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Zusammentritt der nassauischen Kammer haben wir Unterzeichnete stets das Wirken der von uns gewählten organischen Vertreter unserer Rechte und Willens be­obachtet; aber zu unserm großen Leidwesen und ge­rechtem Unwillen aus den Kammerverhandlnngen ersehen, daß genannte Herrn mehr zu Gunsten der Regierung denn ihrer Commitenten gestimmt haben. Besonders fand sich dieses bei der Berathung der Zehntfrage und der Kreisrathswahlen. Ein fernerer Grund unseres Unwillens ist, daß bezeichnete Herren, die Persönlichkeit des Ministerpräsidenten Hergen Hahn unterstützten; indem sie die Einladung zu dem, von demselben ver­anstalteten Diner annahmen, von welchem die Linke unserer Kammer, welche wir als die wahre Volksver­tretung anerkennen, ausgeschlossen waren.

Ferner, daß sie ihren Commitenten weder Bericht der in Berathung stehender Fragen, noch ihres Wirkens zugehen ließen; überhaupt den Willen ihrer Commi­tenten kennen zu lernen sich nicht bemühten.

Wir fordern deßhalb bezeichnete Herren auf, künftig entweder mehr nach dein Willen Derer zu handeln, welche Ihnen diese Stellung eingeräumt, oder Ihr Mandat niederzulegen; im Weigerungsfall wir gegen die Rechtsgültigkeit aller zukünftigen Beschlüsse Protest einlegen werden. Folgen 1,11!) Unterschriften.

LPC. Frankfurt, 29. März. Täuschen wir uns nicht ungemein, so ist die National-Versammlung in eine ganz neue Periode ihrer Thätigkeit mit der Kaiser­wahl eingetreten. Permanenzerklärung, Sclbstpublika- tion ihrer Beschlüsse, nichts schreckt sie mehr, sie steht an der Schwelle des Wohlfahrtsausschusses und des von ihr so gefürchteten Convents. Machte ja gestern schon eines der konservativsten Mitglieder der Ver­sammlung in seiner Partei den Vorschlag, Commissäre unmittelbar nach allen Regierungen zu entsenden, welche, die Verfassung in der Hand, deren Anerkennung er­zwingen sollten! Vergessen wir indeß nicht, daß die Versammlung in diese Bahn hineingedrängt wird. Der Reichsverweser hat gestern Abend, unmittelbar nach der Kaiserwahl sein Amt niedergelegt. Das Bureau der Versammlung nebst dem Reichs-Ministerium wurde zu ihm geladen; aber nur Einzelne, Gagern, Mohl, Simson, Kirchgeßner, Jucho vorgelassen. Der Rcichsverweser erklärte seinen Entschluß, ohne Weiteres abzudanken. Man drang in ihn, zu warten. Er nahm endlich eine Stunde Bedenkzeit an. Die Herren er­warteten diese Stunde im Ministerium. Als sie wie­der zum Reichsverweser gingen, begegneten sie den Herren Heckscher und Schmerling. Im Vorzim­mer überreichte der Adjutant Hrn. von Gagern ein versiegeltes Paket: Seine Hoheit seien zu erschöpft; dies enthalte seine Antwort. Man sieht, Hr. Schmer­ling liebt die Einfachheit.

Die Folgen dieses Rücktrittes müssen sich heute noch zeigen. Das Ministerium eristirt nicht mehr; die Reichsversammlung hat überhaupt durch den Rück­tritt des Reichsverwese-rs gar keine Executive mehr. Sie muß einen Vollziehungs-Ausschuß auf­stellen. Dieses will Herr Schmerling. Sein jetziger Plan ist einfach der, die Verfassung und die nachfol­genden Beschlüsse der Nationalversammlung so demo­kratisch zu versalzen, daß die Regierungen das vorge­setzte Gewicht nicht annehmen können. Daraus erklärt sich die Abstimmung über das suspensive Veto, über das Wahlgesetz. Letzteres wurde fast einstimmig angenommen; es war auch eine der Bedingungen, durch welche derWeidenbusch" die Renitenten gegen den Welcker'schen Antrag für den Erbkaiser gewonnen hatte.

