der Friede abgeschlossen werden soll. Von einem Abschluß selbst enthalten sie noch nichts. An demselben Tage war daselbst eine Estafette eingetroffen, welche meldete, daß die Venetianer einen Ausfall gemacht und die Oesterreicher bei Crespino geschlagen hätten. Außerdem berichtet vom Kriegsschauplatz in Oberiialien die „Tessiner Zeitung" vom 28. März: Soeben (27.) Nachmittags 4 Uhr verlassen die österreichischen Truppen Arona in aller Eile, um sich gegen ein von Alessandria anrückendes piemontesisches Corps in Marsch zu setzen.
Neapel, 21. März. (Schw. M.1 In Eile einige Worte. Ich erhalte so eben von einem Freunde in Palermo einen Brief folgenden Inhalts, vom 16. März datirt: „In aller Eile melde ich Ihnen, daß alle Hoffnung zum Frieden durch das neapolitanische Ultimatum, das ganz Sizilien auf das Tiefste empört hat, verschwunden ist. Bevor ich das Ultimatum selbst gelesen hatte, war ich liberzengt, daß die Mehrzahl ter Bevölkerung zum Frieden geneigt war, jetzt ist cs ganz das Gegentheil und das einstimmige Geschrei Krieg, Krieg! Die französischen und englischen Diplomaten, sowie die Admirale beider Staaten spielen die traurigste Rolle von der Welt! Letztere bleiben wohl noch 6 oder 8 Tage hier. Bereits sind 3000 Mann Truppen nach Galanten abmarschirt. Ein großer Theil der hiesigen Bevölkerung, wohl 8—10,000 Menschen an der Zahl, Adel, Reiche, Arme, Priester, Mönche. Damen, Weiber, ist heute mit Piken, Schaufeln rc. an den Verschanzungswerken arbeitend; 24 — 30,000 Mann sind sogleich unter die Waffen gerufen worden. Die fremden Familien verreisen." — So scheint es, geht also der Tanz wieder los! In Neapel herrscht natürlich eine trübe Stimmung in Folge der Auflösung des Parlaments und obiger Nachrichten. Ein Depu- tirter der Kammer, Spaventa, soll, wie es allgemein heißt, hier verhaftet worden sein.
Neapel. Am 20. d. wurde der Deputirte Silvio Sparenta verhaftet und nach S. Elmo gebracht. Ebenso hat man an 60 junge Leute festgenommen, welche beschlossen hatten, Dienste bei der römischen Republik zu nehmen. Ein ähnlicher Complott wurde unter den Schweizertruppen entdeckt. 600 Schweizer, wie sich die „Alba" schreiben läßt, wollten sich eines Schiffes im Hafen von Neapel bemächtigen und in die Romagna oder nach Toskana entfliehen; allein die Verschwörung wurde entdeckt und 20 Rädelsführer füsilirt. Es soll dies böses Blut in den Schweizerregimentern gemacht haben. — Der König dringt jetzt auf Beginn des Krieges gegen Sizilien. Filangieri soll aber keine Lust haben, die Feindseligkeiten aufzu» nehmen. Gegenwärtig ist er krank, oder, wenn man dem „Courriere Livornese" glauben will, stellt er sich krank.
Palermo, 21. März. Die Liberta gibt die Streitkräfte der Sicilianer auf 15,000 Mann an, ohne die Nationalgarden. Darunter befinden sich allein 800 Franzosen. Man erwartet noch zwei Dampffregatten und 3000 Schweizer und Franzosen. Außerdem ist noch das Aufgebot in Masse decretirt.
Florenz, 25. März. Heute wurde die Constituante eröffnet. Der Tag sollte festlich begangen werde»; für den Morgen ordnete cm Programm ein kirchliches Hochamt an; dann wollte man sich in dem Saal der Deputirten versammeln, die provisprische Regierung mit einer feierlichen Ansprache die Kammern eröffnen, und Nachts sollte die ganze Stadt beleuchtet werden.
