Einzelbild herunterladen
 

nern einer gewissen Confession, sie könnten nie frei wer­den; man kann dieses aber auch noch mit vollem Recht von einer leider großen Anzahl von Bekennern einer andern Confession sagen, deren Dogmen sie lehren, den irdischen Tyrannen sich ebenso zu unterwerfen, wie sie zerknirscht vor ihrem geglaubten ewigen Tyrannen leben. Deswegen bewahre uns Gott vor jesuitischer und hengstenbergianischer Bildung- (Naturzerstörung) und zum Schluß vor einem Reichsoberhaupt, das die erstere oder letztere begünstigen würde! Es lebe die wahre Bildung!

f Von Heilborn, im Febr. Ja diesen Blättern ist schon von mancherlei Umtrieben Seitens des geist­lichen Standes die Rede gewesen. Unter den vielen schon veröffentlichten Beispielen, mag auch das folgende seinen Platz finden.

Ein Geistlicher, im Gebiete des Taunus, machte sich längst schon durch sein Betragen bei dem größten Theil seiner Pfarrgemeinde verhaßt. Es ist eine erwiesene Wahrheit, daß ehedem Mancher, dessen edles Gefühl durch des Geistlichen Thaten verletzt wurde, solche der höhern Behörde erbracht haben würde, wenn er nicht daS massive Wesen Sr. Hochwürden gefürchtet hatte. Düsr, sich somit auch ganz sicher dünkend, fuhr fort, seine Dinge zu treiben. War nun unser .geistlicher Hort in Folge seiner Heldenthaten nicht gut gestimmt, so mußte der Lehrer des Pfarrdorfes, (der zugleich Küster ist) ein friedliebender Mann, bei der denmâchfiigen kirch­lichen Function dafür herhaften. Da wurde keine Mühe gespart, den schweren Dienst des schon bejahrten und dabei kränklichen Mannes noch mühevoller zu machen. Aber endlich war das Maß voll, und.......?

Im Winter 1847/48 wagte es ein Psarrkind, eine der letzten Thaten des Pfarres dem bischöflichen Ordi­nariate zu Limburg anzuzeigen. Diese Anzeige hatte jedoch keineswegs Rache oder Bosheit zum Grunde, sondern geschah blos aus der guten Absicht, den Pfarrer vor fernerem zn bewahren. Die Sache wurde zur Un­tersuchung eingeleitet und kam somit vor die Augen deö Pfarrers. Man glaubte gleich wieder den Lehrer als Urheber beschuldigen zn müssen, *) und nun mußte derselbe doppelt fühlen.

Endlich kam der 4. März. Was sehen wir? Wir sehen den in Untersuchung stehenden Herrn a's Autokrat eines Clubs bei Absetzung des alten und Be­stimmung eines neuen Schultheisen, sowie bei den üb igen Neuerungen sehr thätig. Dem Lehrer, welchem man, zur Erleichterung seines schwierigen Amtes, vor einigen Jahren den Glöcknerdienst und das Versorgen der Kir- chcnuhr ohne Beeinträchtigung des Gehalts abgenommen hatte, mußte Beides gleich wieder aufgeladen werden; so, daß er j tzt fünf Aemter (das Schu', -Organisten,- Küster, -G öckner,- und Uhrwärteramt) zu besorgen hat.

Was geschah aber unterdessen mit der Klageschrift resp, der Untersuchung gegen He. Pfarrer? Entweder Nichts oder gar Nichts. Erst als der erste Scribent seine Anzeige in Erinnerung brachte, that man, als ob man Etwas thun wolle, aber es war Schein. Man kennt ja das Sprichwort:In ein Horn blasen."

Auf einmal nahm die Sache eine andre Wendung jetzt wurde der Lehrer (als Küstr) ve.klagt;fünf Aemter machten nicht Sorgen genug?" Die Klage enthielt lauter nichtssagende Gründe, in Betreff welcher aber doch eine Untersuchung eingeleitet werden mußte. Der Lehrer vertheidigte sich mit trif­tigen Gründen mündlich und schriftlich, auf directem und indireckem W?ge und, was geschieht?Die Klagen und Untèr Eichungen gegen Pfarrer und Küster bleiben still und ruhig liegen."

Der hochwürdige Herr aber ist wiedergrün" geworden (wie man hier zu Lande sagt); der Schul­meister aber muß wieder nach der^Pfeife seines geist­lichen Mentors tanzen.

So geht's heut zu Tage!

