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Von 5 Uhr früh bis 8 Uhr Abends, über 260 Bom­ben geworfen, wobei sich die Belagerten sehr passiv , hielten, am 19. war die Stadt schon in Schutt ver­wandelt, und heute soll das große Belagerungsgeschütz, was von Linz und Wien auf der Donau hinabgeschifft wurde, anlangen. Die Belagerten, voll Vertrauen auf die außerordentlich guten Festungswerke, auf ihre Mu- nitions- und Lebensmittelvorräthe, werden sich lange halten und hoffen durch Koffuth, der seine ganze Streit­macht concentmt hat, entsetzt zu werden.

Aus Mittheilungen von heute angekommenen Rei­senden, die am 21. früh Pesth verlassen haben, hört man, daß Kossuth in Eilmärschen nach Pesth zieht und wahrscheinlich Alles aufbietet um Komorn zu ent­setzen. So soll das Uhlanen-Regiment Herzog Coburg, zu Dembinski gegen dessen Cavallerie es agiren sollte, übergcgangen sein als der polnische General statt zum Angriff zu commandiren, durch die Musikbanden die Melodie:Polen unser Vaterland ist noch nicht verloren" aufspielen ließ. (A. O.-Z.)

Wien, 22. März. (Die Börse. DerAng'riff ans Komorn.) Einem Privatbriefe entnehmen wir Folgendes: In Folge der Kündigung des Waffenstill­standes von Seite Piemonts sind gestern die Course der Staatspapiere um 3 pCt. zurückgegangen.

Komorn lst gestern durch 6 Stunden bombardirt worden während welcher Zeit aus der Festung nicht ein Schuß fiel. Die Kaiserlichen liefen dann mit 3 Bataillons Sturm ; wollten ein Thor atta- quiren da öffneten sich die Flügel und drei Battt- rieen spieen Tod und Verderben in die Reihen der tapfern österreichischen Krieger. Mehr als ein Ba­taillon soll am Platze geblieben sein. Die Wahrheit dieser Nachricht kann ich zwar nicht verbürgen.' Ich glaube aber daß sie es ist. (A. O.-Z.)

Olmütz, 22. März. Der7 heutigeOesterreichische Correspondent" kann den Reichstag noch immer nicht ruhen lassen. In dem langen Sündenregister dessel­ben, welches er aufstellt, lesen wir wörtlich auch fol­gende Vergehen aufgezählt:Die Abschaffung der To­desstrafe, die Angriffe auf das aristokratische Princip, das gänzliche Verkennen des Wesens der katholischen Religion, das Streben durch Duldung und Beförderung des Secten-Wesens die positive Religion zu untergraben, und somit die religiös-moralische Haltung des Volkes zu zerstören." Den Einwurf, daß der Reichstag ja daran gewesen sei, in wenigen Tagen die Verfassung zu vollenden, beantwortet das genannte Blatt in fol­gender unverschämter Weise:Ihr redet von dem, was der Reichstag jetzt gearbeitet haben würde! Wir aber sagen, der Reichstag hat acht Monate nichts zu Stande gebracht, er hätte auch in der Folge nichts geleistet. Der Jubel der Völker über die Aufhebung spricht sein Urtheil." In dem folgenden Artikel findet sich freilich schon das dazu nicht passende Geständniß:Die böh­mischen and kroatischen Blätter fahren fort, die Ver­fassung in der aufreizendsten Weise zu bekritteln."

LI n g a r n.

Von der Drave, 18. März. Wiener Blätter brachten uns die Nachricht, daß die Festung Peterwar- dein von den kaiserlichen Truppen erstürmt worden sei. Wir, die mit dem Belagerungscorps in der innigsten Verbindung stehen, müssen über diese Nachricht lächeln, und haben einen neuen Beitrag, ^wic viel Unwahres durch die Presse veröffentlicht werden mag, was man wegen der Ferne als heilige Wahrheit hinzunehmen pflegt. Peterwardein kann nicht einmal erstürmt wer­den, es sei denn, man wollte 20 oder 30,000 Mann hinschlachten lassen. Wer Militär ist und die Festung kennt, wird uns beipflichtcn. Wenn sich die Festung nicht selbst ergibt, so kann sie nur durch' Hunger be­zwungen werden. Leider trüben sich unsere Hoffnungen, die uns durch die Parlamentäre anfangs gemacht wur­den, über die baldige Uebergabe immer mehr, und die eben von dort geflüchteten Offiziere eröffnen uns keine erfreuliche Aussicht, da namentlich die gemeine Mann­schaft von Don Miguel und die Honveds terroristisch austreten. Die Operationstruppen an der Festung sind gering, und werden heute oder morgen durch die Bri- gadi Palffy verstärkt werden. Selbst dann kann man sie nicht ansehnlich nennen. Major Walton, vom Ge­neralstab, gegen Peterwardein bestimmt, ist heute von Mailand angekommen. Derselbe brachte die Nachricht, daß F.-M.-L. Haynan Venedig mit aller Energie an- zugreifen beabsichtige, und daß sein Corps dazu vor­trefflich ausgerüstet sei. Durch die Grenze gehen 2 Transporte Honveds, zu 348 und 528 Mann nach Italien. Reisende schildern ihre Kleidung als sehr elend. Sie werden täglich mit 4 kr. und einer Brod- portion verpflegt. Ob sie in großen Massen den Regi­mentern zugetheilt werden, wissen wir nicht; es wäre nach alledem, was wir beobachten, bedenklich. (C.B.a.B.)