(F. I.)
Parma, 23. März. Gestern kam General Lamarmora mit 5000 Piemontesen und 12 Geschützen hier an. Heute erließ er eine Proklamation, worin er den Bewohnern von Parma für den enthusiastischen Empfang dankt und die „tapfern Parmanesen" zum tapfern Widerstand auffordert. (A. Z.)
Kranke eich.
Paris, 31. März. Der „Moniteur" enthält folgende telegraphische Depesche: Marseille, 30. März. (Der Bevollmächtigte des Ministeriums des Auswärtigen zu Marseille an den Minister in Paris.) Der französische Consul in Aleca»dnen beauftragt mich, Ihnen zu melden, daß eine anßerordentliche Beilage zur „ Bombay -Times" vom 4. März anzeigt: Die englische Armee habe laut Bulletins vom 25. Februar einen entscheidenden Sieg über die Sheiks erfochten. Dieselben haben alle ihre Zelte und Artillerie im Stiche gelassen."
— Die Nationalversammlung fuhr in ihrer heutigen Sitzung in der Berathung über die Haltung, welche Frankreich gegenüber den italienischen Vorgängen anzuuehmeu habe, fort. Nachdem Cavaignac, Thiers, Ledru-Rollin und Odilon-Barrot gesprochen hatten, wurde die von Birio proponirte motivirte und von dem Ministerium gutgeheißene Tagesordnung mit 444 gegen 320 Stimmen angenommen. Das Ministerium hat also gesiegt.
— In der vergangenen Nacht wurde in der hie- I sigcn Stadt eine bedeutende Zahl von Verhaftungen i vorgenommen.
— In Chambery, der Hauptstadt von Savoyen, und an der ganzen Grenze herrscht eine unbeschreibliche Gährung. Savoyen will sich von Sardinien losreißen und zur französischen Republik schlagen. — . Karl Albert befindet sich noch in Antibes bei Nizza.
D â n e m a r k.
— Der dänische Hof hat auf 7 Tage Trauer um den Prinzen Waldemar von Preußen angelegt.
(D. R.)
S eh w e d e ii»
Stockholm, 23. März. Erwerben ziemlich viele Offiziere namhaft gemacht, die an dem dänischen Kriege Theil nehmen werden. Von Rüstungen ist es hier ganz still.
Großbritannien.
London, 30. März. Gestern Abend um 8 Uhr war man des Feuers, welches das Olympia-Theater zum größten Theile in Asche gelegt, Meister. Das Gebäude war assecurirt.
S eh w e i z.
Bern, 29. März. Die demokratisch gesinnten Studenten der Berner Hochschule faßten Entschluß, Hrn. de Boui, Gesandten der römischen Republik bei der der Eidgenossenschaft, durch einen Fackelzng ihre innige Sympathie zu beweisen. Allei» -Nachrichten, wie die Hiobsposten, die — eine auf die andere — in Bern einliefen, mochte» den Römer in keiner großen Zuversicht erhalten über de» Stand der Dinge in Italien, besonders in Piemont. Die Kunde von einer Niederlage drängte die andere. Unter solchen Umständen wollte de Boni nicht Freudengesänge hören, und lehnte deßhalb die Demonstrationen der Studenten ab. „Während man sich in meiner theuren Heimat schlägt, während man weint," — schreibt er — „kann ich mich nicht freuen und Feste annehmen, während in Italien Blut und Thränen fließe», wären mir Gesänge und Harmonieen nicht erträglich." (K. Z.)
G r i e ch e n L a n d.
