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nung sorgen, sie wird ihrem Commandanten durch Bereitwilligkeit und Eifer im Dienst für seine Be­mühungen zu danken und ihm seinen Aufenthalt unter uns angenehm zu machen suchen; sie wird mit der Zeit auch Mittel finden, jene reagirenden Elemente für den Dienst der Wehrmannschaft unschädlich zu machen.

J. Amt Dillenburg, Mitte März. Ihr Blatt brachte Anfangs Dezember des verflossenen Jahres über die damals stattgehabte Wahl Heydenreich's zum Volksabgeordneten einen Artikel, an dessen Schlüsse ausgesprochen war, der genannte Deputirte werde ent­weder mit derNass. Allg. Zeitung" oder mit seinen Wählern in Konflikt gerathen. Das Erstere ist nicht eingetreten; vielmehr hat das interessante Blatt zu verschiedenen Malen Gelegenheit genommen, den auf seiner Seite sitzenden Herrn mit einer erhebenden Weih­rauchwolke zu begnaden. Wie wenig nun die Wähler Heydenreich's mit diesem Dufte einverstanden sind, wird die nächste Zeit lehren; denn der Wahlbezirk ist durch mehrere Voten des Abgeordneten, besonders bei Veranlassung der Einkommensteuer und der Amnestie­frage, wo Heydenreich allein verneinend niedersaß, in solcher Unzufriedenheit, daß sich die Gefühle in einer demnächstigen Mißtrauensadresse äußern werden. Dabei haben wir nur den besonderen Wunsch, es möge auch darin des Aqgeordneten Wenkenbach II., von dem man sonst doch nichts hört, Erwähnung ge­schehen. Von der Wirksamkeit dieser Maßregel sind wir überzeugt, um so mehr, als Hr. Heydenreich selbst nach seiner Erwählung den Wunsch ausgesprochen hat, zurückberufen zu werden, wenn er mit der Mehrzahl seiner Wähler nicht im Einklang befunden würde. Auch glauben wir nicht, daß zur Enschuldigung gelehrte Er­örterungen, wie sie der große Staatsmann Leisler vorbrachte, und zwar zum allgemeinen Ergötzen des Landes, werden gemacht werden, weil wir Hrn. Hey­denreich einen richtigeren Takt zutrauen. Denn denken Sie sich nur Herr Leisler und Washington! Zwischen Ed. Burke und dem Erstgenannten ließe sich eine schöne Parallele allerdings ziehen.

O Obertiefenbach, 14. März. (Berichtigung.) In Erwiederung auf den Artikel in Nr. 57 der Freien Zeitung vom 8. März l. J. von dem ^ Carresponten von der Jungfernbuche" erlauben wir uns einiges auf Obertiefenbach Bezug habendes zu berichten. Es heißt darin:Der dekretmäßige Lehrer Schmitt von Obertiefenbach müsse sich von dort entfernt halten, weil ihm eine fanatische Horde mit Prügeln drohe." Die­ses ist keineswegs die Ursache, sondern derselbe konnte seinen Dienst nicht antreten, weil er in Untersuchung steht. Deswegen haben ihn die Obertiefenbacher auf gesetzlichem Wege abgewiesen.

Ferner sagt derselbe Korrespondent:die Obertie­fenbacher bezahlten ihre Lehrer schlecht und wollten noch weniger zahlen, es scheine, man kenne keinen Werth der Bildung." Dieses ist ebenfalls eine Ent­stellung der Wahrheit, die Obertiefenbacher Gemeinde hat bisher so viel als eine Gemeinde der Umgegend für die Besoldung ihrer Lehrer gegeben, und wird dies auch fernerhin thun.

Die Aeußerung), daß sie keinen^ Werth' der Bildung kenne, widerlegt sich aber dadurch, daß sie den Lehrer Schmitt nicht will, weil sie keinen Nutzen für die Bildung von demselben erwartet. Der Vor­wurf wegen den ewigen Schlägereien in den Straßen mit Bezug auf den Culturzustand und die Verwunde­rung über- und Belehrung für den Bürgermeister und die Gemcinderäthc, erledigt sich dadurch, daß die letz­teren den Rath des Correspondenten weder bedürfen, noch verlangen, welches daraus hervorgeht, daß im Jahre 1848 gar keine Schlägereien in Obertiefenbach vorgefallen, daß der hiesige Wald mehr geschützt blieb, als in früheren Jahren und daß überhaupt die Ge­meinde ihre Bürgerpflichten so gut als irgend eine Gemeinde zu erfüllen wußte. Dem AusdruckeGeld­sack oder Geldsacksstolze" glauben wir dadurch zu be­gegnen, daß wir durch eine weise Sparsamkeit unsere Schuldigkeiten berichtigen könuea.

