Elend zu theilen? Wir möchten allerdings lieber die Last von uns aus Andere wälze».
Preßbnrg wurde am 5. d. M. von einer Ueber- schwemmmlg Heimgesucht, wie selbige noch nie, selbst im verhängnißvollrn Jahre 1809, nicht in solcher Höhe sich eingestellt hatte. Die Thüren der Kaufläden waren fast vom Wasser überragt. Die Zugänge sämmtlicher Gast- uns Kaffeehäuser waren gesperrt. Der Wasserstau!) betrug 24% Schuh. Mit Einbruch der Nacht hatte das Wasser plötzlich pt steigen angefangen und hatte um halb 11 Uhr Morgens die größte Höhe erreicht, worauf sich die größte Höhe erreicht, worauf sich die Eismaffen, welche den Mühlau- und Karl- burgerarm ^rammelt hatten, langsam in Bewegung festen und die Gefahr beseitigten. Eine halbe Stunde später waren bereits einige Straßen und Plätze wieder passirbar.
Ungarn.
Pesth, 30. Jan. (N. C.) Es verbreitet sich das Gerüchr, daß die drei Exdepntirten Nyari, Jrinyi und Murgu z>!>» Tode verurtheilt worden wären, doch dürfte das Urkl-ell keineswegs vollzogen werden
Griechenland.
Die „ Wiener Zeitung * vom 6. Februar meldet Folgendes: Aus unseren Corrcspondciizen und den Journalen entnebmen wie, daß die Streitsache zwischen England und Griechenland eine Mendung nimmt, durch welche die Griechen immer mehr aufgeregt werden, da ihr Handel ernsthaft bl droht ist. Schon die Aufforde- rung des englischen Consuls, Den. Green , an seine Schutzbefohlenen, sich an Bord des englischen Geschwaders $u begeben, wenn sie im Geringsten Furcht hätten, hat einen gewissen Eindruck gemacht, einen viel größeren rief jedoch das Cirkular hervor, welches der englische Konsul an seine College» richtete. In diesem theilte er ihnen in Folge höheren Auftrages mit, daß kein griechisches Schiff aus einem griechischen .fräsen auSlausen dürfe, mit Ausnahme der bereits früher zum Waaren- Transport auf Rechnung fremder Kaufleute gemietheten Fahrzeuge. Diese Ausnahme erstreckt sich jedoch nicht auf jene Fremden, welche nach geschehener Veröffentlichung dieses Cirkulars griechische Swiffe miethen. Auf fremde Schiffe finden diese Zwaugsmätzregeln keinerlei Anwendung.
l Diese Kundmachung wurde auch dem Gouverneur von Syra au? offiziellem Wege durch das britische Konsulat mitgetheilt. Es ist die Absicht der englischen Regierung, diese Verfügungen so lange in Kraft zu halten, bis die griechische Regierung die geforderte Entschädigung bezahlt haben wird. — Aus dem Piräus wird gemeldet, daß den kleinen Barken ohne Verdeck freie Fahrt gestattet ist, wahrscheinlich, damit sich die englische Flotte mit Lebensmitteln versorgen könne.
Die griechische Negierung beharrt auf ihrer Weigerung und ergreift die von dem Drange des Augenblicks diktirten Maßregeln. So wurden drei militärische Chefs an drei Punkten des Landes und einige Präfekten ernannt, welche die Ruhe aufrecht erhalten sollen. Nach Paris wurde Hr. Trieonpis entsendet, der am 26. Januar sich auf dem französischen Postdampfer einschiffen sollte. Einem Begehreil der griechischen Negierung zu Folge haben ihr die Repräsentanten Oesterreichs und Rußlands ihre Kriegsdampfer
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oder Kriegssegelschiffe zu Gebote gestellt, damit die Communikationen zur See nicht unterbrochen würden.
In Folge dessen hat die russische Corvette „Calypso" den General Zavellas nach Nauplia, der österreichische Dampfer „Marianna" den General Mama- ris und den Nomarchen Monastiriotti nach Stilide ge- brachc. — General Gardikiotti ist zum Kommandanten der bewaffneten Macht in Attica und^ Böotien ernannt; sein Amt als Palastmarschall wurde interimistisch dem Flügeladjutanten des Königs, General Notaras, übertage». (N.-Z.)
