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zur Durchführung zu bringen. Lang habe nament­lich aufgefordert, an Gesetz und Ordnung fcstzuhalteii. Er habe nicht gehört, daß Schapper zu Gewalt- maßregeln aufgesordert habe, Meyer habe indessen sehr aufgeregt gesprochen. Er (Lange) habe selbst die Mitglieder zum Landesausschuß vorgeschlagen, da diese, als Landtagsabgeordnete, den gesetzlichen Weg nicht verlassen würden. Von Gewaltmaßregeln sei nicht die Rede und überhaupt die Beruhigungspartei die vorherrschende gewesen

Zeuge Lehrer Kröck von Idstein sagt aus: Gerau habe die Durchführung der Reichsverfassung mit Waf­fen verlangt. Meyer habe außer den schon oft er­wähnten Worten auch den AusdruckFürstenhunde" gebraucht.. (Diesen Ausdruck hat sonst Niemand ge­hört, er steht auch nicht im Port'schen Protokolle.) Lehrer Dietrich habe beantragt, das Militär aus dem Schleswig-Holsteinischen und Badischen zurückzuziehen oder es aufzufordern, zu den Badensern überzugehen. Dieser Antrag habe keinen Beifall gefunden und sei zurückgezogen "worden. Oppermann und Lang hätten beruhigend gesprochen und dadurch viele erhitzte Gemüther beschwichtigt. Es jet auch vom Ministerium Hergenhahn und Wintzingeroda die Rede gewesen. Ersteres verdiene kein Vertrauen mehr, letzteres dürfe man nicht annehmen. Das neue Ministerium müsse das eben beschlossene Programm annehmen.

Zeuge Schuhmacher Stiehl vonJstdein hat einen Redner von 38 (!) Fürsten reden hören, die man nicht brauche. Auch die übrigen schon oft erwähnten Worte hat er von Meyer gehört. Dieser habe auch bezüg­lich die Ausführung der Beschlüsse gesagt, die Mittel zur Ausführung brauche man nicht zu wissen, wahr­scheinlich, (meint er) damit keine Vorkehrungen von anderer Seite getroffen worden.

Bei dem Zeugen Gastwirth Weber von Weil­burg wurde der Idsteiner Aufruf in vielen Erempla- ren von Snell abgegeben. Snell hat schon in der Voruntersuchung cingestauden, daß er diesen Aufruf nach allen Kräften verbreitet habe, und doch läßt man hierüber den Zeugen einen so weiten Weg hierher machen.

Zeuge Wilhelm Deul von Diez wird nicht ver­nommen, weil Wenckenbach auf seine Abhör ver­zichtet, sowie auch noch drei weitere von ihm vorge- schlagenen Entlastungszeugen, da er sehe, daß diese gar nicht nöthig seien.

Damit wird die Sitzung geschlossen. Sonntag ist keine Sitzung, die nächste beginnt Montag Morgens um 9 Uhr. l Forts. folgt.)

D e u r f â l s « d.

I.

V. M. K. Von der Lahn , 2. Februar. (Die Lahn-Eisenbahn.) Kaum hatten wir unsern Artikel (erschienen in Nr. 24. der Fr. Ztg.) zur Post gegeben, als uns diese Blätter schon wieder zwei Aufsätze gegen unsre Bahn brachten. Sie unterscheiden sich indessen vortheilhaft von den damals von uns bekämpften und wir werden diesmal keine Veranlassung habenallotria einzumischen, da unser Gegner es auch nicht gethan. Schon die Ucberschrift des vorliegenden Artikels möge dem Leser zeigen, daß wir jetzt über und für die Lahn- Eisenbahn schreiben wollen, ohne uns in weitere Pole­mik gegen andere Bahnprojekte einzulassen. Wir haben schon jüngst erklärt, daß die nassauische Längen- und Breitenbahn gar nicht miteinander concnriren, und daß wir den Streit darüber eher für verderblich als ersprieß­lich halten, daß wir dadurch nur unsern Gegnern in die Hände arbeiten und am Ende das erzielen würden, daß die Eisenbahnen Nassau ganz umgehen. Wir haben ferner auf der Versammlung zu Limburg (über welche in diesen Bl. in Nr. 25. bereits kurzer Bericht erstattet wurde, das Protokoll befindet sich unter der Presse,) er­