Endlich kann der genannte Corespondent doch nicht umhin, dem Lehrer Schmitt sein Recht auf die Ober­tiefenbacher Schulrevenuen durch gesetzliche Dokumente zu vindiziren, nnd sucht auch Herzogliche Landesregie­rung dazu zu vermögen. ^

LPC. Frankfurt, 19. März. Die Debatte über den Welcker'schen Antrag ermüdet schon die Versamm­lung. Raveaur's tiefe Gemüthlichkeit, Eisenmanns politische Naivität konnten nur für Augenblicke die erschlafften Zuhörer fesseln. Die Rechte hatte nur sehr unbedeutende Kräfte ins Feuer geführt, die sich ver­gebens abmühteu der rettenden That des Erbkaiser- thums staatsrechtliche Gründe der Nothwendigkeit un­terzulegen. Wydenbrugk's Rede, trotz dein daß sie von einem Manne kam, der mit Welcker für das große deutsche Directorium gearbeitet hatte, entlockte nur einige schwache Bravo's der Pflicht aus dem Centrum. Jedermann erinnerte sich nur zn sehr der petmanenten Ministercandidaturdes Lieblings der Weimaraner Musen; wie er stets in Fragen der Freiheit geschwiegen oder selbst die Abstimmung versäumt hatte, dagegen in Fragen der Politik mit kluger Berechnung sich auf die Seite ge­stellt hatte, welcher er die Majorität zuschrieb. So in der hannöverischen Frage, bei dem Malmöer Waffen­stillstand, bei dem Gagernschen Programm und bei der Berliner Octroyirung überall hatte Herr v. Wyden-

brugk sich ins Bördertreffen gestellt, wo im Falle des Sieges ein Reichsportefeuille dem Vorkämpfer zuqe- , fallen wäre. Stets auch hatte er sich um einige Stim- ! men verrechnet sollte dies auch diesmal der Fall 1 fein'? Das Regierungstalent von Schleswig-Holstein, Vicepräsident Besler erquickte uns ebenfalls mit einer halbverschluckten Rede, in der viel von Freiheit, Staat und andern Dingen die Rede war. Sonderbar nur schien es, daß Herr Besler stets nur von der Idee des einheitlichen Staates ausging, den er durch den Erbkaiser schaffen wollte. Der Bundesstaat steht für ihn und seine Genossen schon im Hintergrund. Auch über Oesterreich und Preußen waren seine An­sichten in herrlichem Einklänge. In Oestreich herrscht jetzt Absolutismus deßhalb soll es von uns bleiben; in Preußen herrscht er auch, aber das wird nur mo­mentan sein nehmen wir also den Erbkaiser! Weit mehr Eindruck als alle Reden, machten die Aus­trittserklärungen der Abgeordneten Arneth und Würth aus Oesterreich. Letzterer motivirte dieselben dahin, daß er die octroyirte Verfassung für Oesterreich als rechtsgültig anerkenne und deßhalb nicht mehrA an der deutschen Verfassnngsarbeit Antheil nehmen könne. Die übrigen Oestreicher werden wohl bleiben, denn selbst diejenigen Abgeordneten von der Rechten, welche das kaiserliche Geschenk als Thatsache Hinnahmen, find der festen Ueberzeugung, daß die octroyirte Verfassung nie in das Leben treten werde! Diejenigen Abge­ordneten der Linken, welche bedingungsweise dem Erb­kaiser zustimmen wollten, wie H. Simon, Temme re. haben der erbkaiserlichen Partei ihr Ultimatum gestellt, in welchem als wesentliche Bedingungen die Annahme des Suspenfiv-Veto, der geheimen Abstimmungen und ferner die Unterschriften von 150 Mitgliedern gestellt sind, welche sich verpflichten sollen, nach geschehener Annahme des Erbkaisers keine Concession, sie sei wel­cher Art sie wolle, dem Erbkaiser zuzugestehen. Es ist leicht vorauSzusehen, daß diese Bedingungen nicht angenommen werden, denn die Kaiserlinge wollen den Erbkaiser um jeden Preis, und würde um die Krone Verfassung, Freiheit, Grundrechte, Alles in ihrer blinden Furcht hingeben. So wird also wahrscheinlich gar keine Spaltung in der Linken entstehen, und der Erbkaiser im günstigen Falle mit einer Majorität von etwa 20 Stimmen angenommen werden. Daß eine solche Wahl die Zustimmung der Krone Preußen nicht­erhalten wird, sieht jeder Vernünftige ein. Scherzweise bemerkte Jemand, die deutsche Kaiserkrone komme ihm vor, wie ein Braten, den man Jemand zum Essen hinstelle, nachdem man darauf gespuckt habe.

