dung ; — wenn wir statt des Reiches deS Fanatismus und der Bigotterie das wahre Gottesreich der Frömmigkeit und Duldsamkeit werden hergestellt haben, in welchem ein Jeder Achtung haben wird vor dem heiligsten Eigenthume seines Nebenmenschen, vor seiner religiösen Ueberzeugung — dann und nur dann wird der schöne Traum eines einigen und mächtigen Vaterlandes eine Wahrheit werden.
Es wird deshalb der Beweis der Nothwendigkeit der Verwirklichung des demokratischen Prinzips auf kirchlichem Gebiete die Aufgabe eines spätern Artikels sein.
Die Feier des 4 März in Wiesbaden.
I.
-"-Wiesbaden, den 5. März.
Der 4. März 1848 ist, wie genügend bekannt, der Tag, an welchem die Nassauer in revolutionärer Weise, des tisherigens Bittens herzlich satt, ihre Forderungen durchsetzten.
Die Nassauer waren unter den ersten deutschen Volkesiämmen, welche der Märzen ungenschaften sich, — wenn freilich gerade nicht in der „geregelten Weise" — bemächtigten , und mit Stolz und Genugthuung können daher die Nassauer auf jenen Tag der glorreichen Erhebung, welcher ganz Deutschland voranleuchtete, zurückuhaucn.
Wenn gleich es nun wahr ist, daß viele Hoffnungen des 4. März noch heute vergeblich auf ihre Erfüllung warten: so gibt dieß doch wahrlich keinen Grund ab, jenes Tages, wo ein Volk mit Entrüstung seine Ketten abschüttelte, nicht mit Ehrfurcht und Freude zu gedmken.
Heilig sei uns stets der 4. März, der da bewiesen hat, daß höher als alle Ränke und Kniffe der Diplomatie — der heilige, vernichtende Zorn eines Volkes steht, das mit kinemmale sich, empört ob des lange mit Hohn zu Boden getretenen Nechts, in Masse erhebt, und mit Leichtigkeit die für so stark gehaltenen Lügennetze der falschen Propheten des Volkes in Stücke zerreißt. ,
Es bestehen hier derzeit zwei politische Vereine — em domokratsscher (Verein zur Wahrung der Volksrechte), und ein constitu'ioneller (deutscher Verein).
Diese beiden Vereine vereinigten sich dahin, die Feier des 4. Märzes gemeinschaftlich zu begehen, und bis auf die abgesonderten Mittagsmahle und die abgetrennten Volksvetsainmlungen ist die Feier in der That auch eine gemeinschaftliche gewesen.
Bewohner einer Gemeinde sollten sich stets als gute Nachbarn betrachten, und bei allem politischen Hader nie vergessen, daß ihnen als den Mitgliedern einer großen Famile unzählige Interessen gemeinsam sind und sein müssen.
Vor allen Dingen sollte daher die Meinungsver- schiedeuheit in politischen Dingen, nicht auch Spaltungen und Härten hervorrufen im geselligen Verkehr und gewerblichen Geschaftöleben.
Dadurch daß sich Bürger verschiedener Parteien bloß auf dem Gebiete der Politik als Gegner gegen- überstehen, beweisen sie, daß sie die Nothwendigkeit der Partei im öffentlichen Lcben erkannt; beweisen sie, daß sie die Ehrlichkeit bei der gegnerischen Partei nicht für unmöglich halten, bethätigen sie wahre politische Bildung und üben die schöne Tugend der Toleranz.
Nun war aber zweifelsohne die Feier des 4. März ein politischer Akt, und zweifelsohne besteht auch über die Auffassung der politischen Beoeu)ung des 4. März zwischen den Anhängern der Demokratie und ihren Gegnern keine Meinungseinhelligkeit.
Diese Meinungsverschiedenheit glauben wir am besten verdeutlichen zu können, wenn wir eines Verfalls El- wähnung thun, der sich einige Tage nach dem 4. März in einem der damals gebildeten SicheiHeitskomite's des Landes zutrug. Ein Hofrath nämlich, welcher in diesem Finite saß, beantragte, ein Adresse an den Herzog zu senden, welche den Dank der Stadt **** für die Genehmigung der „Forderungen" aussprechen solle. Diesem Antrag trat ein anderes Comitemitglied entgegen, und zwar mit der Ausführung, daß es sich hier um Dank nicht handeln könne, daß die Genehmigung habe erfolgen müssen und das Volk sich demnach in der That seine Rechte selbst zugeeignet, d. h. eine Revolution gemacht habe.
