' nicht ferne liegen, wo dem angeregten Gegenstände, daß der Soldat außer Dienst keine Waffen zu tragen habe, eine Aufmerksamkeit zu Theil werden wird.
4= Von der Lahn. Kann ein Staatsdicner, der seit vielen Jahren sein Amt wie eine Sinecure betrachtet, für seinen eigentlichen Dienst so gut, wie nichts gethan hat und mit Wohnsitzverlegung bedroht wird, um dieser zu entgehen, Ansprüche auf Pensionirung erheben, weil er angeblich 35 Dienstjahre zähle L — Wir sollten denken: keineswegs! indem das Pensioni- rungsgesetz den Grundsatz an der Stirne trägt und wörtlich ausspricht, daß der Staat nur für treu g c- leistete Dienste Pensionen zu gewähren verpflichtet sei.
Frankfurt, 14. April. Heute Mittag fand eine Konverenz des Reichsministeriums mit den Bevollmächtigten statt, unter denen wir mit Erstaunen Herrn v. Schmerling aufgeführt sehen, obgleich dessen Nachfolger, Graf Rehberg, bereits hier ist. Hr. V. Geigern überreicht ihnen die Verfassung und drückte den Wunyh aus, alle Regierungen möchten sie anerkennen. (Welch' bescheidene Tapferkeit!) Herr v. Schmerling erklärt, da hier nur der Wunsch zur Einführung der Verfassung'ausgesprochen sei, daß Oesterreich, wie immer, an der Vereinbarung festhalte; ebenso Luxemburg. Welcker erklärt für Baden Zustimmung zu den Be- Beschlüssen der Nationalversammlung, ähnlich Nassau, beide Hessen, Schleswig-Holstein, beide Mecklenburg, Altenburg, die drei Anhalt, Frankfurt. — Oldenburg, Weimar, Meiningen, Koburg-Gotha, Braunschweig, Bremen, Lückeck werden „wahrscheinlich" noch heute auf die preußische Circularakte antworten und „ohne Zweifel" den Beschlüssen der National-Versammlung zustimmen. Preußen, Baiern, Sachsen behalten ihre Erklärung vor. Würtemberg ist ohne Instruktion, zweifelt aber nicht am Anschluß seiner Regierung. — Die Ocsterreicher werden nach der „Frankf. Zeitung" vorläufig noch bleiben und gegen die Aufforderung ihrer Regierung remonstriren.
Berlin, 12. März. Camphausen " hat während seiner Anwesendheit in Berlin sowohl mit den Ministern, als auch besonders mit dem Prinz von Preußen viele und längere Konferenzen gehabt. Camphausen sinkt immer mehr zum Briefträger eines Ministeriums herab, welches er selbst und seine Freunde so oft und so hart angegriffen haben.
Der Frankfurter Schmerling ist wie sein Freund v. Bothmer hier mit der größten Auszeichnung empfangen worden. Hr. V. Prokesch-Often hat allerdings schon gehörig vorgearbeitet, Schmerling brauchte nur noch die letzte Hand an das schöne Werk einer entente cordiule zwischen Olmütz und Sanssouci zu legen.
Der Präsident der ersten Kummer hat heute Mittag plötzlich die Mitglieder derselben zu einer außerordentlichen Sitzung auf morgen Vormittag 10 Uhr emmhpn fassen. Es sHl v"'" "''" tagungsordonanz mrtgetheUt werden. (N. NH. Z.)
Berlin, 13. April. Man spricht allgemein (auch die C. C.) von einer neuen russischen Note. Der Kaiser von Nußland ist mit dem preußischen Erbkaiser- thum einverstanden, wenn sich Friedrich Wilhelm verpflichtet, die „Anarchie" und die republikanischen Bestrebungen in Deutschland zu unterdrücken; auch wird er Dänemark nicht ferner unterstützen; dagegen verlangt er Anerkennung seiner Besitznahme der Donaufürstenthümer. — Oesterreich dagegen protestirt fortwährend gegen das Erbkaiserthum. Wahrscheinlich wird also Friedrich Wilhelm nun pure annehmen.
