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nur über junge Soldaten zu gebieten haben, dem ganzen Kerne österreichischer, seit Jahr und Tag ein? ererzirter Truppen die Spitze bieten werden; wir er? blickten in der ganzen Bewegung größtentheils nur die Absicht', den Marsch Görgey's auf Komorn zu unter­stützen. Aber der edle Fürst hat sich verrechnet, und wir sehen unsere kühnsten Erwartungen von dem Heldeinnuthe der Magyaren weit überflügelt. Unauf­haltsam drangen sie vor und vertrieben die Kaiserlichen auch aus ihren letzten Positionen bis unmittelbar vor Pesth. Der rechte Flügel der Armee, welchen der Banus mit seinen Kroaten formirte, wurde derPresse" zufolge geworfen und weiter zurückgedrängt, als es für die Gesammtoperation gut ist. Dem Banus gegen­über focht der Serbe Damianich und ihm zur Seite wahrscheinlich seine Landsleute, welche endlich der Meineide des Hofes satt geworden zu sein scheinen. Alle nähern Details fehlen; sie müssen für die Kaiser­lichen furchtbar gewesen sein, aus einem Berichte des Lloyd" zu schließen, wo von herzzerreißenden Ereig­nissen die Rede ist und wo man sich die Mühe nimmt, zu versichern, daß man den Aufenthalt des Banus endlich mit Bestimmtheit erfahren habe. Welches mag die Lage der kaiserlichen Armee gewesen sein, daß man über denAufenthalt" des Banus in Verlegenheit heit sein konnte? Glaubte man ihn getödtet? Ist er mit seinem Korps abgeschnitten worden? Ist er viel­leicht in Gefangenschaft? Wir wissen darüber nichts, und nicht einmal ein Siegesbüllctin ist gestern und heute ausgegeben worden ein bedeutungsvolles Zeichen. So viel ist gewiß, daß das erste kaiser­liche Armeekorps am7. Abends auf dem Rakosfelde b i v o u a k i r t e und daß Fürst Windischgrätz entschlossen war, auf dieser welthistorischen Ebene seine geschlage­nen Truppen noch einmal zu sammeln, um im Ange­sichte der Hauptstadt den Ungarn die Hauptschlacht zu bieten.

Am 8., längstens am 9., also an einem der beiden Ostertage muß es entschieden worden sein, und in die­sem Augenblicke haben wir noch keine Nachricht vom Kampfplatze ein gutes Omen ! Auf dem Rakosz, wo die Ungarn manch gewaltigen Sieg errungen, und wo sich früher die ungarischen Könige krönen ließen, müssen die Ungarn wie Löwen fechten, und wenn hier eine Schlacht vorsiel, so war sie wir sind überzeugt keine verlorne für die Freiheit.

Indessen verlieren die Ungarn ihr Hauptziel, Ko­morn, nicht aus den Augen, und Görgey, der sich in biefem Feldzuge den Ruf des unerschrockensten, kühnsten Führers erworben hat, dringt mit Macht gegen die Straße von Waitzen vor, das er wahrscheinlich schon hinter sich hat. Hier stand Feldmarschall -Lieutenant Ramberg um ihm den Weg zu sperren, aber seine Macht konnte den Ungarn allein nicht widerstehen, cs mußte daher, den neuesten offiziellen Angaben zu Folge, das Komorner Belagerungsheer, welches mit so unge­heueren Opfern an Zeit, Menschen und Bomben die Festung eingeschlossen hatte, einen Theil seiner Ko­lonnen in Bewegung setzen, um Ramberg zu unter­stützen und Görgey wo möglich am Vorrücken zu verhin­dern. Wie weit dieses gelungen, wissen wir noch nicht, aber die Komorner Besatzung, welche am heutigen Tage noch von einem hiesigen militärischen Standrechts- blättchenMemmen" gescholten worden, mag auch nicht faul gewesen sein. Sie wird den Abzug eines Theils des Belagcrungsheercs benutzt haben, um einen Aus­fall zu machen, wie cs dieseMemmen" gewohnt sind, um die Reihen ihrer Belagerer zu lichten, Proviant zu holen und freie Luft auf der Ebene zu schöpfen.

