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zweifelt nicht, alle 84 herauszuholen. Das noch auf dem Wasser schwimmende Wrack wird die Kosten reich­lich decken. (O.-P.-A.-Z.)

Rendsburg, 6. April. So eben komme ich von Eckernförde zurück, wohin ich mich heute Mittag gleich nach Eingang der Nachrichten von dem glänzenden Erfolge unserer Waffen, und nachdem die nöthigsten Anordnungen in Bezug auf die Ergänzung der Streit­mittel getroffen waren, begeben hatte. Der errungene Sieg ist weit vollständiger, als ich erwartete: es ist kein Zweifel mehr, es hat sich ein geschichtliches Er- eigniß begeben. Bereits auf dem Wege nach Eckern­förde, etwa eine Stunde vor der Stadt, begegneten uns die gefangenen Dänen, begleitet von einer Com­pagnie unserer Truppen. Es waren 44 Officiere nnd Marine-Beamte zu Wagen, unter ihnen der Comman­dant desGefion" und 911 Matrosen und Seesol­daten, die Verwundete waren in Eckernförde zurück­geblieben, im Ganzen find an 1050 Mann gefangen! Sie sind jetzt in Rendsburg, wo fie mit Menschlichkeit be­handelt und gut verpflegt werden, wie es von uns Deutschen nicht anders zu erwarten ist, obwohl die Dänen im vorigen Jahre unsere gefangenen Landsleute schmählich behandelt haben. Als sich kurz vor Eckern­förde der prächtige Meerbusen vor uns ausbrcitete und wir die zerschossenen deutschen Flaggen auf den Batterien flattern sahen, zeigten sich auch die stolzen Masten der im Hafen liegenden Prise, der im vorigen Jahre so gefürchteten FregatteGefion"; ein starker Rauch mit Theergeruch zog vom Meer her über die Hügel wir fuhren den letzten Abhang zur Stadt hinab es waren die rauchenden Trümmer des einst so stolzen LinienschiffesChristian VIII.", dessen trau­rigen Uebcrrcste der scharfe Ostwind an den Strand trieb, wo sie am Fuße der Süd-Batterie sich hin lager­ten, und wo eine zahlreiche Menschenmenge beschäftigt war, sie ans Ufer aufs Trockene zu befördern. Wir besichtigten zuerst die Süd-Batterie; ihre Vertheidiger hatten bereits die verflossene Nacht und den Charfrei- tag benutzt, die angerichteten Verwüstungen wieder herzustellen; die Kanonen schauten mit ihren schwarzen Schlünden bereits wieder so ruhig über die Brustwehr, als ob nichts vorgefallen, nur eine derselben war von einer Kugel an der Mündung beschädigt. Der Ersatz dafür war indeß bereits von Rendsburg aus unter Weges. Eine Batterie beklagte den Verlust ihres braven Commandeurs, des tapfern ArtiUerie-Unteroffi- ciers Preußer; er war als Parlamentair nach dem brennenden Linienschiff geschickt worden, um die Ret­tung der Mannschaften zu betreiben, hatte dort zu lange verweilt, um auch die Verwundeten retten zu helfen, die von ihren eignen Cammeraden zurückge­laffen worden, und war mit dem Schiff in die Luft geflogen. Ehre seinem Andenken, möge die Süd-Bat­terie nach ihm Preußers -Ruhe" benannt werden! außer ihm haben wir noch einen Todten, einen schwer Ulw sieben leicht Verwundete! In Eckernförde war die ganze Umgegend versammelt, um zu hören, zu sehen und zu staunen viele Dächer waren stark beschädigt, namentlich in der Vorstadt, wir dräng­ten uns durch die Wagen- und Menschenmenge, nnd fuhren bald in Geleit des ruhmgekrönten Hauptmanns Jungmann, Commandeurs der Artillerie zu Eckern­förde und gestern Vertheidiger der Nord-Batterie, hin­aus zu derselben; sie liegt etwa ya Stunde östlich von der Stadt, am Nordstrande des Meerbusens. Auch diese war bereits wieder vollständig kampfbereit und nur hin und wieder zeigte die aufgewühlte Brustwehr und die durchlöcherte Ecke des Blockhauses die Spuren des^gestrigen mörderischen Geschütz-Kampfes. Ueb- rigens hatten sich gestern aus Eckernförde Bürgermeister und Stadt-Commandant nach der Nordbatterie zum Hauptmann Jungmann begeben und ihn zu bewegen gesnch, der Stadt wegen das Feuer nicht wieder zu eröffnen. Der aber erklärte kurz und bestimmt:Thuen Sie in der Stadt, was sie zur Rettung der Einwoh­ner vermögen, ich versichere, wenn nicht binnen einer Stunde beide Schiffe die Segel gestrichen haben, so schieße ich wieder nnd zwar so lange, als ich noch eine Kanone und eine Kugel habe." Auf dem Rück­wege fuhren wir, trotz der sehr stürmischen See, hin­über zuGefion"; es sah drinnen schauerlich aus. Sechundfünfzig neue Kanonen, mit der Jahreszahl 1841, verschiedenen Kalibers, waren unversehrt; die Hauptverwüstung aber war durch einige Kugeln an­gerichtet, welche am Spiel des Schiffes eingedrungen und das Mitteldeck der ganzen Länge nach refilirt hatten; nach Aussage der Gefangenen soll eine der­selben zwanzig Mann weggeriffen haben; lange breite Blutstreifen bedeckten den Boden, an den Wänden klebte das herumgespritzte Hirn, das Fleisch in großen Stücken, oben auf dem Deck war tiefe Ruhe; aus Kiel her­beigeholte Matrosen der deutschen Marine hielten Wache. Binnen kurzer Zeit wird das Schiff wieder in Thä­tigkeit sein, aber der deutsche Wimpel und nicht mehr der Danebrog wird von seinen schlanken Masten durch die Lüfte flattern. Vergebens habe ich mich gefragt, was wohl die Däne» zu dem unsinnigen Unternehmen bewogen pat? Ich kann keine andere Ursache auffin- den, als ihr gänzliches Verkennen der gegenwärtigen Zustände in Schleswig-Holstein, und ihren leid; finnigen, freventlichen Uebermuth. Als ich vor acht Tagen in Eckernförde, Friedrichsort und Kiel war, besprach ich mich mit den dasigen Artillerie-Commandeuren die Möglichkeiten eines etwaigen Angriffes, und wir waren Alle der Meinung, daß eine kleine dänische Flotte es