Die Anstrengungen, welche die Erbkaiserpartei im Gefühle der Schwäche ihrer Majorität macht, find deßhalb unsäglich und besonders zeichnen sich die Schles­wig-Holsteiner hierin aus. Herr Droyssen flunkert beständig wie ein Wiesel zwischen den Bänken der Linken umher und selbst Professor Beseler, der mit stiller Verachtung bisher die Linke betrachtete, deren Namen nicht bestimmt sind, gleich seinem der Nach­welt überliefert zu werden, wechselt zärtliche Grüße mit den verhaßten Republikanern.

Morgen wird der letzte Tag der Debatte sein, Donnerstag wahrscheinlich die Abstimmung.

Frankfurt, 21. März, Abends. Herr von Gageru und die übrigen Reichsminister haben ihr Amt niedergelegt. (D. Z.)

Meiningen, 18. März. Das Ministerium Speßhardt hat seine Entlassung gegeben und die­selbe ist vom Herzog angenommen worden. (Dorfztg.)

Von der Saale, 17. März. Zur Aufklärung der Verhältnisse in dem Herzogtum Bernburg mag noch Folgendes dienen. Im constituirenden Landtage besaß die Linke bekanntlich zwei Drittel der Stimmen; er bewirkte am 13. Okt. v. J. dèn Sturz des Conferenz- rathes (Ministeriums), trug am 29. Nov. auf die Ver­einigung Anhalts an und wurde am 14 De;, aufge­löst; an demselben Tage bekam das Land eine octroyirte Verfassung. Die Linke betrieb seitdem unablässig die Vereinigungsfrage; ein nach dem 13. Okt. vom Her­zoge berufener Neichscommissar schien dieselbe auch zu unterstützen, indem er zuerst laut aussprach, was man in ganz Deutschland längst weiß: die Regierungsun­fähigkeit und den blödsinnigen Zustand des Herzogs. Trotzdem brachte der Commissar die Frage nicht zu Ende, da sich der König von Preußen einmischte. Der Herzog von Bernburg ist nämlich kinderlos und hat nur eine einzige, an den Prinzen Friedrich von Preus­sen in Düsseldorf verheiratete Schwester. Der König schlug vor, vor der Vereinigung erst das Herzogliche Allodialvermögen festzustellen, was eben so gut erst nachher geschehen konnte, und schlug mit dieser Privat­sache die ganze Frage nieder. Der Herr v. Schmer­ling schickte acht Tage vor seinem Abtreten eine Note an die Bernburger Regierung, worin er dem Herzoge abzudanken anrieth und eine ärztliche Untersuchungs- commisfion in Aussicht stellte. Leider ging sein Nach­folger, der Freiherr V. Gagern, zu Gunsten des preus­sischen Hofes von dieser Ablicht wieder ab, und das ist ein Grund mit des jetzigen Unheils. (D. A. Z.)

Köln, 20. März. Gestern Abend fand anf dem Gürzenich ein Bankett zur Erinnerung an die Berliner ' Barrikadenkämpfe des vorigen Jahres statt. Wenn I schon das Bourgeois-Konzert vom 18.zur Feier der ; Verheißung " einer Konstitution rc. rc. den größten Saal unsrer Stadt anständig gefüllt hatte, so war

gestern der Raum nicht znr Hälfte hinreichend, das W&Ä y^"' äU fassen. Während oben

Menschen Kops an Kopf gedrängt standen, warteten mehrere Lausend «ergeb,ich ans di-Möglich^ !Ä!,^»mznk°,nm-n, Der Saal hatte sich so rasch l-Ibsi Obrere Redner erst nach 9 Uhr ein Mittel fanden, sich durchzudrängen.

Karl Schapper präsidirte und eröffnete die Ver ammlung mit einem Toast auf das souveräne Volk, der einigen Quelle aller gesetzlichen Macht. Es wurden ferner folgende Toaste ausgerbracht: H B e cke r - den Todten des 18. nnd 19. März; Bürger Wach­ter: auf die Besserung des deutschen Michel; Bürger Weyll: der ganzen Revolution, nicht der halben; Bürger Rittingha u sen: ein Pereat dem deutschen Kai;er; C. Cramer: den demokratischen Frauen, die unserm Bankett beiwohnen; W. Wolff, Redakteur der Neuen Rhein. Zeitung: den italienischen Repu­bliken; E. Dronke, Redakteur der N. Rh. Ztg.: der proletarischen Revolution; P. Nothjung: dem Sieg der Magyaren und Kossuths; H. Bürgers, Redak­teur der N. Rhein. Ztg.: dem Sturz Oestreichs; F. Wolff, Redakteur der N. Rh. Ztg.: den Angeklag­ten von Bourges; F. Engels, Redakteur der N.Nh. Ztg.: den Juni-Insurgenten von Paris; K. Schapper: den englischen Chartisten und ihren revolutionärsten Chefs Ernest Jones und G. J. Harney; K. Kramer: den Polen; Christian Esser, Redakteur der Arbeiter- Zeitung: der rothen Republik.

