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nur eine Herabsetzung der Zinsen ausgesprochen habe. Dies also der Grund, wcßhalb der Finanzminister Kraus seiner Demission geben wollte! (M. Z.)

Wien, 13. April. Das österreichische Cabinet hat am 5. eine weitere Depesche an seinen Bevollmächtig­ten^ bei der deutschen provisorischen Centralgewalt er­lassen.Indem Se. Masi der Kaiser die Beweggründe billigen", welche den Erzherzog Johann,Unter den obwaltenden Verhältnissen" bestimmt haben, die Würde eines deutschen Reichsverwesers niederzulegen, wird ' derselbe dennoch aufgefordert, sein Amt noch so lange fortzuführen, bis für die Uebernahme der Leitung der j Central gewalt in einer ihrer Bestimmung entsprechen- ; den Weise Sorge getroffen ist. Es folgt hierauf eine Aufzählung der Verdienste dieses kaiserlichen Prinzen, der,so weit cs an ihm lag", das in ihn gesetzte Ver­trauen gerechtfertigt und seine große Aufgabe gelöst hat.Er ist der täglich mehr um sich greifenden Anar­chie entschlossen und mit Erfolg entgegengetreten, hat die Herrschaft des Gesetzes wieder hergestellt und durch sie Ruhe und Ordnung gesichert u. s. w." Die Na­tionalversammlung hat dagegenden von ihr gehegtcu Erwartungen nicht entsprochen." Hieran schließt'sich ein langes Sündenregister der bekannten Punkte, wel­che das kaiserliche Cabinet der Nationalversammlung zur Last legt: sie hatein ideales Reich zu schaffen angestrebt", in ihr hat sich eine Partei gebildet,welche Alles aufbot, unser Verbleiben bei Deutschland unmög­lich zu machen", sie hat durch die Bestimmungen des §. 2 der Verfassung dies Ziel durchzusetzen geglaubt, sie hat durch ihre Beschlüsse vom 28. März den Weg der Vereinbarung verlassen, sie hat endlich durch ihre Permanenzerklärung bis zum Zusammentritt der Reichs- Versammlung sich auf einen ungesetzlichen Boden ge­stellt. Schließlich erklärt die österreichische Regierung: Oesterreich, innig verbunden mit Deutschland durch die so lange bestandene enge Gemeinschaft, durch die aus dieser erwachsenen unzertrennlichen Interessen und durch die unbestreitbar noch gültigen Verträge, kann und wird sich nie von solchen Bauden lossagen. Noch ist der deutsche Bund, wie ihn die Traktate schufen, nicht aufgelöst, noch bestehen die Rechte und Verbind­lichkeit seiner Glieder. Wenn wir demnach unter den eben angeführten Verhältnissen für den Augenblick an einem Bundesstaate, wie die Beschlüsse der National­versammlung ihn zu schaffen beabsichtigen, obgleich mit Vorbehalt der Rechte, welche die Geschichte und die Verträge uns sichern, Theil zu nehmen nicht vermögen, werden wir nichts desto weniger fortfahren, an deck Schicksalen unserer alten Bundesgenossen aufrichtigen Antheil zu nehmen und diesen Antheil bei dem Eintritte veränderter Verhältnisse stets mit Freuden zu bethäti­gen bereit sein." (Mainz. Ztg.)

Wien, 15. April. Die Russenhülfe ist ange­nommen und 30,000 Russen werden vorerst über Krakau in Ungarn erwartet.

Von weiteren Verstärkungen erwartet man in Eil­märschen beorderte Armeekorps des Feldmarschall-Lieut- ant Häynau aus Italien, das galizische Armeecorps unter F.-M.-L. Vogel, das auf 12,000 Mann ange­geben wird, und endlich andere aus Böhmen, Mähren, und Niederösterreich herbeigezogenen Truppen.

Der gestrigeAbend-Lloyd" meldet, daß die Mission des F.-M. Windischgrätz beendet und derselbe nach Olmütz mittelst Handbillet beschieden worden sei. (F.J.)

