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Freiheit und Neckt!"

Wiesbaden. Dienstag, 20. März

1849

DieFreie Zeitung" erscheint, mit Ausnahme des Montags, täglich in einem Bogen. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährig hier in Wiesbaden 1 fL 45 kr., auswärts Durch die Post bezogen mit verhältnißmäßigem Aufschläge. Inserate werden bereitwillig ausgenommen und sind bei der großen Verbreitung derFreien Zeitung" stets von wirksamem Erfolge. Die Jnserationsgebuhren betragen für die vierspaltige Petitzeile oder deren Raum 3 Kreuzer.

Zur Beruhigung gegen die Macht der Nüssen.

Rußland enthält mit seinen Besitzungen in Asien und Amerika ohngefähe 375 000 Quadrat-Meilen, die Bevölkerung hingegen ist so dünn gesäet, daß sich auf dieser ungeheueren Fläche nur etwa 58 Millionen Ein­wohner befinden, worunter mindestens 16 Millionen ohne alle europäische Cultur und die Söhne der letz­teren, wie die Kriegsgeschichte lehrt, sind in der offenen Feldschlacht gegen unsere Heere gar nicht zu gebrauchen da sie nicht Stich halten. Deutschland, mit Inbegriff der österreichischen und preußischen Lande, hat einen Flä­cheninhalt von 20,000 Quadrat-Meilen und darauf in runder Zahl 69 Millionen Einwohner. Wird auch an­genommen, daß Rußland eine Aunee von 500,000 Streiter ausbringen kann, so muß es mindestens 150,000 Streiter gegen die von Persien soutenirten Bergvölker des Kaukasus, welche, obgleich Rußland seit länger als 20 Jahren sie zu unterjochen versucht, und dabei den Kern seiner Armee eingebüßt hat, ihre Freiheit bewahrt und dem nordischen Kolosse Trotz geboten haben; eben­mäßig 150,000 Mann gegen die Türken, die ihre Ber- luste in dem Frieden von Adrianopel 1829 noch nicht verschmerzt haben; endlich auch gegen Schweden 50,000 Mann stehen lassen und darf auch bei der Gährung in seinem Inneren sich nicht von Truppen entblößen. Wie sehr schmilzt hiernach seine Streitmacht zusammen! Deutschland ist im Staude ohne Mühe eine Million Krieger gegen Rußland zu führen, kann sich nöthigen- falls auf Frankreich, mit 36 Millionen Menschen, die dem deutschen Interesse zugethan sind, verlassen, und würde von England und Schweden sicherlich kräftig unterstützt werden. Dazu kommt noch, daß Deutschland seine Kriegsmacht vermittelst der Eisenbahnen und Chaus­seen innerhalb 4 Wochen an die russische Grenze ver­sammeln kann, wohingegen Rußland in Betracht seiner großen Ausdehnung und der schlechten Wege (Eisen­bahnen eristiren nur in der Nähe von St. Petersburg auf einige Meilen, Chausseen nur wenige) gewiß 12 Wochen braucht, um seine sehr zersplitterten Streit­kräfte an Deutschlands Marken rücken zu lassen. Die gegen Deutschland etwa zu stellende russische Macht würde sich höchstens auf 100,000 Mann erstreck'n. Schreiber dieses hat persönlich die Erfahrung gemacht, daß die hie und da gepriesene Tapferkeit der Russen nicht übergroß ist. Haben sie wohl je ohne Beihülfe europäischer Truppen in ihren Kriegen gegen civilisirte Völker etwas ausrichten können? England und die Türkei werden die Jetztzeit nicht vorübergehen lassen, ohne die russische Flotte vom schwarzen Meere zu ver­drängen, das freie Oesterreich und vor allem mit ihm das kräftige, kühne Ungarn werden dabin wirken^ daß den Russen die Suprematie über die Moldau und Wal­lachei entrissen wird und die Donaumündurgen, die Pulsader Ungarns, von Rußland frei gegeben werden; Schweden wird Finnland, welches die russische Regie­rung in Fesseln geschmiedet hat, und gern zu seinem auf freie Verfassung ruhendem Stammlande Schweden zu- rückkehrt, zu erlangen trachten, und selbst Persien wird auftreten, indem es schwerlich Tauris und Erzurum ver­gessen hat. Und Polen? es wird die Avantgarde des deutschen Heeres bilden und sich mit Jubel und Siegesruf und alt gewohnter Tapferkeit auf seine rus­sische Unterdrücker stürzen. Deutschland hat nichts zu fürchten. Freie Männer können gegen Sklaven nur siegreich fechten ! (Aus dem Archiv deutscher Landwirth­schaft v. M. Beyer von einem alten Krieger aus den Jahren 1812 bis 1815.

