der Ausschuß auch ferner ein ZeitgewinnungSausschuß bleiben möge.

Münch aus Wetzlar räth die Mittel der Majorität an.

Schmidt aus Löwenberg meint, der Majorität fei es bei der Verfassung nur um den preußischen Erbkaiser zu thun ; drnm wolle sie sich auch der logischen Consequenz nicht fügen, daß nach der Ab­lehnung des Königs ein anderes Oberhaupt geschaffen werden müsse. Der Ertrinkende greife nach einem Strohhalm, um sich zu errett m; der Strohhalm aber rette ihn doch nicht! Ob nicht die Natiro.alversammluiig gerade daö deutsche Volk in die Lage des Ertrinkenden gebracht habe? Auch die Minorität des AilSschußes überschüttet der Redner mit Vorwürfen, weil sie nicht energisch genug sich gegen das abgelehnte Erbkaiserthum aus­gesprochen habe. Das deutsche Volk kenne etwas Höheres, als diese Versammlung: das fei sein kräftiges und einiges Zusammen­halten ; für einen solchen Zweck fei das Opfer dieser National- rePfammluug ein sehr geringes.

Manin, Präsident der Republik Venedig.

In einer Zeit, die so reich an ephemeren Heroen auf dem politischen Felde ist, in welcher Leute, die man heute noch zu den entschiedensten Kämpfern für Recht und Freiheit gehalten, morgen mit frecher Stirn im Dienste der Reaction Willkür und Unterdrückung verfechten, so daß die Besten zu verzweifeln beginnen und kleinmüthig werden, in einer solchen Zeit ist cs wirklich tröstlich zu sehen, daß es noch Männer giebt, die unter allen Umständen fest zum Volke halten, ohne dahci durch eigen­nützige Motive uno Privatinteressen geleitet zu werden. Solcher Männer bedarf namentlich das hart geprüfte Italien, das auf dem Punkte steht, entweder seine völlige Unabhängigkeit wenn auch mit den größten Opfern zu erkämpfen oder von Neuem in die Bande der Knecht­schaft urückzusinken. Das Volk der Republik Venedig hat einen Mann zum Führer, dessen Charakter ganz jene antike Seelengröße, jene republikanischen Tugenden zeigt, welche wir an den Männern des alten Italiens bewun­dern. Diese edle Venetianer der, wir hoffen es zu­versichtlich, mit seinen Mitbürgern siegen oder untergeben wird im Kampfe für die republikanische Idee, ist Mani n.

Seine Eltern waren: Peter Manin, Advokat in Vene­

vig, und Anna Bellotto von Padova. Geboren den 20. Mai 1804, trat er noch sehr jung in das Collegium von Sta. Giustina in Podova, verließ dasselbe aber schon 1815, weil seine schwache Gesundheit ihn dazu nöthigte. In den Prüfungen siegte er stets über seine Mitschüler. Nebst Jus und Mathematik studirte er auch hebräisch und griechisch, englisch, französisch und deutsch. Im 17. Jahre seines Alters wurde er Laureat, hatte aber vor­her schon eine Ucbersetzung der Prologvmcna aus dem Hebräischen publicirt. Sein melancholischer und finsterer Charakter wurde noch durch eine heftige Ophthalmie düsterer, wodurch ihm einsames und tiefes Mcditircn zur andern Natur wurde. In dieser Zeit machte Manin die Bekanntschaft mit Fräulein Theresa Periyinotti, welche ihm oft und viel vorlas, seine Freundschaft und Liebe gewann und dann sich mit ihm verehelichte; zwei Kinder, Georg und Emilie, find die Früchte dieses auf Liebe und Treue gegründeten ehelichen Bundes. Nachdem sein Augen- übel sich gebessert, kehrte Manin zu seinen Studien zu­rück und übersetzte die Justinianischen Pandekten, welche Uebersetzung Drei Auflagen hatte. Im 27. Altersjnhre ward er Advokat und hatte fortan verschiedentlich An­laß, seine Talente und seine Oppcsitiou gegenüber der österreichischen Willkür geltend zn machen.

Die Abhandlung über die venetianische Legislatur in in dem PrachtwerkeVenedig und Dessen Lagunen" ist von ihm geschrieben. In den Versammlungen des 9. Congresses der italienischen Gelehrten (Sept. 1847) und

in dcncn deö 9l(tcneo ließ er oft und viel seine Stimme hören. 91 m 21. Dec. 1847 übrrcisbte er mit seinem Freund Tomaseo (ein Slave) der veiietianischen Central- Gongregatton eine Sdu'ift, worin Oestreich aufgefordert werven sollte, die Vcrspreckul>gen von 1815 zu erfüllen. Dieser gewagte Scinitt zog über beide ein Gewitter zu­sammen, ka« sich den 18. Jan. 1848 über ihren Häuptern entlud. Nächliicherweise wurden sie arrctirt, ihre Schriften rc. unter Siegel gelegt, und sie ins Kriminalgefäuguiß (vom Dogenpallafl Durch die bekannte Seufzerbrücke ge­trennt) abgefübrt. Maniu's Frau äußerte sich gegen Den Polizeicommissär: Für meinen Mann ist Dies nur unangenehm, für mich unv Die Familie aber ehrenvoll. LZald wurde Das Standrecht publicirt; aber schon am 15. März 1848 traf die Nachricht von Ver in Wien ausgebrochenen Revolution ein. Am hellen Tage wurve Vie Frau des Grafen Palffy, hiesiger Gouverneur, und ihr Begleiter Marmont ans dem Markusplaye auSge- pfiffen. DaS Fenice-Theatec wurde geschlossen. Tod dem Metternich! war das Felvgeschrei.

Manin war stets in strengem Gewahrsam ; aller in- qnisitvrischen Verhöre ungeachtet, mußte aber doch seine Unschuld ausgesprochen werden; aber seine Freiheit er­hielt er, sowie Tomasco, den 17. März, 1848, in Folge von VolksDemvnflrativntn, die nach dem Eintreffen der Nachricht einer versprochenen Constitution rc. flatlfanden. Palffy mußte nachgeben und Mauin und sein ö11" ' vom Volke getragen, zogen unter aüg'meinem ^ubel uhi