einen Versuch zu machen, eine der durch die Verfassung geheiligten Freiheiten anzugreifen. (Rechts Unterbrechung.) Aber wir glaubten nicht, daß die F echheit so weit gehen könnte." (Rechts heftiger Tumult. Mehrere Stimmen: Zur Ordnung!) Der Präsident: „Ich rufe den Redner zur Ordnung." (Rechts Beifall.) Hr. Gent: „Der Gesetzentwurf, den man Ihnen vorgelegt, ich erkläre es laut, ist eine Verletzung des Art. 8 bei Verfassung !" (Rechts Lärm.) Die Versammluug beschließt mit großer Majorität, daß morgen Bericht über die Dringlichkeit des Gesetzentwurfs erstattet werden solle. — Es wird hierauf die zweite Berathunng d s Gesetzentwurfs über die Organisation des Staatrathes fortgesetzt.
Hr. Ruffini hat dem Präsidenten der Republik seine Beglaubigungsschreiben als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister des Königs von Sardinien und der Fürst von Poniatowski seine Beglaubigungsschreiben als bevollmächtigter Minister des Großherzogs von Toscana überreicht.
Der Ministerrath hat bereits die Maßnahmen ungeordnet, welche zur Uebersiedlung der Mai-Angeklagten nach Bourges und zur Aufrechterhaltung der Ruhe während der Debatten getroffen werden solle». Sie sind so umfassend, daß die öffentliche Sicherheit ohne Zweifel keine Störung erleiden wird.
Es vergeht seit einiger Zeit fast kein Tvg, an welchem nicht mehrere politische Clubbö, in welchen mit größter Ungenirtheit kommunistische Lehren der bedenklichsten Art und der Umsturz aller und jeder Ordnung gepredigt werden, auf Befehl der Behörde geschlossen werden. (F. I.)
Paris, 25. Jan. Ein Banket des 6. Arondisse- ments fand neulich im Valentinosaal statt: es sprachen Thore, Bernard, Dain (Volksrepräsentant), Herve, Pierre Lerour, Lachambaudin, Turgard, beides Social- dichter, Lagrange, Volksrepräsentant, und der amerikanische Socialist Brisbane; die philharmonische Sängergesellschaft der „Söhne von Paris" wirkte wie gewöhnlich mit. — Das Zuschließen der Klubs wird Mode; gestern sperrte Militär den der Fraternite; man braucht
dazu Mobilisten und Garde republicaine, letztere wird ganz eine alte Munizipalgarde. Die Legitim sten sind guter Dinge, seit ihr lieber Bruder Fallour Unterrichts- ininister ist. Die henriquinquistische „Hermine" (zu deutsch das Hermelin) in der Vendee sagt in der letzten Nummer: „nur noch etwas Geduld, und die heiligen, ewigen, durch Got', Natur und Christenthum uns Franzosen seit Jahrhunderten theuren Narionalwünsche, Volksneigungen und Volksabneigungen (unter diesem Wortschwall versteht die Partei weiter nichts als Jesui- tenkönigthum) werden endlich ihre vollständige Realisi- rung finden; die Uebergangsformen werden abgenutzt sein, in Staub zerfallen, mb Frankreichs Vo'k wird endlich zu sich selbst zunickk-hen." Nämlich zum Jesuitenkönig Henri V. Der „Messager du Midi", ein ultramontanes, aber einst sehr cavaignac'sches, und heute bonapartisches Blatt, leugnet dies insofern, als es die orleanistischen Mannöver für weit gefährlicher schildert; „Bonaparte ist bedroht, und zwar insonderheit von den Jomvillisten, die keine Herzogin v. Orleans, wohl aber deren Knaben, den Grafen v. Paris nebst dessen Oheim Prinz Joinville, auf den Präsiventenstuhl erhebe» wollen. Dazu soll eben die jetzige Kammer nach Hause fahren, mb die Wahlumteiebe der Königlichen sollen eben mit Beihülfe der Präfekten eine orleanistische National- assemblee zusammenbringen. Auch schmeicheln sich diese Orleaniflen mit dem Beistände der obersten Militär- kommandtrenben. Mit der Nationalgarde von Paris hofft man schon ohne Mühe umzuspringen, da sie dem Kommando gehorcht." (N. NH. Z.)