Sagen wir noch Einiges von der gestrigen und heutigen Sitzung. Mögen auch Oberamtszeitung, Deutsche Zeitung und andere von dem erhabenen Mo­mente, der feierlichen Stille rc. sprechen; es ist nicht wahr! Wer sich der Wahl des Reichsverwe- sers erinnert, der wird wissen, daß dort eine tiefe

den traurig ernsten Rakozymarsch; er sammle um sich 10, 20, 50, 1001000 Menschen, wie viel er vermag, und führe sie gegen Veßprim ; in der Gegend Veßprims soll sich das ganze magyarische Volk versammeln, so wie sich die auferstandene Menschheit am Tage des Gerichts versammeln wird und dann gegen den Feind!

Singet den heiligen Gesang, den ihr kennt:

Erhalte Gott unser Land,

Unser magyarisches Vaterland,

Vernichte unsere Feinde,

Die uns verfolgen I"

Auf! auf! zu den Waffen! Mit uns ist Gott und die Gerechtigkeit!

(In den letzten Tagen des Septembers 1848.)

(Lucifer.)

Stille herrschte , eine religiöse Weihe drückte der gan­zen Wahlhandlung den Stempel des Erhabenen auf. Die Kaiserwahl zeigte-davon keine Spur es war eine Pflicht, die selbst von der kaiserlichen Partei ge­drückten Gemüthes erfüllt wurde. Jeder mußte süh- leitt daß diese Wahl, die keine Wahl war, nur zu schweren Verwickelungen blutiger Art oder zu schimpf­lichen Lösungen führen könne, und jeder dieser Ausgänge ist drückend.

In der heutigen Sitzung löste sich die reichsver- weserliche Verwickelung. Der Erzherzog hatte sich be­wegen lassen, der Abvankung die Phrase zuzufügen: er werde indeß bleiben, so lange die Wohlfahrt Deutsch­lands es erfordere. So sind denn Vie Hoffnungen auf einen Professorenconvent wieder in die Ferne ge­rückt.

Schmerling ist definitiv entlassen, sein Nachfolger- ist ein Graf Nechberg. Das Präsivium war so un­gemein von Candidaten um rothe Adlerorden bestürmt worden, daß cs fich genöthigt sah, die Zahl der De­putations-Mitglieder zu vermehren. Wie natürlich mußten die Herren Reh, Zell, Löwe von Calbe, und andere Mitglieder der Kaiserpartei neuen Da­tums doch durch ein gnädiges Lächeln der ihnen be­sonders zu Dank verpflichteten Majestät belohnt wer­den. Die Deputation wird morgen über Cöln, Braun­schweig und Hannover, mit Gemächlichkeit ihrem Ziele entgegengreifen, damit bis zu ihrer Auskunft der nö­thige ^Eourierwechsel zwischen Olmütz und Berlin statt- finden könne.

Frankfurt, 29. März. Gestern war großes kaiser­lich preußisches Nachtessen und Gesellschaft im Gasthof zum römischen Kaiser. Ein Deputirter, Hr. Wenz er; (kennt ihn Jemand?) gab dieses Fest; bei selbem wurde unter schattendem Gelächter ein Hoch auf die vier öster­reichischen Deputaten ausgebracht, die Dendeutschen Kaiser" gemacht haben.

Frankfurt, 29. März. Die erbliche Kaiserwürde ist mit einer Mehrheit von 4 Stimmen, d. i. 200,000 Seelen bestimmt worden! Eine schlagende Aehnlich- kcit mit den 7 Millionen Wählern Louis Napoleons! In andern Parlamenten müssen bei einer Majorität von 4 Stimmen Minister abdanken , hier macht man Kaiser damit! Ce bon deutscher Michel! (Fr. Z.)

