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phischen Theologen derNass. Allg. Ztg." in dem Ar­tikel, d. d. Idstein, den 30. Januar, einer weiteren Würdigung zu unterziehen, zumal uns das Treiben dieses Herrn aus älterer und neuerer Zeit, und die ! von ihm verfolgt werdenden Zwecke, zur Genüge be­kannt sind.

Mannheim, 7. Fcbr. Es geht hier vielfach das Gerücht, daß auf dem Rhein bei Worms ein Kahn umgcschlagcn ist, wo bei 1215 Personen ihr Leben eingebüßt haben sollen. (B.M.)

Düsseldorf, 2. Februar (Rh. u. Mztg.) Heute j Mittag kamen unter starker militärischer Bedeckung 1 in zweien mit Leintuch überspannten Karren 30 in Baden verurtheilte Freischärler hier durch, um uach dem Zuchthause in Werden befördert zu werden. Der Transport verursachte einen Zusammenlauf von Neu­gierigen, die ihrem Mitleide freien Lauf ließen, und ich hörte einen alten Mann sagen: Aber in Werden sitzen ja nur Spitzbuben und Mörder! Heute Morgen wurde Lasalle durch einen Polizeicommissär und drei Geusd'armen in seiner Wohnung verhaftet, um zur Absitzung seiner Gefängnißstrafe von 6 Mo­naten in die hiesige Strafanstalt abgeführt zu werden.

München, 6.Febr. Telegraphische Depesche. Athen, 29. Jan. Die englischen Zwangs- maßregeln sind verschärft. Den griechischen Handelsschiffen ist das Auslaufen aus griechischen Hä­fen untersagt. Die Gesandten von Rußland und Frankreich haben dagegen Vorstellungen gemacht. Die Handelsschiffe im Piräeus sind heute von englischen Matrosen nach Salamis geschleppt worden. In Athen und im ganzen Lande ist Ruhe und Begeisterung für König und Regierung. Hr. Tricupis geht als Ge­sandter heute nach Paris, Zographos über Wien nach Petersburg. (N.MZ.)

Berlin, 4. Februar. Der Steuerverweige- rungs-Prozeß hat heute seinen Anfang genommen. Die Angeklagten waren, vier ausgenommen, sämmtlich erschienen. Der Raum für die Angeklagtenbänke war erweitert, aber gleichwohl nicht groß genug, um die Zahl von 38 zu fasse«. Gegen 10 Uhr nahm die Verhandlung ihren Anfang. Wie wir gestern berich­teten, sollte ein Protest gegen die Person des Vorsitzen­den, Appellationsgerichtsraths v. Caprivi, das Verfah­ren eröffnen. Der Advocatanwalt Dorn trug den Protest vor, und der Vorsitzende erklärte, er werde den Entscheid des Appellationsgerichtes abwarten, bis dahin aber auf seinem Posten bleiben. Ein anderer Verthei­diger, Dr. Stieber, machte formelle Bedenken gegen die Geschwornenliste geltend, die nicht, wie das Gesetz vor­schreibt, den Angeklagten, sondern den Vertheidigern zugefteUt worden war. Die Vertheidigung erklärte in­deß selbst, durch diese Rügen nur das Interesse des Gesetzes wahren, im klebrigen aber kein Gewicht dar­auf legen zu wollen. Die Staatsanwaltschaft, vertre­ten durch den Assessor Riem, erklärte deßhalb auch diese Bedcnkeu für nicht erheblich. Die Verlesung der An­klageakte erfolgte hierauf. Die Anschuldigungen gegen alle Angeklagte treffen in der Thatsache zusammen, daß dieselben als Abgeordnete zur preußischen Nationalver­sammlung Abdrücke des Steuerverweigerungsbeschlusses vom 15. November 1848 und eine Proklamation d d. 18. November 1848 in ihre Wahlkreise gesandt und dadurch Aufruhr zu erregen und den Rücktritt des Mi­nisteriums zu erzwingen versucht hätten. Nur gegen einen der Angeklagten, den nicht erschienenen Kaufmann Neustiel, wird noch eine Anklage wegen Majestätsbe­leidigung erhoben, weil derselbe in einem die Prokla­mation begleitenden priese gesagt hat:Der König erpreßt alljährlich 70 Millionen." Die Verlesung der Anklageschrift nahm einen Zeitraum von mehr als zwei Stunden in Anspruch. Die Angeklagten wurden deßhalb nur noch veranlaßt, über ihre persönlichen Verhältnisse die erforderlichen Angaben zu machen. Aus diesen ergab sich, daß sämmtliche betheiligte Prediger und Lehrer in Folge ihrer Wirksamkeit, als Abgeordnete in ihren Aemtern suspendirt sind. Mehrere, wie der Stertor Zorn und der Prediger Schöne, sind deßhalb mit ih­ren Familien auf ein jährliches Einkommen von 150200 Rthl. beschränkt. Richterliche Beamte, wie z, B. der Obergerichtsassessor Schulze von Delitsch, die ohne weiteres Verfahren nicht ihrer Aemter verlustig gehen konnten, sind durch Nichtbeachtung ihrer An- steUungsberechtigungen, die übrigens anerkannt werden, ohne Anstellung. Die Verhandlungen wird morgen früh 9 Uhr fortgesetzt werden.

