Dem „National" zufolge sollen die Feindseligkeiten Mischen Karl Albert und der österreichischen Aunee am 13. d. M. beginnen.
Frankreich.
Paris, 13. März. In die Rue de Poitiers ist der Teufel der Zwietracht gefahren. Am Sonntag las Hr. Thiers sein Wablmanifest, dessen wir gestern erwähnten, vor, und heute erfährt man, daß de la Rochette, de Lepinap und innrere andere Depntirte von demselben legitimlstischen Teige ausgetreten sind. Auch die Herren Abatucci und selbst Varaguay d'Hillierö drohen mit dem Rückzüge.
— Barzellonaer Blätter vom 7. sprechen von einer Niederlag" Cabrera's im Dorfe San Lores de Morunns. Die neuesten Berichten^aus Bayonne und Perpignan melden nichts.
— Dem Journal des Debats wird aus Konstantinopel vom 23. Febr. geschrieben:
„Seit einigen Wochen findet hier eine große Bewegung in der öffentlichen Meinung statt. Die Wahrscheinlichkeit eines nahen Krieges gegen Rußland bildet den Gegenstand aller Gesp äche. Die Türkei rüstet (folgt eine lange Darstellung ihrer Streitkräfte und diplomatischen Verhältnisse). Weiter heißt eS: „Rußland hat so zu sagen, die Unterthanen der Pforte selbst gegen ihren Willen und hinter ihrem Rücken bewaffnet, indem es den Serben 10,000 Gewehre zustellte, und trotz der Neutralitätsverträge mit 10,000 Mann in das österreichische Gebiet drang. Die Pforte paßt dagegen den russischen Agenten auf. Sie hat in Bulgarien Brvchüren in slavischer Sprache gedruckt, wegnehmen lassen, welche die Bulgaren zum Aufstande aufforderten. Inmitten dieser Konflikte ist die Haltung der französischen und englischen Gesandten vortrefflich, und die Pforte schöpft daraus einen großen Theils ihres Selbstvertrauens."
Schweiz.
Bern, 12. März. Was man auch von der Neutralität der Schweiz halten möge, so viel ist gewiß, daß diese sich trotz derselben den Einflüssen von außen her nicht entziehen kann; sie^t diaußen die Demokratie, so siegt sie auch bei uns. Das wissen die Parteien — und bei der allgemeinen Contrer volution in Europa erhebt auch unsere Aristokratie wieder mächtig ihr Haupt; Aristokraten und Radikale standen sich kaum zur Zeit des Sonderbundkueges schioffer gegenüber. D-e Aristokraten möchten natürlich alle Neuerungen seit 1845 über Bord weifen. Ihre Angriffe gelten hauptsächlich dem Finanzdirector Stämpfl', die btdeutendste Capacitat der ! jetzigen Regierung. Zum Agitationsmittel benutzen sie Vie progressive Vermögens- und Gewerbesteuer; sie kennen die schwache Seite des Schweizers. Und wirklich ist es ihnen durch p^fide und abenteuerliche Vorspiegelungen von Kommunismus und dergleichen bereits gelungen, sehr viele „Besitzende" in ihre Netze zu ziehen. Die Radikalen mögen auf ihrer Hut sein! (N.D.Z.)
Spanien.
Der Madiider „Heraldo" vom 7. März behauptet, daß die Gerüchte von einer spanischen Einschreitung zu Rom voreilig seien, und daß die Regierung darüber noch keinen Entschluß gefaßt habe; der „Clamor Pub- lico" dagegen versichert, daß die Expedition fest beschlossen sei und 10 bis 12,000 Mann zählen werde. — Die amtliche Zeitung meldet die Vernichtung der Jnsurgenteilbande des Bermudez in den Bergen von Toledo. — Die Deputi tenkammer war mit einem Gesetzentwürfe in Betreff des Cultus und der Geistlichkeit
beschäftigt. Es hieß, daß die Session des Cortes nicht ' mehr lange dauern und daß sogar das Budget nicht mehr zur Erörterung gelangen werde.
T ü r k e i.
