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trirt haben, mit der Görgei seine genialen Züge aus- führte.

Mit einem Wort: die Kaiserlichen erleiden überall Niederlagen, und was ihnen fehlt, um die magyarische Revolution zu erdrücken, ist weiter nichts, als 50 60,000 Russen!

Was aber dem ganzen ungarischen Revolutions­krieg eine andere Wendung geben und ihn in einen europäischen Krieg verwandeln kann, das ist außer der slavischenzVewegung, außer dem italienischen Kriege die türkische Angelegenheit. Die Türkei ist der wun­deste Fleck Europa's; Bewegungen in der Türkei bringen sofort England und Frankreich mit Rußland in Kolli­sion. Und die Türkei scheint jedenfalls gegen die russischen Uebergriffe in den rumänischen, und Oie russischen In­triguen in den slavischen Donauprovinzen sich in Be­wegung setzen zu wollen.

In Folge der Siege Bems sind aber­mals 20,000 Russen in Siebenbürgen ein- m a r s ch Lr t.

Aus Siebenbürgen bringen die neuesten Nachrich­ten die Bestätigung des Sieges der Magyaren. Bem hat in Hermannstadt das Generalkommando-Gebände sowie die Wohnung des sächsischen Grafen zusammen­schießen lassen, hierauf die Nationalgarden mit Kar­tätschen angegriffen und verjagt, und sodann die Stadt durch zwei Stunden plündern lassen. (N. Rh. Z.)

Italien.

Triest, 23. März. Es geht das Gerücht, daß eine Venetianische Flotitte in Malamocco geankert sei, welche die sardinische Flotte erwarte, um mit dieser vereint gegen hier und Istrien operiren zu können. Diesmal scheinen sie ernstlich an einen Angriff und an eine Landung zu denken; es heißt, daß eine Menge Transportschiffe (man spricht von 25 bis 30) sich ebenfalls bei Malamocco befinden, um 5000 Mann Landungstruppen an Bord zu nehmen. Hier wird an den neuen Batterien eifrig gearbeitet, fast täglich kommt Militär an, so gestern ein Bataillon Gräiizer, welches theils hier bleibt, theils zum Observationskorps in Istrien abgeht. Bei Zengg bildet sich eine starke Re­serve, um sich, je nachdem es die Umstände erheischen, auf hier und Istrien oder auf Dalmatien zu werfen.

(A. Z.)

Die Oesterreichs stehen nun auf sardinischem Boden. Zwei Gefechte haben am 21. März stattge­habt; in dem einen haben die Piemontesen das Feld behauptet (sie selbst sprechen sogar von 1500 Gefan­genen), in dem anderen sind sie nach mehrstündigem Kampfe zurückgedrängt worden. Das Ergebniß dieser Schlacht ist, daß die Oesterreicher in Mortara einge­rückt sind und von da am 22. März den Marsch auf Vercclli an,getreten haben. In den nächsten Tagen muß es zu entscheidender Schlacht kommen. In Turin wollte man am 23. März Abends wissen, sie sei be­reits geschlagen worden; der Herzog von Genua habe einen glänzenden Sieg über die Oesterreicher erfochten, 12,000 derselben seien in der Nähe von Turin von drei piemontesischen Abtheilungen umzingelt und gefangen genommen worden und dergleichen. In der französi­schen Nationalversammlung sprach man dagegen am 27. März von der völligen Vernichtung der piemon- tesischen Armee und dem Marsche Radetzky's auf Turin. Man wird recht thun, sein Urtheil hierüber vorläufig zu suspendiren. Aus Modena reichen die Nach­richten bis zum 18. März. An diesem Tage war der Herzog nach Brescello abgegangen. Er hatte alle seine Kostbarkeiten mitgenommen: Gemälde, Edelsteine, selbst die werthvollsten Manuscripte der Bibliothek. Der österreichische Commandant erließ darauf eine drohende Proklamation, in welcher er vor aufrührischen Bewe­gungen warnte. Die Stadt blieb indeß ruhig; die Kanonen der Citadelle gaben den Erklärungsgrund dazu.