fahren, daß der Bau einer Bahn von Coblenz bis Bonn so gut wie gesichert ist, daß eine zu dem Zwecke gebil­dete Gesellschaft bereits um Ankauf der Bvnn-Coblcnzer Bahn unterhandelt. Es tritt also daS ein, was wir mehrfach vorausgesagt, und es wird jetzt kein Mensch mehr an die Bahn von Limburg über den Westerwald denken, er müßte sic dann für sein Geld und Privat­vergnügen erbauen wollen. Endlich wurde uns, eben daselbst, aus achtbarster Quelle die Mittheilung , daß man in Wiesbaden selbst das Projekt der Bahn von Limburg nach Deuz ziemlich aufgegebc» habe und dahin arbeite, eine Bahn von Wiesbaden nach Limburg mit Zweigbahnen nach Coblenz einer- und nach Gießen an- dererseits, zu weiterem Anschluß der ersteren an efhe Ehrenbreitenstein- Deuzer oder Coblenz-Cölner. zu bauen. Ein kleiner Aufsatz R. Wiesbaden in Nr. 26. der Fr. Ztg. scheint dies vollkommen zu bestätigen. Da wir nun gegen eine Bahn von Limburg nach Frankfurt (über Wiesbaden oder Hattersheim das ist nicht unsere Sache) durchaus nichts einzuwenden haben, so würde der ganze Streit darauf lebuzirt sein, daß man unsere Bahn Zweig- lind die Wiesbaden - Limburger Ha np tbahn nennt, während wir die umgekehrte Namenclatur belie­ben; das wäre denn in der That noch weniger als eine Omelette.

Den Vertheidiger der Limburg - Deuzer Bahn geben wir aber noch folgendes Dilemma: entweder diese Bahn würde den Rheinverkehr an sich ziehen, die Sci ifffahrt zwischen Cölli und Coblenz vernichten, dann wird Preus­sen keine Concession dazu geben; oder es gibt sie in der Voraussetzung, daß die fragliche Bahn eine höchst un­schädliche sein würde, dann seht zu, wer sic euch baut.

Wir halten also jede fernere Polemik gegen die Bahn über den Westerwald für ganz überflüssig, haben gegen die südliche Hälfte des ursprünglichen Süd-Nord- Bahn Projektes nichts cinzuwenden und erklären so­mit unsrerseits den Streit für beendet Nur für unsere Lahnbahn werden wir weiter cintreten und direkte Angriffe gegen dieselbe zurückwciscn. Heute wollen wir die Eingangs erwähnten Artikel in Nr. 22. und 23. der Fr. Ztg. vornehmen. Da ist zuerst noch einmal die Schwierigkeit der Concessionserlangung von Hcssndam- städtischer Seite hervorgchoben. Möchte das unsere einzige Besorgniß sein: Die Stadt Gießen hat das Lahnbahnprojekt mit Enthusiasmus ausgenommen, ja sich vorläufig bereit erklärt Zinsgarantie für die kleine hessische Strecke zu übernehmen, an einer Concession ist gar nicht zu zweifeln. Mag das Gouvernement du Thiel der Eisenbahn ungünstig gewesen sein; damals wollte man keinen Fortschritt, am wenigsten mit Dampf, jetzt sind die alten Antipathien der kleinen Regierungen gegen das Bahnwesen überwunden. Weiter werden die durch die Wiesbaden-Deuzerbahn zu erzielenden Com- wunicationcu aufgezählt, aber das ist eitel Sand in die Augen gestreut! Treten wir durch die Lahnbahn nicht cbenfalls mit F ra n k fn r t lind allen von da anslaufen- den Linien in Verbindung? II nt die Verbindung mit Cassel und allen dort kreuzenden Bahnen nach Bremen, Hamburg, Berlin, Stettin, Breslau, Leipzig ist doch wohl durch unsre Bahn richtig hergestellt, oder soll man von irgend einem Punkte im Innern des Landes erst nach Wiesbaden, von da nach Frankfurt und von da nach Cassel reisen? Was aber die ostindische lieber; landpost, überhaupt die Verbindung von Frankfurt und Cöln betrifft, so ist diese auch durch Main-Weser, Lahn- und Coblenz-Cölner Bahn hergestellt. Die Entfernung aber beträgt: Frankfurt Gießen 12 St. Gießen Coblenz 20 St. Coblenz Cöln 17 St. Zusammen 49 St.; Frankfurt Wiesbaden 8 St. Wicsbaden Cöln 36 St. Zusammen 44 Stunden CiKlcv in gc- radcn Linien) die ganze Differenz also fünf Stunden, gewiß für Eisenbahnen gar nicht der Nede wcnh! Der weitere Inhalt jener Artikel besteht in Auszählung der Schwierigkeiten der Lahnbahn unb'Zweifeln an ihrer Einträglichkeit. Die Schwierigkeiten wollen wir nicht leugnen, doch ist durch zwei unabhängig von einander