Der Eindruck, den ein Parlament auf der Ankla­gebank hervorrufen muß, badarf keiner Schilderung. Die meisten Angeklagten sind schlichte Männer, Land­leute Handwerker, Schullehrer. Nur wenige unter ihnen gehören dem höheren Lehrer- oder Beamten­stande an,_ und die wenigsten haben in dem Parla­ment, dessen Thätigkeit an ihnen abgestraft werden soll, eine bemerkenswerthe Stellung eingenommen. Es läßt sich hieraus einigermaßen erklären, wenn das In­teresse der Bevölkerung an diesem Prozeß sich nicht eben sehr lebhaft bethätigt. Vor dem Lokale der Hem- pel'schen Buchhandlung drängen sich übrigens in die­sem Augenblicke die Kauflustigen in großer Zahl, um die gedruckten Proceßberichte, welche diese Handlung veranstaltet hat, in Empfang zu nehmen. (Fr. I.)

Wien, 2. Febr. (N.O.Z.) (Blockade griechischer Häfen durch die Engländer. Projekt eines russisch- österrcichisch-griechischen Flottenbundes.) Der amtliche Theil der Wiener Zeitung bringt die Landesverfassung für die gefürstete Grafschaft Tyrol. In dem Eingänge

prunkt die gesammte Titulatur des Kaisers; derHer­zog von Ober- und Niederschlesieii" und derMark­graf von Ober- und Nieder-Lausitz" ist eben so wenig vergessen als derKönig von Jerusalem." Man ist jetzt der papierenen Verfassungsarbeiten herzlich müde und sehnt sich nach etwas Frischem. Dieses ist auch bereits emgetxeten. Das Ereigniß ist die Blockade der griechischen Häfen und die Beschlagnahme der griechischen Flotte durch das englische Geschwader unter Sir W. Parker. Das feste Auftreten der Englän­der zu Athen wir erinnern an Sir Edmund Ly­ons war der russischen Partei, welche den Hof von Athen am Gengelbande führte, svon je ein Dorn im Ange, da bei den Plänen Rußlands auf die Türkei diesen: daran lag, eine feste Position in Griechenland zu gewinnen, um auch von dieser Seite aus eine Ope­rationsbasis gegen den Osten zn besitzen.

Die letzte Demüthigung Oesterreichs durch die rus­sische Hülfe in Ungarn hat Rußland kühn gemacht. Seine Proposition, mit Oesterreich und Griechenland einen Flottenbund gegen den Einfluß Englands im Mittelmeere zu schließen, konnte und durfte von Oester­reich nicht von der Hand gewiesen werden. Wäre dee- Plan zur AusführungMekommen, so würde die rus­sische Flotte plötzlich durch die Dardanellen gesegelt sein und England hätte dem fait accoinpli gegenüber das leere Nachsehen, oder einen zweifelhaften Krieg ge­habt. Palmerston ist nunmehr seinen Gegnern mit einem kühnen Handstreiche zuvorgekommen. Daß die verlangten Entschädigungen nur Vorwand sind, und daß der Streich nicht gegen Griechenland, sondern ge­gen Rußland und Oesterreich gerichtet ist, ist klar. Der Thatsache gegenüber werde Rußland und Oesterreich keinen Krieg wagen, da auf Frankreich nicht zu rech­nen ist.

Klagenfurt, 20. Jan. (S. S. Z.) Heute gegen 2 Uhr Nachmittags ist unser Landwehrbataillon auS Italien hier einmaschirt. Von dem ganzen Ba­taillon, das 2000 Mann stark ausmaschirt ist, und noch hintennach ergänzt wurde, sind nur 240 Mann zurückgekommen. Tief erschüttertd war die Heimkehr; nach Villach und Klagenfurt strömten von dem ganzen Lande Leute zusammen, um die Angehörigen zu be­grüßen. Da hörte man fragen:Wo ist mein Sohn ?" todt.Wo mein Bruder?" todt.Wo mein Gatte? todt.Wo mein Freund?" todt. Alles todt, und meist in Venedig. Thränen flossen in Menge, man hörte lautes Schluchzen.

Ungarn.

