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auführen wollen. Die Ultramontaney streuen dcrglei- chen Gerüchte aus und machen solche Denunziationen, um nach und nach dem längst ersehnten Ziele, dem Belagerungszustand Münchens, näher zu kommen. Der hiesige ultramontane Erzbischof Reisach weiland Graf hat den Antrag gestellt, daß alle geistlichen Orden wieder hergestellt und daß das gesammte, bei der"Säk»larisation eingezogenen Kirchen- und Kloster- Vermögen zurückgegeben werden sollte!

München, 24. Febr. Die Berichterstatter der Jour­nale haben eine energische Protestatio» an den Präsi­denten der Kammer der Reichsräthe gegen die Zumu- thung erlassen, daß sie im Vorzimmer mit den Kamme- lakaien antichambriren sollen, bis sämmtliche ReichSräthe ihre Plätze eingenommen haben Sie baten den Prä­sidenten, sich einen Augenblick herauszubemühen, um ihre Beschwerde entgegenzunehmen. Er schlug das ab und sämmtliche Journalisten verließen das Haus, weil sie die Würde der Presse nicht von dem Willkürakte eines bocharistokratischen Kammerpräsidenten verletzen lassen wollten. Es fehlt deßhalb noch an genauen Nach­richten über die Interpellationen des Fürsten Wallerstein, welche Graf Bray beantwortete.

Gestern ist endlich die Freilassung des schon seit mehreren Monaten verhafteten Arbeiter Nieße, Redak­teur desEs muß Tag werden", erfolgt. Er war wegen eines Preßvergehens angeklagt, das Appellations- gericht erkannte auf Einstellung der Untersuchung; der Staatsanwalt reichte hiergegen eine Nichtigkeitsbeschwerde ein, der Kassationshof verwarf sie und während al­ler dieser Zeit mußte Nieße im Gefängnisse aushalten, weil es den Behörden eben so gefiel. DaS ist bei uns die im März errungene Preßfreiheit! (N. D. Z.)

Breslau, 24.Februar. (Mittheilungen eines Ungarn. Fortsetzung) Die Mehrzahl der Truppen, die in Pesth und Buda standen, wurden in der Rich­tung von Erlau und Zegled zurückgezogen und nur et­wa 4000 Mann blieben da; man sprach sogar davon, daß das Hauptquartier des Fürsten Windischgräß nach El lau verlegt werden würde. Trotz der großen Siege, welche die Oesterreicher errungen haben wollen, welche aber die Ungarn errungen haben, verfehlten sie dennoch nicht die Kanonen der Festung Buda auf die Stadt Pesth zu rechten; ein Befehl an die Einwohner der Fe­stung forderte diese sogar auf, sich für drei Monate zu verproviantiern. Die, welche dieß zu thun außer Stande wären, sollten ihre Wohnungen verlassen. Die Festung hat ein ganz anderes Aussehen angenommen, überall Pallisaden und Kanonen.

Wozu nun alle diese Furcht verrathenden Vorberei­tungen, welche im vollständigsten Widerspruche mit den absurden Nachrichten stehen, wonach die österreichische Armee bald bei Debrrczin, bald in Trausylvanien ope- rirt Die Soldaten selbst sind durch die Sprache ihrer Offiziere und den Haß, welche diese ihnen beizubringen suchen, so demoralisirt, daß sie nichts von dem glauben, was sie sehen, und nur sagen, was ihnen zu sprechen befohlen wird; selbst die Croaten, solche Barbaren auch Einzelne darunter sein mögen, find noch nicht so ent­menscht, wie die übrigen österreichischen Truppen. Offi­ziere, und Soldaten beklagen sich laut, daß man sie ge­zwungen die Waffen zu führen; daß sie viel lieber bei Weib und Kind wären, als gegen die Ungarn kämpften, die ihnen nichts gethan. Die dümmsten und zugleich die grausamsten find die Böhmen, und die Unglück­lichen find zu bedauern, bei welchen sie in Quartier liegen. Merkwürdig ist cs, daß ein Volk, das so lange Jahre unter österreichischer Regierung seufzte und oft die Befreiung versuchte, sich nun schlimmer beträgt als es selbst die Kosaken thun würden.