Kassel, 23. März. Das Hauptstreben der preu­ßischen Erbkaiserlichen ist jetzt, die Oestreicher aus dem Parlament zu bringen, und Nichts ist widerwärtiger, als das Pathos, mit dein sie gegen die Gewaltschritte der österr, Regierung deklamiren, während sie Preußen, was ungefähr dasselbe that, bis in den Himmel er­heben. Bei uns hat fich Hr. v. Sybel zum Organ dieser Mannöver gemacht.Weil Oesterreich eine Ver­fassung octroyirt und ohne Wissen und Willen (?) der Eentralgewalt (?) Deutsch-Oesterreich und die übrigen Länder zu einem untheilbaren Reiche verbunden hat, weil die Verfassung auf die Grundrechte keine Rück­sicht nimmt und weil die deutsch-österreichischen Pro­vinzen diese Verfassung angenommen haben, so erklärt die kurhessische Kammer es für eine schimpfliche Ver­letzung der deutschen Selbstständigkeit und Freiheit, daß österr. Abgeordnete in Frankfurt sitzen und legte Protest gegen ihre fernere Mitwirkung ein. Der deutsche" Hr. v. Sybel und die Weise Kammer, welche diesen Antrag in Erwägung zog! Hatte der gute Mann nur uicht vergessen, daß der König von.Preußen das Ministerium Brandenburg behielt, weil die National- Versammlung cs entfernt wissen wollte, daß er die Verfassung octroyirte, weil die National-Versammlung dem Volke die errungene Rechte garantirte! Und ent­deckt der grundrechtliche Hr. v. Sybel etwa in Hrn. Manteuffels neuesten Vorlagen, welche die Preßfrei­heit und das Vereinsrecht vernichten, viel Rücksicht auf die Grundrechte? Wahrlich nichts lächerlicher und unverschämter, als diese Dokrinärs, die sich durch Bra- marbasiren gegen Oesterreich zu Gunsten von dessen Mitschuldigen Preußen die Bürgerkrone für Freiheits- und Vaterlandsliebe gewinnen möchten. Und heimlich zittern sie vor dem Zerfall der Gesammtmonarchie und der Dynastie Habsburg, obgleich sie konsequent darüber jubeln müßten, wenn eben ihr Zorn über die Verletzung der Freiheit ein sehr erheuchelter wäre. (N. D. Z.)

Kassel, 27. März. Da haben wir's! Der Kur­fürst ließ der Ständeversammlung heute durch ihren Präsidenten rund heraus erklären,daß er nach sorg­fältiger Erwägung aller Verhältnisse eine Verringerung der Hofdotation um so weniger zu billigen vermöge, als er in einem solchen Zugeständnisse einen weseut- lichen Vortheil für die Wohlfahrt des Landes nicht erblicken könne!" Die Wohlfahrt des Landes erheischt.also, daß das arme Volk dem steinreichen Kurfürsten jährlich 300,000 Thlr. zahlt! Und unsere getreuen Volksrepräsentanten, was beschlossen sie nach diesem allerhöchsten Fußtritte? Zur Wahrung der Wohlfahrt des Landes bewilligten sie ohne Weiteres die Civilliste von 300,000 Thlrn. für 1849! Natürlich verkrochen sie sich hinter derErwartung", daß das Ministerium, der permanente Ausschuß und die zukünftige Ständeversammlung unablässig auf eine Verminderung der Hofdodation hinwirken werden. Vom Ministerium und dem Ausschusse etwas zuerwarten", dazu gehört ein Glaube, wie ihn nur konstitutionelle blinde Hessen haben können; bis zur neuen Stäudever- sammlung aber ist's noch lange hin. Indeß muß das Land die Hofdodation zahlen und zu den 300,000 kurfürstlichen Thalern kommen neue schwere Opfer,

denn da die Aufregung über dieses neue konstitutionelle Vereinbarungsstückchen im Volke groß ist, so soll die gesummte Reserve einberufen und auf den Kriegsfuß gestellt werden." Sind das nicht lachende Aussichten zur Hebung derWohlfahrt des Landes," welche der Kurfürst, um mit den Schlußworten seiner heutigen Antwort zu reden,unter dem Beirathe seiner Mi­nister und der verfassungsgemäßen Mitwirkung der treuen Landstände nach Möglichkeit zu fördern auch ferner bestrebt sein wird!" (M. Z.)

Berlin, 2s. März. Die Adresse der zweiten Kammer ist heute im Ganzen mit der überraschenden Majorität von 41 Stimmen (186 gegen 145) ange­nommen worden und somit das Schauspiel, welches die Debatten darüber gaben, beendet worden.

In der ersten Kammer wurde eine Interpellation des Herrn Milde über die in 2 großen Lagern an der polnischen Gränze vorgeschobenen russischen Trup­pen von dem Minister des Auswärtigen beantwortet. Hr. von Arnim entgegnete nämlich, daß auch er viel in den Zeitungen von russischen Rüstungen und dem Vorrücken der Garde aus Petersburg an die preußische Gränze gelesen, er habe jedoch Nachrichten, daß solche Truppensendungen in der Neuzeit nicht stattgefunden und nur die Truppen, welche in Polen ständen in, kleinere Städte dislocirt seien. In den Verhältnissen zwischen Preußen und Rußland habe keine Veränderung stattgefunden. Es sei von zwei großen Lagern bei Warschau und Kalisch die Rede, diese hätten jedoch nur Verproviantirungszwecke wie er glaube, und dergleichen Zusammenziehnngen fänden jährlich statt. Weiter sei ihm nichts bekannt. Die Sicherheitsmaßregeln unserer Regierung betreffend, sei kein Grund zu besorgen, daß die russischen Truppen gegen uns gerichtet sein sollten. Sollte solcher Fall dennoch sich ereignen, so glaube die Regierung, daß ihre militärische Organisationen hinreichen werden, um jedem Eindringen mit Nachdruck zu begegnen. (F.J.)