In Pesth war, wie leicht begreiflich, während der letzten entscheidungsvollen Tage alles in der ungeheuer­sten, in wirklich verzehrender Spannung. Man fürch­tete, hoffte, betete und bereitete alles für den Empfang der lang erwarteten Brüder vor. Das Gedränge au den Straßen war derPresse" zufolge so ungeheuer, daß die Wagen, welche die Verwundeten nach der Festung in Sicherheit bringen mußten, kaum durch die Menge drängen konnten. In Ofen fürchtete man einen allgemeinen Aufstand von der Pesther Seite aus; der Kommandant ließ daher zwei Kanonen auf die Ofner Brückenseite bringen, um einem möglichen Andrange zu begegnen. Aber die Pesther werden nicht fruchtlos ihre schöne Stadt den Kanonen der Festung preis geben, die Aufregung zeigte sich nur im Gespräche der Gruppen, welche die Straßen erfüllten. Da erschien folgende Kundmachung des Festungskommandanten:

Die Städte Ofen und Pest befinden sich im Be­lagerungszustände, daher Versammlungen auf Straßen und Plätzen verboten sind. Da jedoch diesen Befehlen seit einigen Tagen nicht nachgelebt wird, so finde ich mich benötigt hiermit zu erinnern, daß die Einwoh­ner in den Häusern zu verbleiben haben, wie auch des unnützen Fahrens sich enthalten werden. Die Pa­trouillen sind beauftrage, gegen jede Zusammenrottung mit dem vollen Gebrauche der Waffen einzuschreiten. Die nächste Folge irgend einer meuterischen Bewegung wäre die alsogleiche Beschießmtg der Stadt, wozu be­reits alles vorbereitet ist. Ofen, 7. April. Graf Wrbna."

Bis hieher reichen unsere Berichte aus Pesth. Die Baeska ist von den Magyaren vollkommen unterwor­fen, Pcterwardein hat durch Kasimir Bathyany und Perczel neue Verstärkung bekommen, und über Sieben­bürgen schweigen alle Blätter, nur daß hin und wie­der eines derselben so gewissenhaft ist, die Mährchen von den Gräuelthatcu Bems in Hermannstadt zu be­richtigen. (N.DZ.)

Von Pesth 7. April berichtet dieOstd. Post":

Wie greife ich aus den zahllosen Gerüchten diejenigen heraus, die Fleisch und Blut haben ? Pesth gleicht einem Fieberkranken, die überschwenglichsten Erwartungen auf der einen Seite, die trostloseste Furcht auf der an­dern. Die Einen mit erhitzten, die Andern mit käse- bleichen Gesichtern. Die Einen vergraben ihr Geld und ihre Papiere, die Andern spekuliren damit auf die Zukunft; Thatsache ist's, daß die Spekulanten deu Curs der ungarischen Banknoten in die Hohe getrie­ben haben. Innerhalb zwei Tagen wird sich das Schick­sal dieses Feldzuges entscheiden. Fürst Windischgrätz hat die drei Armeecorps in einer starken DefensivsteUung kozentrirt und es fragt sich nur, ob die Jnsurgenten- Armee diese anzugreifen wagen wird, oder ob sie die Ankunft Bems abwarten will, der sich, wie offenbar übertriebene Gerüchte melden, an der Spitze von 20,000 Mann, die er in Siebenbürgen aus allen Ständen und Altersklassen hastig rekrutirt, in Bewegung setzt. Wenn dieses Gerücht sich bestätigen sollte, so würde der An­griff noch um eine Woche verzögert werden, und in dieser Zeit würden vielleicht bereits die Verstärkungen für die kaiserliche Armee eingetroffen sein, die mit Be- stimmtheit angekündigt sind. Senfen Sie sich inmitten dieser Ebbe und Fluth von Furcht und Hoffnungen die Lage der Bewohner unserer Stadt!

DieBresl. Ztg." berichtet von der ungarischen Grenze 9. April:Die magyarische Heeresmacht muß sehr beträchtlich sein, da Fürst Windischgrätz, der über 60,000 Mann gebietet, gleichwohl Bedenken trägt, den Feind anzugreisen, der seinerseits nur die Ankunft Bem'L aus Siebenbürgen erwartet (?) der dort unter der sächsischen und romanischen Jugend schonungslos rekrutirt, um mit 20,000 bei Pesth erscheinen zu kön­nen, wo die entscheidende Schlacht geschlagen werden soll. Die Wichtigkeit des Augenblicks wird übrigens auch von den österreichischen Generälen begriffen, wes­halb Alles geschieht, um alle disponiblen Truppen he- ranzuziehen; auch Nugent hat Zombor geräumt und das Banat den Magyaren Preis gegeben, damit (?) er sich an der Donau gegen die Hauptstadt hmziehen könne. Jedenfalls ist die Donau gegenwärtig die Ope­rationslinie und nicht die Theiß. In Siebenbürgen, wo die Insurgenten völlig Herren des Landes sind, rüstet man sich zu einem Einfall in die Wallachei, wo man auf die ansässigen Polen und Chongo-Magyaren rechnet und die Vortruppen sollen bereits bis Stimmt vorgeschoben sein, indeß Puchner mit Verzicht auf Sie­benbürgen durch das Banat nach Pesth vorzudringen sucht, (!!) um die Hauptarmee zu erreichen. Sein Korps ist 10,000 Mann stark. Man erfährt jetzt mit Gewißheit, daßdie Szekler in Hermannftadt 4000 Russen gefangen genommen haben, indeß der Rest dieser Sie­ger vom Kaukasus eiligst durch den Rothenthurmpaß entflohen."

