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den Eintritt (?) ber O^sterreicher in die Stadt Ferrara verkündete, beweist nur zu klar, welche Freude diese Nachricht in den He>z'n ihrer Freunde hervorruft. Das Sclbstverguügen, mit dem sich das halbministerielle Abend­blatt schon im Voraus über die Einnahme Roms durch die Oesterreicher ergießt, erfüllt uns mit großem Be­denken. Großer Gott, wo find wir hingekommen? Hätten wir die Zeiten Casimir Perrier's zu bcoamrn? Wäre die Februarrepublik weniger muthig als die Juli- regierung? Auf die Depesche, welche der Regierung das Einrücken der Oesterreicher in das Gebiet der rö­mischen Republik anzeigt, hat die Regierung nicht an­ders als mit einem Heere und einer Flotte vor Civita- V cchia und in das Adriatische Meer zu antworten. Die Occnpativn der O-sterreicher scheint übrigens mit einem allgemeinen Plane der Reaktion zusammen zu hängen. Am 19. Febr. sollten die G oberti'schen Trup­pen einfallen; am 19. Febr. überschreiten die Oester- reicher bei Ferrara den Po und morgen wird uns die Post wahrscheinlich die Nachricht bringen, daß ein nea­politanisches Corps von dem Süden her einrückte. Das verrath eine förmliche Verschwörung der Reaktion gegen die Revolution. Hierfür genügen keine bloßen Inter­pellationen. Die Republikanische Majorität muß viel­mehr dem Ministerium den Weg vorzeichnen, den cs zu verfolgen. Sofortige Räumung der Legationen, Ga­rantie gegen die Rückkehr der Oesterreicher; vollständige Entschädigung für die einem unter französischem Schutz stehenden Brudervolk angethanen Verletzungen... Oder Krieg! Wir sind stark; denn wir sprechen im Namen des Rechts und haben die Sympathieen der Völker für uns; ihre Sache ist unsere Sache und die der gan­zen Welt."

Das Journal des Debats hält noch hinter dem Berge; es knüpft heute nur folgende Aeußerungen an das Eindringen der Ocsterrcicher:

Wir sahen neulich einen Brief Mazzincks an die Römer, in welchem er ihnen empfiehlt, den Oesterrei­chern die Citadelle von Ferrara, koste es was es wolle, zu entreißen. Ein unglücklicherer Rath als dieser konnte den Römern nicht gegeben werden: er ist den Republi­kanern höchst gefährlich, weil er die Oesterreichs in das Herz Italiens lockt. Die Geschichte wird eines Tages vielleicht den Herrn Mazzini anklagen, durch den Wahn­sinn seiner Ideen, den Ruin und die Sklaverei seines Vaterlandes herbeigesührt zu haben."

Paris, 28. Febr. Lacordane, der Ervolksv^rtreter und ehemalige Advokat, der sich wegen seiner unglück­lichen Liebe zur Gräfin ... in den Domimkanerorden stürzte, hat seine Fastenpredigten in der Notredame- Kirche gestern wieder begonnen. Die vornehme Welt rennt wie beßssen in dieseConferenzen." Drei Stun­den vor Beginn war kein Plätzchen mehr in der Kirche zu haben. Es gehört zum guten Ton, den hübschen Fanatiker als Rendezvous-Platz auszubeuten. Die fein­sten Toiletten waren dort wie zur Schau ausgestellt.

Das gestrige Bankett im Fraternitätssaale macht Epoche. Die Debats gaben die Zahl der im Saale und auf den Galerien Anwesenden auf 2400,

die Democratie pacifique auf 3000 uud die Commune auf 5000 an. Alle diese Zchleu scheinen ungenau. Der Andrang war enorm. Im Saale befanden sich zwischen 3 und 4000 Gäste und etwa 1000 Personen mußten zmückgewicsen melden. Um 2 Uhr begonnen, dauerte dasselbe 5 Stunden. Wir müssen cs natürlich dem Geist jeder Redaktion überlassen, in wie wert sie die dort gehaltenen Reden Lediu- Rollin's, Pierre Le- rour rc. aus der morgigenRepublique" (dre sie am vollständigsten zu bringen verspricht) mitzutheilen, für ihre Pflicht halt. Wir haben w.der Zelt noch Naum dafür. (N. NH. Z.)

Paris, 28. Febr. DasEcho du Midi", rin in Montpellier erscheinendes Journal, enthält in seiner Nummer vom 23. nachstehende Mittheilung :Von einem unserer Abonnenten erhalten wir folgendes Schreiben des Grafen von Morella (Cabrera), um es zu ver­öffentlichen:Mein weither Freund! Keine Besorgnisse mehr! Ich bin geheilt. Der Himmel hat mich geschützt. Denn ich hätte leicht das rechte Bein einbüßen konneu, Vor einem Monate schrieb ich Ihnen weitläufig. Ich vertraute meiu Schreiben an Sie einem Neisenden an. Ich weiß nicht, ob Sie es erhalten haben. Für heute kann ich nicht ausführlicher schreiben. Nächstens mehr! Es grüßt Sie herzlichst Cabrera. St. Jaime, 15. Februar 1849,"

Ungarn.