^((Gräuel in Ungarn.) Selbst die Wiener Standrcchtsblätter wagen die Lage der Dinge in Un­garn und die Gräuel, welche dort unter dem österrei­chischen Regiment an der Tagesordnung sind, nicht mehr zu verheimlichen; so erzählt der Lloyd in einem Schreiben aus Pesth unter vielen Aehnlichen, folgende jüngst in der Wojwodina vorgefallcnen Thatsachen: Eine Frau kennt den Mörder ihres Mannes und den, der sie selbst gemartert, sie bittet die Behörde um eine Untersuchung, wird aber nicht erhört! . . . . Eine Wittwe die in jüngster Zeit auf ihrem Maier- Hofe von Raizen angefallen, gefoltert und ausgeraubt wurde, fleht um die Verhaftung der von ihr für die Räuber Gehaltenen; sie wird zurückgewiesen mit den: Bescheide: es könnten ja auch Andere gewesen sein. Dagegen wurden zur Feier des Restaurations-Tages die Thüren des Gefängnisses geöffnet, und zwei Gal­genkandidaten, welche durch Mordversuch und thatsäch­liche Plünderung, so wie anderen vier Serben, die durch einen mit Waffen, Stöcken und Stricken unter­nommenen Raub sich die Haft zugezogen, ohne irgend eine Untersuchung, ohne alles Zeugenverhör die Frei­heit gegeben. Um so strenger verfuhr man mit einem jungen Magyaren. Er hatte die Nacht vor der Kund­machung des bezüglichen Verbotes in einem Bierhause zugebracht, und wurde in Folge dessen zu zwanzig Stockstreichen verurtheilt. Die Strafe ward an dem Delinquenten auf dem freien Platze mit bloßen Gät­jen vollzogen; mehrmals stürzte er ohnmächtig von der Bank herab, um schonungslos wieder hinaufgelegt zu werden." Aus einem Zimmer des Gemeindehauses in Türkisch-Kanizsa drang das Wehklagen eines Ge­fangenen an die Ohren des Korrespondenten; die Fen­ster des Zimmerö waren ungeachtet der großen Kälte geöffnet, an der Thür hielten einige Statuen und ein Eomitats-Haiduk Wache. Der Anblick des verzerrten Gesichts, zerrauften Haares, der nach rückwärts ge­krümmten Schultern, der blau gewordenen Arme und des bewußtlos herabhängenden Kopfes machte sie schau­dernd. Die Fesseln waren bereits so tief in's Fleisch eingedrungen, daß es unmöglich war, sie wieder loö- zulösen. Denn, wie die Wache erklärte, wurden die Fesseln jede halbe Stunde mittelst eines Holzes tiefer eingedreht. Die Fremden besuchten hierauf den raizi- schen Bezirkskommiffär, der im dritten Zimmer saß, und nach der Ursache dieser Folter fragend, erhielten sie zur Antwort, daß der gefangene Jüngling ein Hon- ved war, und nur der Verheimlichung von Pferden angeklagt ist. Die Tortur sollte sein Geftändniß er­zwingen! Die Bewohner des Ortes sagten indeß aus, daß derlei Verfahren keineswegs eine seltene Erschei­nung und daß dabei der Stuhlrichter Popovits eine Hauptrolle spiele. Von ihm erzählt man auch, daß, als in den letzten Tagen ein frommer Bewohner von Türkisch-Kanizsa bei Gelegenheit einer gegen ihn erho­benen Klage, selbst in der serbischen Kirche einen Eid ablegen wollte, er ihn «»herrschte:Die serbische

Kirche ist nicht für solche Hunde eröaut worden; der Gott der Magyaren aber ist krepirt!"

Pesth, 1. Februar. (N. Oz.) In Böhmen sind die ursprünglichen 50,000 Mann Truppen schon auf 80,000 Mann gebracht worden, die italienische Armee wird fortwährend verstärkt und die Küstenländer, in denen Bewegungen vorgehen, welche die österreichische Regierung nicht mehr im Stande ist zu verhüten, ver­langen bedeutende militairische Kräfte. Um Steuer- reste einzutreiben, wie die Regierung vorgibt, wird sie wahrlich nicht 6000 Mann mit Kanonen und Con- greveschen Stafeten nach Cattaro sende». DieGa- zetta de Zora" gibt bereits deutlicher Kunde von den Unruhen in Küstenbezirk; die Canalesen haben sich im Distrikt von Ragusa zusammengerottet und haben die Bewohner von Zuppen und Pastrovecchio überfallen; überall werden die Steuern verweigert, und in Monte­negro ist eine Revolution ansgebrochen, durch welche genöthigt Vladika abgedankt und sein Heil in der Flucht gesucht hat, da er auf die Forderrngen der Be­wohner von Zuppan, zu ihren Gunsten zu interveni- ren, nicht eingehen wollte. Nach Originalberichteil eines südslavischen Blattes hat der Czar dem Vladika ein eigenhändiges Schreiben gesandt und ihn aufgefor­dert, den Landfrieden nach allen Seiten des monteneg- rinischen Gebietes zu wahren. Ein Theil der Bevöl­kerung hat sich empört, ein öffentliches Gebäude ange- zündet und gegen die gesetzliche Autorität den gleich­falls im Jnsnrrektionszustande befindlichen Gerbljanern Hilfe zu leisten beschloßen.