angestellte Berechnungen dargethan, daß die Gesammt- kosten der Bahn für e i n Gleise Brücken und Tun­nels für zwei 9% Mill nicht übersteigen werden; (wir verweisen auf das angeführte Protokoll der Lim­burger Versammlung.) Für die Rentabilität ist nach* gewiesen, daß bei einem jährlichen Transporte von 60,000 Personen, oder bei drei täglichen Fahrten jedesmal 27 Personen, und von 2 Mill. Cetr. Fracht, den Fracht­satz von Gießen bis Coblenz nur zu 16 % fr. ange­nommen , die Bahn sich mit 5 66/10o Procent rentiren Pird- Den drei Landes-Comites ist aufgegeben worden, über den für die Lahnbahn zu erwartenden Personen- und Güter-Verkehr authentische , möglichst aktenmäßige Nachweile zu liefern. Wir wollen sicher gehen und sicher führen, darum warten wir die Resultate der Zusammen­stellungen jener Comites ab, obgleich cs schon jetzt Je­dem, der unsern Gruben- und Hüttengetrieb kennt und sich von der Steinkohlen- und Eoakseinsuhr, die unsere Eisen-Industrie zum Aufblühen nöthig hat, ein Bild machen kann, einleuchten wird, daß die 2 Mill Cent. Fracht leicht erreicht, sehr bald aber weit überstiegen werden dürften.

O Dom Rhein. Ueber die Wahl zum Erfurter Redeverein im Bezirk.St. Goarshausen ist bis jetzt noch nicht veröffentlicht worden. Auch ich hatte mir vorgcnommen, über diesenTag des Herrn" nichts zu schreiben. Damit man jedoch erfahre, was der freie Rhein" in obiger Beziehung im hiesigen Be­zirke geleistet, dazu diene diese, wenn and) verspätete, Mittheilung.

Der Himmel hatte bekanntlich vor dem Wahltag ein merkliches Warnungszeichen gegeben, deßungeach- tet sah ich gar manchen irregeleiteten Landmann am Wahltage schweren Trabes dem St. Goarhäuser Rath­hause ängstlich und schüchtern zueilen; ängstlich, weil die lügenhaft ausgesprengte Strafe für's Nichterschei­nen und schlichter», weil die Vorwürfe des Gewissens über den Bruch des vielfach öffentlich und im Stillen geleisteten Eides fürchtend.

Wahrlich, es ist einem irregeleiteten und unwissen­den Manne nicht zu verargen, wenn er die Stimme des Bessern überhörte, um einer angedrohten Strafe von 50 fl. zu entgehen. Diese war in einem Orte im hiesigen Wahlbezirke von einem schwachen Bürger­meister persönlich den Bürgern für den Fall des Nicht­erscheinens angedroht worden, wahrscheinlich um sich die Gnade und ein beglückendes Beifallszeichen des gefürchteten Bureau's zu erwerben. Die Geistlichen hatten, um beim Erlösungsfeste mitwirken zu können und um ja keine fromme Seele vom Wahlact abzu- halten,dienstgefälligst" den Gottesdienst ausgesetzt? Die Kirche wurde zwar nicht zur Wahl benutzt, weil cs eine Lästerung sein würde, dem Laien außer seiner sonntäglich vorgeschriebenen, frommen Lection ein lau­tes Wort in der Kirche zu gönnen. Von den Wahl­berechtigten waren incl. der die Heerden führenden Bürgermeister und Besoldeten kaum der 10. Theil und Einer von der grünen Reaktion erschienen, der sich aber an dem beseligenden Werke nicht betheiligen konnte, weil seine Aufnahme in die Wählerliste vergessen war. Möge er in den Klageliedern Jeremias Trost finden! Candidaten - Vorschläge waren überflüssig; die Hrn. Bürgermeister waren der Stimmenihrer Leute" sicher und so ist auch ihrem Ehrgeize, gewählt zu sein, und wie vielen Andern, sich alsErstklässer" gesehen zu sehen, Genüge geschehen. Die Gewählten waren Hr. Sch na­bel ius, Landoberschnltheiß, die Hrn. Bürgermeister Michel und Ebels Häuser.

Die Wahlmaschine hat trotz verschiedener Verstöße gegen die Berliner Formen den Faden bis zum Ende abgehaspelt. Man hat zur Verwunderung derHell- sehcnden" darin keine Veranlassung zur Wahlungiltig- keitserklärung gefunden. Eingedenk ihres auf die Frank­furter Reichsverfassung geleisteten Eides haben die St, Goarshauser Bürger mit wenigen Ausnahmen nicht gewählt.