Athen, 15. März. Der alte schöne Traum von Griechenlands Ruhm und Größe taucht hier frischer und jugendlicher auf als je. Die Pforte, heißt es, soll an Rußland den Krieg erklären, sobald der Sultan von seiner Reise nach Jsmit zurückgekehrt ist. Maurokordatos und Metaras werden an die Spitze einer Nationalerhebung treten, die Thessalien, Epirus und Makedonien für das Hellas wieder erobern wird. Trikupis, von dem man glaubt, daß er nichts thut, ohne den König um seine Wohlmeinung zu befragen, hat neulich eine Rede gehalten bei der Leichenfeier des alten Notaras, der mehr als hundert Jahre gesehen und jene Revolution mit erlebt hatte, die Katharina die Große hervorgerufen und zu Grunde gehen ließ, und jene Revolution mitgekämpft, welche die Einigung der Griechen hervorgerufen, und die zum glücklichen Ende gedieh. Trikupis sprach dann in seiner Rede vom Könige, der Stütze des Landes, aber er sprach auch von der Vergrößerung des Reichs. (D. N.)
Verantwortlicher Redakteur: I., Opperman n.
Bekanntmachungen.
Verein zur Wahrung ber Volksreehte.
(408) Mittwoch, den 4. April Abends 8 Uhr Versammlung des Vereins in dem Gasthaus zu den Vier Jahreszeiten. Die Mitglieder werden ersucht recht zahlreich sich einzufinden, intern wichtige Gegenstände zur Verhandlung kommen. Der Vorstand
An den Einsender des Inserats Nro. 391 d. Bl.
(404) Ich habe mehr zu thun, als auf jeden lügenhaften Angriff, auf^jede Verleumdung zu antworten; darum dies mein Schlußwort.
(407)
Am 3. Ostertage findet im Gasthaus zum Goldenen Löwen in Dotzheim wohlbesetzte Tanzmusik statt. Es werden daselbst gute 1842t und 1846t so wie auch gute Speisen verabreicht. — Unter Zusicherung prompter und billiger Bedienung ladet der Unterzeichnete seine verehrten Gönner und Freunde höflichst ein.
Dotzheim, den 3. April 1849. Valentin Wagner.
Bad-Ems, den 31. März 1849.
Deutschkatholischer Gottesdienst wird am Char freitage und am ersten Ostertage, und zwar an diesem letzteren Tage in Verbindung mit dem heil. Abend- male, abgehalten werden. Bcidcmale beginnt der Gottesdienst um neun Uhr im bisherigen Lokale des Schützenhofes,
Wiesbaden, den 3. April 1849.
Der Vorstand
der deutsch-katholischen Gemeinde.
Ehr. Kun;.
Für die Seidenzüchter.
(406) Eier für Seidenwürmerj — Grains — können zur dießjährigen Seidenzucht bezogen werden, unter der Adresse „Filanda der Nassauischen Seidenzucht-Gesellschaft zu Wiesbaden.
Frankfurt.
Cours der S t a a t s p a p i e r e.
Schluß der Börse.
Den 2. April 1849.
pEt.
Papier |
Getb
Den 2. April 1819.
pEt.
Papier
Geld
Oesterreich
W n " ff ff ff ff ff Preußen ff Bayern
Würtemb.
Baden
ff ff __________ff__________
Metalliques Obligationen .... ff ff *
Wiener Bauk-Actien..... 500 fl. Loose........ 250 fl. Loose von 1839 .... Bethinännische Obligationen . , .
ff ff « • •
50 Thaler Prämien-Scheine . , . Staats-Schuld-Scheine â 105 . . Obligationen........ Ludwig-Kaual-Actien incl. d. v. C. Bexbacher Eisenbahn-Actien . . . Obligationen........
Obligationen........
Lotterie-Aulehen â 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . .
5
4
3
2% 3
4
4%
3% 3%
4% 3% 5
3%
75% 59% 44% 40%
1181
126% 79% 63% 73
80% 79% 45
73% 94%
90% 77
49
28%
75% 59%‘ 44 ' 39%' 1176 j 126 ‘
79 > 63 i
72
100
80% 78%;
72%' 94
_
90% 76%
48% 27%,
Darmstadt
Kurhcsscu Nassau
Frankfurt
Holland
Spanien
Polen
Sardinien
Obligationen........