T ü r k e i.

Konstantinopel, 15. Januar. Der Mordanschlag gegen mehrere hervorragende Persönlichkeiten unter den Schumlaer Emigranten soll durch ein croatisches Mäd­chen, eine frühere Geliebte Perczel's und einen öster­reichischen Beamten angezeigt worden sein. Das Ober­haupt der Bande ist ein Armenier, Namens Aesmavidji, auch will man in Schumla, Vazar und Denikieny un­heimliche Gestalten gesehen haben. Die'türkische Po­lizei ist in voller Bewegung, aber sie sucht nicht jene Banden zu zerstreuen, sondern hat die Flüchtlinge da­von benachrichtigt und ihnen gerathen, auf der Hut zu sein.

G r L e ch e n l a n d.

Auch die neuesten englische» Blätter enthalten jetzt die Nachricht von der Blokade des Piräus durch Ad­miral Parker. Ein Brief aus Athen vom 19. Ja­nuar gibt als die Forderungen der Engländer an die griechische Regierung an: die Zahlung aller rückstän­digen Interessen des griechischen Anlehens sowohl, als der den britischen Unterthanen schuldigen Rückstände; ferner die Uebergabe der Inseln Sapienza und Cab­rera und des südwestlichen Theils Morea's. Da Kö­nig Otto die Forderungen verweigert, habe Admiral Parker von den Kriegsschiffen im Piräus Besitz ge­nommen und die Küste blokirt.

Diese Nachrichten scheinen, was namentlich die Forderungen betrifft, sehr übertrieben. Nach de» fran­zösische» Blätter», welche heute ebenfalls den ausge- brochenen Konflikt bestätigen, war dagegen die Veran­lassung oder der Vorwand nicht die Anleihe, sondern einige ganz unbedeutende und schon längst bestehende Beschwerden. Man glaubt daher auch in. Paris in wohlunterrichteten Kreisen, daß England blos einen Schemgnmd gesucht habe, um in Griechenland feste Stellung fassen zu können, da Rußland, statt dein Ver­trag von Balta Liman entsprechend, seine Truppen­macht in den Donaufürstenthümern zn reduziren, die­selbe neuerdings wieder um 10,000 Mann vermehrt hat. Nach den französischen Nachrichten, die aber nur bis zum 18. Januar gehen, »lacht England außer drei Entschädigungsforderungen für Privatpersonen An­sprüche auf den Besitz einiger fast unbebauten Inseln in der Nähe der Jonischen Inseln geltend, unter dem Vorwand, daß dieselben seit lange auf Grund eines Vertrags mit der Türkei ihm gehören. (N.-Z.)

R u ß l a n d.

Vor Kurzem berichtete diePetersburger Ztg-" von einem neuen Siege, den die Russen über Scha­mil in Daghestan erfochten hätten. Die neuesten eng­lischen Blätter melden dagegen, daß laut authentischen Nachrichten von Erzerum (13: Dezember) anstatt des in derPetersburger Zeitung" erwähnten, von den Rußen über Schamil in Daghestan gewonnenen Sie­ges der letztere in das Lager seiner Gegner gebrochen und ihnen eine schwere Niederlage zufügte, die mit ihrem Rückzüge endete.

Mepublèk $rcmfretd>.

Paris, 31. Jan. (Hornisse.) Der.Artikel, wes­wegen dieReform" verurtheilt wurde, während Emil Girard in, der Redacteur derPresse", der ihn abgedruckt, freigesprochen wurde, ist ein Brief an das Landvolk. Darin heißt es unter Anderemt Ihr, die ihr fern auf dem Lande, fern von den Centren seid, wo die Wahrheit sich leichter Bahn bricht, seid deshalb auch den geschickt kombinirten In­fluenzen, welche euch auf Irrwege bringen sollen, leichter ausgesetzt. Inzwischen habt ihr ein Mittel, um die Schlingen zu vermeiden, welche man euch mit Rechnung auf Treuherzigkeit legte, ein Mittel, durch welches ihr leicht euren Freunde von euren Feinden unterscheiden könnt. Laßt euch nicht auf Sieben ein, urtheilt nach den Handlungen. Während einiger Mo­nate waren die Republikaner die Herren; sie konnten