nie wagen könne, bei den jetzigen Vertheidigungsan­stalten intern fielet oder eckernförder Hafen einzu­laufen. Sie kann, so schloffen wir, zwar hinein, aber bei dem in per Regel herrschenden Winde ohne Dampf- schiffe nicht wieder hinaus. Gelingt es ihr nun auch, beim Einlaufen ohne arge Haverie durch die Batte­rien zu kommen, wird ihr aber nur ein Schlepp- Dampfschiff beschädigt, so sitzt sie fest und wird ver­nichtet. Das können die Dänen nicht wagen, der Preis ist zu groß, und der Zweck, eine Stadt etwas geängstigt zu haben, zu gering! Eine russische Flotte hingegen, die ein paar Schiffe opfern kann, mag es eher versuchen ! Und dennoch haben es auch die Dänen gewagt; sie haben in ihrem Uebermuthe das Leben und die Ehre vieler braver Männer aufs Spiel ge­setzt und ihrer Sache einen Schlag versetzt, wovon der moralische Eindruck auf beiden Seiten vielleicht noch schwerer wiegen dürfte, als der materielle Ge­winn und Verlust. Es ist ein böser Tag für die Dänen, dieser grüne Donnerstag der schleswig-hol- stein'schen Artillerie: am grünen Donnerstag des Jah­res 1801 verloren sie ihre Flotte durch die Englän­der, im Jahre 1849 verlieren sie an demselben Tage zwei ihrer besten, schönsten Schiffe durch die Rebellen von Schleswig-Holstein! Und cs geht ein endloser Jubel durch dies schöne, echt deutsche Land- (K. Z.)

Altona, 9. April. (Mittags). Weder der gestrige Abendzug, noch der heutige Morgenzug unserer Eisen­bahn brachte die (von Vielen erwarteten) eckernförder Gefangenen, deren künftiger Aufenthalt, wie man ver­nimmt, Stade sein wird. Auch sind keine erheb­lichen Nachrichten vom Kriegsschauplätze angelaugt; in Rendsburg wurden 16 dänische Gefangene eiuge- bracht, wie es scheint, auch mehrere verwundete (deutsche) Officiere. Seltsam ist es, daß über die letzten Affairen im Snndewitt bis jetzt nur sehr unbestimmte, Vieles dunkel lassende Meldungen angelangt sind. Es gehen Gerüchte von einem nicht unbeträchtlichen Menschen- Verluste, namentlich an Blessirte», den unsre Truppen dort erlitten hätten, veranlaßt durch ihre ungestümme Tapferkeit bei der Verfolgung des Feindes, welcher gar zu leicht in den schützenden Bereich seiner Kanonenboote und der Tragkraft ihres Geschützes welche sehr bedeutend ist zurückgehen kann.' Nach einem hier angelangten Briese aus dem nördlichen Schleswig hätten die Hannoveraner, welche besonders stark im Feuer sich befanden, einen höheren Offizier (Major) und auch einen Hauptmann verloren. Ver­bürgt ist das noch nicht, wohl aber, daß bei jenen kleinen Alltags-Gefechten auf dem die Dänen so sehr begünstigenden Buchten- und Heckcn-Tcrrain der Feind durch die deutsche Tapferkeit und Ausdauer immer wieder zurückgeworfen wurde, mit einem ihm doppelt empfindlichen Verlust an Soldaten, die getestet oder kampfunfähig gemacht wurden. (K. Z.)