/X Nassau, im Febr. Dem Verfasser deö Artikels in derFreien Zeitung" Nr. 42 die Verlegung des so­genannten Bauamts von Nassau nach Ems betreffend, diene Fo'gmdes zu seiner und anderer Belehrung. Vor Allem muß der Correspondent wissen, daß das Schreib- oder Geschäftszimmer des Landbaumeisters, überhaupt dessen Wi kcu mit einem Amte einer öffentlichen Ge­richtsbehörde durchaus nicht zu vergleichen und mit dem Namen Bauamt belegt werden kann. Alle Funktionen des Landbaumeist rs gesch°hen durch die Vermittelung der Verwaltungsbehörden, der Herzog!. Aemter. Aus diesem Grunde fällt auch der angeführte Nachtheil in dem genannten Artikel, daß nämlich die Orte der Aemter Nastätten und St. Goarshausen um 2 Stunden von dem sogenannten Bauamt mehr entfernt und die Leute gezwungen fe'en, wegen eines Besuchs bei der Baube­hörde (bei der sie eigentlich nichts zu thun haben) bei einer Entfernung von 6 8 Stunden 2 Tage unter­wegs zu sein; denn es hat Niemand eines Baugegen­standes halber das Bureau des Baumeisters zu besuchen nöthig. Private, welche bauen, geben ihre Gesuche bei dem Herzog!. Amte ein, welches nach eingezogenem Gut­achten des Technikers die nöthigen Dekrete re. an die Beibkiligben erläßt. Eben so werden den Bauhand­werkern, welche öffentliche Bauten zur Ausführung über­nommen, die erforderlichen Etatsabschriften und Zeich­nungen zugesiellt; und es bedarf nur der unwissende

*) Der in Rede stehende Lehrer wußte keine Sylbe von der Anzeige, bis ihm als Zeuge bei der Untersuchung, das Ganze bekannt wurde.

Handwerker einer Belehrung. Derselbe muß dann zum Baumeister sonst aber Niemand. Daß dies als­dann Privatsache ist, bedarf kaum der Erwähnung.

Der andere vorgebrachte Nachtheil wegen Vermeh- rung der Kosten beruht ebenwohl auf irriger Ansicht. In keinem Orte des ganzen Bezirkes sind bisher so viele Arbeiten für den Baumeister vorgekommen, als in Ems, und es mußte die Herzog!. Landessteuerkasse bisher für nöthige Reisen dorthin jährlich 50 bis 60 fl. bezahlen, welche künftig hin erspart werden.

Die Beheuptung, daß fast kein Ort von dem Bau- pcrlonal besucht werden kann, ohne daß derselbe über Nacht bleibe, ist unbegründet. Alle Orte des Amts Nassau, Braubach und Nastätten können, wie bisher, in einem Tage bereist werden, indem die unbedeutende Ent­fernung von Ems bei einem Dienstpferde durchaus nicht iu Betracht kommen kann. Daß die beiden Bauamts- accessisten durch die Wohnungsveränderung (womit in­dessen dieselben sich ganz einverstanden erklärt haben) benachthkiligt wurden, ist nur insofern wahr, als fder eine verheiratete für seinen Ueberzug 10 fl. zu bezahlen hat, während der andere ledigen Standes mit seinem Koffer unentgeltlich überzuziehen Gelegenheit findet.

Sowohl die Logis, als auch Lebensmittel sind in Ems billiger als in Nassau, was durch eine einfache Erkundigung in Ems leicht zu constatiren ist. Hieraus geht unzweifelhaft hervor, daß es in dienstlicher und finanzieller Beziehung sowohl für Person als Staat ganz einerlei ist, wo das Baupersonal wohnt; und wenn endlich Gründe zur Wohnungsveränderung vorliegen, wie z. B. Mangel an einem passenden Logis für den Baumeister, so erscheinen dieselben doch eben so gerecht, als daß der Herr Forstmeister Stahl, welcher seinen Wohnsitz in Nastätten zu nehmen hatte, aber daselbst kein passendes Logis fand, schon seit zwei Jahren in Nassau wohnt.

Frankfurt, 18 Februar.

