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Dinge abwartend die da kommen werden; kurz er hat einmal den Muth gefaßt, ,auch seinen Rechten wo mög­lich Geltung zu verschaffen, und verlangt nun von der Negierung, die sogenannte Sodener Eisenbahn Actien- Gesellschaft anzuhalten, den ganz-n Winter hindurch zu fahren, sei es pr. Dampf oder Omnibus. Unsere pu« ten Nachbaren hätten doch ihre Mühe sparen können, i denn was war der Erfolg? Unsere Regierung ersuchte I benannte Gesellschaft vertragsmäßig jedenfalls zu fah­ren, wonicht sie eine Entschädigung zu tragen hätte.

Daß nicht gefahren würde, war zu erwarten.

Ob eine Entschädigung bezahlt wird, bezweifle» Wir. Gewiß ist aber, daß man jetzt sich erzählt, es sei ein Damm, kaum 100 Schritt von Soden entfernt einge­fallen; das wäre freilich keine Entschuldigung; man könnte sie anhalten bis an diesen eingestürzten Damm zu fahren oder mit Omnibus regelmäßigen Dienst zu versehen. Doch die Sache wird so lange schwebend gehalten bis die schöne Jahreszeit es erlaubt, wenn ! auch nicht mit Nutzen, doch wenigstens ohne bedeuten­den Schaden wieder zu fahren.

Es wäre doch an der Zeit, daß unsere Regierun­gen, schon zu ihrer eigenen Erhaltung, endlich einmal die bevorzugte Klasse emnS außer Acht ließen, und die : bisher so sehr Benachtheiligte» etwas berücksichtigten.

ha. Som Rhein (Zur Organisationsfrage.) { So eben kommt mir der Bericht des engeren Ausschus­ses der Kammer über die Organisation der Centralver- waltung des Landes zur Hand, wonach dieselbe als Ministerium in 4 Abtheilungen zei fällt, nämlich;

Justiz,

Finanzen,

Militärwesen,

Verwaltung des Inneren.

Zugleich höre ich, daß die He'zogl. Regierung in den meisten Punkten darum sich nicht verständigen könne, weil diese Organisation gegen die seitherige zu kostspielig sei.

Ich konnte mich davon nach oberflächlicher Durch­sicht nicht überzeugen.

Da der höhere Kostenaufwand offenbar nur in dem anzustellenden Personale liegen kann, so vergliche ich das bisherige Personal mit demjenigen, welches der Beucht in Aussicht stellt und erhielt, ohne Berücksichti­gung der bedeutend reduzirten Militär-Verwaltung fol­gendes Resultat

seith. Per- in Aussicht sonal. gestellt.

1) Präsidenten und Vicepräsidenten 5 2

2) Direktoren und Dirigenten 8 6

3) Râtbe und Referenten 42 32

4) Assessoren 5 2

5) Hofräthe, Revisionsräthe, Buch­halter, Sekretäre, Revisoren u. Registratoren 52 13

6) Aeeessisten, Probatoren und Bo­tenmeister 44 17

Summa 156 72

Da hiernach die Differenz, besonders in den unte­ren Chargen, selbst wenn die bei den Kreisämtern anzustellenden Revisoren und Probatoren nicht wenig­stens zum großen Theile vom Recepturpersonal verwen­det werden sollten ; und wenn man auch annehmen muß, daß das Personal hier und da sehr bald verstärkt wer­den wird immer noch sehr stark ist, so kann der Kostenpunkt die wahre Ursache nicht sein, warum das Gouvernement nicht eingehen zu können glaubt.

Ohne auf die einzelnen Abtheilungen, und die den­selben zugewiesenen Functionen vorerst eingehen zu wol­len, glauben wir, daß eine solche Central-Verwaltungs- Organisation im Allgemeinen uns längst Bedürfniß war; und müssen wir die Hauptgrundsätze, welche die Berichterstatter leitete, nämlich: Verbannung aller- reaukratie mit ihren verhaßten Ausflüssen die Selbst­ständigkeit der einzelnen Verwaltungen ohne vom Ge- sammtkollegium abgerechnet zu werden und die Zu­ziehung gewählter Kräfte aus dem Volke bei den technischen Zweigen der Verwaltung mit Freuden begrüßen.

Wir hoffen, daß die Regierung dieses erste Organ des Volkes, (wenn sie ihre Stellung richtig erkennt) einsieht, daß cs ihre erste Pflicht ist, die Wohlfahrt des Volkes zu erstreben, und daß dieses Ziel ohne die red­lichste Offenheit in einer volkstümlichen Verwaltung nicht erreicht werden kann, was die Vergangenheit leider zur Genüge gelehrt hat.