Nationalversammlung zu Frankfurt.

195. Sitzung.

P ' Die Tagesordnung führt zur Berathung des Berichts des Verfassungs-Ausschusses über den Antrag des Abg. Welcker.

Eine große Anzahl Verbesserungs-Anträge zu den von dem Verfaffungsausschuß gemachten Vorschlägen wird verlesen.

Es soll Neuwall als der erste Redner gegen sprechen, man ruft nach dem Antragsteller, Präsident weigert sich, die­sem das Wort zu geben.

Waitz stellt einen Antrag darauf, Vogt erklärt, man solle sich darüber nicht streiten, sondern da Welcker der erste Redner für eingezeichnet sei, mit den Rednern für beginnen. Die Ver­sammlung ist damit einverstanden.

Welcker: In großen Zeiten müssen patriotische Männer, welche in kleinen Zeiten geringfügige Bedenken haben, diese schwin­den lassen. ES ist das eine schwere Zumuthung, wer diese macht, den kann man fragen, ob er seinen Rath selbst befolgt, und ich

glaube mir dies nachsagen zu dürfen. Ich habe gesagt, daß ich für den preußischen Erbkaiser stimme, sobald Oesterreich seinen Anstritt erklärt. Als ich sah, daß Oesterreich mit uns halten will habe ich für die schlichteste Form, für's Direktorium gestimnit, jetzt gebe ich diesen verkehrten Gedanken auf, weil es klar und entschiedcn ist, Oesterreich ist nicht zu gewinnen für den deutschen Bundesstaat. Die Furcht, überwältigt zu werden durch die Ge­fahren deS Vaterlandes bestimmte mich, als ich Ihnen nieinen An­trag vorlegte. Ich will zuerst davon sprechen, ob und wie unsere Lage eine ganz andere wurde. Ich frage Sie, sind wir Männer oder sind wir Träumer! Oesterreich kann nicht eintreten in den Bnndesstaat, des Kaisers Wort steht im Wege. Fassen Sie die Nationen Oesterreichs näher in's Auge; fragen Sie sich, was verneint Oesterreich was bietet eS uns an?

Als die österreichischen Minister selbst nach ihren ge­druckten Erklärungen schwankten, haben sie das System eineS Ge- sammtstaats ergriffen: Lesen Sie den letzten Artikel der Verfas­sung, er übergibt dem Reichstag AlleS, was nicht den einzelnen Landtagen überlassen bleibt. Oesterreich hängt ab von den Croa- ten, Ungarn, Jtaliänern. Klar ist auch in der bekannten Note ausgesprochen, daß kein Volkshaus in Deutschland sein soll. Wo finde ich einen Mann in diesen Räumen, welcher das deutsche Volk bankbrüchig erklären will? Wer darf die Pflicht, ein Parlament zu schaffen, über den Haufen werfen? Man will am Staaten- bund festhalten und daS Werk der Einigung hinausschieben, waS wir uns in heiliger Stunde zugeschworen, die Ehre eines deut­schen Parlaments soll dem Volke nicht werden. Mit Empörung müssen wir lesen, waS man Ihnen bietet: 38 Mill. Oesterreicher, zu Fünfsechstheilen Feinde der Deutschen, sollten fich mit Ihnen vereinen. Wir sollen mit den Slaven verbunden" sein; die 38 Mil­lionen sollen im StaatenhauS nach Anzahl.der Bevölkerung ver­treten sein; die österr. Regierung kann eS nicht anders; so sind wir zum Voraus in der Minorität. Uns übrigen Deutschen soll es verwehrt sein, uns ebenso zu einigen, wie jene 38 Mill.; sie sind geeinigt durch einen Kaiser, durch ein VolkShauS, wir sollen es nicht: ist es ein ehrender Antrag? Es ist ein Löwen-Vertrag. Wir gehen diese Bedingungen nicht ein. Wenn es irgend möglich wäre, irgend noch eine Modifikation zu erhalten, so ist eS nur, wenn wir die Regierung in die Hände Preußens legen.