Berlin, 28. März. Endlich kommen wir ins Klare. DerPreuß. Staatsanzeiger" enthält heute folgende halboffizielle Notiz: Zur Berichtigung der von mehreren Seiten im Publikum verbreiteten Nachrich­ten über eine Verlängerung des Waffenstillstandes bis zum 15. April setzen wir uns in Stand gesetzt zu mel­den, daß die königlich dänische Regierung sich dahin erklärt hat, bis zum 3. April die Waffenruhe in jeder Beziehung faktisch fortbestehen zu lassen.

Wien, 25. März. Die Nachricht von der Ein­nahme von Hermannstadt durch die Insurgenten unter Bem, macht hier einen unbeschreiblichen Eindruck. Jedermann fragt sich, wo waren denn die Rus­sen? Die erste Nachricht kam von unserm Gen.-Con- sul Timoni, über Bukarest, und bis heute fehlen noch weitere Berichte des General Puchner. Man fürchtet Rückwirkung auf Ungarn, wo die ungünstige Witte­rung (wir haben nämlich seit gestern fußhohen Schnee) auf die Operationen der Armee wesentliche Hindernisse darbieten dürfte.

Wien, 25. März. Es ist heute ein Gesetz erschie­nen, das allen Handel mit den Kunstwerken, die jetzt in Rom, Florenz und Venedig wegen der bedrängten Finanzlage dieser Republiken und der zur Führung des Unabhängigkeitskampfes erforderlichen Summen, zum Verkaufe ausgeboten werden, auf's Strengste ver­bietet. (N. Nh. Z.)

Lt n g a <m

An der Wiener Börse lief am 24. das Gerücht, das seit drei Tagen heftig bombardirte Komorn habe kapitulirt. Wäre das der Fall, so würden wir es, wie denSieg" von Kapolna, zuerst durch offizielle Berichte, nicht aber durch Börsenpuffs erfahren.

Aus dem Banat erfahren wir nur die von Wiener und Olmützer Blätter gemachte Mittheilung, daß Baja an der Donau von 4000 Magyaren am 18. besetzt worden ist. Baja liegt im Bacser Komitat, also in der prätendirten serbischen Wojvodovina, auf gleicher Höhe mit Theresianopel (Subotitza), von dem es etwa 8 Meilen entfernt ist. Die Garnison ist über die Donau gegangen, d. h. in's insurgirte Tolnaer Komi­tat; sie sucht dem auf Dampf- und Schleppschiffen herankommenden Obersten Horvath entgegen zu gehen, der die Donau von den Guerillas reinigen soll. Man wird aber wohl nie mehr etwas von ihr hören, da die Insurgenten sie wohl schon längst in Stücke gehauen haben.

Aus den slovakischen Gebirgen hört man, daß . Perczel jetzt an der Spitz der dort organisirten Guer- rillas steht, von denen schon mehrfach die Rede war. Man schreibt der Schles. Zeitung vom 22. ans Wien, daß er neulich bei Tyrnau, 5 Meilen von Preßburg und 11 von Wien stand, und erstere Stadt bedrohte. Von dort ist er indeß nach Neitra zurückgegangen und zieht sich jetzt der mährischen Gränze zu, um Olmütz zu bedrohen. Ueberall insurgirt er die Slovaken, be­waffnet und organisirt Guerillas. Alle Dörfer und Ortschaften, welche Rekruten zur k. k. Armee gestellt haben, werden von ihm gebrandschatzt; alle jene Geist­lichen, welche früher im Einverständnsse mit Hurban standen, läßt er aufhängen.

Man sieht, wie wenig die sogenannte slovakische Deputation, die, Hurban an der Spitze, neulich in Olmütz war, die Slovaken vertritt, und wie sehr diese vielmehr mit den Magyaren halten. Binnen Kurzem dürfte Perczel hier dieselbe furchtbare Macht konzen-