0 Aus dem Amte Hochheim, 12. Januar. (An die Wähler des 12ten Wahlbezirks!) Einer unserer Abgeordneten ist aus der Kammer ausgetreten. Paul Weilbächer. Ein Freund sagte mir, der Grund, warum er diesen Schritt gethan, sei Aerger, weil man nicht gedruckt, was er gesprochen. Ob dem so ist, weiß ich nicht. Ihr Wahlmänner seid berufen, einen andern Abgeordneten an seine Stelle zu wählen. Verschiedene Partheien stellen ihre Candidaten zu dieser Wahl. Wählet von diesen den rechten, und laßt Euch nicht irre leiten von einer gewissen Partei, die da sagt: Was brauchen wir jetzt noch darauf zu sehen, daß frei­sinnige Männer in die Kammer kommen? Wt> müssen nur dahin wi'ken, daß gebildete, juristisch gebildete Leute darein gewählt werden!

Merkt Ihr, was dahinter steckt? Gerade jetzt ist es durchaus nöthig, einen Mann, der die Prinzipien der Volkosouveränität zu verfechten weiß, aber auch ver­fechten will, in die Kammer zu senden. Hätten wir

schon früher darauf gesehen wahrlich, unsere Zustände waren ein bischen anders; wir hätten eine Kammer, die den Forderungen unserer Zeit in jeder Hinsicht Ge­nüge leistete. Ich erlaube mir. Euch auf einen Mann aufmerksam zu machen, und ihn Euch dringend zur Wehl zu empfehlen, von dem Ihr fest überzeugt sein könnt, daß er seine ganze Kraft aufbieten wird, Euere Wohl begründen zu helfen. Dieser Mann ist Pfarrer Snell zu Langenbach. Was er gethan und noch t ut für Bildung des Volkes, für Verwirklichung sei­ner Hoffnungen, ist sichere Bürgschaft, daß er ein tüch­tiger Vertreter in unserer Kammer werden wird. Auch das ist ein Beweis für seine Tüchtigkeit, daß der größte Theil der Wahlmänner des Amtes Dillenburg ihn vor Kurzem in die Kammer zu wählen bemüht war. Da­rum die Bitte: Gehet an ihm nicht vorüber!

G Aus dem schlesischen Gebirge, (Hirschberg.) Es wi! o tu ihrem Blatte zu sehr über unser Gebirge ge­schwiegen, und es wäre daher an der Zeit, auch etwas von da Ihren Lesern mitzutheilen. Große Freude wird es Ihnen gewähren, zu berichten, daß die bevoistehen- den Wahlen allem Anscheine nach volkstümlicher als je ausfallen werden, indem unsere Gegner uns sogar zwingen so demokratisch wie möglich zu wählen: wir also indirekt dieselben als unsere Bundesgenossen an­sehen können. Jetzt gehen auch dem Unbefangensten die Augen auf, wenn man das Treiben unserer preus- si'ch verzechtet?» Bureaukratie und des Hochwohlge- boruen Krautjunkerthums ansieht, indem beide Parteien sich darin den Rang ablaufen, wer jetzt die beste Po« l-zeispionirnase -habe, um die thätigsten Gottbegna­deten spezifisch preußischen Demagogenriecher zu sein. Hat sich diese Sippschaft schon vor der sogenanten Ver­fassung durch ihren lächerlichen Loyalitätskram mit Gott für König und Vaterland die Hörner abgelaufen, so sieht j^tzt jeder Vernünftige ein, wie weit es kommen würde, wenn dieselbe nur einigermaßen Einfluß in den Kam­mern haben würde, und wie bald diese Partei es mög­lich machen würde, daß unsere Erlösung von den scheuß­lichsten aller Lasten, den Feudallasten trotz der deutschen Volksvertreter oder Zertreten, eine Mythe sein würde!

Aus dem Reich. (N. D. Z.) Die Großherzoge von Baden, Hessen und Oldenburg haben der Central­gewalt durch ihre Bevollmächtigten erklärt, sie wären ganz damit einverstanden, wenn ein einziges, selbst erb­liches, mächtiges Oberhaupt an die Spitze Deutschlands trete. Nun werden die GewiffenSkrupel in Berlin über etwaige Verletzung der Gottesgnadensouveränetät wohl allmählig schwinden. Der Großherzog von Oldenburg bat sich schon für alle Fälle gesichert. Sein diktatori­sches Verlangen, ihm statt der Civilliste ein erbliches Fideikommiß in Staatsdomänen zuzugestehen, hat kei­nen anderen Zweck, als ihn auch für den Fall der Mediatifirung zu decken. Das Volk hat dann das Vergnügen, die dadurch verursachte Verminderung der Staatseinnahmen durch neue Steuern zu decken; aber es ist doch über die sorgenfreie Zukunft seiner tfmmn Landesväter beruhigt.