Aus Ungarn, 18. März. (Magyarische Korre­spondenz der Brest. Ztg.) Gestern stieg der Kurs der ungarischen Banknoten gegen die österreichischen plötz­lich um 20 pCt. Veranlassung war die Nachricht von einem neuen großen Siege der ungari-' schen Armee bei Jszüg und Alpar. Mehrere versprengte Korps, welche ohne Waffen und Pferde sich in Pesth stammelten, sowie auch einige hundert Wagen mit Verwundeten, welche in der Nacht dort ankamen, endlich das tiefe Schweigen der offiziellen Organe scheinen den Sieg der Ungarn zu bestätigen. In Pesth gibt es kxine Börse, und die jetzigen Geld­

geschäfte, welche dort erst seit dem Verbote der unga- rischen Geldnoten in größerem Maße entstanden sind, vorläufig in einem Kaffeehause abgemacht. Gestern ließ aber die dasige Militärbehörde einen Hauptwechsler verhaften, und brachte durch dieses argumentum ad hominem einige Stockung in die Banknotenverwechslung, doch behaupten sich die un­garischen Geldnoten auf der gestrigen Höhe, obgleich Viele in der vorerwähnten Verhaftung den Vorläufer einer gänzlichen Annullirung der ungarischen Bank­noten auch im Privatverkehr erblicken wollen. Der ungarische Sieg bei Jszng und Alpar scheint sich nicht in dem Maße zu bestätigen, als man auf der Börse glaubte. Der Mangel an Zufuhr von Lebensmitteln macht sich hier bereits in einer sehr empfindlichen Thouerung geltend. Das Fett ist bereits um 150 pCt., das Fleisch aber um 50 Prozent im Preise gestiegen, und das Brod wird immer kleiner. Aus Debreczin erfährt man, daß der berühmte Greis Paloczi aus Altersschwäche das Präsidium in der Nationalversamm­lung niedergelegt und an seiner Stelle Paul Almasy gewählt worden. Auch wird versichert, daß ein Schutz- und Trutzbündniß zwischen der Pforte und Ungarn unter den Auspizien Frankreich's dem Abschluß nahe sei. Diesem Umstande wird es auch zugeschrieben, daß die ungarischen Kriegsoperationen nicht, wie man nach dem glänzenden Siege bei Szolnok erwartet, auf Pesth, sondern aufs Banat und Fiume gerichtetwcrdcn, um so die Kommunikation mit den Türken und mit dem Meere zu gewinnen. Nachschrift. Die Kontribution, welche Pesth erst im Mai erlegen sollte, muß auf Be­fehl Sr. Durchlaucht des Fürsten von Windischgrätz binnen 24 Stunden eingezahlt werden. Das königl. Salzamt verkauft nunmehr nur gegen klingende Münze.

Pesth, 20. März. Der Fall von Szegedin hat sich nicht bestätigt, im Gegentheile heißt es, die Kai­serlichen hätten aus strategischen Rücksichten Kecskcmet verlassen. Der Feind scheint seine ganze Macht an jenem Punkte zu concentriren und Szegedin für den Schlüssel zu dem gegenwärtigen österreichischen Opera- tionsplan zu halten. (Sonst. Bl. a. B.)

Aus Siebenbürgen hören wir heute nichts als Complimente-für Bem. So schreibt die D. A. Z.: Darin stimmen jedoch die Berichte aus dem Lager überein, daß Bem seine Tüchtigkeit in dem letzten Treffen bei Mediasch neuerdings bewährt habe, indem er so vortheilhafte Stellungen eingenommen, daß wäh­rend des ganzen Zusammenstoßes weit mehr manöv- rirt, als gekämpft worden sei."