Pesth, 21. Febr. Szegedin ist noch nicht ge­nommen. Es hat schon 2 Stürme abgeschlagen, und gewann Zeit, wieder fn|d) Athem zu schöpfen. Es war übrigens beim Armeecorps, das die Berennung unter­nahm, nur eine serbische, meist iudiSciplinirte Freischaar, welche zu wenig Geschütze zählte, um einen festen Platz zur Capltulativn zwingen zu können. Uebrigens dauern die Auswanderungen aus Szegedin fort, doch laßt man in neuester Zeit nur die schönere Hälfte des Menschen­geschlechts frei abzrehku, was als Mann nur halb waf- seufähig erscheint, muß zurückbleiben. Das Gerücht, daß Szegedin zu capituliren geneigt sei, sobald österr. Militär^anmarschirt,. ist^eine halbe Wahrheit.

R u ß l a n d.

Petersburg, 18. Febr. Nach der Zeitschrift des Ministeriums des Innern belief sich der Werth des unbeweglichen Eigenthums der Stadt Petersburg im 1 Jahre 1848 auf 89,980,600 Rubel Silber und hat sich in een verflossenen 45 Jahren der Werth um 40,150,000 R. S. vermehrt. Die Stadtabgaben be­laufen sich auf 945,000 R. S. und etwas darüber. Die Miethe der 6264 abgeschätzten Privathäuser beträgt mehr 10,000,000 R. S. Die Gesammtzahl der ver- mietheten Quartiere ist 48,211. Im Jahre 1846 waren in Petersburg 468,500 Einwohner. Dem von der Petersburger Akademie herausgegebenen Kalen­der auf dan Jahr 1849 zufolge, umfaßt das europäi­sche Rußland einen Flächeninhalt von 90,117 Quad.at- meilen mit einer Bevölkerung von 54,490,000 Indivi­duen ; das Königreich Polen 2320 Quadratmeilen mit

4,589,000 Bewohner»; das Großfürstenthum Finnland 6844 Quadratmeilen mit 1,549,700 Einwohnern. An Gold wurden 1847 gewonnen 1990 Pud, Platina 1 Pud, Silber 1298 Pud. Die Reichsschu d wi d an­gegeben auf 300,001,200 R. S. D-won belief sich die auswärtige beteimüurte Schuld auf 60,830,000 Holl. fl., die n d.termi litte auf 220,490,900 fl., die innere auf 51,490,760 R. S.

Die Klasse der Privatzuhörer in den Universitäten soll künftig nach einem Befehle des Kaisers nicht mehr bestehen. Wenn Pei fönen freien Standes sich spezielle Kenntnisse für ihren Dienst oderBeruf erwerben wollen, so können sie mit Genehmigung des Nekro-s, und Be­amte mit Erlaubniß ihrer Behörde die Vorträge der betreffenden Wissenschaften besuchen. Dieselben Per­sonen können alsdann auch auf ihren Wunsch zu Prü­fungen zugelassen werden, welche ihnen einen gelehrten Grad, oder ein gelehrtes Att-stat zu W ge bringen.

(Osts. Ztg.)

'»- Wiesbaden, den 3. März.

Gegen den Redakteur dieser Zeitung herrscht seit Dieitstag lauf. Woche, wegen eines Artikels (B. Wies­baden ) in Nro. 49 dieses Blattes eine buchstäbliche Wuth bei den hiesigen blau-orangen Leuten. So eben wird uns berichtet, es würden für eine Adresse, welche bei dem G meinderath die Ausweisung des R- dakteurs dieses Blattes beantragt, Unterschriften zusain- mengetrommelt.

So, ihr Männer in Staffan, ver­steht man hier in der gottbegnadeten Residenz die Preßfreiheit, und so feiert man hier den & März!!

Wir können übrigens den Reaktionären bis Versiche- ruug geben, daß der Redakteur dieses Blattes mit außerordentlicher Gemüthöruhe ihren Schwabenstreichen zuschaut und sie wegen ihres blinden Arnatismus, welcher sich schon in den gemeinsten Schimpfwörtern, und den albernsten Drohungen Luft gemacht hat, von Herzen bemitleidet.

Frachtpreise.

Mainz, 2. März,

Walzen, das Malter 200 Pfd.

Korn, ditto

Gerste ditto Hafer ditto Spelz ditto

Preis.

. . 9 fl. 3 kr.

. . 6 fl. 3 fr.

. . 5 ft. 29 kr.

. . «ft. kr.

. . - fl. - kr

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

Bekanntmachungen.

^ Kekannimackmng.