Mannheim, 14. Jan. Wir gaben vor einigen Tagen einen Protest des Karl Geiger aus Ludwigsburg über die Behandlung die derselbe als politischer Gefan­gener erfahren hat. Wir geben heute dazu einen Nach­trag aus dem Augsburger Anzeigeblatt Nr. 4. Dort steht folgendeDanksagung":

In Folge eines Militärserkenntnisses wurde ich mit noch zwei unglücklichen Kamaraden vom 17. Juli bis 12. August v. I. über den andern Tag 6 Stun­den krumm geschlossen. Nach überstandener gräßlicher Strafe, der ein hundertfacher Tod vorzuziehen ist, star­ben in Folge dieser Mißhandlung meine beiden Kama­raden mich rettete nach viermonatlicher schmerzlicher Kur, nach mehrmaliger Operation und endlicher Ampu­tation des Beines oberhalb des Knies die mühevolle Thätigkeit und Energie des Hrn. Dr. Hurter, wofür ich ihm hier öffentiich mit gerührtem Herzen für seine unbeschreibliche Thätigkeit, sowie Herr» Fabrikanten Forster für die so wohltuende Unterstützung den innig­sten herzlichsten Dank ausspreche.

Augsburg, den 1. Januar 1849.

Mar Daffne r."

Wir geben dazu keinen Kommentar. Eine solche Barbarei ist nur in der rothen Monarchie möglich. (M.-A.)

Leipzig, 12. Jan. Unsere neugewählten Kammern hatten gestern ihre erste vorbereitende Sitzung. In der ersten Kammer, zu der sich bis jetzt 40 Mitglieder an­gemeldet hatten, ward die erste Sitzung durch den Abg. Tzschucke im Auftrage des Alterspräsioenten eröffnet, und durch den Minister und Abg. Oberländer die pro­visorische Annahme des Entwurfes der neuenLandtags- ordnnng beantragt. Dies und die vom Abg. Joseph beantragte provisorische Gültigkeit der ersten sechs Ab­schnitte wurde genehmigt.Schließlich bildete dieKammer ihre fünf Abtheilungen zur Prüfung der Legitimationen. (F.J.)

Berlin, 11. Jan. Das gestrige Fallen der Course an unserer Börse hat seinen Grund darin, daß sehr viele einflußreiche Spekulanten, welche glaubten, die Demokratie sei seit dem 5. Dezember völlig todt, nun plötzlich theils durch Berichte aus den Provinzen theils durch Vorgänge in den hiesigen Vorversammlungen, zur unwillkommenen Einsicht gelangt sind, daß die De­mokratie noch sehr gesund und lebenskräftig ist und alle Aussichten hat, trotz der verlorenen Novemberschlacht als Siegerin aus dem bevorstehenden Wahlkampf? her­vorzugehen. Als einen ferneren Beweis wie niederge­

drückt augenblicklich die Stimmung an der Börse ist, mag ich die Thatsache anführen, daß einer unserer Ton angebenden Börsenmänner sich weigert, Geschäfte über ultimo Februar hinaus abzuschließen.