Das eele Benehmen des ehemaligen Minist: r-Prä- fioentcn Grafen Louis Bathiany hat etwas Großaitiges. Vierzehnmal vorgrsordert, verweigerte er vierz hnmal mit den Worten:Ich war Minister und werde nur dann antworten, wenn ich vor ein Tribunal ungarischer Magnaten geladen werde," seinen improv sirten Richtern jede Antwort. General Moga und Hrabowsky, zwei Greise, deren Leben ohne Fehler war, wurden zu 20 Jahre Festung verurtheilt; der Schwiegersohn des Ge­neral Moga, Graf Lazar, Obrist der Honved, sollte den Tod erleiden, da begnadigte ihn der großmüthige Fürst Windischgrätz zu 10 Jahre Kerkerhaft in Ketten, Ver­lust seines Adels und infamer Degradation.

Das sind die Leute, welche Räuber und Rebellen genannt werden, weil sie ihr Vaterland vertheidigen und die österreichischen Ketten nicht annehmen wollen.

Berlin, 23. Febr. Am Hofe und in den den Hof umgebenden Kreisen soll jetzt auf ein Ereigniß gehofft werden, dessen Eintritt seit vielen Jahren für unwahr­scheinlich gehalten wurde. Es sind dies Hoffnungen, die sich an jenen Zustand knüpfen, über welch?» eng­lische Blätter mit der ihnen eigenen Discretion regel­mäßig, so oft er eintritt, Bericht zu erstatten pflegen.

Dresden, 24. Febr. Unser neues Ministerium ist seltsam zusammengesetzt; aristokratische und bureaukratische Elemente sind mit Namen gemischt, die bis dahin zur Linken zählten. Namentlich begreift man nicht, wie Hr. Weinlig in diese Kombination eintreten konnte, wenn man nicht einen Gesinnungswechsel oder eine andere Anschauung" annehmen soll. Der Minister des In­nern, Regierungrath Dr. Weinlig, ist ein verdienst­voller, talentreicher Mann von liebenswüldigem Be­nehmen, Schöpfer der Arbeiterkommission, bis jetzt dr Linken angehörig (wenn auch nicht der äußersten). Aeußeres und interimistisch Kultus: v. Beust, bisher

Gesandter in Berlin (Aristokrat); Finanzen v. Ehren- steln (echter Bureaukrat; Justiz: Oberappellationsrath r^eutschvereiner, d. h. rechtes Centrum, nach links schielend); Krieg: interimistisch noch v. Buttlar (gemäßigt aristokratisch). Die Ursache wurde in der zweiten Kammer durch Tzschirn er, in dererstenKam- mer durch Heubner und den Abgeordneten und Staats-

Oberländer selbst bekannt. Sie ist folgende: Oberländer hatte gegen die Auflösung der Kammer ge­stimmt und überdies erklärt, er werde heute als Ab­geordneter für die sofortige Publikation der Grund­rechte stimmen. Theils wollten dies die Minister nicht theils mag auch der König nicht gewollt haben - kurz!

eine Einigung nicht möglich war, so dankten fti ab. Die zweite Kammer und auch die erste erklärten erstere durch allgemeines Erheben von den Sitzen, daß kein Ministerium die Unterstützung der Kammer haben

^n,n , b^cht die sofortige Verkündigung der Grundrechte in fernem Programm haben würde. den Stadtverordnetenwahlen hat wieder der sou­veräne Unverstands vollständig gesiegt; die Kandidaten der Vatrrlandsvcreme sind sämmtlich gewählt; und doch haben hier nicht dieBesitzlosen," Gesellen und Tag­löhner, denWühlern" zum Siege geholfen, wie bei den Landtagswahlen laut der guten Presse; es wählte nurIntelligenz und Besitz," nur Bürger und Meister. Und doch kein Heuler? Arge Welt; (N. D. Z.)

Kremsier, 23. Februar. Sinolka ist neuerdings zum Präsidenten uud zwar nach nur einem Skrutinium gewählt mit 298 von 312 Stimmen, Haßlwandter hatte 2 Stimmen, Jähnert 1, Langie 1, Stobach 4, Gredler 1, Popiel 3, Hubicki 1, Pillersdorf 1. Das Resultat der Wahl wird in allen Räumen des Hauses von lange anhaltendem Beifall ausgenommen, eben so die Worte, mit denen Smolka die Wahl dankend annimmt. Erster Vizepräsident ist Hübler mit 158 von 308 Stimmen. Hein hatte 132, die Anderen waren vertheilt; zweiter Vizepräsident Brauner mit 164 Stimmen von 299. Brauner erwähnt in seinen Dankesworten, daß er in dieser Wahl seine politische Seite geehrt sehe und zwar um so mehr, als er in eine Trias getreten, in dec nun alle Parteien des Hauses vertreten sind.

Wien, 22. Febr. Die Siebeiibürgischen Sachsen haben eine Deputation nach St. Petersburg abtzesendet, um bem Kaiser von Rußland für den Einzug der rus­sischen Truppen in Hermannstadt und Kronstadt zu danken. (Lloyd.)