Italien.
Rom, 16. Januar. Alles beschäftigt sich mit den Wahlen. Nur im Kriegsministerium arbeitet man an andern Dingen. Garibaldi schickt sich an, mit einem starken Korps die neapolitanische Gränze zu überwachen und beim ersten Anlaß gegen Neapel, wohin ihn viele Einverständnisse rufen, loszurücken. Ponte-Corvo hat sich vom Kirchenstaat losgesagt. 90 Karrabiniers haben Reißaus genommen. Der republikanische Geist erwacht täglich stärker.
Aus Turin erfährt man unterm 21. Januar, daß Nadetzki Mailand verlassen, um 'gegen^Venedig in der Richtung von Piacenza zu operiren.
Jm Turiner Ministerium soll eine Spaltung ausgebrochen sein. Die Herren Gioberti, de Sonnaz, Ricci und Sumo wollen den Krieg nicht sofort wieder aufnehmen; Ratazzi, Cadorna und Tucchio sind anderer Meinung. Die Frage wird durch Ausfall der Wahlen entschieden werden, die vas Land in fieberhafte Aufregung versetzen. Unterdessen wird eifrig gerüstet, Alese sandria immer befestigt, und General Bava stellt durch gelegentliche Erschießungen die Disciplin her; er fand nämlich auf einer Jnspektious - Reise, daß) unter den Soldaten der löbliche Brauch eingerissen war, ihre Equl- ruugsstücke, ja, ihre Waffen zu verkaufen.
Auch in Mailand haben sich die zusammenberusenen Notabel», wckche der Hofkommissar, Graf Motttecoculi, um ihre Ansichten über die Art der Wahlen zur Landes-Versammlung in Wien befragt hat, dahin ausgesprochen, daß sie nicht wählen würden; ja, sie haben entschieden erklärt, sie würden unter österreichischer Herrschaft eine Verfassung gar nicht annehmen. Aehntiches haben wir unlängst aus Verona bericht.t. — Für Karl Albert erheben sich immer mehr Schwierigkeiten in sei- nem Stammlande Savoyen, das sihr widerstrebend an beu italienischen Wirren Theil nhnmt^- Die Savoyer wollen keine K^ iegs-Contribution zahlen, wollen unabhängig gestellt scin,^in Chambeiy eine Universität haben u. s. w.
D i ez , 26. Jan.
Rother Walzen . .
Weißer Waizen , .
Korn.....
Gerste . . .
Hafer .....
Frachtpreise.
1r Preiß. 2r Preiß. . . 14 ff. 20 kr. 14 fl. 50 kr.
. . 13 ff. 20 kr. 13 fl. 40 kr.
. . 8 ff. 10 kr. 8 fl. 40 kr.
. . 6 ff. 30 kr. 7 fl. — kr. . . 4 ff. 10 kr. — fl.kr.
Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.
Bekanntmachungen.
Bekanntmachn ng.
(113) Montag den 12. Februar l. 3 , Nachmittags 3 Uhr, werden die zur Concursmasse des Georg Karl Schmidt von hier gehörigen Immobilien bestehend-.
1) in einem dreistöckigen Wohnhaus mit Scheuer, Seitengebäude, Backhaus und Hofraum in der Oberwebergasse zwischen Georg Philipp Staab und Heinrich Matern und
2) in fünf in hiesiger Gemarkung gelegenen Grundstücke» — in dem Nathhaussaale dahier auf amtliche Verfügung versteigert.
Wiesbaden, am 23. Januar 1849.
Herzog!. Nag. Landoberschultheißerei.
Westerbur g.