Hadersleben, 14. April. Ist es denn wirklich wahr, was heute Morgen allgemein bei unseren Trup­pen erzählt wurde, das Ministerium Arnim-Branden­burg habe in Frankfurt gegen eine Besetzung von Jütland durch unsere Reichstruppen pro test ir t, und demzufolge sei diese bis auf Wei­teres aufgeschoben worden? Wir können es, wir wol­len es, wir dürfen es nicht glauben, aber verbreitet ist diese Nachricht hier allgemein, und hat einen un­beschreiblichen Mißmuth sowohl unter den Truppen, wie unter der ganzen Bevölkerung hier erweckt. Hof­fentlich strafen die nächsten Tage dies Gerücht Lügen; es wäre zu traurig, sollte es begründet sein! Ueber 10,000 Mann Infanterie, 1200 Mann Kavallerie, 16 Geschütze, alle von Kriegsmuth entstammt, trefflich equipirt, von tüchtigen Führern commandirt, uno von einem Befehlshaber, wie der General v. Bonin, der das unbedingteste Vertrauen, die innigste Verehrung aller Soldaten ohne Ausnahme besitzt, stehen hier ge­rüstet, um in wenigen Stunden in Jütland einzumar- schiren. Es ist gar keinem Zweifel mehr unterworfen, daß wir ganz Jütland besetzen können, ohne irgend auf ernsthaften Widerstand zu stoßen, daß wir die Wittel vollkommen in Händen haben, einen ehrenvol­len Frieden in wenigen Wochen zu schließen. General Bonin sagte gestern zu den ihn freudig begrüßenden schleswig-holsteinischen Truppen:Nur in Jütland dürfen wir Frieden schließen!" lind vollkommen be­gründet sind seine Worte. Dänemark kann die Ein­künfte von Jütland nicht 4 Wochen entbehren, kann nicht dulden, daß wir dieser Provinz die Kriegscon- tributioncn auflegen, die wir mit Recht fordern kön­nen, um den Verlust unserer 3040 friedlichen Han­delsschiffe, welche die dänischen Kriegsschiffe schon wie­der uns genommen haben, zu ersetzen. Haben wir Jütland erst, so haben wir den ehrenvollsten Frieden bald, und nicht, wie im vorigen Jahre, wird unser ganzer Seehandel vernichtet, unsere Schifffahrt ge­lähmt während des ganzen Sommers. Was ich hier schre.be, ist die Ansicht des ganzen Heeres, cs ist auch

kein denkender Mensch in demselben, der eine andere Ueberzeugung hätte. Gerade wir hier oben können die ylkstgen Verhältnisse aus eigener Anschauung am besten beurtheilen, und es ist gewiß nicht schädlich, wenn man unsere Stimme hierüber vernimmt. Darum noch

d'b Besitzung von ganz Jütland bietet in mi- Iltanfcher Hinsicht gar keine Schwierigkeiten dar, in­nerhalb vierzehn Tagen weht, sobald es von Frankfurt aus befohlen wird, die deutsche Fahne in allen jütländischen Städten. Vor­wärts, vorwärts nur! ist hier allgemein die Losung.

Bremen, 16. April. DieWeserzeitung meldet Folgendes:Die deutschen Landtruppen haben am Freitag, den 13. d. einen glänzenden Erfolg über den Feind errungen. Da wo die Insel Alsen sich der Halbinsel Sundewitt am meisten nähert und der Al- sensund an Breite nur einem mäßigen Flusse gleicht, liegt die Stadt Sonderburg, gegenwärtig durch Batte- rwn nach der Seeseite 511 wohl vertheidigt. ' Eine fliegende Brücke verbindet sie mit dem Festlande, und der Brückenkopf auf diesseitigen Ufer ist von den Dänen itark bewstigt worden. Quer über das vorspringende Stuck Land, auf welchem dieser Brückenkopf liegt öst­lich von dem Dorfe Düppel, haben die Dänâi sehr bedeutende Verschanzungen von toee zu See gezogen und mit Geschütz aufs beste garnirt, und von dieser festen Stellung aus unternahmen sie jene vielfachen große Streifzüge in das Sundewitt'sche, durch welche die Unfeinen so häufig beunruhigt wurden, ohne je dem rasch wieder entweichenden Feinde etwas Ernstliches anhabcu zu können. Es galt daher diesen Punkt, wel­cher zugleich die Fähre nach Alsen deckt, ihnen zu ent­reißen. Dies ist am 13. Vormittags durch einen kühnen und mit gewohnter Bravour ausgeführten An­griff der hannoverschen, bayer'schen und sächsischen In­fanterie und Artillerie gelungen; die Düppeler Schan­zen wurden von den Deutschen im Sturme genommen, auf Assen hinüber getrieben. Auch den Brückenkopf selbst, Sonderburg gegenüber, nahmen sie, konnten je­doch diesen Punkt gegen das Feuer der dänischen Ka­nonenböte und der schweren Alsener Stranvbatterie nicht behaupten. Der Tag scheint blutig gewesen zu sein und der Verlust, wie es bei Kämpfen dieser Art nicht anders ]ctn kann, auch auf Seiten der Sie­ger nicht gering; indessen sind die Gerüchte, die ihn auf 1000 Mann angeben, offenbar Uebertreibungen."

