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den in die Oeffentlichkeit gelangten Akten der Deputir- ten etwa vorgekommenen Privatäußei ungen und Hand­lungen zu ergänzen.

Die Ju'ig-Vmcke'sche Duellangelegenhelt hat gegen Herrn ^ung einen wahren Stu'm van Forberu'gen aller Art beraukbeschworen. Das in der Jung'schen Erklärung speziell angegriffene Junkerthum hat in den hier garnisanirenden Gardeoffizteren seine Rächer ge­funden. Einer nach dem Andern will dem muthigen Demokraten an den Leib. Es vei steht sich von selbst daß der Mann, der gern bei eit war, sein Leben gegen das des Hrn. v. Vincke zu setzen, den Einsatz, den ihm einGardelieutenant" zu bieten vermag, zuruckweisen muß. Andererseits hat der Angriff des Kammergerichts- Rff.rendars v. Bülow auf den demokratischen Volks­vertreter einen Studenten veranlaßt, den Handschuh aufzunehmen.

In mehreren uns vorliegenden Programmen einzel­ner Wahlbezirke findet sich übereinstimmend die Forde­rung:der zukünftigen Verfassung die Bestimmung hinzuzufügen, daß j der Thronfolger nur kraft der Ver­fassung und nachdem er fie beschworen, in den B-siU der Krone gelange."

Berlin, 9. Jan. (Herr Rinteln soll austreten.) Man versichert uns aus guter DiHle, daß den Justiz- minister Rintelen binnen ganz Kurzem seinen Austritt aus dem'Cabinet nehmen wird. Als seinen Nachfolger b-zeichnet man den fetzigen Präsidenten der frankfurter Versammlung, Professor SimsonIaus Königsberg. Dagegen können alle andern Gerüchte über einen Rück­tritt des Cabinets im Ganzen^als fetzt völlig unbegrün­det bezeichnet werden.

Frankreich.

Paris, 10. Jan. Einige Journale gefallen sich fortwährend darin, neue ministerielle Listen zu veröffent­lichen. Sie enthalten fetzt nachstehende Combination : Ma schall^Bugeaud, Krieg; Baroche, Justiz; Napoleon Bonaparte, auswärtige Angelegenheiten; Eremieur, Inneres; Passy, F-'nanzen'; Billault, Marine; Viktor Hugo, öffentlicher Unterricht; Tourret, Ackerbau und Handel; Barthelemy St. Hilaire, öffentliche Arbeiten. Die ministeriellen Journale. beeilen :sich indeß immer,

allen diesen G rächten von einer Aenderung des Mini­steriums den entschiedensten Widerspruch entgegenzustellen. Wie glauben in der That, daß für den Augenblick von einer Modifikation des Cabiuettes nicht die Rese ist. Die eben erwähnte Liste besonders ist höchst unwahr- schei"'ich. Marschall Bugeaud würde gewiß nicht in ein Cabinet kintreten wollen, in welchem sich die Hrn. Baroche, Billault unb Barthelemy St. Hilaire befänden. Die Ernennung eines Mitgliedes der Familie Napoleon zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten wäre ein arger Mißgriff, den man ohne Zweifel vermeiden wird, ebenso wie man auf das gros se verzichtet hat, Hrn. Napoleon Bonapwte den Botschafterposten in London zu übeit-agen. In der Münze zu Paris soll eine Meda Ue zur Erinnerung an die Wahl vom 10. Dezember geschlagen worden. Sie wird auf der einen Seite das Brusieilo Louis Napoleons tragen, auf der anderen die Grsetztafeln mit Angabe der Stimmenzahl, mit welchen Louis 'Napoleon zum Präsidenten der Re­publik gtwählt wurde.

Paris, 12. Jan. Die Spannung auf den Aus- gang der heutigen Sitzung ist groß und dadurch be­sonders gerecht ertigt, daß es inmitten der Menge sich widerstrebender Gerüchte und Entschließungen schlechter­dings nicht möglich ist, mit einiger Wahrscheinlichkeit das Geschick des Rateau'schen Vorschlages vvrherzu- sagen. (K. Z.)

Italien.

Nom, 1. Jannar. Unsere Mönche und Nonnen zeigen wenig Last, sich für den Papst p inzipgemäß zu ipsern. Bei der Veröffentlichung der Constituante ha­ben sie mit allen Glocken geläutet, und gestern beim Feste der Entthronung des Papstes hatten die Mönche von St. Agostino in St Maria del Popolo glänzend erleuchtet. Diese Leute und alle Anhänger des Kirchen- füisten scheinen die Nothwendigkeit der Trennung der weltlichen Gewalt der Kirche von der geistlichen bewei­sen zu wollen, wenigstens dringen sie bei der Bekenner- srage auf die Unterscheidung beider Gewissen, und ver­wahren sich gegen die Zumuthung politischen Mäityr- tbums selbst zu Gunsten der Küche und des heiligen Stuhles. (K. Z.)

9t a d> f d) r i f f

Berlin. (Die wohlthätigen Folgen des Belagerungszustandes) Das Sinken des Real- Credits von Berlin wird durch wahrhaft Schrecken er­regende Thatsachen täglich mehr bestätigt. Bedenkt man, wie "mit dem Ruin des Grundbesitzes die Wohl- fahrt der Gesammtheit unmöglich sei, so muß di-s bei allen Bürgern dieser Stadt die gerechtesten^Besorgnisse erregen. Hypotheken sind unverkäufllich geworden. Auch für die sichersten an erster Stelle wird 20 pCt. Verlust gefordert, und auf palastartige Häuser in den besten Lagen der Stadt ist innerhalb deS ersten Fiinftheils der Feuertore kein Geld zu erhalten. In den Subhasta- tionen gehen, falls nicht Hypotbekarien Ml'tbl'eten, die Helfer zu (Spottpreisen weg. So ist kürzlich auf dem Schiffbau rdamm ein Haus, worauf (in voi igen Jahre 27,000'Thlr. vergebens geboten waren für 5000 Thlr. zugeschlagen worden.Wie gefällt Euch das" Ber­liner.!" sagt Erc. Wrangel.