Großbritannien.
Von der Kapkolonie sind Nachrichten bis zum Beginn Dezember eingegangen. Von welchem Geist die Kolonisten noch immer beseelt sind, zeigt folgende Resolution, welche der „Anti-Sträflings-Berein" in einem Meeting vom 27. November faßte. Man beschloß nämlich, „daß es die Pflicht der Einwohner sei, alle Lieferanten, welche wegen des Verfahrens des Kolonialministers außer Stande gewesen, ihre Lieferungs- kontrakte an die Regierung zu erfüllen, für die ihnen etwa daraus entstehenden Geldstrafen u. s. w. zu entschädigen." hNat.-Ztg.)
Mepubiiè Frankreich
Paris, 7. Februar. (FI.) Mehrere ministerielle Journale versichern heute, daß für die Angelegenheiten Griechenlands England gegenüber wohl eine gütliche Erledigung zu erwarten sei. Sie geben zu verstehen, daß das englische Cadincl sogar bereits die Vermittlung Frarkreichs angenommen habe. Wenn diese letztere Behauptung richtig ist, so würde dies in der That ein Vorgang von großer Wichtigkeit sein. Es wäre nicht zu vmmmbern, wenn es sich bestätigte, daß das briti- pllc Cabmet sich der Bermittlung Frankreichs bedienen wolle, um die Differenzen mit Griechenland ins Reine zu bringen, Lord Palmerston mag wol wünschen, das Cabmet von Paris ganz zu sich herüber zu ziehen, um so mehr, da dasselbe in diesem Augenblicke zwischen der englischen und russischen Allianz zu schwanken scheint. Der Präsident der Republik i|t zwar persönlich als Anglomanc insaunt; er hat lange Zeit in England gewohnt, vielfach die englischen Sitten angenommen und in jenem Lande Bekanntschaften angeknüpft, welche seine Sympathien nach jener Seite ziehen. Aber andererseits scheint das russische Cabmet Milieu aufbieten zu wollen, um sich die Allianz Frankreichs für den Fall eines Bruches zwischen Rußland und England zu sichern. Der russische Kaiser hat jetzt einen Botschafter nach Paris gesandt, wo er seit dem Jahre 1830 nur einen einfachen Geschäftsträger hatte; den russischen Unterthanen ist es wieder gestaltet, nach Frankreich zu reisen, dessen Besuch ihnen nach der Februarrevolution untersagt worden war; und seit einigen Tagen spricht man von einem Ver- mählungsprojecte zwischen Louis Napoleon und einer russischen Prinzessin. Der Vollzug dieses Vermählungs- prvjcctes würde übrigens von dem Eintritte gewisser Ereignisse abhängig gemacht werden, welche nicht näher bezeichnet zu werden brauchen. Es ist leicht begreiflich, daß England nicht ohne Besorgniß über die Versuche ist, die von der rnssichen Diplomatie gemacht werden, um eine Allianz mit Frankreich herbeizuführen, und daß das Cabmet von St. Aames dahin trachtet , daß sich die Wagschale hier wieder zu seinen Gunsten neige.
(E i n e » c u e Deutung des Englisch-Griechischen Conflikts,) über dessen eigentliche Ursachen
bisher selbst in den bestuntern'chtete» politischen Kreisen nur Vermuthungen vorhanden sind, giebt Evenement, dem zufolge die Russische Gegierung schon seit längerer Zeit mit König Otto unterhandle, um ihn zur Abdankung und Abtretung der Griechischen Krone > an den Herzog v. Leuchtenberg, Gemahl der Russischen i Kaiserstochter Olga, zu bewegen. Diesem Plane, der I Griechenland zu einer Provinz Rußlands machen und i die Cristen; der Türkei aufs Gefährlichste bedrohen ‘ würde, soll nun England kräftig entgegen treten wollen und die hiezu nöthigen günstigen Seepositionen zu erlangen, soll der eigentliche Zweck der Operationen der Englischen Flotte sein.