Wien, 22. Febr. (Einberufung von Ver­trauensmänner.) Die Wiener Zeitung bringt fol­gende Mittheilung: Die durch Bürgerkrieg zerrütteten Verhältnisse Ungarns fordern dringend ihre Lösung. Die glänzenden Thaten einer tapfern und hingebenden Armee konnten offene Empörung überwinden, die verletzte Au­torität des Monarchen Herstellen. Aber die durch die Umwälzung aus ihren Fugen gerissene vormalige Ver­fassung bedarf eine den den Forderungen der Zeit, den Ansprüchen der Völker auf Gleichberechtigung, den Ver­hältnissen zum Gesammtstaat entsprechende neue Ge­staltung.

Ein nicht minder dringendes Bedürfniß ist die Ord­nung der politischen und finanziellen Verwaltung der einzelnen Landestheile, und zu diesem Behufe die rasche Entfernung der Formen und Elemente der früheren Ad­ministration, welche nach dem Sturze der Kossuth'schen Gewaltherrschaft sich wieder zusammengefunden, ohne die Bedingungen weiteren Bestehens und Wirkens un­ter den in der Zwischenzeit gänzlich geänderten Verhält­nissen in sich zu fassen.

Die Politik des Friedens, des Organisirens muß das Werk vollenden.

Das Ministerium erkennt die Größe und Schwie- rtgk.it der Aufgabe und widmet derselben die erforder­liche Sorgfalt.

Unter dem Widerstreite der Interessen, unter der Zahl der Wünsche und Ansprüche ist es vor Allem das dringendste Bedürfniß, klar in die Verhältnisse zu sehen, das Nützliche, das Gerechte, das Nöthige zu erkennen und die Betheiligten deshalb zu hören:

Der nächste Schritt des Ministeriums ist deshalb dahin gerichtet, sich mit Vertrauensmännern der ver­schiedenen Nationalitäten Ungarns zu umgeben und ih­ren Rath, ihre Auskünfte und ihre Mitwirkung in An­spruch zu nehmen.

Wie wir aus verläßlicher Quelle versichern können, sind die hierzu erforderlichen Einleitungen, welche den Ministerrath seit einigen Tagen in Wien zurückgehalten haben, bereits getroffen, und wir können nur wünschen, daß derselbe Geist redlichen Willens, aufrichtigen Ver­trauens und der Liebe zum gemeinsamen Vaterlande die Berufenen beseele und ihren Berathungen Erfolg und Gedeihen sichere.

Wien, 24. Febr. In Kremsier ist §. 13 der öster­reichischen Grundrechte angenommen worden, dahin lau­tend:den österreichischen Staatsbürger» ist die Freiheit des Glaubens gewährleistet. Sie sind unbeschränkt in der äußerlichen öffentlichen Ausübung ihrer Religion, so weit die Ausübung weder rechts- noch fittenverletzend ist, noch den bürgerlichen oder staatsbürgerlichen Pflich­ten widerstreitet." Mit dec Regierung im Haag hat die österreichische Regierung einen Vertrag zur mieth- weisen Uebenahme der holländischen Flotte geschloffen. Vielleicht will sie Schleswig-Holstein vor den Räube­reien der Dänen schützen, wovon wir heute aus Schles­wig erneute Kunde erhalten. Doch nein! Oesterreich steht ja im freundschaftlichsten, gesandtlichen Verkehr mit Kopenhagen.

Ungarn.

®lÄll!?'ft"'!', ®£ !* und stürmische w so a?unb^^ Straßen unseres Lm.