Altona, 15. April, 71/,, Uhr Abends. Der so eben von Rendsburg hier eintreffende Bahnzug bestä­tigt uns zwar die Einnahme der Düppeler Schanze, meldet jedoch auch zugleich, daß der Brückenkopf so­wohl, als auch die Brücke sich noch in den Händen des Feindes befinden. Mithin ist die Nachricht, daß letztere von den Dänen zerstört sei, irrig. Ueber die Einnahme der Schanze selbst erfährt man, daß diese zuerst von den Baiern unter Anführung des Obrist- Lieutenants von der Tann angegriffen wurde. Die Abtheilung wurde zurückgeworfen mit einem Verluste von einigen 60 Mann, worauf die Dänen einen Aus­fall versuchten. Sofort aber fielen ihnen die Kurhessen in die Flanke, stürzten mit gefälltem Bajonett auf die feindlichen Reihen, lichteten dieselben stark und nöthig­ten so den Feind zum eiligen Rückzüge. Die Schanze wurde dann ohne großes Blutvergießen genommen, wobei die Unsrigen 500 Mann Dänen zu Gefangenen machten und 18 Stück Geschütze, worunter 6 Stücke 84Pfünder, eroberten. Im Ganzen sollen unsere Trup­pen 112 Mann, die Dänen dagegen, außer den Ge­sungenen, über 200 Todte verloren haben. Hier sind heute Abend circa 100 Mann Kranke und Blessirte, Schleswig-Holsteiuer, Hannovraner, Preußen^ Baiern, uud Kurhessen, aus dem Ulderup'schen Treffen ange­kommen. Vom Süden sind Reserve-Truppen vom

12. preußischen Regiment eingetroffen. (H. C.)

Frankreich.

Paris, 16. April. Im Augenblicke, wo Sie dies lesen, steigen 14,000 Franzosen in Civitavecchia ans Land, um den Papst zu r e t a b 11 r e n und die Oesterreicher zu um­armen. Der Jubel unserer Sakristei-Blätter ist unbeschreiblich. Hören Sie zunächst das Organ der Dominikanermönche:Das französische Gouvernement tritt endlich aus seinen Zögerungen heraus und schickt eme Flotte mit 14,000 Mann nach Civitavecchia un­ter dem Oberbefehl des Generals Oudinot. Die Flotte hat am 14. April Toulon und Marseille verlassen. Das französische Gouvernement thut also heute, was Cavaignac^zu thun den Gedanken faßte, als Rom, alle Rücksichten des Respekts für den Chef der Kirche sowie alle Dankbarkeit, die es für seinen Fürsten (sou- verain), der es emanzipirt, außer Acht lassend, den erlauchten Pius IX. zwang, sich gegen die Ausbrüche der triumphirenden Anarchie zu retten (!). Dem Ge­neral Cavaignac fehlte es vielleicht an Zeit (!) und Entschlossenheit (!!), um diese glorrreiche Pflicht zu erfüllen. Seit jener Epoche waren alle katholischen Herzen, ja wir dürfen wohl sagen alle französischen Herzen von Schmerz erfüllt, die römische Frage im Zustande der Ungewißheit, in der Alternative zwischen österreichischer Intervention und der verwüstenden Fort­dauer eines republikanischen Zerrbildes (parodie) zu erblicken. Das Gouvernement schien mit gekreuzten Armen den Ereignissen zusehen zu wollen, die sich jen­seits der Alpen zutrugen. Heute nimmt Frankreich seine Rolle und seine Initiative wieder auf. Obgleich

Hetwas spat erfolgte, freuen wir uffs ? f . weniger, ihn unsern Lesern mitzutheilen. Franüelch m Italien heißt die Freiheit nach Rom ^elleicht ohne die Republik, aber immerhin die Ordnung ohne ine Oesterreicher "

^â'nps will wissen daß erst Montanelli dengroßen Staatsmännern des Elysee die Augen geöffnet und sie nr Absendung der Flotllle veranlaßt habe.Bisher kannte man den Wortlaut des Vertrags zwischen Oesterreich und hinten nur unvollständig und war­tete auf ein Eremplar aus Verona. Dasselbe scheint eingetroffen und unsere großen Staatsmänner über- Zeagt zu haben, daß die ganze norditalienische Politik gewechselt und daß der Vertrag nicht so edelmüthig und großherzig sei, als ihn ein gestriges Abendblatt, das einige Freunde in der österreichischen Gesandtschaft zaylt, den Pariser Kannegießern darstellen möchte Montanelli sagte den weisen Staatsmännern ferner, daß Oesterreich keinen Augenblick zögern werde, seinen Siegesmarsch nach Florenz zu verfolgen, das es ohne­dies über kurz oder lang als österreichisches Eigenthum betrachte. Je mehr das Haus Habsburg in Deutsch­land verliere, desto emsiger werfe es seine Blicke nach Italien u s. w. Alle diese Prophezeihungen des ro­then Republikaners scheinen buchstäblich einzutreffen; denn unserm Vertreter de la Cour in Wien ist offi­ziell von Schwarzenberg erklärt worden, daß Radetzky den Befehl habe, gegen Toskana und Rom zu mar» schiren. Auch die Ankunft des Russen Titow am päpstlichen Hoflager in Gaeta drängte das Elysee zur Handlung. Kurz, die Flotte ist abgesegelt und der europäische Krieg im besten Gange."