(.Russische Pläne gegen die Türkei.) Laut dem Bulletin de Paris circulirte in Kreisen der Majorität der Legislative das Gerücht, der Kaiser von Rußland werde binnen Kurzem auf Constantiiiopel losmarschiren; eine _an den hiesigen Russischen Geschäftsträger, Kiffeleff, gelangte Nesselrodesche Depesche soll schon den Borwnno angeben, unter dem dieser neue Versuch zur Verwirklichung der alten Pläne Rußlands gewagt werden soll,' und dient diese Depesche und ihr muthmaßlicher Inhalt allen politischen Unterhaltungen seit gestern zum Stoff. ' (N. Od.-Z.)
Schweiz.
Base!, 9. Febr. Ein der hiesigen Polizei zuge- kommenes von imttrgevrbneter preußischer Militärbehörde aav der biachbarschast, gibt Mittheilung eines Beschlusses des preuß. Generals Schreckensteiii in Karlsruhe, daß laut badischem Ministerialbeschluß vom 24. Jan. 1850 seine aus der Schweiz gebürtige Handwerksgesellen das Großherzogthum Baden betreten dürfen.
Mosbach-Bèebrich, 10. Februar. Eingegangen sind für die armen Wasserbeschädigten am nassauischen Rheinufer: Von H. Friedr. C. 2fl. — Obf. Hz. 1 fl. 45 fr. — H. Wz. 2 fl. — Fr. Wtt. 5 fl. — Kfm. Lch. 5 fl. — Frl. Wtt. 1 fl. — H. Hskl. 1 fl. 45 fr. - Fr. S. 2 fl. - v. Zr. 2 fl. — Chr. Schdt. 1 40 fr. — H. Stft. 5 fl. - W. Mr. 2 fl. - El. Mr. 1 fl. 45. fr. — Krth. Dy. 3 fl. — Fr. Krth. Dy. 1 fl. 45 kr. - Fr. Rkt. 1 fl. 45 fr. - H. Stg. 1 fl- — Von zwei Mitgliedern der freien christlichen Gemeinde unter dem Motto: „Wer rasch gibt, gibt doppelt: 1 ff. 12 fr. — H. Hrbr. 1 fl. 45 kr. — H. Kdr. Lr. 1 fl. 45 kr. — H. Moltr. 2 fl. 42 fr. — Grg. Sthl. 1 fl. — Von und durch H. Gottfr. Krs. 20 fl. — Hfkm. Kpp. 3 fl. 45 fr. - H. Schm. 1 fl. 45 fr. — H. Schr. 1 fl. — Kirchenr. Reifenb. 1 fl. - L. Kraft 2 ft. - Nos. Me. 1 fl. - H. Dörr 1 fl. —
Obige 80 fl. 19 fr. sind heute sogleich an Herrn Kreisamtmann v. Gag er n zu Rüdesheim zur Ver- theilung unter die Nothleidenden abgegangen.
Dilthey, Pfarrer zu Mosbach-Biebrich.
Fruchtpreise.
Diez, 8. Febr. lr. Preis. 2r. Preis. Rother Walzen .....11 fl. 2 fr. 11 fl. 10 fr. Weißer Walzen ......10 fl. 53 fr. 11 ft. — kr. Korn.........7 fl. 1 fr. 7 fl. 15 kr.
Gerste ........ 5 fl. 42 kr. 5 fl. 50 fr,
Hafer ........4 si. 47 kr. — fl. — fr.
Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.
WeksrrutMachuugeK.
Geborue, ^roelamirte , Getraute und Gestorbene in der Stadt Wiesbaden.
Geborcii. Am 4. Samur, dein h. B. u. Kaufmann Johann Heinrich Friedrich August Bauer eine Tochter, N. Karoline Christiane Sophie Julie Luise. — Am 7. Januar, dein h. B. u. Steinhauermeister Johann Heinrich Albrecht Ziegler eine todtgeborne Torbter. — Am 17. Januar bem h B ii Kaufmann Johann Jonas Heinrich Alexander Mahr eine Tochter, DL Friederike — Olm 25 Januar dem Architekten Frierriä' Carl Baum, B. zu Neuweilnau, ein Sohn, N. Nu vertns Marquard Carl Friedrich. — Ani 25. Januar, dem Süneinermeister Philipp Nlayer, B. zu Nam back ein Sohn, R. Philipp Heinrich Carl Wilhelm Christian. — Am 2. Februar dem Land- jâaer Christian Schröder, B. zu Weilmünster, ein todtgeborner Lohn. — Am 4. Februar, dem Mnzlisten Franz Theodor Baison eine Tochter, 91. Veronica Christine
Covulirt Am 3. Februar, der vërwittwete h. B. n. Schulpedell Yohann ^acob Ney und Wilhelmine Katharine Krieger. — Am 7. Februar, der Linrnist Carl Heinrich Becher und Johanne Jacobine Charlotte Sophie Schäfer. .