SÄT:«

Wirb auf mancherlei Ari düpsrd Der Ge uralisst ns ch-rft den scheint nachgerade ungeduldig zu werde, und mochte g-ru emeu Hauptschlag fahren ^ welchem E d- 5 8j* S'reitlrâste gegeu Szolnok hin entsagt da, In Folge Dessen läuft bas Gerücht, es sei dort meinem ernst.n Treffen gekommen, und es seien die Magyaren hinter btc Th znrückgeworfen worden. Man kann aber gegen diese Nachricht einen bescheidenen Zweifel hegen; denn cs werden die Ungarn gegenwärtig viel zu gut angeführt, als daß sie nicht den großen Vor­theil benutzen sollten, den Feind in die Sümpfe an der Theiß zu verlocken und nicht mit gar großer Mühe aufzureiben. Die vielen Streifkorps die in den Nie- drrungen wie aus der Erde wachsen, werden nicht ver­fehlen, ihn, wenn er sich zu weit vorwagen sollte von allen Selten zu belästigen, die Zufuhren abzuschneiden und jede Truppe, die sich von der Hauptarmee entfernt, aufzuheben und zu vernichten. Der Krieg in Nieder- ungarn läßt sich in gewissez Art mit Napoleons Feld­zuge nach Rnß.'and vergleichen, und es könnte der öster­reichischen Armee, wenn sie zu weit vorginge, ein ähn­liches Sch.ck,al erfahren, wie damals die französische. Windischkrätz wird unter diesen Umstanden einen harten Stand haben. Rasch zu verfahren und mit einem Haupt- fjlag seiner Sache eine günstige Wendung zu geben, ist geradezu unmöglich; zaudert er aber so wächst die Macht der Magyaren immer mehr an. Man soll Kapi­tulation angeboten haben, die aber die Magyaren stolz abgewiesen hätten. Wenn wir einen Blick auf die Landkarte werfen, so sehen wir, daß die österreichische Armee, trotz ihrer Fortschritte und trotz ihrer Sieges- berichte, von den magyarischen großen und kleinen Heer­haufen wie mit einem Netze umgeben ist. Von dec steyermärkischen Grenze an über den Platensee herab bis nach Esseg in Kroatien, ist daS Land zwar schein­bar unterworfen, aber überall stehen Streifkorps, welche die Ocsterreicher stark belästigen.

Auf der andern Seite, b. h. von der Donau bis in die Karpathen, ist es nicht besser, wovon man sich überzeugen kann, wenn man die Berichte liest, wie dort die Oesterreichcr beständig hin und her gehetzt werden. Und hier haben die ungarischen Streifko.ps ein für sich ganz besondes günstiges Terain, auch halten in der Stille die meisten .Einwohner, selbst die Mehrheit der Slovaken, zu ihnen. Nur daraus ist zu e. klären, daß die Magyaren immerfort bis weit hinauf gegen Gali­zien hin ihre Streifzüge fast ungestraft machen können. Im Osten ist die Theiß die große Schanze, welche die Magyaren schützt und wo bis jetzt auch die Oestreicher versuchten, hinüber zu dringen, da wurden sie stets mit Verlust zurückgeworfen.

Sollte es nun zu einer Hauptschlacht kommen, und sollten sie die Oesterreicher verlieren, was ja nicht mög­lich wäre, dann würde ihr Rückzug ein sehr gefährlicher sein, weil zu fürchten, daß dann allenthalben das Volk aufstehen würde. Der Generalissimus scheint sich daS Bedenkliche seiner Lage nicht zu verhehlen. (N. Rh. Z)

Siebenbürgen.

Kronstadt. Folgende Proklamation an die Bür­ger von Kronstadt hat der russische General erlassen: An die Bürger von Kronstadt! Einige Schlecht- gesinnte von der Kroustädter Bürgerschaft haben das falsche Gerücht verbreitet, ich hätte mich mit dem k. k. österreichischen Herrn General v. Schurter entzweit und hätte die Absicht, mit meinen Truppen die Stadt zu verlassen! Ich habe im Gegentheil in dem Herrn General v. Schurter einen braven Kameraden gefunden und werde Wohldenselben auch fortan als solchen schätzen und ehren. Daß ich meine Packwägen in die Walachei zurückgeschickt habe, ist einzig und allein im Interesse der hiesigen Bewohner geschehen, um ihnen eine Er­leichterung zu verschaffen, weil es ihnen schwer werden dürfte, neben der Bespannung der genannten Packwägcn auch die Fourage für die heute angekommencn 700 Uhlanen zu liefern. Der gesammte Inhalt der Pack- wägen, bestehend in Zwieback, bleibt in der Stadt zu­rück und es wurden nur die leeren Wägen abgefertigt. Jenes falsche Gerücht ist also eine infame und thörichte Lüge; beim wenn ich mich selbst mit dem Herrn Ge­neral v. Schurter nicht verständigt hätte, so würde ich dennoch hier bleiben zum Schutze dieser Stadt, wie es der Allerhöchste Wille meines Kaisers und Herrn ist. Kronstadt, den 29. Januar (10. Februar) 1849. Generalmajor von Engelhard." (Sieb. W.)

Galizien.

DerBresl. Ztg." schreibt man von einer höchst bedenklichen Stimmung in Krakau, deren Ausbruch man bei Gelegenheit der nahe bevorstehenden Rekruten- Aushebung befürchtet, wenn die Rekruten, wie es in Böhmen bereits geschehen ist, sich widersetzen sollten. Für diesen Fall soll der sofortige Einmarsch der Russen bevorstehen.