Wien, 7. April. 33. Armeebülletin. Se. Durchlaucht der Feldmarschall Fürst zu Windischgrätz hatte in Erfahrung gebracht, daß sich bedeutende Streit­kräfte der Rebellen zwischen Gyöngyös und Hatvan konzentriern, und daher dem Feldmarschall-Lieutenant Grafen Schlick den Auftrag ertheilt, Nekognoszirung dahin vorzunehmen. In Folge dessen war Fcldmar- schall-Lieutenant Schlick am 2. d. M. von Hatvan gegen Hort aufgebrochen, fand aber die Macht des Gegners der [einigen so überlegen, daß er es vorzog, bei Gödöllöh eine feste Stellung zu nehmen, bis wei­tere Verstärkungen ankämen. Bei diesem Rückmarsch wurde dem Hauptmann v. Kalchberg von Prohaska Infanterie der Befehl gegeben, die Brücke hinter Hatvan zu zerstören. Hauptmann Kallbberg bewirkte diese Zerstörung mit seiner sehr braven Kompagnie unter dem heftigsten Geschütz- und Klcingewehrfcucr mit musterhafter Ausdauer und hielt den Feind hier­durch der Art auf, daß der Rückmarsch des Korps nur wenig von demselben belästigt werden konnte. Der Feldmarschall beorderte die Division des Feldmarschall- Lieutenants Csoric zur Verstärkung gegen Gödöllö, und ertheilte dem Banus den Befehl, mit dem ersten Armeekorps nachzurücken und die Verbin­dung mit dem Korps des Fcldmarschall- Lieutenants Grafen Schlick zu erhalten. Der Fürst Ober-Com­mandant begab sich selbst zur Armee und nahm sein Hauptquartier am 3. in Gödöllö und am 4. d. M. in Aßod. Als das erste Armeecorps unter dem Banus diesem Befehle Folge leistend einen Flan­kenmarsch machte, wurde selbes bei Tapio -Biske von den Insurgenten angegriffen. Generalmajor Rastic ging schnell in die Offensive über, griff den andringen­den überlegenen Feind mit dem Bajonette an und warf ihn zurück, bei welcher Gelegenheit den Insur­genten zwölf Kanonen genommen wurden, von denen vier bespannt waren und gleich in Sicherheit gebracht, und acht andere vernagelt wurden. Wir machten noch mehrere Gefangene, doch bedauern wir auch den Ver­lust des tapfern Majors Baron Riedesel und des Rittmeisters Gyurkovics von Banderial - Husaren Am fünften diesech Monats unternahm der Feldmar- schall einen Angriff auf den bei Hatvan postirten Feind, bei welcher Gelegenheit eine Division Civilart Uhlanen und drei Eskadronen Kreß Chevaurleger mit seltener Bravous auf vier Divisionen feindlicher Husaren at- taquirten, und mit einem geringen Verlust von 2 Todten und 10 Verwundeten einen glänzenden Er- folg errangen. Sechzig todte Husaren, worunter zwei Offiziers, bedeckten den Wahlplatz; außerdem hatten

die Insurgenten 40 Verwundete, und wurden thuest 32 Gefangene, worunter ein Offizier abgenommen. Wien, am 7. April 1849. Militär- und Civilgou- verneur: Freiherr v. Melden, Feldzeugmeister.

Ungarn«

Wien , 7. April. Man ist in der gespanntesten Erwartung der Nachrichten vom ungarischen Kriegs­schauplätze, indem man einer Schlacht eutgegenfieht. D t e Jai surgenten sollen einige Stunden vor Pesth stehen. Verstärkungen sind auf das Schleunigste dem Heere zugeführt worden. Feldmar- schaU Windischgrätz hat sich persönlich nach Hatvan begeben, bei welchem Orte wahrscheinlich die Entschei­dung erfolgen wird. Man will wissen, daß das Heer der Insurgenten auf 180,000 Mann angewachsen ist. Auch die ganze in Waizen konzentrirt gewesene Divi­sion des F.-M.-L. Esorich ist gegen Hatvan aufge­brochen; dagegen hat sich Ban Jellachich von Czegled nach Alberti zurückgezogen und von Pest aus sind be­deutende Truppenmassen gegen Gyöngyös zu abmar- (Fr. 3.)