Gestorben. Ani 3t. Januar, der Kaufmann Heinrich Becher aus Bonn, alt 66 j. — 1. Februar, der Gymnasiast Friedrich Wilhelm Hergenhahn, des Herzog!. Otwr-AppellationsgericktS- ratbes Jacob Ludwig Philipp August Franz Hergenhabn Sohn, alt 13 I. 4 M. 5 T. — Um 3. Februar, der Soldat Peter Schumann aus Lood, Amts Hachenburg, alt 25 I. 9 M. 23 4.
Rheinische Dampfschifffahrt
Kölnische
i Gesellschaft
Die Fahrten beginnen am Mantag den 11 dieses mit der Fahrt
Morgens 9% Uhr von Cohl nac,h Ooblenz^
„ 6 „ „ MannBieien nach Mainz Koblenz» < «ln.
Das Nähere ertheilt der Agent Carl lA*ye ade eher, Marktplatz
Nro. 38 neben dem Rathhaus. (123)
Für die deutschen Flüchtlinge in der Schweiz
(120) Vor Kurzein ist in Frankfurt erschienen:
Gesellschaft zum Schutze der Auswanderer.
Der Zweck dieser Gesellschaft ist, bei der größtmöglichsten Sicherheit und den billigsteu Preisen die Auswanderer gegen j>de Art von Betrug und Prellerei zu schützen und ihnen mit Rath und That beiznstehen.
Di, Abfahrten finden Statt:
lieber Havre nach New-Zfvrk viermal jeben Monat.
$„ London „ » „ " "
Antwerpen „ ., zweimal „ „
'uverläsfiac Häuser, die gesonnen sind, eine Agentur für obige Gesellschaft anzli' h B-i-st" » »- u^Ä.«« ^
Der General - Agent
Professor Mayer sen. zu Bockenheim bei Frankfurt a. M.
Lied für eine Singstimme mit Piano-Forte- und Guitarrebegleitung. Gedicht von C. K>. Schnauffer. Componirt von H. Vlncent und H. Neeb, mit einer^Titelvignette von H. Knaus (aus Wiesbaden.) ,
Preiß eines Eremplars 36 fr. rh. Eremplare liegen auf in der Ritter- schen und Roth'schen Buchhandlung und bei Kaufmann Käsebier.
Der ganze Ertrag ist für die armen hilfsbedursttgen Flüchtlinge bestimmt.
(115) Eine perfekte Köchin, b:e schon seit mehreren Jahren in sehr frequenten Gasthöfen ohne Beihülfe eines Koches conditionirte, sucht zu Anfang April eine Stelle. Auskunft ertheilt die Expedition b. Bl.
(52) Es find Kapitalien in
»oder Größe iters zu haben tW durch Friedrich Schauß in ' Wiesbaden, Marktplatz Nr. 12.
(106) Bei Hosbuchblnder PH. .Selen ka kann ein gesitteter junger Mensch in die ^ehre treten. _____________________
(107) Bei Gastwirth Giebermann in Er benheim sind bis zum 23 b. 150 fl. Vor- munvschaftsgeldcr gegen doppelte gerichtliche Sicherheit zum Ausleihen bereit.____________ (124) Ein kleines Reitpferd, circa 10 Jahre alt, Hlindrücker Raye, ist zu verkaufen. Wo L sagt die Erped. b. Bl.
Druck und Verlag der C Ritter'schen Buchdnickerei.
Theater zu Wiesbaden.
Dienstag, den 12. Febr. Die Tenfelsmühle am Wiener- berge, ein österreichisches Volksmähr- chen'mit Gesang in 4 Auszügen von Heubler. Musik von Wenzel Müller. Hierauf Preciosa, Schauspiel in 4 Auszügen von P. A. Wolff. Anfang Nachmittags 3 Uhr.