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IM Senate hat natürlich gleich nach Vern Eintreffen der Hiobsposten ihr Haupt erhoben und die Kriegs­politik des Kabinets angegriffen und verlangt, daß man dasselbe in Anklagestand versetze. Ein Anderer verlangte Rechenschaft vom Ministerium in geheimer Sitzung. Ratazzi sagte, er wolle das öffentlich thun. Gleichzeitig versuchte eine Volksmenge von außen hereinzudringen, um den Senat aus einander zu jagen. Sie wurde abgewehrt und die geheime Sitzung begann. Während die Reaktionspartei dem Kabinett droht, wer­fen die Konstitutionellen alle Schuld auf die Republi­kaner, welche das Heer demoralisirt hätten, und die Republikaner geben natürlich den Vorwurf zurück mit der Zweideutigkeit Karl Alberts und seiner Leute. Auf Antrag Brofferio's erklärt sich die Deputirtenkammer permanent, allein eine Ordonnanz des neuen Königs hat sie vertagt (nicht aufgelöst, wie die Blätter mel­den). Es scheint, daß dies einer heimlichen Klausel, die sich Radetzky vorbehielt, zu Webe geschehen ist. Karl Albert ist nicht nach Frankreich, sondern nach Genf gegangen. Was von den neuen Hoffnungsnach­richten, mit welchen man sich seit heute trägt, wahr ist, kann ich unmöglich sicher stellen. Der General La Marmora soll einen inächtigen Sieg erfochten ha­ben, in dem er das Parmesanische verlassen, sich mit dem Korps Durando's vereinigt und den Destin hinauf dem Radetzky in den Rücken gefallen wäre. Es klingt sehr abenteuerlich, um so mehr, als La Marmora noch am 23. in Parma stand. Nach andern Berich­ten dagegen wäre es ein Bruder La Menmora's, welcher den Sieg erfochten hätte. Nachschrift. Man erzählt, das Hauptquartier Wr Piemontesen sei in San-Jago; es stellt sich als gewiß heraus, daß dort Zuzug unter dem Bruder La Marmora's eingetroffen ist. 500 österreichische Gefangene wurden ufs Lager gebracht. Man erzählt sich eben, Chrzanowski habe sich eine Kugel durch den Kopf gejagt.

Turin, 28. März. Romarino traf unter scharfer Bedeckung (6 Dragoner) hier ein; er wird vor ein Kriegsgericht gestellt. Turm ist traurig und ruhig.

(Mainz. Z.)

Rom. (Die guten Folgen der Herstellung der Republik.)' DasDaily news" läßt sich aus Rom vom 14. März über die dortigen Zustände schreiben: Die neue Republik geht fröhlich ihren Weg vorwärts, und mit einem kräftigen und einigen Kabinet, der ein­stimmigen Unterstützung der Constituante und der festen Zustimmung aller Provinzialstädte, kümmert sich Oie Negierung wenig um die Diplomatie, fremde Intrigue, oder die Verleumdungen der Frommen. Garibaldi, der zum Schrecken Ferdinands an seinen Grenzen um- herschweift, hat soeben eine Proklamation erlassen, die so heftig ist, daß die römische Regierung die Verant­wortlichkeit dafür dem großen Condottiere überläßt. Er fordert, man soll ihm gestatten, mit einem Deta­chement von 3000 auserlesenen Männern^, einen Auf­

stand in den Abruzzen, die dazu ganz reif sind, zu er­regen, und spricht davon, die Bedingungen derInter­vention" an den Thoren Neapels zu reguliern. Daß übrigens der neapolitanische Tiberius einen Angriff mehr fürchtet, als selbst einen solchen beabsichtigt, zei­gen die aufgeworfenen Erdarbeiten und die eilfertigen Barrikaden auf allen Straßen, die nach Norden führen. Merkwürdig ist es, daß, während unter Nossi's einmonatlicher Verwaltung, die auf das äußerste Miß­trauen gegen die öffentliche Meinung gegründet war, alle zwei Tage in Rom ein Mord- oder Raubansall vorkam, und in den Legationen die Straßen kaum bei Hellem Tage zu passiern waren seit der Gründung einer populären Regierungsform nur ein einzigen Ver­brechen der Art begangen worden, und die Gesetze, als von ihnen selbst ausgehend, von den fermsten eben so sehr geachtet werden, wie von den bessern Klaffen der Gesellschaft."

Ungarn.