Wien, 8. Januar. Franz Schuselka legt in der ostdeutschen Post" seine Ansichten über die Kaiserfrage nieder, aus welcher wir folgende Stellen ausheben: Wenn man das Wirrfal der neuen Kaiscrfrage und den Umstand betrachtet, daß hochgelehrte deutsche Histo­riker und Politik r diese Verwirrung gesponnen haben dann wird man in der That geneigt, die Pietät mit der man sonst zu diesen Männern geblckt, von sich zu werfen und von ihnen zu sagen: Sie haben Alles ver­gessen und Nichts gelernt. Sie wollen Deutschland um jeden Preis einigen; um den Preis der Einhelt selber! Das Kaiserthum soll die Einheit Deutschlands Herstellen, so wollen es die gelehrten H storiker, und doch zeigt eine tausendjährige Geschichte, daß der Widerspruch zwischen dem deusschen Volksgeist und der Kaiserform die innere H ulptursache war, daß Deutschland nicht zur Einheit gelangte, sondern in den täglichen Z rfall ge- rieth. Was wollen die Kaiscrthümler? Sie wollen die deutschen Monarchen, alle oder doch nur bis auf die aller ktt msten, auf ihren Thronen lassen und dennoch einen Kaiser einsetzen, d. h. mit andern Worten, sie wollen in Deutschland viel Scheinmonarchien unter einem Schattenkaiser. Wir fragen nun ob jemals der schlimmste Republikaner schlimmer gegen das monarchi­sche Prinzip gefrevelt , als diese Kaiserlichen? Nach unserer innigsten Ueberzeugung wird daS Heil unserer Zukunft nur dann wohl berathen sein, wenn man in Frankfurt mit Berücksichtigung der Verhältnisse, die sich nicht wegtheoretisiren lassen, für die großen allgemeinen Angelegenheiten deS Buneesstaats eine Verfassung auf- steUt, die neben bestimmter Regelung des nothwendig Gemeinsamen und Gleichen, doch der freier Selbstbe­stimmung der Individualität Raum g-stattet. Die Bun­desregierung werde aber so bestimmt, daß in einem Tur­nus von 4 oder 5 Jahren je einer der größeren deut­schen Fürsten mit einem verantwortlichen Ministerium und dem jährlich zu versammelnden Parlament das Reich regiere. Sollte aber das Unglück einer Kaiserwahl nicht abzuwenden sein, dann kann es nur dadurch ver­mindert werden, daß der österreichische Kaiser die Krone trage. Wir sagen dies in der bestimmten Voraus- setzung, daß das deutsche Volk, di? Oesterreicher mit in­begriffen, eine Trennung Oesterreichs von Deutschland nun und nimmermehr zugeb.m wird. Da dies gewiß ist, so kann man im Fall einer Kaiserwahl doch unmög­lich gar einen Kaiser über den andern setzen, wie der gemeine Mann sagen würde. Die aiibmt Gründe für nothwendige Wahl Oesterreichs müssen sich Jedem von selbst ergeben, der die Geschichte und die Karte Deutsch­lands betrachtet."

Wien, 9. Jan. Anton Pokorny von Lutein in Mähren gebürtig, gewesener k. k. Lieutenant, zuletzt Diurnist beim R chnungsdepartement des stabilen Ka­tasters, wuide wegen thätiger Theilnahme am Oktober- aufruhr zu fünfjährigem schwerem Kerker verurteilt. Der Redakteur der Zeitschriftdie Constitution," Hr. Häfner, welcher sich wegen Verdacht der Aufrei­zung zum Aufruhr seit 8. Okt. im Verhafte befand, ist wegen Mangel eines Thatbestandes gestern auf freien Fuß gesetzt worden.

Man versichert, daß der nachgeborne Bruder (dies würde der Erzherzog Ferdinand sein, geb. 6 Juli 1832) des Kaisers zum Vicekönig der Lomba bei ernannt wer­den soll, und denkt die Angelegenheiten dieses Landes in völlig unabhängiger Weise von den F.iedenSunler- Handlungen mit Sardinien zu behandeln. (A. A.)

14. Armeebülletin. Das in Oberungarn un­ter F.-M.-L. Grafen Schl ck operirende galizische Armeeco ps hat am 14. das unter Commando des Generals Meßaros zum Ueberfall gegen Kaschau anrnckende Jnsurgentencorps in der Stärke von 16 Honved- und Nationalgarden - Bataillonen mit 33 Ka­nonen und 800 Husaren siegreich in die Flucht ge­schlagen Dieses höchst wichtige Gefecht fand zwischen Kauschau und den Höhen von Parcza statt. Die Jn- surgenteu verloren 10 Kanonen, 6 Mu it onskarren, eine Fahne, über 200 Gewehre und 40 Pferde, sowie 2 Offiziere und 500 Mann gefangen wurden. Die Chevaurleger verfolgten den fliehenden Feind und über­fielen dessen Arrieregarde, wobei noch 6 Mörser 1000 Gewehre, viele Pferde erbeutet und mehrere Gefangene gemacht wurden.

Wien, 10. Jan. Auf Ministerial-Befehl ist das hiesige Journal dieOstdeutsche Post" verboten wor­den. Auch das Debüt ei n'ger Provinzialblätter wurde für Wien eingestellt.

Nach Berichten aus Pest vom 8. d. M. hatte der Banus von Jellachich, sein Hauptquartier im gräflich Karolp'schen Palais. General Fürst Franz Liechten­stein war im Hause des Kossuth abgestiegen. Ein großer Theil des Adels war beut Kossuth nicht gefolgt. Unter den dem Fürsten Windischgrätz vorgestellten Offizieren war der bekannte General Moga, der noch an der Leitha commandirte.

Triest, 7. Januar. Im Frühjahre soll der Bau einer Insel vor dem Hafen zwischen dem Leuchtthurm und dem Lazareth beginnen, auf welcher ein zwei Stock hohes Besestigungswerk mit 20 Kanonen aufgeführt werden wird. Es ist dieß ein alter Plan des F Z- M. Grafen Nugent, dem wir auch die Befestigung des Ha­fens von Pola zu verdanken habe», über welche in