Der Frühling naht, es platzen die Schoten, Wir athmen frei in der freien Natur, Und wird erst der ganze Verlag verboten, Verschwindet am Ende von selbst die Censur. ^Damit mag sich Hr. Stadion neul'ch auch beruhigt haben, als er unter anderem auch dieOstd. Post" unterdrückte: in demselben erhebenden Hinblick auf die hoffnungsvolle Zukunft ist so eben in Prag und wahr­scheinlich auch in Wien allen Buchhändlern veibohn dieNeimchronik" des Pfaffen Mauritiusanzuzeigen, auszustellen oder zu verkaufen," ganz im alten Metter- nich'schen Style. Wer wird sich darüber wundern? Oesterreich ist nicht allein zur Metternichschen Politik und Regierungsmanier zurückgekehrt; nur treibt es die­selbe naiver, naturwüchsiger, waldursprünglichc^ So ist z. B. eben auch der Rrichstagsabgeordnete Moritz Hartmann in den österreichischen Zeitungen als Rekrut ausgeschrieben. Das Standrechts- ministerium hat Recht von seinem Standpunkte aus. Abgeordnete des Volkes hält es für die überflüssigsten Menschen von der Welt; cs bleiben ihrer immer noch viel zu viele, wenn man auch Blum erschießen ließ und Hartmann assentiren möchte. Soldaten aber sind nütz­lich und das Standrechtsministerium hat Soldaten nöthig. Zudem soll in Vertreter des Volkes in allen Satteln gerecht sein; folglich mußte Moritz Ha t- mann als Rekrut ausgeschrieben werden. In Zukunft, wenn die deutsche Marine fortfährt so erfreuliche Fort­schritte wie bisher zu machen, wild diepatriotische Ueberkraft rüstig rudern auf deutschen Galeeren." Das ist viel sichei er, als Festung und Assentiren.

Uebrigeus wird das Alles nicht verhindern, daß in den nächsten Tagen das zweite Heftchen derReim- chronik" erscheint, und wir bezweifeln nicht, daß es trotz des österreichischen Verbotes ebenso vielen Lesern Freude bereitet, als das erste. Wir werden darauf zurückkommen.

(N. D. Z )

Frankfurt, 19. Febr. Diedeutsche Ztg'" bringt mit großen Letten: an der Spitze ihres Blattes die Nachricht, daß die Note angekommen sei. Sie bringt diese Nachricht eher, als die übrigen Frankfurter Blätter, weil sie eben mit Preußen in einer nahen, für sie u"- z veifelhaft sehr angenehmen Verbindung steht.Preu­ßen, sagt sie, besteht mit würdiger Mäßigung aufseinem und jedes deutschen Staates Recht, sich enger zu ver­einigen; es besteht auf dem Bundesstaate, in welchen zu treten Niemand gezwungen, aber auch Niemand abgehalten werden dürfe." Welch' großartige Politik! Was für eine herrliche Schöpfuüg wird dieser Bundesstaat 3 discretion wer­den! Und diedeutsche Zeitung." schmeichelt sich nach der von Biedermann und Reh par nobile fratrum, präsidirenden Versammlung derBundeSstaatler" mit der süßen Hoffnung, deredlere Kern" der Linken werde diesen puerilen Projekten beitreten; Und weil Vogt eine aktive Betheiligung an dem Programme der Bundes- staatler ablehnte, erzählt sie, er habe denStaatenbünd- lern" auf der Mainlust, deren Vorschläge die Linke sich wird vorlegen lassen, zugesagt!

Hannover. (Zweite Kammer, Sitzung v. 19. Februar. So eben z^igt Stüve an, daß die Minister dem Könige ihre Entlassung eingereicht haben. Der König hat eine schriftliche Darlegung der Gründe verlangt und sich seine Entscheidung vorbehalten. (Z. f. Nrdd.)

Berlin, 17. Febr. Ein neuer Kandidat für die deutsche Kaiserkrone und vielleicht ein erfolg­reicherer als Habsburg und Hohenzollern ist in der Person des, wenn auch nicht mit einer Krone, doch mit

Witz von Gott begnadeten, bekannten Weinhändlers aufgetreten. Derselbe veröffentlichte nam.lch in den heutigen Blättern folgende für den Frankfurter Kaiser-Carneval höchst angemessene Annonce: Von inemem hoher« Standpunkte als ehemaliger Hoflieferant Sr. Durchlaucht des Fürsten von SchSn- bera (MMwn Andenkens) beleuchtet, kann aus der Elcheet Deutschlands in den ersten 14 Tagen nichts «"-den, wee, sich zu viele Sonder-Jnteeesten der Für- steil m Frage stellen.

... Ich glaube allen Parteien zu dienen, wenn sich sämmtliche deutsche Furst?« dabin einigte«, mich als

Deutschen Kaiser

zu proklamiern. Ich gelobe feierlichst, st^ts vergnügt zu sein, täglich eine Metze Witze zu liefern und sämmt­liche Reaktionärs M't einem Hofrathölitel zu versehen damit endlich Ruhe und Ordnung eintreten mag! ' Freundschaftlichen Gruß an meine Völker!

Louis Drucker, vergnügte Weinhandlung, Judenstr. 2.

Herr Hinkeldey hat jetzt Tag und Nacht einen Polizisten auf der Post, um hier ankommende oder durch­gehende Gewehre zu entdecken, und das General-Post­amt hat die Postbeamten angewiesen, dabei hülfreiche Hand zu leiste«. Dies beweist nicht nur die Aengstlich- keit der Behörden, sondern eröffnet uns auch die er­freuliche Aussicht, nächstens das seit dem März aufge­hobene schwarze Cab in et zur Eröffnung der Briefe wieder eingerichtet zu wissen. (N. Rh. Z.)