Geschütze an der Seite. Ich gab die letzten Befehle, nämlich die drei Kanonen, die wir hatten, an das Steuerbord zu ziehen, Flinten, Beile und Säbel an die Passagiere und Matrosen zu vertheilen, und einige Kisten mit Patronen auf das Verdeck zu schaffen. Zugleich be­fahl ich zwölf Mann, in das Takelwerk hinauf zu steigen und von oben herunter zu feuern.

Ein Augenblick schrecklichen Schweigens folgte tiefen Anordnungen, während welcher der schwarze Punkt am Horizonte denselben ganz eingenommen hatte und ein Gewitter zu werden drohete. Der Wind kam warm und stoßweise und hörte bisweilen ganz auf, so daß unsere Segel schlaff herabhingen, große Wellen, die sich auf dem Grunde zu bilden und an die Oberfläche heraufzu­steigen schienen, bedeckten das Meer mit zitterndem Schaume; aber alle diese Zeichen, die wir bei einer an­dern Gelegenheit sorgfältig beobachtet haben würden; wur­den wegen der größern Gefahr unbeachtet gelassen. Die beiden Schiffen näherten sich einander unmerklich, ohne daß eines' besonders im Vortheil zu sein schien. Man sah ikUt deutlich am Bord der Feluke die Mannschaft, die doppelt so stark als die mistige zu sein schien und die letzten Vorbereitungen zum Kampfe machte. Es un­terlag jetzt keinem Zweifel mehr, cs waren Seeräuber und sic hatten cs auf uns abgesehen. Wären wir üb­rigens auch noch ungewiß gewesen, so würde der letzte Zweifel bald verschwunden sein, denn wir bemerkten jetzt an der Feluke Rauch und plötzlich schlug, ehe der Knall

zu uns gelangte, ein Hagel von Kartätschen in einiger Entfernung nieder. Die Seeräuber hatten im Eifer die Distanz nicht genau berechnet und aus zu weiter Ferne geschossen.

Mit Ihrer Erlaubniß," sagte der Steuermann, der zugleich Bootsmann war,ich möchte, da die Herren uns begrüßt haben, die Höflichkeit erwiedern. Sehen Sie, da meine Alte," und er wieS auf den Achtpfünder, sie sagt nur von Zeit zu Zeit ein Wort, aber ein jedes ist triftiger als daS ganze Geplapper, das wir eben ge­hört haben."

Sv lösen Sie ihr die Zunge," antwortete ich, denn ich möchte sie allerdings auch reden hören. Der Bootsmann zog die Kanone mitten auf das Verdeck, zielte gut und sagte;Feuer!"

Eine Flamme folgte dem Commandoworte und der TodeSbote traf mitten unter die Ruderer, wo er ziem­lich Verwirrung anrichtete.Rosalie," fuhr DcrStcucr- mann fort,so habe ich meine Alte getauft, ist übrigend wie meine selige Frau, ist ihr einmal die Zunge gelotet so kann sie nicht aufhören." Die Kanone wurde also rasch wieder geladen.

In demselben Augenblicke sahen wir wieder Rauch an der Feluke und diesmal hörten wir die Kugeln auf dem Schiffe pfeifen und prasseln. Auch stürzte ein Mann aus dem Takelwerke herunter. Die Piraten, welche die Wirkung gesehen hatten, erhoben ein großes Freudengeschrei.

Aber der Tod, welcher dieschöne Levantilicri»" heimgesucht hatte, war bereits an Bord der Feluke mit der Kugel des SteuerniannS znrückgekehrt und auf daS Frcudengefchrei folgten dort Flüche. Die Kugel nahm zwei Kanoniere mit.

Ein neuer Kugelregen hagelte auf unser Schiff, tötete einen der Leute und verwundete tret bis vier. Wir ant­worteten mit tret' Stücken und drei Ruderer stürzten auf der Feluke, die jedoch sogleich durch andere ersetzt wurden. In diesem Augenblicke folgte ein Donner­schlag , der Sturm kam heran, unser Schiff flog über die Wellen dahin , und noch war ed möglich, daß wir Den (Seeräubern entgingen.

Muth, Kinder!" rief ich;Ihr seht, der Himmel ist für und; bid jetzt haben sie und keinen großen Scha­den gethan, und cd ist besser sie nehmen und Fleisch, statt Holz."

--Eines nach dem andern," antwortete der Steuer­mann, indem er die Stücke richtete,erst wenn wir über sic hinaus sind und sie und mit de» beiden Kouo. neu auf dem Vordertheile erreichen können, wird der Tanz recht angehn."

(Fortsetzung folgt.)