Auf die Ausführung des zweiten Comitemitgliedes unterblieb die Dankadresse und damit erkannte das fragliche Comite die Revolution der Nassauer an.
Der konstitutionelle Hofrath und mit ihm die kon- stitutionelle Partei erkennen sonach — wenn in letzterer mit ein Funke von Consequenz ist — die nassauische Revolution als solche nicht an, die demokratische erkennt sie an — und hierin liegt der formelle Unterschied zwischen den einzAn Parteiauffassungen.
Aber auch materiell besteht ein beträchtlicher Unterschied: denn während die konstitutionelle Partei den 4. März wirklich als einen Tag der Errungenschaften betrachtet, wie namentlich ans dem neuesten Flugblatte des deutschen Vereins hervorgeht, sehen die De- mokraten in dem 4. März nur einen Tag, welcher Hoffnungen aufgeschlossen, welche zum großen Theile noch nicht erfüllt sind.
Daß nun trotz dieser verschiedenen Anschauung eine Vereinigung erstrebt ward, scheint uns in einer falschen Auffassung der Toleranz zu beruhen, welche letztere sich nicht dadurch bethätigen kann, daß Gegner in der Po
litik, in einem politischen Akte, den sie von verschiedenen Gesichtspunkten betrachten, sich einigen — sondern daß Mitbürger sich deshalb nicht verachten, weil sie verschiedenen Parteien angeboren und nicht darauf aus sind, gemeinschaftliche Gewerbsunternehmungen, und Vergnügungsfeste, nur mit Leuten ihrer Farbe einzugehen. Politische Feste, gefeiert von politischen Gegnern, sind auch weit mehr geeignet, eine Versöhnung abzn- schneiden, als herbei zuführen und werden entweder leicht Hader aufregen, oder an Herzlosigkeit nnd Steifheit leiden. Freuen wir uns daher, daß eine laut gewordene Differenz abgerechnet, welche aber erst am Schluß des gemeinschaftlichen Banketts in Wiesbaden ausbrach, und deshalb weiteren unangenehmen Wirkungen nicht Hervorrufen konnte — keine weitere Störung vorsiel — verkennen wir aber auch nicht, daß das Bankett gewiß wärmer, herzlicher, mit einem Worte brüderlicher ausgefallen wäre, wenn die Gesi.w' ngsgenoffen in ihren abgeschlossenen Kreisen geblieben wären.
Nachdem wir so die Prinzipien fragen, welche bei der Feier dieses Festes in Betracht zu ziehen, erledigt — werden wir zu einer dctaiUirten Festbeschreibung in der nächsten Nummer übergehen.
Nationalversammlung zu Frankfurt.
191. Sitzung.
Eduard Simson von Königsberg wird mit 271 Stimmen zum Präsidenten erwählt; 65 Stimmen fallen auf Schüler von Jena, 16 auf Kirchgeßner, 9 auf Edel, 7 zersplitterten sich auf Iahn, Schneer, Trützschler, Kölsche.
Zum ersten Vicepräsidenten wird Wilhelm Beseler von Schleswig mit 225 Stimmen wiedergewählt, außer ihm erhalten Kirchgeßner, Edel 28, Schüler von Jena 12, Möhring, Reh und Schneer je eine Stimme.
Zweiter Vicepräsident wird Kirchgeßner mit 229 Stimmen, welcher ebenfalls annimt. Dabei erhielten Schüler von Jena und Deym je 2, Welcker und Schneer je eine Stimme.
Reichsministerialprâsident Gagern verkündet, daß der Waffenstillstand zu Malmö in einer den Verhältnissen nicht entsprechenden unförmlichen Weise von Seiten Dänemarks gekündigt worden sei. Auffallend erscheine, daß diese Kündigung zu dem Zeitpunkt geschehen, als eben die Friedensunterhandlnngen durch England eingeleitet worden seien; der Minister nennt diese Kündigung eine Nebereilung, spricht aber die Hoffnung aus, daß sie zurückgenommen, der Status quo hergestellt und der Friede vermittelt werde. Uebrigens habe das Reichsministerium für den Fall der Erneuerung des Krieges seine Maßregeln getroffen. Durch diese Mittheilung erledige sich die Interpellation Wesendonck's.