Daß Romarino Verrath geübt hat, ist nach einer Korrespondenz des Constitutionnel außer Zweifel. Er hatte mit der lombardischen Division den Auftrag, von Vigevano aus die Oesterreicher am Uebergang über den Tessin zu hindern. Er schickt ein Bataillon Schützen, die den Fluß besetzen. Ein österreichisches Regiment präsentirt sich am 20. Morgens und wird während 5 Stunden, von 510 Uhr Morgens, zu­rückgehalten. Inzwischen ist statt des Regimentes eine ganze kaiserliche Brigade von Tessin angekommen. Der lombardische Bataittouschef Manara erstaunt, sich noch immer ohne Succurs zu finden, zieht sich auf Vige­vano, Hauptquartier der Division, zurück. Vigevano ist von den Truppen Romarino's verlassen. Die Lom­barden ziehen sich immer weiter zurück und stoßen end­lich auf ein piemontesisches Korps, dem sie sich an­schließen können. Während dieser Zeit hatte Roma­rino seine Division Märsche unternehmen lassen, die mit den ihm ertheilten Befehlen im schreiendsten Wider­spruch standen. Er wurde indeß noch denselben Tag verhaftet und wird hoffentlich erschossen werden.

(N. Nh. Z.)

^stotö, ,27. März. Morgen stellt sich Proudhon vor die Assisen wegen seines berüchtigten Artikels im Peuple gegen den Präsidenten Bonaparte. Viele Ar­beiter wollen den Debatten beiwohnen; Grund genug, um Hrn. Carlier in Schrecken zu setzen. Man spricht von großen Vorsichtsmaßregeln um den Justizpalast herum. Peuple hat sechs schwebende Prozesse. (M.Z.)

, Parrs, 28. März. Die Nationalversammlung fuhr in ihrer heutigen Sitzung in der Berathung des Budgets fort. Im Laufe der Debatte bestieg Odilon Barrot die Tribüne, der Versammlung folgende zwei Depeschen, welche der Regierung aus Turin vom 27. März, Morgens 2 Uhr zugekommen waren, mit- theilend:

Erste Depesche.Der französische Minister in Turin an den Minister des Auswärtigen in Paris. Die piemontesische Armee ist bei Novara geschlagen und in die Gebirge von Borgomanero zurückgeworfen worden. Die Oesterreicher besetzten Novara und Ver- celli. Es scheint außer Zweifel, daß der König Karl Albert zu Gunsten des Herzogs von Savoyen abge­dankt hat. Letzterer hat noch keine Depeschen nach Turin geschickt. Die Negierung in Turin hat den englischen Gesandten Abereromby und mich (Bois-le- Comte) ersuchen lassen, den 'Abschluß eines Waffen­stillstandes zum Schutz der Stadt Turin von Radetzky zu erwirken. Wir haben uns ihr zur Verfügung ge­stellt und erwarten ihre Befehle. Turin ist ruhig.

Zweite Depesche. Nizza, 28. März, 5 Uhr Morgens. Diese Depesche meldet der Regierung in Paris, daß Karl Albert, nachdem er zu Gunsten seines Soh­nes, des Kronprinzen Herzogs von Savoyen abge­dankt, in Nizza eingetroffen sei und sich auf das Gebiet der französischen Republik begebe. Die Armee ist bei Novara geschlagen worden. Doch blieb ihre Ehre unverletzt." Odilon Barrot begleitete diese Mittheilung mit folgenden Worten: So überraschend schnell dieser Ausfall erscheinen mag, kommt er doch nicht ganz unvorhergesehen. Obwohl bei dieser Ge­legenheit die piemontesische Negierung die weisen Rath­schläge der Negierung der Republik unerhört ließ, so sind wir doch nichtsdestoweniger entschlossen und ent­schieden (resolus et décidés), die Rechte und In­teressen Frankreichs durch Aufrechthaltung des piemon­tesischen Gebietes zu wahren.

R u ß l a n d.

Von der russischen Grenze, 21. März. Unter diesem Datum wird derOstsee-Zeitung" geschrieben:

Die Peter-Pauls-Festung ist bekanntlich das Schatz­haus des Czarenreiches, in welchem die Gold- und und Silbersäcke stehen, die dem Papiergelde, mit wel­chem das Land überschwemmt ist, als Sicherheit dienen. Von Zeit zu Zeit melden die Petersburger Blätter dem staunenden Volke von den neuen Millionen, welche in die Festung transportirt werden sollen; die letzte Ankündigung in der Art erfolgte im Herbste v. I, wo 4/2 Mill. Rubel in Silberbarren und Goldmün­zen nach Peter-Paul gebracht wurden. Damals blie­ben in der kaiserlichen Kredit-Erpedition noch über 5 Mill, baar zurück, seitdem sind aber an diese Behörde so bedeutende Ansprüche gemacht worden, daß kürzlich aus dem Gewölbe der Festung zum zweiten Male seit dem Sommer v.J. und zwar 5 Mill, wieder entnommen wurden. Dadurch ist der vorhandene Baarschatz auf 102/2 Million gefallen. Wit diesem scheinbaren Reichthume Rußlands ist es inzwischen nicht weit her. Ein wohlunterrichteter Mann gibt uns dar­über bemerkenswerthe Aufschlüsse. Als im Jahr 1847 Rußland so großmüthig dem Auslande seine edlen Metalle schickte, begann alsbald das Silber aus dem inländischen Verkehr zu schwinden. Im Falle eines Krieges würde die ganze ungeheuere Papierzirkulation sich zu den Metallkassen drängen, und dann würde sich zeigen, daß Rußland für seine Schulden keine Bürgschaft besitzt. Die sibirischen Bergwerke geben bei gewissenloser Verwaltung einen sehr unbedeutenden Ertrag, und was den Reichsschatz in Peter-Paul an­langt, so glaubt in Rußland Niemand an dessen Eri- stenz. Unser Gewährsmann sagt:Ich habe in Mos­kau und Petersburg mehre augesehue und keineswegs regierungsfeindliche Männer in Betreff jener mysti­schen Millionen gefragt; man gab mir zur Antwort: Papier möge wohl da sein, aber kein Geld. Als ich nun einwandte, daß ja bei den jährlichen Umzügen aus der Festung in die Münze und umgekehrt, Männer des Handelstandes herbeigezogen worden wären, damit sie sich mit eigenen Augen von dem Vorhandensein des Geldes überzeugten, entgegnete inan mir: Ja, man hat uns einen oder zwei Säcke geöffnet, was aber in den übrigen war, wissen wir nicht."

Ueber die Niederlage der Piemontesen.

DerNeuen Rheinischen Zeitung." entnehmen wir folgendes: ä

Der Verrath Romarino's hat seine Früchte getra­gen. Die piemontesische Armee ist bei Novara voll­ständig geschlagen und nach Borgo Manero, an den Fuß der Alpen zurückgetrieben. Die Oesterreicher haben Novara, Vercelli und Trino besetzt und die Straße nach Turin steht ihnen offen.

Es fehlen bis jetzt alle näheren Angaben. So viel aber steht fest, daß ohne Nomarino, der den Oester­reichern erlaubte, sich zwischen die verschiedenen pie­montesischen Divisionen zu drängen und einen Theil derselben zu isoliren, der Sieg unmöglich war.

Daß Karl Albert ebenfalls Verrath geübt hat, kann nicht bezweifelt werden. Ob aber bloß durch Vermittelung Romarino's oder auch sonst noch, wer­den wir erst später erfahren.

Romarino ist derselbe Abenteurer, der, nach einer mehr als zweideutigen Laufbahn im polnischen Kriege

a^ dem Savoyerzuge 1834 an dem- * , Sache einen ernsthaften Charak-

'"' bcr ganzen Kriegskasse verschwand. 12000%^a<S ^m Er-Hekzvg von Braunschweig für S^ ' Plan zur Eroberung Deutsch-

Snbuftneller nur angestellt werden konnte, beweist wie sehr Karl Albert, der die Repu- bllkaue: von Genua und Turin mehr fürchtet, als b^Oestretcher, von vorn herein schon auf Verrath

Daß man nach dieser Niederlage eine Revolution und die Proclamirung der Republik in Turin erwar­tet, geht daraus hervor, daß man ihr durch die Ab­dankung Karl Albert's zu Gunsten seines ältesten Sohnes vorzubeugen versucht.

Die Niederlage her Piemontesen ist wichtiger als alle deutsche Kaiserpoyen zusammen. Sie ist die Nie­derlage der gesammten italienischen Revolution. Nach der Besiegung Piemonts kommt die Reihe an Rom und Florenz.

Aber wenn nicht alle Zeichen trügen, so wird ge­rade diese Niederlage der italienischen Revolution das Signal sein zum Losbruch der europäischen Revolution. Das französische Volk sieht in demselben Verhältniß, als es im Innern des Landes von der eigenen Contre- revolution mehr und mehr geknechtet wird, die bewaff­nete Contrerevolution des Auslandes seinen Gränzen näher rücken. Dem Junisieg und der Diktatur Ca- vaignac in Paris entsprach der siegreiche Marsch Ra­detzky's bis an den Mincio; der Präsidentschaft Bo­naparte, Barrot und dem Clubgesetz entspricht der Sieg bei Novara und der Marsch derOestreicher an die Alpen. Pa­ris ist reif zu einer neuen Revolution. Savoyen, das seit einem Jahr seinen Abfall von Piemont und seinen Anschluß an Frankreich vorbereitet, das sich sträubte, am Kriege sich zu betheiligen, Savoyen wird sich Frankreich in die Arme werfen wollen; Barrot und Bonaparte müssen es zurückweisen. Genua, vielleicht Turin, wenn es noch Zeit ist, werden die Republik proklamiren und Frankreich's Hülfe anrufen; und Odilon-Barrot wird ihnen gravitätisch zur Antwort geben, er werde die Integrität des sardinischen Ge­biets zu schützen wissen.