Das Bankett, das mit der größten Ruhe und Ord­nung verlief, wurde gegen 11 Uhr mit einem allge­meinen Hoch auf die rothe Republik geschlossen. Gegen­über dem am 18. auf dem Gürzenich abgehaltenen Heulerkonzert freut es uns, daß noch nie ein Fest in Köln ein so zahlreiches und zugleich so taktvolles Pu­blikum vereinigte, wie das unter den Auspizien der rothen Fahne abgehaltene Bankett von gestern Abend.

(N. RH. Z.)

Berlin, 19. März. Es ist von einem heftigen Recontre zwischen zwei Mitgliedern der 2ten Kammer vielfach die Rede. Das Mitglied der konservativen Partei soll seinen demokratischen Mitabgeordneten zum Zweikampf gefordert, von diesem aber mit einer Ab- lehnnng beschieden sein, wie sie Hrn. Jung s. Z. von Hrn. v. Vincke zu Theil wurde.

Heute will man mit Gewißheit wissen, daß der Waffenstillstand mit Dänemark bis zum 26. Juni ver­längert ist. (Fr. I.)

Posen, 15. März. Die sehr verbürgten Berichte aus dem benachbarten Königreiche Polen bestätigen die Nachricht, daß drei neue russische Armeekorps in Polen eingerückt sind und daß das letztere von diesen schon sein Hauptquartier in Konin aufgeschlagen hat. Diese neuen Heeresmassen, die jedenfalls an 60,000 Mann der verschiedensten Waffen zählen, stehen nun­mehr sämmtlich ziemlich nahe an der preußischen Grenze, und können dieselbe binnen wenigen Stunden über­schritten haben; unmittelbar an der Gränzlinie stehen theils Kosacken, theils ein großer Artilleriepark, letzte­rer bei Bloszko, dessen Mündungen zu uns herüber­gähnen. Das große Lager bei Kirchdorf in der Nähe von Kalisch ist fast fertig und bereits von zahlreichen Truppen bezogen, die bei jedem Wetter von früh bis spät ererziren. Die Soldaten selbst haben sämmtlich die Ueberzeugung, daß sie nächstens in das preußische Gebiet einrücken werden. (D. A. Z.)

Von der mecklenburgischen Grenze, 16. März Die Gerüchte wegen bevorstehender Auflösung der mecklenburgischen Kammer und Oktroyirung einer Ver­fassung gewinnen immer mehr an Wahrscheinlichkeit. Die gottbegnadeten Großherzöge wollen hinter andern großen Herrn von Gottes Gnaden nicht zurückbleiben. Zu diesem Behufe haben sie sich einige Tausend Mann Reichstruppen" vrm preußischen Vetter geliehen, Pie wohl die rebellische Kammer zu Paaren treiben wer­den. Bereits gestern verbreitete sich das Gerücht in Brandenburg, die Preußen seien tm An Marsche. Es entstand auch bald eine furchtbare Aufregung, die sich jedoch für heut nach dem Einwerfen mehrerer Fenster wieder legte. Heute Nachmittag ruckten nun in der That zwei Eskadronen des Pasewalker preußi­schen Kürassier- Regiments in dem kleinen mecklenbur­gischen Städtchen Woldegs ein, von wo sie weiter auf Brandenburg marschirt sind. (N.Rh.Z.)

Altona, 18. März. Vor einigen Tagen traf Schöff Dr. Souchay von Frankfurt hier ein und ging dann weiter nach Schleswig. Er ist Ueberbringer mehrerer Botschaften der Centralgewalt; sie beziehen sich in den Hauptpunkten auf den bevorstehenden Re­gierungswechsel in Schleswig-Holstein und auf die Er­nennung Bonin's zum Oberbefehlshaber der Reichs- armee. Der gemeinsamen Regierung soll zwar, auf ihr definitives Ersuchen um Entlassung von ihrem Amte nach dem 26., der Wunsch ausgesprochen sein, daß sie an ihrem Platze bleiben möge; da jedoch hie- flir nicht die mindeste Wahrscheinlichkeit vorliegt, so wird Souchay der Landesversammlung die Anerkennung der Herren Beseler und Reventlow-Preetz als neuer Regierungsmitglieder anheimgeben, welche dann ihrerseits sich einen Dritten zuzugesellen haben wurden. Vermuthlich wird dieses General Bonin fein. Unter den Mitgliedern der Landesversammlung harschte bei ihrer ersten vertraulichen Berathung die größte Mei­nungsverschiedenheit über das, was hinsichtlich der Neubildung des Regierungskörpers unter den gegebenen