Und nun gar der in Kriegsberichten bekanntlich offizielle Siebenbürger Bote:

Wer die imponirende Haltung Bem's, seine Tena- cität auf dem Schlachtselde, nicht selbst mit angesehen hat, kann sich von der Tüchtigkeit dieses Generals keinen Begriff machen. Während seine Position wie mit einem Schleier bedeckt liegt, verläßt er den Boden nur ruckweise und würde er eben so verläßliche Truppen haben, als er die Kunst versteht, Stellungen zu bieten, aus denen man stets den innigsten Zusam­menhang, so zu sagen, lachen sieht: wir würden dann nicht allein interessante, sondern auch glänzende Ge­fechte zu bestehen haben. Bem schlug sich mit seiner 56000 Mann starken Macht von 9 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends in drei Positionen mit einer Aus­dauer, die nicht allein für jetzt, sondern auch in der Folge charakterisirt."

Italien.

Mailand, 23. März. Die beiden Armeen sind bereits aufeinander gestoßen. Ein Treffen hat bei Garlasco, zwischen Pavia und Mortara, stattgefunden. Das piemontesische Hauptquartier war in Vigevano, das österreichische in Mortara. In Folge dieses Tref­fens soll, um die Verwundeten zurückziehen zu können, ein zwölfstündiger Waffenstillstand abgeschlossen wor­den sein.

Die Berichte der Züricher Blätter bestätigen, daß ein Treffen stattgefunden hat. Das piemontesische Re­giment Reging sei fast gänzlich zerstreut; eine öster­reichische Division habe den Tessin überschritten und sei in der Nähe von Mortara, auf der Straße nach Turin, gelagert. Die Oesterreicher hatten bei Gatte­rate 8000 Mann , bei Magenta 20,000, bei Pavia 25,000 und bei Piacenza 25,000. Am 21. zog Ra­detzky das Corps von Magenta gegen Pavia und über­schritt dort den Tessin, ließ dagegen einem Corps Pie­montesen von 5800 Mann Zeit, bei Magenta den Tessin zu Yassiren und bis Landriano vorzurücken, was wahrscheinlich eine Kriegslist war.

Turin. Generalmajor Chrzanowski hat dem Kriegs- ministerium Bericht erstattet über den Bug nach Ma­genta. Es sei dies eine starke Rekognoscirung ge­wesen, um die Stärke des Feindes auf der Straße von Mailand zu erforschen. _ Der Herzog von Genua sei mit dem Kommando dieser Recognoscirung beauf­tragt worden. Der König war jedoch auch dabei und war der Erste, der den Tessin überschritt. Es zeigte sich kein Widerstand. Als der König gesehen, daß die vierte Armeedivision auf dem linken Tessinufer Posto gefaßt und keine feindlichen Streitkräfte auf der Straße nach Mailand waren, kehrte er in sein Hauptquartier nach Treeate zurück.

Am 21., 3 Uhr Nachmittags, war folgende tele­graphische Depesche aus Castel S. Giovanni eilige? getroffen: 1) Unsere Truppen haben Pavia besetzt;

2) General La Marmora und Senator Plezza sollen % Panna nngezogen sein. Dasselbe Blatt, nachdem es drey mitgetheckt, fügt bei:Die Nachricht von der Einnahme flavia s ist nicht offiziell."

, Arrestes macht der Minister des Innern be- er jedoch hervorhebt, daß es keine offi- zrellen Berichte seien, daß am 21. zwei Geleckte aleidV vm» MS andm b-> Martara; in dem einen bâtt-n sie gesiegt, in dem andern verloren. (F. I.)

. Florenz. Am 19 hat die Regierung beschlossen, es solle sofort eine polnische Legion von 2000 Mann errichtet werden.

GrsnkreiG.