Die Interpellation Vischer's in Betreff des Einmarsches der Russen in Siebenbürgen beantwortet der Minister vorläufig dahin, daß er sich von dem Devollmächtigten der österreichischen Regierung die nähere Auskunft erbeten habe.
Auf der Tagesordnung steht der für dringlich erachtete Antrag Fehrenbach's: Die Nationalversammlung wolle das Krtegs- ministerium au'ffordcr», die die Besetzung dès GroßherzogthumS Baden durch Reichstruppen betreffenden Akten auf den Tisch des Hauses mederziilezcn.
Fehrenbach unterwirft daS Verfahre» der badischen Regierung seit dem ersten Aufstand daselbst einer bittern Kritik, macht auf die ertheilte Amnestie aufmerksam, durch welche höchstens das Kind im Mutterleibe, sonst aber Niemand amnestirt worden sei, und hebt das Drückende der Einquartierungslasten hervor. Dann geht er die Gründe durch, welche der Reichskriegsminister für die Belassung der Truppen in Bade» gegeben, und widerlegt dieselben. Ein Grund sei, daß die badischen Truppen nicht ansreichen, die Grenze gegen die Schweiz zu besetzen, .die ganze Besetzung der Schweiz sei aber eine ebenso nachthstlige als unnöthige Maßregel, die nur dadurch hervorgerufen sei, daß die Schweiz auf die unfeine Note deS NeichsministeriumS eine grobe Antwort gegeben. Ein Einfall von Flüchtlingen sei ganz und gar nicht zu befürchten, da weder so viel Flüchtlinge in der Schweiz versammelt, noch eine günstige Aufnahme derselben im Oberlande zu erwarten sei. Ein zweiter Grund des Kriegsministeriums sei die Aufregung im Lande, welche durch amtliche Mittheilungen konstatirt sei. So lange aber diesen amtlichen Mittheilungen keine Thatsachen vorgelegt würden, habe das Reichsministerium unrecht gehandelt, auf diese unbegründeten Mittheilungen hin daS Land durch ReichS- truppen auShuugen zu lassen. Uebrigens seien diese Mcktheilun- gen durch die ängstl chen Nachfragnngen deS Ministeriums selbst erst hervorgerufen, und niüsse er dabei bemerken, daß es sogenannte wohlgesinnte Bürger gäbe, die da, wo die Gensdarme» nicht ausreichten, sich zu Häscherdienste» hergâben, selbst gegen ihre Wohlthäter. (Beifall.) Der Redner will einige Beispiele vorlesen, man ruft nach Schluß, die Vorlesung wird aber doch genehmigt.
Von Gefahr sprechen nur eine Anzahl Hasenherzen, die wie daS böse Gewissen in Berlin, sich vor Gestalten fürchten, ein | Heer Beamter, die sich beliebt machen wollen, und Minister, die sich auf Bajonnette stützen, weil sie das Vertrauen des Volkes verloren haben. Warum fürchtet man sich in Würtemberg nicht? i Weil dort ein biederes deutsches Ministerium an der Spitze steht. I
Man spricht auch von einem Putsch von oben, einem Staatsstreich, zu dessen Vorbereitung man Militär zusammenzieht und , daS Gerücht von einem Putsch von unten verbreitet, um jenem den beliebten Empfang durch Militärkräfte bereiten zu können. Aus allem diesem scheinen ihm die Gründe des Kriegsminister ' riumS unzureichend und verlange er deßhalb Einsicht in die Akten. 1 So weit sei die Versammlung doch noch nicht gekommen, sich zum Werkzeug eines reaktionären Ministers herabzuwürdigen, dem es , nach Nacheindrücken gelüste gegen das Volk, durch dessen Ver- , trauen er gehoben worden ist. (Beifall,)
Der Antrag auf Tagesordnung wird angenommen.
Ueber einen Antrag Wesendoncks, die Ergänzungswahlen in die Ausschüsse betreffend, wird ebenfalls dem Bericht des Ausschusses für Geschäftsordnung gemäß, zur Tagesordnung überge- , gangen, eine Partie Petitionen, darunter eine große Anzahl den ! Rühl'fchen Antrag auf Reorganisation der Versammlung durch ! Neuwahlen auf den Bericht deS Prioritäts- und PetitionSaus- < schusseS stillschweigend zu den Akten genommen.