Rad owitz empfiehlt seinen Antrag. Bei der Neugestaltung Deutschlands ist nichts natürlicher als ein Zusammenstoß der Mei­nungen. Jetzt, da die Verfassung sich dem Abschlusse nähert, müssen auch die Stammesverschiedenheiten in den Vordergrund treten. Die Trennung der Kirche vom Staat hat hierzu ein neues Element gebracht; menschliche Dinge müssen wir nicht allein be­lachen, oder beweinen, wir müssen sie verstehen. Ueber uns ist die Verblendung gekommen, daß wir Das im feindlichen Lager schelten, was wir im eignen Lager hegen. Wir find vielleicht in der letzten Stunde, diese Diskussion kann der Prüfstein sein, ob die Parteien noch lebensfähig genug sind, sich zu einigen. Ich hätte aus tiefstem Herzen gewünscht, daß die ulte Gemeinschaft unberührt geblieben wäre, denn wir sollen nicht allein Deutsch­lands Einheit, sondern auch seine Macht begründen. Der Redner geht nun zu der Eintheilung Oesterreichs über, um dessen Anschluß zu begründen, auf dem Föderativ -Verhältniß zu Deutschland zu beharren. Ich habe, fährt er fort, den schmerzlichen Trost, daß die Trennung nicht von diesem Hause ausging. Ich weiß, daß der Bund von 1815 nicht Der Ausgang eines welterschütternden Jahres sein kann. Das verjüngte Oesterreich steht vor nnS, eS handelt sich davon, daß sich ihm daS verjüngte Deutschland an die Seite stelle. Der Redner vor mir rief, das Vaterland ist in Gefahr, ja es ist in Gefahr, die Gefahr hat aber zwei Seiten: Gefahr von Innen und von Außen. Der deutsche Bund war ein unlöslicher , kein Glied konnte anstreten, neue nur mit Zustim­mung aller eintreten. Dies sind die Grundsätze, welche unter europäischer Garantie festgestellt wurden. Ich 'rufe aber Wehe über Diejenigen, welche jetzt die Waffen des Auslandes'zu Hülfe rufen, um diese Grundsätze aufrecht zu kalten. Die Weltgeschichte, die auch das Weltgericht ist, wird den Stab brechen. Es erwächst für uns die doppelte Pflicht, daß wir Alles in der versöhnlichsten Weise zu Werke bringen. Aber eine Majorität von 40 Stimmen, welche Sie für den AuSschußantrag haben werden, ist nicht hin­reichend, Ihrem Beschluß Nachdruck zu geben. Während Preußen von der einen Seite berufen ist, von der andern weggestoßen wird, kann es seine Stellung da finden, wo es von einer zweifelhaften Majorität hingestellt wird? Näpoleon prophezeihte, Europa wird in 50 Jahren kosackisch oder republikanisch sein. Es wird eine Zeit kommen, wenn es so fort geht, wo Deutschland republika­nisch oder kosackisch werden wird. Viele von Ihnen haben nicht erlebt, und Viele mögen während 34 Jahren verlernt haben, waS eS heißt, Deulschland zum Kampfplatz eines Krieges zu machen.

Wurm: erklärt sich für den Ausschußantrag, Weiler glauben würde, seine Wähler zu verathen, wenn er sich auf Anträge ein­ließe, durch die das Volk wieder unmündig erklärt und seiner Vertretung beraubt werden solle, und weil er ruhig sterben wolle (Gelächter.)