B rlin, 13. April. Die heutige Nummer der „Deutschen Reform" verkündet Folgendes: „Die deutsche Nationalversammlung hat, wie vorauszusehen war, erklärt, daß sie an der von ihr beschlossenen Verfassung sesthalten werde. Eine Vereinbarung zwischen
Folgen wir nun unserm Peter auf seiner Reise. Während Conrad beschämt über den Bruch deS FrcundeS- bundeS, stumm, ohne zu wissen was er that, Wchmuth und Miltleid im Gesicht, zurück auf der Abschiedsstelle geblieben war, umflatterten die Hoffnungen des reichen Onkels den glücklichen Peter und umgaukelteu ihn mit manchen glücklichen Bildern der Zukunft. Fort trug ihn der Pferde feuriges Gespann dem Ziele immer näher; kein Ungefähr, kein mißliches Abcndtheucr träumte dem fertigen Peter — doch nur der Weise sieht den Unstern manchmal voraus. — ES war ein trauriges Wetter ein Stürmen in der Natur sondergleichen, doch Peter hatte eS im warmen schützenden Wagen nicht wahrgenommen — nicht weit vom Hexenbanm brach plötzlich die Achse deS Wagens.
Wild tobte der Kampf der Elemente, der Himmel donnerte wie zum jüngsten Gericht, rasselnd auS dem Wolkenhimmel schlugen prasselnd die Regenwcttcr nieder. Grausend schüttete der HimmelSbliy sein unheimliches Licht auf den armen Peter, rothglühend daS grannige Dunkel erhellend. Da krachte eS mit donnerndem Getöse, krachend, wie wenn die Erde in Scherben zerschlüge, stürzte der Elemente entfesselte Gewalt mit furchtbarer Macht herab — kreischend fuhr Peter auf und hastig wie der eilende Schrecken stürzte er nach dem Hexenbaum und stürzte da auf eine ManneSgestalt, die hingestreckt, blitzcrschlagcu, dem halbtodten das bleiche Antlitz seines — Va terS zeigte. DaS war ein unheimliches Rauschen des HexenbaumeS, jammernd ver
ihr und den Negierungen ist also unmöglich. Aber auch eine Verständigung Preußens mit den Negiern n- : gen der kleineren Staaten ist mehr als zweifelhaft.
Berlin, 11. April. Der Belagerungszustand hält die Presse gefesselt. Mit Bleigewicht lasten die Maßregeln Wrangels auf dieser unserer treuesten Bundcs- genossin. Die Berliner Demokratie hat kein Blatt, in dem sie in Wirklichkeit vertreten wäre. Während dieses Interregnums nun beherrscht die National-Zei- ! tung den Kampfplatz der Opposition, sie geriet sich : als die Vertreterin der radikalen Partei Berlins. Wir ' protestiren dagegen, daß ihre schwächliche, blasse Pole- ■ mit der Ausdruck einer Partei sein soll, welche ihre Kraft gewiß bedeutend verstärkt hat. Wir würden nicht darauf gekommen sein, wenn die Stellung dieses echten Bourgeois-Blattes in der Kaiserfrage nicht so ganz philisterhaft wäre. Die Ansicht desselben über die Kaiserwahl und die darauf folgenden Verhandlungen der Kammer sind, wir wiederholen das, nicht die des demokratischen Berlins. Man hat keine Sympathie für das Kaiserthum, man hat sic vielleicht hier am wenigsten, da man den Gewählten zur Genüge kennt. Nur alte Weiber mögen von der Annahme eine Rettung für die Demokratie im wahrhaften Constitutionalismus erwarten, die Demokratie ist verloren wenn sie nicht allein auf sich selbst vertraut. Mau verachtet hier aus vollem Herzen die Simon, die Loewe rc. welche sich herabließen eine für sie entehrende Rolle in diesem Lustspiele zu übernehmen, man erkennt, daß die Demokratie solche Männer nicht mehr gebrauchen kann. (M. A.-Z.)
Berlin, 12. April. Herr Camphausen hatte hier vielfach Confereuzen, sowohl mit den Ministern und dem König; als auch mit Hru. v. Vincke. "Natürlich ist der Kampf darüber, welcher Weg einzuschla- gen sei, gerade bei Hof am heftigsten. Doch Alles, was über einen fortdauernden Zwiespalt zwischen dem König und dem Prinzen von Preußen ausgestreut wird, ist leere Fabelei. Der Prinz will um keinen Preis Preußen im Schlepptau einer öftere. Politik sehen, und er hätte die Antwort des Königs an die Neichsdeputation lieber gleich so eingehend und bestimmt gesehen, daß die Deputation und ganz Deutschland aus ihr ersehen hätten, welchen Weg zu gehen Preußen entschlossen ist. Aber keineswegs ist der Prinz geneigt, die Kaiserkrone „unbedingt" und also auch über die nicht freiwillig zutretenden Staaten des deutschen Bundes anzunehmen.