Es folgt die Berathung des Berichts zur Begutachtung der 1 Wahl-n zu Thiengen und Constanz, über die zweite Wahl Friedrich Heckers zu Thiengen. I
S i m o n von Trier: Wenn diese Sache noch einmal angeregt werden ist, so ist dieß deßhalb geschehen, damit die Kontraste, welche in unserer Versammlung bestehen, noch einmal vor ihrer vielleicht baldigen Auflösung in's hellste Licht gestellt werden, und deßhalb, um den Grundsatz festzuhalten, daß über die Würdigkeit - eines Mitgliedes nicht durch die Willkühr der Majorität entschieden werden kann. Der Redner citirt sehr ausführlich mehrere 1 Beispiele aus der Geschichte der englischen und französischen Par- 1 lamente. Die Versammlung kann unmöglich eine richterliche Ent- ' scheidung geben, schon deßhalb, weil ihr jede gesetzliche Grund- > läge abgeht. Der Redner beruft sich auf mehrere Autoritäten, i u. A. auch auf eine Stelle auS Welcker's Staatslerikon, desselben 1 Welcker, der jetzt der Bevollmächtigte des Staates sei, welcher
jetzt die Zumnthuiig an die Versammlung stellt, ein Urtheil in der Würdigkeitsfrage abzngebcn. Warum hat die badische Regierung nicht einen Antrag auf Genehmigung einer Untersuchung gegen Hecker eingebracht? Es scheint, als wolle man uns dahin drängen, die UnwürdigkeitSerkläruug über Hecker auSznsprechen; darüber will ich mich jedoch nicht weiter verbreiten, Hecker ist in Amerika und die Russen stehen in Siebenbürgen! (Rauschender Beifall.)
Der Redner empfiehlt seinen Antrag:
Die Nationalversammlung, nach Einsicht ihres Beschlusses vom 10. Aug. v. I., wodurch die auf den Dr. Friedrich Hecker, gefallene Wahl des badischen Wahlbezirkes Thiengen für unglltig und unwirksam erklärt worden; sodann der Zuschrift deS großherzoglich badischen Bevollmächtigten bei der Centralgewalt, vom 12. Nov., aus welcher hervorgeht, daß die Wahlmänner von Thiengen den Dr. Hecker abermals zum Abgeordneten gewählt haben; und in Erwägung, daß über die Würdigkeit oder Unwürdigkeit eines Abgeordneten nur die Wähler desselben, nicht aber die in andern Bezirken Gewählten zu entscheiden haben; daß Ausnahmen von diesem Grundsätze jedenfalls nur durch Gesetze bestimmt werden können; daß dergleichen Gesetze mit verbindlicher Kraft für die Reichsversammlung gegenwärtig nicht vorliegen; daß auch für die Zukunft in diesem Hause nicht einmal Gesetze zu erwarten stehen, welche die Wahlunfähigkeit an etwas anderes als an eine rechtskräftige Ver- urtheilung knüpfen, welche letztere sowohl in einzelnen Landesgesetze» als auch in dem in Lesung angenommenen Reichswahlgesetze als alleinmaßgebend angenommen ist; daß während des Laufes der bloßen Untersuchung den badischen Gerichtsbehörden lediglich diejenigen Anträge an die Nationalversammlung vorzubehalten sind, welche sie im Interesse derselben für angemessen erachten.
Aus diesen Grüuden erklärt die Nationalversammlung unter Aufhebung ihres Beschlusses vom 10. August v. J. die auf den Dr. Fr. Hecker gefallene Wahl des 4. badischen Wahlbezirks für gültig uud wirksam.
und schließt mit den Worten: Sie haben bewiesen, daß Sie nicht Freunde der Anarchie sind, führen Sie hier nicht eine Anarchie durch Willkührherrschaft der Majorität herbei (Beifall).