Die Stimmung in den Departements scheint nicht weniger kühl als die Atmosphäre, die uns seit meh­reren Tagen zum Einheizen zwingt. Darf man ge­wissen Provinzialberichten trauen, so arbeiten die Or- leanisten und Legitimisten gewaltig an dem Sturze Bonaparte's. Man geht deßhalb' in Elysee mit dem Plane um, eine allgemeine Razzia unter den Präfek­ten, die sich so lau beweisen, vorzunehmen. Zu spät! Zu spät!

Das provisorische Comite für Reorganisation der Volksbank hat gestern im Fraternitätssaale im Beisein von 2500 Interessenten beschlossen, das von Proudhon begonnene Kreditinstitut unter dem Namen Mutualité des Travailleurs auf neue Grundlagen hin fortzu­führen.

Heute Abend kommt Scribe's und Meyerbeers Karrikatur des deutschen Bauernkrieges unter dem Titel,, der Prophet" in der großen Oper zum ersten­male zur Aufführung. (M. Z.)

Italien.

Ueber den Kampf in Genua erfahren wir nach, träglich einiges Nähere. Am 7. Morgens hatte das Volk noch die wichtigsten Punkte der Stadt besetzt. Die königlichen Truppen hätten viele Leute verloren, und Alles läßt darauf schließen, daß auf beiden Seiten mit großer Erbitterung gekämpft wurde. Gegen die großen Forts Sperone und Regate sind mehr als 15 Sturmversuche abgeschlagen, und die Barrikaden wur­den von den Demokraten mit wahrhaft übermenschli­chem Muche vertheidigt. Die Seeoffiziere des Hafens, mehrere Soldaten und Artillerieoffiziere kämpften mit dem Volke und flößten ihm ihren Enthusiasmus ein. Als während des ersten kurzen Waffenstillstands Ge­neral Lamarmora jedem Einwohner, der es verlangen werde, die Erlaubniß gegeben hatte, sich zurückzuziehen, erließen ,die Triumvirn ein Dekret, worin sie Jeden für einen Vaterlandsverräther erklärten, welcher sich weigerte, die Waffen zu ergreifen. Der Verlust auf beiden Seiten an Todten ist auf 1000 angegeben; Lamarmora hat selbst in einem seiner Rapporte einge­standen, daß er an einem Tage 300 Mann verloren habe. Ueber 8000 Kanonenschüsse und Mörserwürfe sind geschehen. Der brave Avezzana war stets auf den gefährlichsten Posten, und selbst die königlichen Berichte loben seine Kaltblütigkeit und seine immer unermüd­liche Thätigkeit. (R. D.ZZ

Ungarn»

Die Anhänglichkeit der Pesther Bevölkerung an der magyarischen Sache wird nun auch vomLloyd" bestätigt; in einem Artikel aus Pesth vom 9. heißt es:Gestern sahen wir mehrere gefangene Husaren durch unsere Straßen führen; aber der Wahnsinn und die Verwegenheit dieser Rebellen geht so weit, daß sie selbst gefangen noch ihren Hochmuth uicht fahren lassen und nichts weniger als bestürzt über ihr Loos schienen. Leider wird diese Gesinnung auch von einem großen Theile unserer Bevölkerung getheilt, die den einher- stolzirenden Gefangenen einEljenek e huszerak! zurief und Geldsammlungen für sie veranstaltete. Wir finden daher die Antwort ganz natürlich, welche eine hiesige Bürgerdeputation von Ofener Behörden erhal­ten : daß man nämlich die rebellenfreundliche Gesin­nung der Pesther jedenfalls durch ein Bombardement zu züchtigen wissen werde."

Die Rache, die für derartige patriotischeHleußerungen ausgeübt wird, geht aus der folgenden Stelle hervor: Eine Strafe, die schou längst verhängt werden sollte, ereilte vor einigen Tagen den Grafen Stephan Karoly. Jedermann wußte, daß er im verstossenen November auf seinen Gütern 18oO Mann , darunter 600 Husa­ren, rekrutirte, sie auf eigene Kosten equipirte und den Honveds einreihen ließ. Noch mehr, obschon die jedes-