Darüber besteht hier volle Einigkeit, daß Preußens Negierung nur den Weg der „freiwilligen" Einigung will und in eine „definitive" Uebernahme der Nelchs- Gewalt nicht willigen wird, bevor nicht der Umfang deS neuen engeren Reiches bestimmt ist und die weiteren bundesrechtlichen Verhältnisse zu den nicht beitretenden Staaten „aus loyale Weise" geordnet sind. Von dieser Forderung dürfte auch die mit v. Vincke stimmende gemäßigt Rochtc fern 3<>t.x Nachlassen. Will der Neichsverweser die provisorische Neichsgewalt bis dahin fortführen und die Unterhandlungen leiten, so wird das hier sehr gern gesehen werden; daß man aber hier einen Frankfurter „Vollziehungs-Ausschuß", ein Comité directeur der Revolutionirung Deutschlands anerkennen oder dulden würde, wird man eben so wenig erwarten, als man bis jetzt glauben mag, daß die Frankfurter Centren zu einem solchen verzweifelten Schritte von Verbündeten sich könnten Hinreisen lassen.
Altona, 11. April. Aus allen Berichten, die uns zukommen tönt uns das Lob über das wackere und tapfere Benehmen der braven Nassauer Artilleristen bei der Affaire zu Eckernförde entgegen. Alle stimmen darin überein, daß ihnen ein großer Theil des Sieges, den die deutschen Batterien über die dänische Marine davon getragen, gehört. Nur 4 Kanonen hatten die heldenmüthigen Nassauer, die ihre Schanzen dicht am ' I Strande aufgeworfen hatten; aber jedesmal fegten
mischte sich der heulende Sturm mit dem Schluchzen deS vaterlosen Sohnes. Schreckliches Wiedersehn. Eine tiefe Stille folgte bald dieser Scene — die Rache der Elemente hatte auSgetobt. —
Jetzt müssen wir die Erlebnisse von PeterS Vater nachholen.
Schon vor einigen Jahren, Peter war damals erst 15 Jahre alt, war der alte Obstmann durch schlechten Gang seiner Kaufmänn'sche Geschäfte und politische Umtriebe, in die er verwickelt war, bewogen worden, seinen Heimathsort zu verlassen, und sein Glück anderwärts, in der Fremde zu suche» und seinen einzigen Sohn, (die Mutter war schon längst gestorben,) der Obhut der Anverwandten zurückzulassen. Es glückte ihm, er sah Amerika, trieb dort anfänglich einen kleinen Zwischenhandel, cin= seine günstige Fälle begünstigten ihn, und so sah er sich endlich in dem freudigen Verhältniß im Laufe einiger Jahre nach Deutschland zurückkehren zu können. 9luf dem Festlande angekommen siedelte er sich in einer Stadt am Rhein an und trieb dort seinen Handel fort — jedoch ohne seine Anverwandten in E. wissen zu lassen, daß er in ihrer Nähe sei. Er hatte einen andern Namen angenommen ,welcher ihn sowie and) sein verändertes Aussehen aller Entdeckung entzogen. Als Obstmaun Amerika verließ, hatte er sich fest vorgenommen sich wenigstens eine Zeitlang, von der Politik auf deutschem Boden entfernt zu halten, allein seine heiße Vaterlandsliebe, im Hinblick auf die Zerrissenheit Deutschlands, ließ ihn nicht
ihre Schüsse 3 Mann vom Deck des „Gefion" weg, so sicher zielten sie. Ihre Kugeln waren es, die dem „Gefion" das Steuer abschossen, ihre Kugeln^waren cs, die alle Matrosen von dem Hintertheil des Schiffes verscheuchten, und jeder, der dahin beordert wurde, nahm Abschied von seinen Kameraden, so sicher war ihm der Tod. Endlich wollte keiner mehr an diese todbringende Stelle gehen. Wir wollen,aber damit unseren jungen Rekruten, die hier zum ersten Male im Feuer standen, ihr Lob nicht schmälern. Auch sie zeigten sich brav und heldenmüthig. Aber zu verwundern ist es, wie der Capitän Paludan in seinem Berichte nach Kopenhagen sagen kann, daß er sich der Uebermacht habe ergeben müssen! 132 Kanonen zählten diese beiden Schiffe ohne die Dampfschiffe, dagegen hatten wir nur Alles in Allem 12 Kanonen. (F. I.)