Konstantinopel, 15. Febr. Die russischen und tür- kischen Truppen in Bucharest sollen kürzlich ganz nahe daran gewesen sein mit einander in Kampf zu gerathen. Die Veranlassung war, wie man hier erzählt folgende: Ein russischer Officrer in Bucha.est schickte einem türkisen Ojficier eine Ausforoerung zu. Der türkische Osfieicr in Bucharest nahm die Ausforderung an, und das Duell ging ganz nach allen Regeln vor sich, Säbel waren die Waffe. Der Türke focht eines Janitscharen würdig, führte den Krnmmsab,l meisterlich und spaltete dem Russen den Kops, oder hieb ihm, wie eigentlich erzählt wird, gar mit einem Zug den Kopf vom Rumpfe. Der russische Kommandant nahm dies höchst übel, wollte ohne weiteres den türkischen Ojsicier festnehmen und ihm, unter dem Vorwand das Duell habe nicht in der gehörigen Ordnung stattgefunoen, den Proceß machen lassen. Fuad Effendi, der türkische Kommissar, war rathlos und hätte es vielleicht geschehen lassen. Dee- türkische Kommandant aber, Omer Pascha (der Renegat, er ist Kroate von Geburt, wenn ich nicht irre) w versetzte sich, und erklärte dem russischen General rund heraus, er habe nicht das Recht einen türkischen Militär zu verhaften und zur Strafe zu ziepen, dieß stehe nur ihm selbst, dem türkischen Kommandanten zu. Der russische General bestand jedoch an seinem Willen, und erklärte er würde den Duellanten, wenn er binnen einer Fiist von 18 Stunden nicht ausgeliesert würde, mit Gewalt holen. Omer Pascha erwiderte er werde den Olficier auf keinen Fall herausgeben, wende die ruffsiche Kommandant Gewalt an, so werde er Gewalt eutgegen- sktzen. So standen die Dinge, ein Zusammenstoß schien fast unvermeidlich; da schlitten die Konsuln ein und vermittelten glücklich noch die Sache, indem sie den russischen General bewogen von seiner Forderung abzu- stehen. Die Pforte soll mit Der Haltung Omer Pascha's höchlichst zufrieden sein und ihm sogleich ein Geschenk von 700,000 Piastern übersandt haben. Thatsache ist daß man schon längere Zeit her Reibungen zwychen den türkischen und russischen Truppen fruchtet, und beide darum in ganz verschiedene Stadtviertel verlegt hat und sie möglichst auseinander zu halten lucht. Daß der Ausgang dieses Zweikampf s indeß, wenn er auch nicht ein ganz einzeln stehendes Ereigmß ist, im türkischen Heer die noch keineswegs erloschenen Erinnerungen an die fixere Kriegstüchtigkut und den alten osma- nischen Kriegsruhm neu beleben unD den Muth erhöhen wird, dürfte Niemand bezweifeln der dies Volk kennt. U d wenn bei einem Scheibenschießen mit Kanonen, das kürzlich in Bucharest sialtfand, die türkische Artillerie, wie rühmend hierher berichtet wurde, weit besser schoß als die russische, so ist begreiflich daß auch dies die Kampflust der türkischen Truppen den Russen gegenüber nur steigern kann. (A. Z.)
N a ch s ch r i s t.
Wien, 12. März. Der F.-M.-L. Ramberg, dem man es zuschreibt, daß er dem F.-M. Windischgratz zur Anerkennung der ungarischen Bank wten veranlaßt hab-, soll hierher versetzt werden. Wnwohl sich übrigens die Verwundung des Letzteren nicht bestätigt, so erhalten sich die Gerüchte von der Niederlegung seines Oberkommandos zu Gunsten des F.-M.-L. Schlick. Man versichert, der F.-M. sei nach OUmütz berufen worden.
(A. O.-Z.)
Prag, 11. März. Hier ft st es unruhig aus. Als gestern mehrere Deputnte aus Kremsier hier erwartet wurden, versamme ten sich 6 - 800 Menschen, u ter ihnen viele Studenten, auf dem Bahnhöfe, und ri f n bei Ankunft des Zuges: „Nieder mit Stadion!" Die S'ovancka lipa soll die V-rfaffangsu künde feierliche ' verbrannt haben. Alle Feierlichkeiten, die heute, morgen j und übermorgen hier stattsinden sollt-n, sind abbeftellt. I Soeben wird ein Ponton zur Verbindung des Hradschiin mit dem Karolinenthal geschlagen. Eine Abtheilung von Rainer-Infanterie ist eingerückt. Es zeigt sich große Hinneigung zu den Ungarn. Der Belagerungszustand steht in Aussicht.
Hcrmannstndt, 15. Febr. Aus Med-'asch erfährt man auf außerordentlichem Wege, Bem sei vorgestern wundenkrank nach Maros-Vasarhelp abgefahren, wohin ihm Tags zuvor eine Abtheilung seiner Truppen, die in u. um Media sch concentrirt steht, voranqegan^en war. Sein Arm soll sich in Folge der letzten Operat'vn, wobei ihm ein Finger abgenommen wurde, in einem gefährlichen Zustande befinden. Mit ihm verlöre die Rebellion in Siebenbürgen Kopf nnd Fuß. (D. A. Z.)