Aber wenn das Ministerium es nicht wissen will, das Volk von Paris weiß es, daß Frankreich die Oesterreicher in Turin und Genua nicht dulden darf. Und das Volk von Paris wird sie dort nicht dulden. Es wird auf die Italiener durch eine siegreiche Erhe­bung antworten, und die französische Armee, die einzige in Europa, die seit dem 24. Februar nicht auf offenem Schlachtfelde stand, wird sich ihm an# schließen.

Die französische Armee brennt vor Begirde, die Alpen zu überschreiten und sich mit den Oesterreichern zu messen. Sie ist nicht gewohnt, einer Revolution entgegenzutreten, die ihr neuen Ruhm und neue Lor­beeren verheißt, die mit der Fahne des Krieges gegen die Coalition auftritt. Die französische Armee ist nicht Mein herrliches Kriegsheer."

Die Niederlage der Italiener ist bitter. Kein Volk, außer den Polen, ist so schmählich von der Gewalt übermächtiger Nachbarn erdrückt worden, keins hat so oft und so muthig versucht, den £)riqf abzuschütteln. Und jedesmal muß dieses Volk seinen Unterdrückern wieder erliegen; das Ziel aller Anstrengungen, aller Kämpfe ist nichts als neue Niederlagen! Aber wenn diese Niederlage eine Revolution in Paris zu Folge' hat und den europäischen Krieg zum Ausbruch bringt, dessen Vorzeichen an allen Ecken und Enden sich zeigen; wenn sie der Anstoß ist zu einer neuen Bewegung über den ganzen Kontinent, einer Bewegung, die dies­mal einen andern Charakter haben wird als die des vorigen Jahres dann haben selbst die Italiener Ursache sich dazu Glück zu wünschen.

Erläuterung

zu der Erklärung des Abgeordneten Schmidt in No. 70 der nass. allg. Zeitung.

Wie arg auch die wohlwollendste, noch so deutlich vorlie­gende Absicht verkannt und mißdeutet werden kann, davon hat Hr. Schmidt in der rubr. Erklärung einen neuen Beweis ge­liefert. Wir hatten doch den Hrn. Schmidt in Nr. «3 dieser Zeitung so freundlich und liebevoll gegen den Verdacht in Lchutz genommen, als triebe derselbe Wilddieberei, gesagt, Hr. Schmidt sei kein Hexenmeister, und weil wir denn sehr schreibselig sind, noch einigenaive" Bemerkungen hinzugefügt, und nun meint dieser, wir hätten bloß einen Witz machen wollen, und weil er das meint, so meint er weiter, er müsse auch einen Witz machen-

Wir können ihn weder in seiner Meinung noch in seinem Witzemachen stören; allein das glauben wir ihm doch für seinen Witz schuldig zu sein, daß wir' einige erläuternde Bemerkungen hinzufügen, um die pointe seines Witzes besser hervorzuhebeu. Wir hatten einst in Gesellschaft einiger Herren von N., worunter der Prokurator C., im Scherze geäußert, ein Schneider habe uns aus Amerika vertrieben, indem er eine Stelle gekapert, die wir gerne gehabt hätten; und nun geht dahier im Volke die Sage um, wir seien in der Konkurrenz nm diese Stelle in der Probepredigt dem Schneider unterlegen. Ist das nicht wunderlich!" Ein Schneider kann Pfarrer werden, aber ein Kohlenhändler kann nicht Deputirter werden! Wir hatten ferner jüngst in Gesellschaft des Prokurators C. zu N , des Forsiver- walters B. daselbst und des Pfarrers B. von N. im Wirths- Hause des Herrn B. zu N. deu Satz vertheidigt, daß die Sitten- lehre auf ihrer eigenen Basis ruhen müsse, und nicht aus dem, was selber erst zu erweisen sei, und am besten eben aus der Sittenlehre erwiesen würde, und nun sind wir,da das DHem einer Gottheit noch nicht erwiesen ist," ein Gottesleugner.

Nein, Hr. Schmidt, solche Böcke schießen wir allerdings nicht, allein darin haben wir einen ganz gewaltigen Bock ge> schossen, daß wir glaubten, Sie würden unsere so deutlich am gesprochene Absicht nicht verkennen, nicht naiv finden, was unser