DieSchief. Ztg." gibt vom Kriegsschauplätze in Siebenbürgen und Ungarn nach Berichten von Rei­senden, die am 29. März in Breslau eintrafen, be- merkenswerthe Einzelnheiten. Bem war diesen Berich­ten zufolge stark genug, um es mit Oestreichern und Russen zugleich aufnehmen zu können. jn Hermann­stadt ließ er 300 Kosacken hängen. Ueber Ko morn meldet dieSchles. Ztg " als Bestätigung und Be­richtigung dessen, was wir bereits vor einigen Tagen brachten, Folgendes: Vor Komorn steht eine Belage- rungsarmec von 21,000 Mann und diese hat unge­achtet des bereits am 17. d. M. begonnenen Bombar­dements bis zum Augenblick noch keinen Vortheil er­zielt, wohl aber Ende voriger Woche einen solchen Unfall erlitten, daß das Ziel dieser Operation wieder we.t hinausgerückt scheint. Der Kommandaut der Fe­stung war in der That, wie versichert wird, gesonnen, die Festung bei geeigneter Gelegenheit den kaiserlichen Truppen zu öffnen und hatte sich dieserhalb durch einen geheimen Boten mit dem Befehlshaber des Bclagerungsheeres m's Einvernehmen gesetzt und den­selben sodann zu einem entscheidenden Sturmangriff aufgefordert. Da aber die Festung auf einer Insel liegt an dem Punkte, wo sich die Waag in die Do­nau ergießt, so mußten bei einem Sturme der kaiser­lichen Armee Pontons über die Arme der Donau und Waag geschlagen werden zur Hin Überschaffung der Stnrmkolonnen und Geschütze. ^Die Belagerten ließen das auch ruhig geschehen und wenn gleich bei dem Uebergange auf die kaiserlichen Truppen aus der Festung gefeuert wurde, so war dieses Feuer doch nur blind, wodurch die kaiserlichen Truppen nur noch mehr er- muthigt wurden. Bei dem wirklichen Sturme wur­den aber die Kolonnen mit einem so furchtbaren Ka- nenfeuer aus der Festung empfangen, daß an weiteres Vordringen nicht mehr zu denken war, vielmehr muß­

ten sich die Truppen über die Pontons schleunigst wie­der zurückzieheu. Der Verlust an Mannschaft soll da­bei für die Oesterreiwer sehr bedeutend gewesen sein. Man sagt, daß ein Theil der Besatzung mit dem Kom­mandanten wegen Uebergabe der Festung einverstanden gewesen sei, im entschiedenen Moment aber der übrige Theil die Vertheidigung erzwungen habe. Der Kom­mandant wurde sofort gehängt.

An den Herrn Redacteur der Freien Z e i t u n g.

In Nr. 78 Ihrer Zeitung haben Sie eine Erklä­rung mitgetheilt, welche großentheils von denjenigen Landbewohnern des Amtes Usingen an uns ergangen ist, welche gleichzeitig eine Petition um unent­geltliche Aufhebung des Zehntens bei der Kammer eingereicht haben. Wir können Ihnen nur. danken, daß Sie diese Erklärung der Oeffentlichkeit und deren Kritik übergeben haben; müssen deßhalb aber wünschen, daß dngclbe vollständig und wortge­treu veröffentlicht werde. Da dies in Nr. 78 nicht geschehen ist, so stellen^ wir Ihnen hiermit eine Ab­schrift von dem Schluffe, welcher in Ihrer Mitthei­lung am meisten verändert ist, mit der Bitte zu, letz- tern durch Abdruck dieses Schreibens nebst Anlage zu berichtigen. *) V. v. Eck. Preiß.

Schluß der Erklärung an die Abgeordneten Preiß und v. Eck.

Ein anderer Grund unseres Unwillens ist, daß genannte Herren die Einladung zu dem vom Minister-' Präsidenten Hergenhahn veranstalteten Diner annah­men, zu welchem die Linke unserer Kammer, welche wir als die wahren Volksvertreter anerkennen, nicht eingeladen war, und ferner, daß Sie Ihren Kom- ! mittenten weder Bericht Ihres Wirkens noch der in I Berathung stehenden Fragen zugehen ließen, noch den ' Willen des Volkes kennen zu lernen sich bemühten. ! Das Vertrauen ist nicht mehr das alte und es ist tief I erschüttert, und wird bei fortgesetzter Durchführung I der eigenen Ansichten und Ideen ohne Berücksichtigung ! des Volkswillens, welcher Ihnen diese Stellung ein­geräumt hat, gänzlich verloren gehen. Wir fordern I Sie deßhalb auf, für die Zukunft mehr den Willen des Volkes zu beachten oder Ihr Mandat niederzu- I legen, im Weigerungsfälle wir gegen die Rechtsgiltig­keit der Beschlüsse Protest einlegen werden. Der He­bung unseres Vertrauens für Sie, von uns gewählte Vertreter, durch die Berücksichtigung unseres Willens entgegensetzend, verharren rc."

*) Wir entsprechen bereitwillig dieser gerechten Bitte, indem wir ^iißlcicO erklären, daß die Abänderungen der fraglichen Adresse durchaus nicht von uns herrühren, sondern daß die Adresse, so wie sie uns zu geschickt worden, ausgenommen wurde.

Die Redaktion.

Verantwortlichcr Redakteur: J. Oppermann.

Bekanntmachungen.

^ ÄekcmnimacHung.