Römer: berichtigt einige Aeußerungen Wurms über die Po­litik der würtembergischen Regierung und widerspricht nanenllich den Behauptungen, daß dieselbe dem König von Preußen die Ober- Herrschast über Deutschland angeboten, daß die würtembergische Politik eine andere sein würde, wenn Pfitzer noch im Ministerium säße und daß die öffentliche Meinung in Würtemberg corrumpirt sei. Wurm sei übrigens gar nicht in der Lage, die öffentliche Stimmung in Würtemberg kennen zu lernen, da er in Hamburg lebe, und von allem, was Pfitzer ausgesprochen, sei seine Ansicht über daS Oberhaupt am wenigsten populär geworden. UebrigenS sei die würtembergische Regierung, die mit Publikation der Grund­gesetze den übrigen Regierungen mit einem löblichen Beispiel vor­angegangen, der Ansicht, daß die Nationalversammlung berufen sei, ein ganzes Deutschland, nicht aber ein halbes herzustellen. Hätten Oesterreich und Preußen so viel Patriotismus, als die würtembergische Regierung, so üünde eS anders mit Deutschland. (Anhaltender rauschender Beifall.)

v. Hermann: vertheidigt den von ihm unterzeichneten Ber- ger'schen Antrag.

Münch: DaS Vaterland bedarf einer raschen entschlossenen That, eine solche That schlägt der Antrag Welckers und der Be­

richt des Verfassungs-Ausschusses vor, deßhalb soll man ihn an­nehmen.

Vogt: Als von der Oberhauptsfrage d>e Rede war, sagte Welcker, man hat einen sichern Grund für das Erbkaiserthum, soll in Deutschland aufgehen, aber mit Speck fängt man die Mäuse. Der Speck scheint nun wirklich gefunden zu sein (großer Beifall). Ich will damit nicht behaupten, daß Welcker damit eine Entschuldigung für das verlange was er früher im Syenite der Freiheit verlor. (Unruhe). Die Motive Welckers finb andere, sie sind im ersten Satze seines Antrags entwickelt. Wir sollen uns erheben mit Entrüstung gegen jede fremde Einsprache in das Recht der Selbstconstituirung. Ich frage, sind solche Ein­sprachen erhoben worden? Man sagt von Rußland, ich habe aber erst eine Ciicularnote an sämmtliche preußische Agenten gelesen, das war im Sommer v. I. und ich habe ebenso gut, als der Hr. Minister-Präsident, Ursache zu zweifeln, daß eine weitere russische kristirt. i Beifall.) Rußland erkannte damals an, daß die Völker |tcf) selbst konstituiren könnten, wenn sie nur die Ruhe und Sicherheit Rußlands nicht störten, nur solle man den Schlund der Revolution schließen, dies geschah in Frankfurt, in Berlin unb Wien. Ist das ein Motiv feine Entrüstung auszuspcechen, weil man das freiwillig that, was Rußland forderte. Ich glaube daS nicht, es müßte denn ein Theil der Versammlung seine Ent­rüstung über sich selbst anssprechen und das wäre bitter. (Lachen).

Jedermann weiß was seit Jahrzehnten die Tendenz Rußlands war, die Türkei abzuschneiden vom übrigen Europa und den Schlüssel zum eignen Hause an den Dardanellen zu suchen. DaS wird Rußland jetzt mit Waffengewalt erreichen, darum der Ein­fall in Siebenbürgen, der jedenfalls eine Schmach für die öster­reichische Regierung ist. Die Koalition Rußlands mit Oesterreich das Resultat der glorreichen Mission, die uns letzteres gab die Cultur nach Osten zu tragen (Heiterkeit), ist Resultat der Politik unserer Centralgewalt, die keine andere Politik hatte, als die, im Innern für den preutzischen Erbkaiser zu intruguiren und nach Außen nichts zu thun. (Unruhe. Beifall.)

Präsident ruft Vogt wegen dieser Aeußerung zur Ordnung.

Dieser fährt fort: Welcker spricht seine Entrüstung aus gegen landeSverrâtherische Umtriebe, die bei einigen Höfen gegen die Einigung DentschlandS geschehen sein sollen. Diese sind aller­dings dagewesen, aber die unter uns so viel von Einheit Deutsch, lands sprechen, hätten gegen diese Umtriebe ihre Stimme in ihren Ländern erheben sollen; wo ist von den Baiern Einsprache erhoben worden gegen den Notenwechsel mit London? Glauben Sie aber, daß biefe Umtriebe die einzigen seien? Sie würden sehr irren wenn sie glaubten, nur das was geschrieben ist, sei geschehen; es ist mehr geschehen, aber ihr System, die Regierung zu schonen und ihr nachzugeben, ist eS, das Sie zwingt jetzt zu einer That zu schreiten, die Sie eine rettende nennen, die aber eine verderbende sein wird.