München, 17. Febrnar. Die Minister sollen sich zum Bleiben entschieden haben, heißt es heute; dann werden die Kammern gehen müssen, denn wie beide zu­sammen bleiben wollen, sehe ich nicht wohl ein. Da man von königl. bäurischen Ministern nicht erwarten kann, daß sie ihre Politik nach dem Votum der Kam­mern ändern, daß sie durch ihr späteres Verhalten ihrem früheren Verhalten selbst ein Mißtrauensvotum aus­stellen sollen, so werden sie eine den Vertretern des Volkes entgegengesetzte Politik befolgen; und diesen bleibt ihrerseits wieder nichts übrig, als sich zu beugen oder die Steuern zu verweigern. Wir wollen sehen, wie lange die Majorität zusammenhält, wenn es aus thatkräftige Entschiedenheit ankömmt.

Auf den Antrag des Grafen Arco-Vallry ist die Kammer der Reichsräthe heute einstimmig der Erklärung beigetreten:Die Kammer der Reichsräthe folgt dem Gebot der Pflicht und Ehre, indem sie für Deutschlands, wie für BaiernS Wohlfahrt und Bestand sich einerseits gegen die Lostrennung Oesterreichs aus dem deutschen Bundesreiche, andererseits gegen die Errichtung eines preußischen Kaiscrthums ausspricht. (N. D. Z)

Laibach. Das Ministerium des Innern hat ein Nescript erlassen, nach welchem alle rückständigen Wah­len für Frankfurt schleunigst vorzunehmen sind.

Italien.

Rom, 14. Februar. Der römischeTribuno" vorn 9. Februar verkündet seinen Lesern das große Ereignis; in folgenden Worten:Die römische Republik ist im Namen des Volkes ausgerufen worden. Die Rache für viele Jahrhunderte ging in Einem Tag? in Erfül­lung und gab den Römern ihre Würde, ihre Freiheit wiecer. Es gibt keine priesterliche Fürsten mehr! Die dreifache Kro e ist gefallen, aber die Tiare bleibt un­verletzt; der Scepter ist zerbrochen, damit der Stab der Priester Christi desto heiliger die Menge der Gläubigen l ite, derjenigen, die an das Evangelium glauben, wel­ches da lehrt: Liebet euch unter einander, frei, gleich, brüderlich! Gegen Mitternacht wiederhallte der Saal der National-Vc-sammlung von dem lauten Rufe, wel­cher die Aspiranaonen so vieler Geschlechter, das Glau- bensbekenntniß mrd das Märtyrthüm so vieler Edlen enthält, den: Rufe Cola di Rienzi's: Es lebe die rö­mische Republik!.... O Römer, die ihr das heilige Banner erhoben habt, die trügerischen Versprechungen Constantius und Karls des Großen sind zerissen, ihr gehört euch wieder an. Es beherrschen keine königlichen, keine priesterlichen Lügen mehr: ihr beherrscht euch selber das Gute so wie das Böse wird euer Werk sein! u. s. w." Der Artikel endigt mit einem Aufrufe zum Kriege.

Livorno, 8. Febr. Telegraphische Nachricht von Genua. Die Artilleristen durchzogen gestern in großer Anzahl die Stadt mit dem Rufe:es lebe da« italienische Parlament!" und schwuren dann feierlich, für dasselben sterben zu wollen.

Am 11. Febr. Abends gelangte die Nachricht von der Proklamirung der Republik zu Rom nach Bologna. Sofort Gesang und lärmende Musik in den Straßen, Menschenströme, Flüche und Verwünschungen überall. Das päpstliche Wappen wurde allenthalben von den öffentlichen Gebäuden heruntergerissen, dem Gespötts der Umstehenden preisgegebeu und mit Füßen getreten; das Ultimatum des Pabstes wurde im Angesicht der Hauptwache auf dem Marktplatze verbrannt. (Bass. Z )

Toscana. Der 1 oceanischeMoniteur" vom 7. enthält folgende auf dem Kriegsministeeium eiugetroffcne Depesche:Ptstoa, 6. Febr. In der Richtung gegen Modena wird Musketen- und Artilleriefeuer gehört. Von Modena kommende Personen versicherten, daß die Stadt im Aufstand begriffen und der Herzog geflohen war. Das Feuern dauerte fort und der Kannonen- douner hallt in den benachbarten Thälern wieder. Ich habe auch gehört, daß die Piomentcsen Parma und