Die Stadt und das Gebiet von Fiume, von Bec­cari, Portore und die ganze militärische kroatische Mi­litär- und Provinzial-Seelüfte find nach einer von Agram am 28. März datirten Kundmachung des Feld- Marschall-Lieutenants und Stellvertreters des komman- direnden Generals in Kroatien und Slavonien, Dah­len in Kriegszustand erklärt worden.

Wien, 12. April. Daß die Magyaren nun auch die wichtige Position von St. Thomas eingenommen haben, wird auch vomLloyd" berichtet.

Die heutigePresse" meldet aus Siebenbürgen, daß nach der Einnahme Hermaniistadts durch Bem daselbst ein großes Gastmahl zur Feier einer Verbrü­derung der Magyaren und Romanen (Walachen) statt­gefunden habe, bei welchem unter gegenseitigen Trink- sprüchen Oesterreich und den Deutschen Verderben zu- geschworen wurde. Von anderer Seite erhalten wir die Bestätigung, daß alle nur Halbwegs diensttauglichen Sachsen und Romanen mit Gewalt unter die Bem'- schen Honveds gepreßt, und so in die Lage gebracht werden, gegen Oesterreich kämpfen zu müsse».

Pest, 9. April. Noch keine Schlacht! In der Lage unserer Hauptstädte hat sich seit gestern nichts geändert; immer dieselbe Bewegung, dieselbe Unent­schiedenheit der Dinge. Seit gestern Abend erhält sich das Gerücht, daß die Ungarn auf einen oder auf mch- aeren Punkten eine rückgängige Bewegung machten, und somit einer erwarteten Schlacht auogewichcn wä­ren. Die Ungarischgefinnten behaupten, es wäre nur eine Seitenbewegung, um entweder oben bei Waitzen oder unten bei Pentelle über die Donau zu gehen, und so die Kaiserlichen auf der Ofener Seite anzugreifen. Allen: Anscheine nach wollen die Ungarn es zu keiner entscheidenden Hauptmacht kommen lassen, sondern trach­ten einzig und allein, die österrreichischen Truppen durch Hin- und Heermärsche zu ermüden und durch Ueber- fälle zu schwächen». Jedenfalls wären bedeutende Ver­stärkungen dringend nothwendig, und jeder längere Ver­zug ist gefahrbringend.

Italien.

Hier folgt ein an Bord des französischen Schiffes Tonnerre", welches vor Genua lag und den aus der Stadt Fliehenden zum Asyl diente, am 7. ge­schriebener Brief, der eine lesenswerthe Schilderung der Lage gibt. Mögen die Republikaner siegen oder unterliegen, sic geben den Beweis , daß nur durch die Allianz mit gekrönten Schurken die Freiheit der Völ­ker verrathen wird, und daß das Volk großherzig und

todesmuthig ist für seine große Sache. Die Könige werden gewesen, das Volk ist unsterblich. Der Brief lautet: 1

"^m Sonntag Abend um 4 Uhr begann der Kampf zwischen dem Volk und den in einer befestigten Ka- serne verschanzten Truppen. Man schlug sich die ganze Tracht und am folgenden Tag. Die Forts welche schon vorher der Nationalgarde eingeräumt und von einem General kommandirt waren, der zum Volk über­ging, konnten den königlichen Truppen keine Zuflucht bieten. Die Konsuln und die Befehlshaber der Kriegs­schiffe legten sich ins Mittel und brachten eine Kapi­tulation zum Abschluß, in deren Folge die Truppen mit Waffen und Gepäck den Platz räumten. Die Stadt war mit Barrikaden bedeckt: Jedermann be­waffnet; man hieb Alles nieder, was königliche Uni­form trug. Die Mönche und Frauen waren bewaffnet worden. (An dieser Stelle setzt der Korrespondent dazu, einer der Beweggründe dieser Erhebung sei die Absicht, der Kriegskontribütion an Oesterreich zu ent­gehen. Es muß ein sauberer Vogel fein, der dies scheibt Das Volk stürzt in den Tod fürs Geld? Die welche bezahlen müssen, haben sich schwerlich mitge- schlagen; aber wir erwähnen dieser Aeußerung, weil sie bewegt, daß der Verfasser nicht parteiisch für Genua berichtet.) '