Lottcrie-Aiilehen von 50 fl. , . .
25 fl. Loose........
Friedrich-Wilhelms-Nordbahn . . 40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen........ Obligationen bei Rothschild . . .
ditto 25 fl. Loose . . ,
Obligationen........
ditto von 1839 ....
ditto von 1846 ....
Taunus-Eisenbahn-Actien â 250 fl. .
Jntegr.-Obligatiouen.....
Syndicats.........
Innere Schuld neue Obligationen . Ardoins incl. 14 Eoup..... Lotterie-Loose 300 ......
ditto 500 ......
36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann
3% 4
4
5 3%
3 3% 3%
2% 3%
3
78% 86% 70% 22% 33% 27% 100 81
21 77% 92% 88%
278 49%
22%
74% 26%
77% 86% 70
22
33 27% 99% 80% 20%
77
91% 88%
275
49% 77% 21%
98 73% 25%
Cours der Wechsel. Den 2. April.
Kurze Sicht
Zwei Monat
Gold- und Silber-Sorten.
___fl-
kr.
Briefe
Geld
Briefe
Geld
Neue Louisd'or............ Friedrichsd'or............. Ducaten.............. 20 Frank-Stücke........... Holländische 10 fl. Stücke........ Englische Souverains.......... Laubthaler ............. Preußische Thaler........... Hochhaltiges Silber.......... Gering-mittelhaltiges Silber........
11
9
5
9
10
12
24
24
(Fr
5 55
38 38
4 3
30 20
ff. 3-)
Amsterdam, 100 fl. Ert. . . . Augsburg, 100 fl. Ert. . . . Berlin, 60 Thlr. ..... Bremen, 50 Rthlr. in Louiod'or. Hamburg, 100 Mrk, Bco. . . . Leipzig/60 Thlr......
„ in der Messe .... London, 10 Livr. St..... Lyon, 200 Fr....... Paris, 200 Fr....... Mailand, 250 Lir. Austr. . . . Wien, in 20r 100 fl. C.-M. . . Disconto........
119%
98%
100%
105% 98% 88
105%
120% 95% 95%
104%
—
10.)%
87%
120%
1%
Druck und Verlag der C. Ritter'schen Buchdruckerei.
(402) Eine' freundliche Wohnung ist in der Langgasse zu vermiethen und kann am 1. Juli bezogen werden. Wo? sagt die Expedition q. Bl.
(4o3) Ein möblirtes Zimmer, in der Langgasse, ist zu vermiethcn; auch kann auf Verlangen die Kost gegeben werden. Wo? sagt die Expedition d. Bl.
(405) Ein braves, in' allen Arbeiten gewandtes Mädchen, im Herzogthum Nassau, wünscht mit einer Herrschaft nach Amerika zu gehen. Näheres bel der Expedition dieses Blattes.
(388) In der Nacht vom 17. auf den 18. I. M. wurde zu Schierstein ein starker Fischer- nachen entwendet.
Derselbe war an der Spitze des Hintxr- theils mit „L W. Schierstein" durch Einschnitt gezeichnet.
Es wird versucht, dem unterzeichneten Amte anzuzeigen, wenn etwa der Nachen aufgefunden wird, und den jetzigen Besitzer zu benennen.
Wiesbaden, d. 29. März 1849.
Herzog!. Nass. Amt
Naht.
(397) Ein dreijähriger Hengst-Esel, welcher Kindern unter 12 Jahren zum Reiten und Fahren auf dem Schulgang diente und sehr fromm ist, wird billig auf dem Bergerhof bei Holzappel verkauft.
(400) Seidenstoffe, gewirkte Cliales, JVIousslines de laine, Ja canas, Voiles da Word. Kattune, Lin- non Vücher, Foulards etc. in großer Auswahl und, in den neuesten Dessins empfiehlt A. •ßttttfj.