(114) Da es wahrscheinlich ist, daß die Spielbanken am ersten Mai d. I. geschlossen werden, so ist keine Zeit zu verlieren um zu ermitteln, auf welche Weise wir den dadurch der Stadt ungesüßten Schaden beseitige» sönnen.
Es ergeht daher die Aufforderung an Alle Diejenigen, die es angcht, sich Dienstag, den 30. dieses Monats,
Abends 7 Uhr, im Gasthof zum Alleen - Saal versammeln zu wollen, damit eine vollständige Absprache über diesen Gegenstand gehalten werden kann.
Wiesbaden, 28. Januar 1849.
Düringer.
Ne ^elmäßige
Packet - ^^ Schifffahrt
zwischen Antwerpen &• New Park am 1., 4. und 15. jeden Monats für Kajüten- und Zwischendeck-Passagiere.
Am 1. März 1849 erpediren wir, ohne Schifffahrt vorbehalten, das amerikanische, gekupferte Dreimasterschiff laicrina von 650 Tonnen, Capit. Hamilton.
15r. G Strecker Ant. Jos. Klein Joh Stock
in Mainz. in Bingen. in Ereuznach.
Strecker, Klein Sf Stock in Antwerpen.
Näheres ertheilt das Geschäfts-Bureau von
(116) Carl Ijey entseelter in Wiesbaden.
Nachricht für Auswanderer.
(71) Unterzeichnete Agentnr der amerikanischen Schifffahrt, empfiehlt bestens ihre sich seit Reihen von Jahren sicher und gut bewährte Ueberfahrt »ach den sämmtlichen Staaten Aincrika's.
Zur Sicherheit der Auswanderer wurde von mir bei der Großhcrzoglich Hessischen Regierung die gehörige Caution geleistet, wonach die Verträge nach Vorschrift des MinPerial-Rcscripts vom 16. März 1847 ausgefertigt werden. — Die Abfahrt kann von Biebrich, Bingen oder Coblenz geschehen.
Worms im Januar 1849.
Joh. Bapt. Adams, concessionirter Agent.
Nähere Auskunft ertheilt Herr Frz. E. Nathan in Wiesbaden.
(96) In den Buchhandlungen von H. Fisch er und H. W. Ritter sind zu haben: Die Grundrechte des deutschen BolkeS
Preis: 2 Kreuzer.
107) Jede solide Buchhandlung (in Wiesbaden H. Fischer u. H. W. Ritter) nimmt Bestellung an auf
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Dieses Bild ist das Gegenstück zur „Seeschlacht", welches Kunstblatt als Prämie zu Meyer's Universum, 12tem Jahrgang, gegeben und mit allgemeiner Bewunderung ausgenommen wurde.
Dort, in der Seeschlacht, war der Kontrast des ruhigen, fast spiegelglatten MecrS mit dem entsetzlichen Menschcnkampf; hier ist's die aufgeregte Natur, vor deren Drohen friedliche Menschen beben und flüchten. Beide Bilder sind als Kunstwerke einzig und von höchster pathetischer, Wirkung. .
Wer auch die „Seeschlacht" zu haben wünscht, kann sich solche noch durch Bezug des 12. Jahrgangs des Universums (so lange der kleine Vorrath reicht) verschalens
Hildburghausen, am 1. Januar 1849.
Das Bibliographische Institut.
(98) Unter ber Presse befindet sich und ist in einigen Tagen in den Buchhandlungen von H. Fischer und H. W. Ritter zu haben:
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Die Gemeindeordnung und die Instruktion für die Bürgermeister und Mitglieder des Geineinderaths im Herzogthuin Nassau kosten zusammen 18 Kreuzer.
(115) Den verschiedenen Anfragen letzterer Tage mache hiermit die ergebene Anzeige, daß heute wieder eine neue Sendung von
Goldhci'ger’seliew Bictten angekommen ist und in den gewohnten Preisen abgegeben werden auf dem Geschäfts-Bürcan von Carl Leyendecker in Wiesbaden.
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Verlag von £. Fischer und C. Ritter. — Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.