vU Marmora ist Herr des Laternenthors bis zum Palast Doria und der Hälfte der Höhen auf diefer Seite. Die Insurgenten haben das klebrige, aber von der Ostseite ist die Stadt umzingelt. Der Verlust ist ungeheuer; 48 Stunden eines unausgesetzten Kampfes und 200 Stück Geschütz in Thätigkeit! Die Schiffe im Hafen sind vielfach von den Kugeln bedroht, Ver­wundete und Wribe^ flüchten beständig darauf. Zehn­mal haben wir die Stellung gewechselt, ohne eine hin­reichend geschützte zu finden. Stellen Sie sich vor: bei stürmischer, abscheulicher See, 4 oder 5 Schiffe beladen mit Tausenden von Weibern und Kindern; die Männer entsetzt; die Weiber weinend und heulend die Scene ist nicht zu beschreiben. Bei jeder ein? schlagenden Kugel ein Schreckensgekreisch unter dieser Masse von Kranken, die man nicht mehr zur Ruhe bringen kann. Der Kommandant eilt von einer Bat- terie zur andern, um mit unsern Kanonen zu drohen, wenn uns ein Schaden zugefügt würde. Der Hafen hat viel gelitten; glücklicher Weise hat kein Schiff Feuer gefangen: wtr wären Alle verbrannt. Das muß und muß enden. Der Anblick so vieler Gräuel zer­reißt uns das Herz. 4 Weiber sind bereits an Bord niedergekommen. In der Stadt kommandirt General Avezzana. (M. Z.)

Mittwoch während der Nacht umzingelte La Marmora Genua mit 10,000 Mann und ließ die Mauern mit Leitern ersteigen. Fuß um Fuß wurde der Boden auf den Wällen streitig gemacht; ungeheure Verluste von beiden Seiten. La Marmora bemächtigte sich eines Thors und nahm die dasselbe vertheidigende Batterie weg. Den ganzen Donnerstag und Freitag (5. und 6.) regneten von allen Seiten die Kanonenkugeln und Bomben herab. Die Wuth war bei beiden Theilen auf den: Gipfel, die Schlachterei grauenhaft. Gestern (7.) um Mittag haben sich die Eonsnln und Schiffs­kommandanten ins Hauptquartier und in die Stadt begeben. Man schlug sich immer fort. Nach vielen, unter fortdauerndem Feuer geführten Unterhandlungen, kam man überein einen Waffenstillstand auf 48 Stun­den abzuschließen, während dem nun Deputationen nach Turin gehen sollen. Nur gegen vollständige Am- »eftä will sich die Stadt ergeben. Ihre Stärke gegen die Truppen ist noch enorm. Vier Forts, die von desperaten Leuten vertheidigt werden, würden die Pie­montesen aufreiben, falls sie was zweifelhaft ist über die wohlangelegten und gut vertheidigten Barri­kaden vordrängen, und sie müßten dann erst 4 Bela­gerungen durch führen.

Nachrichten aus Turin vom 8. und 9. April zu­folge schien es noch sehr zweifelhaft, ob Genua, selbst wenn die Regierung die Bedingungen annähme, sich übergeben würde. Die Stellung der Insurgenten war sehr fest. Zugleich versicherten Reisende, daß La Mar­mora von aufständischen Bauern im Rücken umzingelt sei. Noch spätere Nachrichten aus Turin melden, daß die von der Deputation angebotenen Bedingungen, die Amnestie inbegriffen, angenommen worden seien, mit Vorbehalt, daß 12 der Hauptanführer ausgenommen würden. Um darüber zum Entschluß zu kommen, wurde eine Verlängerung des Waffenstillstandes bis zum 10. eingegangen. Endlich verkündigte die fran­zösische Regierung in Paris am 13., daß nach einer telegraplsschen Depesche Genua sich am 10. ergeben habe und die Truppen am 11. einziehen sollten.

Rom, 29. März. Außer dem Silbergeschirr des päbstlichen Haushaltes mußten auch die Weibgefäße in die Münze wandern, welche in der Kapelle Paolina a. S. Pietro aufbewahrt wurden, worunter sich auch diegoldene Rose" befand, im Werth von 4000 Scudi und meisterhafter Arbeit. Die Verhandlungen der Jnterventionsmächte in Gaeta begannen] am 23. Es nahmen daran Theil: Kardinal Antonelli, Graf Ester­hazy, d'Arcourt, Martinez de la Rosa.

Rom, 29. März. In der heutigen Sitzung der Constituante theilte der Minister des Auswärtigen den Deputaten die wenig erfreulichen Nachrichten aus Pie­mont mit. Die ganze Versammlung erhob sich mit dem Ruf:Es lebe der Krieg! Es lebe die italienische