Von Anbeginn der Revolution spielte unsere Regierung das doppelte Spiel, in gewissen Dingen deutsch zu scheinen, in andern, die den Kern der Sache ausmachen, nicht deutsch zu sein. Sie finden diese rettende That in dem Anträge, die Verfassung in Bausch und Bogen anzunehmen. Hätte der Verfassungsausschuß gezeigt, daß er wirklich bie Majorität ehre und die Annahme der Ver­fassung gefordert, wie sie aus der ersten Lesung hervorgegangen ist, so möchte es noch gehen, aber sie ist jetzt durch die Vorberei­tung zur zweiten Lesung verballhornisirt worden, wir find nicht gegen bie Beschleunigung des Verfassungswerkes, wir werden für Tagesordnung stimmen. Sollte aber der Antrag dennoch durch­gehen, würden wir selbst die Beschleunigung des VerfassungSwer- teS in der Art beantragen, daß über die Versassung ohne Dis- ciission paragraphenweise abgestimmt werde. Der Kern des Wel­cker fdteii Antrags ist der, die Theile, für die man in der ersten tefiing vergebens gefochten hat, das absolute Veto und andere Bestiinmungen der Majorität, durch den Drang der llmstände ausjuzwingen.

Auch mit der Octroirung hat man einen unnöthigen Lärm gemacht, mit der Angst vor derselben Stimmen geworben für das absolute Veto und andere Punkte bet Verfassung. Die Gestalten waren diesmal nicht unten sondern oben (B ifall), fie erschienen nicht mit Schlepphüten und rothen Federn, sondern in Gestalt von kronentragenden und octroyrenden Fürsten. Ich fürchte bie Octroyrung nicht, ich glaube nicht daran, ich halte es nicht für möglich, daß fich die Fürsten über die Octroyrung einigen.

Die Revolutionen der Neuzeit scheinen alle auf den Punkt bei ihem Ausgang znrückzukommrn, von dem sie ansgeqanqen Machen Sie Anstrengungen wie Sie wollen, Sie werden damit nur zu dem Ausgangspunkt der Revolutionen, der Volksvertretung beim Bundestage zurückkommen!

Der dritte Punkt des Welckerschen Antrags betrifft die Üeber- traLiing der Kaiserkrone an ocn König von Preußen Ich meine, daß eine Krone, die übertragen werden soll, auch verdient werden muß, und daß eine Krone nicht glänzt, die aus einer todtmüden Versammlung hervorgezogen wird, um in den Abgrund des Absolutismus versenkt zu werden. Man hat auch gesagt, das preußische Volk werde nimmermeha in Deutschland aufgehen, wenn man nicht seinem Oberhaupt die erbliche Kaiserwürde über­trage, aber die dies sagen, müssen eine sehr schlechte Meinung vom deutschen Volke haben, und die, welche dies sagen, sollten als Volksvertreter das Volk belehren, daß man auch ohne Erb­lichkeit deutsch sein könne.

Die preußische Politik seit dem Beginn unserer Revolution ist nicht der Art, daß ich sie mit einer Krone oder auch nur mit einer Statthalterschaft belohnen möchte. Es lag an Preußen, uns den Dorn ans dem Fuße zu ziehen, jenes Schleswig-Hol­stein mit Einem kräftigen Schlage für uns zu gewinnen, als Rußland noch nicht gerüstet war. Damals gab man russischen Drohungen nach und >etzt verspricht man, wenn wir den Erbkaiser erwählen, werde er sich vor 300,000 Bajonetten nicht fürchten und das Schwert für Deutschland ziehen. Wird die prcuß. Politik eine andere sein, wenn man ihr die Kaiserkrone aufsetzt? Hr. Welker will die Fürsten einladen, sich großherzig und patriotisch diesem Beschlusse anzuschließen. Glauben Sie, daß dieser Ein-