Montag den 19. März 1. I., Morgens 9 Uhr / läßt Charlotte Wiesker dahier in ihrer Wohnung bei Kutscher Anton Höhler in der Langgasse verschiedene Mobilien, als: Bet­tung, Leinen, Weißgeräth, Holzwcrk, Kupfer, Messing, Zinn, einen Ofen und einen Trans- porticrhecrd rc. wegen Wohnungsverandcrung freiwillig versteigern.

Wiesbaden, den 2. März 1849,

Der Bürgermeister.

Fischer.

(286)

AeKanntmaeßung.

Amtlichen Auftrags zufolge wird Dienstag den 6. d. M., Nachmittags 3 Uhr, aus der Coneursmasse des David Cron auf der Dictcumühle, Vichfuttcr und Dung an Ort und Stelle versteigert.

Wiesbaden, den 3. März 1849.

Der Bürgermeister Fischer.

l^ Äeiiamrtmachung.

Donnerstag den 15. d. M., Vormittags 11 Uhr, läßt Herr Tünchermeister Carl Hahn in seinem Wohnhause in der kleinen Schwalbachcr Straße, 1 achtjähriges Pferd, 2 vollständige Pferdegeschirre, Zug- und Spannketten, Pflug, Egge, 2 vollständige Karren (einen Schncpp- karcen und einen langen Leiterkarren) und sonstige Oeconomiegeräthschaften, gegen gleich baare Zahlung versteigern. Wiesbaden, den 3. März 1849. .

Der Bürgermeister Fischer.

/Zu empfehlende Gelegenheit für Passagiere und Auswanderer tm^ Rew < Bork.

Erpeditions-Tage der Schiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien- gesellschaft:

Das kupferbodcnc Hamburger Schiff Rhein, Cap. Ehlers, am 24. März 1849,

/, Deutschland, Hancker, am 21. April 1849,

/, Nordamerika Rathje, am 19. Mai 1849,

,' Elbe, ,, Heitmann, am 23. Juni 1849. Ueber obige Schiffe, welche durch hohes, luftiges Zwischendeck und elegant eingerichtete Cajüten sich auszcichncn, ertheilt nähere Nachricht der Schiffsmakler

Amgtest Bolte«.,

Wilh. Miller's Nachfolger in Hamburg.

Weitere Auskunft ertheilen die Agenten:

Herr Kaufmann F. C Vigelius in Wiesbaden, Jacob Scheuermann 11. in Langenschwalbach. ,, Joseph Kunst in Montabaur. L. A. Großmann in Diez.

(237) M. J. Cratz in Eltville.

(285) Karten für die Galle ie im Cnrsaale, während des Ban­ketts am 4. März, werden a 12 kr. in dem Bureau des Fest- Comites in den vier Jahrszeiten abgegeben.

CK») Turnverein.

Dienstag deu 6. März findet eine außerordentliche Generalversammlung des Turnvereins im Saale des Nerothals Statt, wozu die Mitglieder dringend eingeladen werden.

Tagesordnung: Ergänzungswahl des'Vorstandes.

Der Vorstand.

c^> liste Frankfurter Lotterie

Ziehung 5ter Klasse am 7. März und 6ter Klasse vom 31. März bis 23. April a. c.

Hauptgewinne: fl 211,000, 2 â 100,000, 50,000, 25,000, 20,000, 15,000, 12,000, 3 â 10,000, 4000, 6 â 2000, 52 â 1000 u. s. W. Ganze und getheilte Loose für alle Spielarten sind zu den bekannten Preisen zu beziehen bei

Gebrüder Bliebet

Hauptcollrcteurs i n Frankfurt a. M.Z

Todesanzeige.

(288) Auswärtigen Freunden und Verwandten mache ich hiermit statt be­sonderer Meldung die traurige Anzeige, daß nach schwerem Leiden gestern meine liebe Frau, Catharina, geb. Pauli, und einige Stunden später das zweite meiner Drillingskinder verschieden sind.

Wiesbaden, 3. März 1849.

Medicinalaccessist Dr. Menges.

(283) Ein Klavier mit 7 Octaven (Wiener Flü­gel), von dem ersten Mei­ster in Wien verfertigt, ist wegen Wohnungsver-

ig zu verkaufen durch das Geschäfts-Bureau von Carl Leyendecker in

Wiesbaden.

(278) Für 30,000 fl. Güterkaufschillinge werden im Ganzen oder getheilt zu kaufen gesucht d»M Friedrich Schauß in Wies­baden , Marktplatz Nr. 12.

(286) In einem bedeutenden Con­ditorei - Geschäfte kann ein braver Junge in die Lehre ausgenommen wer­den gegen solide Bedingungen. Wo? sagt die Expedition dieses Blattes.

Maschinen - Matzen, größer als die im vorigen Jahr, das Stück zu 2 fr., bei Simon Kahn, Goldgasse Nr. 16. (282)

UV" Vom 4. März an wird achter Bayerischer Bock verzapft, pr. Glas 4 kr, bei (279) Heinrich Engel.

Verlag von H. Fischer und C. Ritter. - Druck der C. Rttter'schen Buchdruckerei.