Obgleich der Gemeinderath der Stadt Diez, der Tagespo'emik der „Freien" und „Nassauischen Allgemeinen Zeitung," als solcher durchaus fremd, so kann derselbe doch nicht umbin, ans die schamlosen Verdächtigungen, welche die „Nassauische Allgemeine" in den beiden Artikeln „§* von der Lahn, 17. Februar und „von der Lahn, 4. März" Nr. 44 und 57 brachte, zu erwiedern, daß von Demonstrationen hiesiger Bürger, sowie von einer Aufforderung zur gewaltsamen Befreiung der ins Zuchthaus verurtheilten Soldaten, durchaus nicht einmal ein Gerücht eristirte und brandmarkt die Verfertiger solcher Artikel, die sich nicht scheuen die Ehre ihrer Mitbürger a-zugreifen als PaSquillenten im wahren Sinne des Wortes.
Diez, den 16. März 1849.
Heß, Bürgermeister.
Carl Lorenz. W Denk. Gustav Dünkelberg. S. M Seckel. Anton Knauff. Earl Schmindt. G. Schmidt. Victor Schneider. W. May. Joh. PH. Seher. Friedrich Dünkelberg. G W. Bayer.
Gemcinderäthe.
Amtliche Nachrichten.
August Wirths von der Marrburg und Eduard Dern von Wiesbaden sind nach bestandener Prüfung in die Zahl der geprüften Kandidaten der evangelischen Theologie ausgenommen worden.
Fruchtpreise.
Wiesbaden, 15. März.
Preis.
Waizen. ... 190 Pfd. . .
Koru .... 160 „ . . .
Gerste .... 120 „ . . .
Hafer . . . . 100 „ . . .
. . 7 fL 30 kr.
. . 4 fl. 45 fr.
. . 4 fl. — kr.
. . 2 fl. 30 kr- j
Mainz, 16. März,
Preis.
Waizen, das Malter 200 Pfd.
Korn, ditto
Gerste ditto
Hafer ditto
Spelz ditto
. . 8 fl. 35 kr.
. . 5 fl. 50 kr. ]
. . 5 fl. 30 kr.
. . 4 fl. 50 kr
. . — fl. — kr'
Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.
Nächsten Mittwoch, den 21. März
wird
Here Fenner von Fenne borg,
(344) ehemaliger Ober - Commandant der Volkswehr in Wien,
über die . Gctober Revolution in Wien
im Gasthof zu den vier Jahrszeiten eine Vorlesung halten.
Der Eintrittspreis beträgt 24 Kreuzer.
Die Karten werden vor dem Beginn der Vorlesung, Abends um 7 Uhr an der Cassc ausgcgcben.
(.343) Im Verlag von Joh. Val. Meidinger in Frankfurt a. M. ist erschienen und in den Buchhandlungen von H. Fischer und H. W. Ritter in Wiesbaden zu haben:
(343) Entwurf
einer demokratischen und republikanischen Verfassung für die ‘
Vereinigten Staaten von Deutschland.
Herausgegeben von Dieskau, Mitglied der National-Versammlung.
Preis 24 Kreuzer.
(340) Turnverein.
Sonntag den 18. März findet eine Abendunterhaltung des Wiesbadener Turnvereins im Nerothale statt. Eintrittskarten können Sainstag Abends von halb 7 bis halb 9 Uhr, und Sonntags von 1 bis 2 Uhr in der Stadt Frankfurt in Empfang genommen werden. — Abends werden keine Karten mehr ausgegeben. Das Comite.
(302) In dem Hause der H. W. Nitter'scheu Buchhandlung ist der zweite und dritte Stock zu vermiethen und am 1. Juni d. I. zu beziehen.
(339) Auf den 1. April l. J. sucht ein junges Mädchen, welches mit allen weiblichen Handarbeiten vertraut und der französischen Sprache ziemlich mächtig ist, eine passende Stelle.
Näheres in der Expedition dieses Blattes.
auf portofreie Briefe H. Matern in Wiesbaden.
(334) Eine frische Auswahl ’% schwarze und farbige gewirkte Cha les, von 9 fl. lus zu höhern Preisen, habe erhalten.
BevHlMircl Bottas»
(333) Das am Eck der Burg- und Mühlstraße sowie am Markt und dem herzoglichen Palais zu Wiesbaden gelegene dreistöckige Wohnhaus, welches sich wegen seiner vortrefflichen Lage zu jedem Geschäftsbetriebe bestens eignet, ist unter sehr annehmbaren Bedingungen zu verkaufen. Näheres ertheilt
(327) *Sn Nr. 24 der Schwalbacher Straße sind sieben neue Bänke billig zu verkaufen.
(323) Bei Küfermeister J. F. Trock in Nieder-Lahnstein kann ein Lehrbursche eintreten.
Verlag von H. Fischer und C. Ritter. — Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.