Daß Bem Herr von ganz Siebenbürgen ist, un­terliegt keinem Zweifel mehr. Die Oesterrcicher, die sich von Hermanstadt eiligst auf Kronstadt und die dortige russische Besatzung zurückzogen, leisteten keinen Widerstand. Angeblichans Mangel an Munition" verließen sie auch Kronstadt ohne Schwertstreich, und zogen sich auf walachisches Gebiet zurück. Hier sollen ihrer an 22,000 M., 3000 Pferde und 50 Kanonen stehn, außerdem 8000 Russen, und an den bcssarabssch- moldauischen Gränze noch ein Corps von 15,000 M, das bereits den Befehl erhalten, den Pruth zu pas- siren. So meldet die Wiener Zeitung.

Ob diese Angaben der Wiener Ztg. richtig sind, lassen wir dahingestellt sein. Soviel aber ist gewiß: wenn sie richtig sind, so müßen Bcm's Streitkräfte enorm angeschwollen sein, damit er 25,000 Oester­reicher mit 50 Kanonen und 610,000 Russen aus einer an vortheilhaften Stellungen so reichen Gegend wie die Umgebung Kronstadt's, vertreiben konnte. Trotz der Russen also können wir über das Schicksal Siebenbürgens ruhig sein. Denn daß die Kaiserlichen wegen Mangel an Munition" flüchten mußten, ob­wohl Kronstadt ihr zweites Hauptdepot neben Her­manstadt war, wird sich doch wohl Niemand aufbin­den lassen.

Daß die Zahl der russischen Truppen in der Walachei von der Wiener Ztg. um das fünffache zu gering angegeben ist, geht aus allen bisher eingetrof­fenen Berichten hervor.

Die magyarische Korresp. derN. Oder-Ztg." be­stätigt, was schon die Brest. Ztg. über die Einnahme Hermanstadts gemeldet, aus dem Munde eines Augen­zeugen, eines Hermanstädter Sachsen. Bem habe seine Truppen von allen Erceyen zurückgehalten, und all­gemeine Amnestie versprochen, mit Ausnahme derer, die die Russen herbeigerufen. Diese aber seien bereits entflohen gewesen.

Nach einer Krakauer Korresp. desselben Blattes sollen dieuiederschlagenden Nachrichten", die der k. k. Konsul in Belgrad, Hr. Mayerhofer, nach Wien überbringt, dahin lauten, daß die türkische Regierung gegen die russische Intervention in Siebenbürgen, die von türkischem Gebiet aus geschieht, protestirt habe, und |id; allein vindicire, von ihrem Gebiet aus zu interveniren.

Uebrigens geben die k. k. Standrechtsberichte selbst zu, daß Bem, weit entfernt in seiner Stellung bedroht zu sein, selbst vielmehr die Walachei und Buch a- rest bedroht. Sollten die Umstände einen Einfall dorthin geeignet erscheinen lassen, so wird er an die unterdrückte walachische Revolution und an den durch den russischen Einmarsch verletzten Ehrgeiz der Tür­ken appclliren. Die russischen Gelüste nach den Do­nauprovinzen und die Allianz der Oesterreicher mit den Russen, haben ohnehin bei den Türken bedeutende Sympathien für die magyarische Sache rege gemacht.

(N. R. Z.)

Der Waprebaf " berichtet unter dem 27. März aus Karlowitz:Alte die traurigen Gerüchte von unserem Unglücke bestätigen sich zu unserem Schmerze. Zenta ist verloren. Da wir dieses leyen, können wir uns der thränen nicht erwehren. Ein magyarisches Corps von 3000 M. mit 6 Kano­nen überraschte um 5 Uhr die Unvorbereiteten, Ehe Hilfe aus Kanisa anlangte, haben die Magyaren schreckliche Rache an der unglücklichen Stadt genom­men. Was fliehen konnte, floh; viele der Einwohner, die wußten, was sie erwarte, sprangen in Pie Theiß. Bei Morischa stellten sich unsere Truppen wieder auf. Hier fielen wieder gegen 409 Granzer. Die Baska ist nun ganz entblößt und die Magyaren haben den Weg nach Neusatz offen. Ein schreckliches Loos er­wartet den, der in die Hände der Magyaren fällt. Zombor rüstet sich zum Widerstände. Dort steht Drogic mit 2000 Serben. Wir dürfen gar nicht daran denken, waS unsere Brüder in der Baeka er­wartet. Sukavina's Truppe» stehen bet Kamenitza." In Lofoncz (in Nordungarn) ist es gleichfalls einer österreichischen Abtheilung übel ergangen. Eine Division Uhlanen und ein Bataillon Infanterie rückte am28.März, dort ein und machte daselbst Nast. Da wurden plötz­lich Schüße vernommen, und das Militär, welches rasch auf den Markt eilte, sah hier Truppen von den