Der Ausschußantrag, „die Zuschrift der badischen Regierung vom 14. Nov. 1848, worin selbe dem Reichsministerium nieldet, daß die Wahlmänner des Bezirks Thiengen den Dr. Friedrich Hecker wieder gewählt haben und daß sie sich nicht veranlaßt sehe, alsbald einen nochmaligen diesfallsigen Versuch zu machen, vielmehr abzuwarten, bis etwa der Bezirk selbst daâ Verlangen, in der Nationalversammlung vertreten zu fein, kundgebe, zu den Akten zu nehmen, ohne ihr, zur Zeit wenigstens weitere Folge zu geben", wird angenommen. Es folgt die Berathung des vom Abgeordneten Mittermaier Namens des GesetzgebunbsauS- schusses erstatteten Berichts über die an den Ausschuß gewiesenen Anträge'und Petitionen in Beziehung auf die Bearbeitung allgemeiner deutscher Gesetzbücher. Der Ausschuß trägt, die Wichtigkeit der Anträge und Petitionen wohl erwägend, allein die Zeitgemäßheit derselben nicht anerkennend, darauf an, über sie zur Tagesordnung überzugehen. Die Abgeordneten Förster, Huck und Wesendouck, welche den Ausschiißantrag bekämpfen und die von den Abgeordneten Mareck, Schöller und Förster beantragte Niedersetzung einer Commission von Praktikern aus ganz Deutschland befürworten, Neichsjustizminister Robert Mohl und Abg. Mittermaier, Berichterstatter des GesetzgebungsauSschusseS, welche für den Antrag des Ausschusses sprechen, Abg. Schöller betheiligen sich an der Discussion, nach welcher der ÄnSschußantrag angenommen wird.
DeutfehSanD.
7i Soden, 1. März. Gestern waren die Lehrer der Aemter Königstein und Höchst zum zweitenmale hier versammelt um sich in Betreff ihrer Angelegenheiten zu besprechen. Ein von ihnen gewählter Ausschuß wurde beauftragt, sich mit der Lehrerkommission in Wiesbaden in Verbindung zu setzen, namentlich die Abgeordneten des viel zu schwach vertretenen Elementarschulfachs möglichst zu unterstützen. Gewiß haben gerade jetzt die VolfsfchuUehrer alle Ursache, wach zu sein und sich zu regen, wenn sie anders erlöst sein wollen von ihren vielen Uebeln; denn zu keiner Zeit war eine gewisse finstere Parthei thätiger, als gerade jetzt die Lehrer fortwährend gebannt zu halten in knechtischer Unterwürfigkeit. Wir hoffen daher, daß in allen Gauen unseres Landes die Lehrer bedenken mögen, was zu ihrem Frieden dient und daß in Handschuhen die Katze keine Mäuse fangt. Alle Halbheit taugt einmal nichts. — Wir hoffen aber auch, daß unsere Regierung die erwählte Lehrercommisfion demnächst einberusen möge, damit der trostlose Zustand, in welchem sich die Lehrer gegenwärtig befinden, sein Ende erreiche. Welche Berichte werden mitunter über das Ergebniß der diesjährigen Früh- lingsprüfungen einlaufen!
J. Höchst, 4 März. Wohl in keiner Gerneinde unseres lieben engeren Vaterlandts wurde der 4. März würdevoller und geeigneter gefeiert, alS hier. Nichts von dem Donner der Kanonen, nichts von Banketten wurde gehört oder gesehen. Wohl aber ehrte den heutigen Tag ein Beschluß unseres Bürgerausschusses der öffentliche Erwähnung und allgemeine Nachahmung ver# die t.
3um dritten Male war gedachtes Collegium aus Veranlassung der im Proj re liegenden „Höchster R e n t c n - A n st a l t", deren Zw. ck wohl eher als Aussaugerei tcö Bauernstandes, denn als gemeinnützige Anstalt betrachtet werden kann, zusammen berufen.
Nachdem nun auch heute wieder die bereits auch in Ihrem geehrten Blatie öffentlich gerügten Statuten verlesen worden waren, wurde die Discussion eröffnet und nachdem dieselbe ebenso grin bli$ als gediegen zu Ende geführt worden war, wurde das Ansinnen der Frankfurter Gründer jener projektirten „Höchster Rentenan- ßalt" — uns hier mit dem Sitze ihrer Verwaltung zu beglücken, mit vollständiger St immene in heit vei woi fen. 53 Mitglieder des Bürgerausschusses waren anwesend. Sämintliche 53 Stimmen lehnten die uns zugedachte Ehre ab! So recht Ihr Wackeren! Ihr verzichtetet auf den Nutzen, der für Euch aus dem Sitze einer Gesellschaft mit solchem Capitale (zwei Millionen Gulden) ei wachsen mußte, zu Gunsten des allgemeinen Wohles u id schlüget dadurch jenen ins Angesicht, die