Hamburg, 12. April. Mit dem heutigen Tage beginnt die Blokade, und nur solche Schiffe, die unter neutraler Flagge fahren, werden bis zum 30. d. M. noch aus dem Hafen gelassen; hinein aber keines mehr Am schlimmsten ist dies für die Auswanderer, die in großer Anzahl hier in unserer Schwesterstadt Bremen sich angesammelt haben. Nach sicherer Nachricht sollen schon gestern einige Schiffe mit Auswanderen zurückgewiesen worden sein. Es ist dieses um so mehr zu bedauern,' da diese Leute aus fernem Süden kommend, aller unbeweglichen Habe und sonst nur irgend entbehrlicher Gegenstände sich entäußert haben, um ihre Reise nach einer neuen 'Heimath antreten zu können; und jetzt müssen sie nun h ier liegen bleiben und ihre wenigen Mittel aufzehren, die ihnen eine Eristenz in der neuen Heimath sollten gründen helfen.
Ein Theil unseres Hanseatenkorps hat uns diese Woche verlassen, um, wie im vorigen Jahre, die Küsten bei Nitzebüttel zu decken. Unter Leitung eines hannoverschen Jngenieuroffiziers, v. Rädern, werden die Befestigungen bei Kurhaven ohne Unterlaß gefördert. — Die heutige Nummer des Korrespondenten bringt eine Nachricht vom Einrücken Bonin's in Jütland, die jedes Grundes entbehrt. Wohl stehen die Deutschen an der Königsau, wohl hat bereits am 10. ein kleines Vorpostengefecht stattgehabt und selbst einige der Unsrigen haben die Königsau überschritten, sind aber bald wieder umgekehrt; allein an einem Einrücken in Jütland in der Art und Weise, wie der „unparteiische Korrespondent" sich von Altona schreiben läßt, ist vor dem 14. nicht zu denken, da ohne hinlängliche Kavallerie, die zu dieser Zeit erst an der Königsau sein kann, ein Einrücken in Jütland von höchst nachtheiligen Folgen sein kann. (F.J.)
Agenesie Nachrichten ans Ungarn.
Wien, 11, April, Morgens. Meine Briefe drängen einander, wie die Heldenschlachten der Magyaren. Gestern versuchte icp Ihnen, so weit wir darüber hierin Kenntniß sind, die Erfolge der Ungarn am 4V 5. und 6. d. M. zu schildern. Ich muß heute da fortfahren, wo ich gestern stehen geblieben bin. Am Schlüsse des famosen 34. Armeebulletins, welches sich mit seltener Ungeschicklichkeit die Muhe gab, den Rückmarsch der kaiserlichen Truppen auf allen Punkten als das Ergebniß einer Rekognoszirung und einer strategischen Kombination darzustellcn, hat Fürst Windisch- grätz, wie Sie sich erinnern, erklärt, seine sämmtlichen Streitkräfte in einem Halbkreis um Pesth deßwegen konzentrirt zu haben, um die hier von allen Seiten herbeizuziehenden Verstärkungen abwarten zu können, und er wollte ferner, wie er selbst sagt, von dieser Position aus nach allen Richtungen mit Kraft ope- riren. Nach der Ansicht aller Sachverständigen war dies auch das Vernünftigste, was er nach den ungeheuern materiellen und moralischen Niederlagen der letzten Tage thun konnte. Wir zweifelten hier selbst, ob die Ungarn, welche trotz ihrer Uebermacht immer
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• länger widerstehen. Mit der himmlischen Freude des Patrioten begrüßte er daher im vorigen März das Wiederaufleben deS Vaterlandes — sein lang innig gchecgter sehnlicher Wunsch schien in Erfüllung zu gehen. Aber noch immer zögerte er nach E. zurückzukehren, da erschien auf einmal daS Amncstiebekrct welches allen Verbannten daS Heimathland wieder eröffnete. 9fuu zögert er keinen Augenblick länger, sammelt alle seine Schätze und schon war er im Begriffe die Seinen plötzlich in (£. zu überraschen, als er in M. wohin er sich wegen Auseinandersetzung seiner Angelegenheiten begeben hatte, zn- rückgehalten wurde. Der Belagerungszustand war über diese Stadt verhängt und er der sich thätig der liberalen Partei angenommen hatte, in eine schwierige Untersuchung verwickelt worden. So hat der Patriot bei jedem Schritte und Tritte mit dem Verhängniß schleichender Reaction zu kämpfen. —
Erst im Monat Juni wurde er befreit, loS und entfesselt, wollte er nur nicht länger säumen in den Hafen der Ruhe, in daS gemüthliche E. zu den treuherzigen Westerwäldern, zu seinem geliebten Sohn zurückzukehren. Er schrieb diesem, der keine Ahnung von der Anwesenheit deS verschollen geglaubten VaterS hatte, unter dem Namen eines Onkels und bat ihn zu ihm nach .... zn kommen. Wie wollte er seinen Sohn überraschen! so hatte er sich'S endlich vorgenommen.
(Fortsetzung folgt.)