Dienstag den 10. April l. 3 , Morgens 9 Uhr, läßt Frau J. Guyer Wittwe dahier in ihrem Wohnhause, Wilhelmstraße 9lro 28 allerlei Mobilien, als: mehrere Kanapccn und Como- den, Spiegel, Tische, Stühle, Schreibpulte und ein Kaunitz, tannene und nußbaumene Bett­stellen, Bettung, Matratzen, Wasch- und Nachtische, Kleidcrhange, Stcinkohlenkastcn, Kupfer, Zinn, Blech, Porzellan, Glaswaaren re. gegen gleich baare Zahlung versteigern.

Wiesbaden, den 24. März 1849.

Der Bürgermeister

Fischer.

(411) Dienstag, den 10. April l. J. Morgens 9 Upr läßt Herr Hofkammer­rath Kugel mann zu Wallau wegen Wohnortsveränderung in seiner Wohnung versteigern: 1 in gutem Zustand sich befindlicher Flügel, 1 dergleichen viersitzige Chaise nebst Fahr- und Reitzeug und 1 Schlitten sowie vieles Hausgerättze.

Hochheim, 2. April 1849.

Herzogl. Landoberschulttzeiserei

Vietor.

,Ut^ Nachricht für Auswanderer. ^g

Der Central - Verein für Auswanderung in K ö l n und Düsseldorf constituirt unter dem Schutze und mit Genehmigung der hohen Staats-Regierung übernimmt die Beförderung von Altswanderern über

Bremen, Antwerpen, Rotterdam St Havre

(mit und ohne Beköstigung) nad) allen überseeischen Häfen von bestimmten Sammelplätzen zu fest normirten, billigen Preißen.

Prospectus, Informationen und Preisverzeichnis) sind in unsern Geschäfts- loialen Köln, Friedrich-Wilhelmstraße Nro. 6-8; Düsseldorf, hohe Straße Nr. 914 sowie auf unsern sämmtlichen Agenturen unentgeldlich entgegen zu nennen.

J. 1 Roeder. C. Fremery. £. Spieyetthal.

Unter Bezugnahme auf Vorstehendes, diene zur Nachricht, daß an folgenden Tagen erpedirt wird:

1) von Bremen: am 1. und 15. April;

2) Antwerpen am 10. April;

3) Rotterdam am 5., 15., 22. und 30. April;

4) Havre am 1. und 15. April.

Die Abfahrt kann von Biebrich, Bingen oder Coblenz geschehen.

Ueberfatzrts-Verträge können bei Unterzeichnetem geschlossen werden. Wiesbaden, 28. März 1849.

r (380) F. W. Käsebier, concessionirter Hauptagent.

(410) Das

demokratische Lefekabineè

ist heute in dem Gasthaus zur Stadt Frankfurt in den beiden Zimmern rechts vom Eingänge eröffnet worden, wovon die Bettzeiligten benachrichtigt werden. Wiesbaden, den 5. April 1849. Die Commission.

Jacob Rieck in Frankfurt

(346) Römerberg.

Soeben ist erschienen, Ladenpreis 18 Kreuzer :

Die gekrönte Schlange

oder

Das rothe Männchen *).

Sieben Sätze, in welchen eine merkwürdige Prophezeitzung über Europa's politische Zukunft bis zum Jahre 1860 entwickelt wird. Aus einem zufällig aufgefundenen lateinischen Manuscript übersetzt von Dr. C. H.

*) Wer erinnert sich nicht dieses räthselhaften Männchens, das"ganz^roth gekleidet, beim großen Kaiser öfters gesehen wurde? Vor allen großen Begebenheiten und Schlachten hatte es mit Napoleon eine Unterredung und hätte er seinem Rathe gefolgt, so wäre der Zug nach Ruß­land unterblieben. A n in e rk. des Ueber setz ers.

(386) So eben ist in der Literarischen Anstalt in Frankfurt erschienen und zu haben:

Reimchronik des Pfaffen Mauritius,

Caput in.

Traumbuch für Michel.

Inhalt des 3. Heftes: Soldatenpredigt. Eine Geschichte aus dem badischen Oberlande. Von dem Weibe in der Wüste. Die leibgesegneten Pro­fessoren. Todtenparlament: (Gagern, Schmerling, Vinke, Welker, Basser­mann-Mathy, Radowitz, Beckerath, Peucker, Soiron, Heckscher u. s. w.) Der Augsburger-Hof (Messer, Laube, Biedermann u. s. w.) Huldigung an den König von Hannover. Die eiserne Jungfrau. Schluß.

Preis 24 Kreuzer.

(398) Das Geschäftslokal der Herz. Staats- Cassen-Direktion befindet sich von Mittwoch den 4. April an in dem Eckhans der Markl­und oberen Friedrichstraße.

(403) Ein möblirtes Zimmer, in der Lang­gasse, ist zu vermiethen; auch kanns auf Ver­langen die Kost gegeben werden. Wo? sagt die Expedition d. Bl.

Druck und Verlag der C. Ritter'schen Buchdruckerei.