Paris, 24. März. Der Präsident der Republik hat aus Anlaß vieler aus den Departements an ihn gerichteten Gesuche, daß er Candidaten für eine legis­lative Versammlung oder Comite's bezeichnen möge, mit welchen die Wähler in Korrespondenz treten könn­ten, den Journalen eine Mittheilung zugehen lassen, worin er erklärt, daß er allen Wahlcomite's fremd sei, und daß er keinen Kandidaten für die Stimmge- bung der Wähler bezeichnen könne. Von dem Gefühle seiner Pflichten durchdrungen, könne er als Präsident der Republik durchaus keinen Einfluß, weder direkt noch indirekt, auf die Wahlen ausüben. Der Pro­test der Oppositionsdeputirten gegen das Klubbgesetz hat 29 weitere Unterschriften empfangen. Die demo- kratischen und sozialistischen Journale veröffentlichen folgende Erklärung:Art. 1 des Klubbgesetzes verletzt den Artikel 1 der Verfassung. Er ist ein direkter Angriff auf das Versammlungs- und Assoziations- recht, er ist ein Angriff auf die Republik. Der Ver­treter, welche nicht mitstimmten, haben ihre Pflicht gethan. Mögen sie dabei beharren. Die demokratische Preffe und das Volk sind mit ihnen gegen die Feinde der Verfassung, welche auch die Feinde der öffentlichen Wohlfahrt sind. Das Volk wird ruhig bleiben; es wird warten." ' (K.Z.)

Paris, 24. März. An der Börse ging das Ge­rücht, die Polizei sei einem neuen Komplott auf die Spur gekommen, das zum Zweck habe, den Präsiden­ten Bonaparte auf einer seiner nächtlichen Liebesfahr- tcn zum Fräulein Howard zu entführen. Das wäre nun das zweite Mal, daß Carlier und Changarnier den erlauchten Staatschef vor dem Untergange retteten.

Paris, 25. März. Auf dem Place du Chatelet, Bastillenplatz und an den Porten St. Denis und St. Martin bilden sich wieder Gruppen. Die Estaffette sagt: Zu nuferem Erstaunen bemerken wir darunter mehr Civilröcke als Blousen. Man diskutirt dort das Vereins- oder Klubrecht unter freiem Himmel.

Die. Regierung hegt allerdings große Befürchtun­gen. Starke Patrouilleu (oft ganze Bataillone) durch­ziehen die Straßen. (Mainz. Z.)

Paris, 25. März. Die von einigen hiesigen Blät­tern verbreite Nachricht, daß Guizot hier angekom­men, hat sich als unwahr erwiesen. Guizot ist nach wie vor in London und beschäftigt sich dort mit* lite­rarischen Arbeiten. Er will nur dann wieder hierher kommen, wenn er in die Kammer gewählt werden sollte. -

Nachschrist.

Frankfurt, den 28. März. Auf einen Antrag von - Zell und Kier ulf wurde das Wahlgesetz, wie es aus der ersten Lesung hervorgegangen, von der National­versammlung unverändert und einstimmig angenom­men. Ferner wurde der §. 86 des Verfassungsentwur­fes, welcher lautet:Der Reichsrath besteht aus Be­vollmächtigten der deutschen Staaten," mit 269 gegen 245 Stimmen verworfen, und damit der ganze Ab­schnitt über den Reichsrath beseitigt. (F. I.)

Hauptquartier Trumello, 21. März. Wie ich Ihnen gestern schon schrieb, so ist die ganze österrei­chische Armee, vier Armeecorps stark, etwa 60,000 M., am 20. d. auf drei Brücken über den Ticino gegan­gen; zwei dieser Brücken wurden von den Pontonieren geschlagen. Der Uebergang, welcher gestern von Mor­gens 6 Uhr bis heute früh um 2 Uhr dauerte, ward vom Feind gar nicht belästigt, obgleich das Terrain, namentlich am zweiten Ticino-Arm bei Gravellone, recht geeignet ist, einer Armee beim Jassiren des Flus­ses viel zu schaffen zu machen. Am Abend des 20. stieß unsere Avantgarde auf einige Compagnien Pie­montesen, die sich aber beim Anblick der weißen Röcke augenblicklich, d. h. nach einigen Plänkeleien, wobei sie einige Mann verloren, zurückzogen. Heute nun sind wir ungehindert bis hierher marschirt, doch kam unsere Avantgarde gegen Mittag mit dem Feind ins Gefecht, dessen Hauptmacht bei Novara, Mortara und Vigevano steht. Bis zur Dunkelheit hörten wir von Mortara her ziemlich heftig kanoniren, so wie Klein- gewehrfeuer. f _

So eben kommt die Nachricht, daß mehrere Ba­taillone Sturmkolonnen bilden, um Motara zu stür­men. Ein kleines piemontesisches Korps von etwa 4000 Mann ist am 20. bei Magenta über den Po gegangen und macht sich wahrscheinlich das ss rivat- Vergnügen, in Mailand als Sieger einzuziehen, oder haben sie vielleicht tut Sinn, aus Monza die eifer Krone zu holen, um sie der Spada d'Jtalra aus