Wien, 10. Jan. Eben eingehenden Nachrichten aus Semlin ^vom 6. Infolge sind vier Compagnien des k. Infanterieregiments Zanini mit allen Waffen ins Lager von St. Thomas zu der kaiseil. Aimee überge- gangen. Aus Pest wird von gestern gemeldet, daß die magyarischen Truppen auf ihrer Flucht bei jSzolnvk eingfhvlt und aufgerieben wurden. MeßaroS, dw' Kriegs­minister, ist' nebst 22 Mitgliedern der Deputirtenkam- mer gefangen.

Nachmittags 4 Uhr. Heute Abend wird abermals ein Siegesbülletin ausgegeben werden, aus dem ich vorläufig mittheile, daß General Schl'ck bei Kaschau einen vollständigen Sieg über Meßaros erfochten hat, 16 Kanonen, 8 Munitionskarren 60,000 Patronen, 70 Pferde, 800 Gefangene, die Kriegskaffe des polni­schen Corps- und wichtige Papiere sind die^ Beute.

(A. Z )

Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.

Bekanntmachungen.

Bekanntmachung.

An die Stelle des Herrn Bürgermeisters Fischer dahier ist in dem VI. Stadtviertel, umfassend die Mühlgasse Sonnenberger Thor Untere Weber­gasse Häfnergasse Kleine Burgstraße Sonnenberger Chaussee und Die- tenmühle ein anderes Gememderaths-Mitglicd zu wählen.

Zu dieser Wahl wird Termin auf nächsten Freitag den 19. d. M t s., Morgens 9 Uhr in dem Saale der Vier Jahreszeiten bestimmt und erwar­tet, daß sich alsdann alle stimmberechtigten Bürger des VI. Stadtviertels daselbst tinsinden werden.

Wiesbaden, 15. Januar 1849.

Der Stadtschultheiserei-Verwalter.

Christmann.

Verein ;ur Wahrung der Vokksrechte.

(56) Nächsten Mittwoch, Abends 8 Uhr, Versammlung im Nassauer Hof. Tagesordnung: Abänderung der Statuten.

(58) Anzeige.

Um dem mehrfach verbreiteten Gerücht zu begegnen, als sei ich gesonnen in Folge meiner neuen Stellung meine Buchhandlung aufzugeben, sehe ich mich zu der Erklärung veranlaßt, daß mein Geschäft

nach wie vor

fortbestehen wird.

Auch für die Folge wird für prompteste Bedienung meiner Kunden gesorgt werden, wie ich überhaupt mein Geschäft meinen Mitbürgern bestens empfohlen halte.

Wiesbaden, den 15. Januar 1849. Heinrich Fischer,

Buchhändler.

"" Bekanntmachung.

Die Lieferung des Bedarfs b r Stiefeln, Schuhen und Halbvorschuhen pro 1849 soll im Soumissionswege vergeben werden.

Ebenso eine Anzahl von Striegeln und Mäbnenkämmen. Die näheren Be­dingungen sind auf de II Bureau der Artillerie einzusehen.

Die Soumsisioneu müssen spätestens bis Mittwoch den 17. d. Mts. eingchen. Wiesbaden, den 9. Januar 1819.

Der Verwaltungsrath der Artillerie.

(49) Fliedner &* Comp. in New-Aork empfehlen allen deutschen Aus­wanderern, insbesondere den Casüten- und Stcerage- Passagieren, ihren neu eingerichteten Gasthof zum ^reenivich ËSouse , Greenwich Straße Nr 82, nahe am North River. Bei den vielen Prellereien, deren so manche deutsche Emigranten in den hiesigen Gasthöfen ausgesetzt sind, kann es Jenen nur erwünscht sein, nach einer langen, beschwerlichen Seereise, einen soliden Gast­hof zu finden. Wir bitten über unsere Realität und gute Bedienung bei der uns schräg gegenüber stehenden Agentur der deutschen Gesellschaft Nro. 95 Erkundigung einzuziehen und keinem Mackler Gehör zu schenken, da wir solche nicht unterhalten.

)i empört, den 24. November 1848.

Fliedner 4* Comp.

(53) Bekanntmachung.

Wegen unvorhergesehener Hindernisse kann die auf Montag den 15. d. Mts. ausgeschriebene Versteigerung im Gast- und Badhaus zur Nose erst

Donnerstag den 18. d. Mts, Morgens 9 Uhr stattfinden, und beginnt mit allen Arten von Küchen- und Kellergeräthschaften, wobei namentlich eine Parthie leere Fässer und mehrere Tausend verschiedene Weinflaschen zur Versteigerung kommen.

Wiesbaden, den 13. Januar 1849.

Die Bürgermeisterei-Verwaltung.

(1442) In der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden ist soeben erschienen und zu haben:

Die

G e m e i n d e - -O r d n u n g

für das

Her^ogtönm Nassau, wie solche voll den Volksvertretern berathen, beschlossen, von der Staatsregierung genehmigt und publicirt worden ist nebst Ordnung

für die

Wahlen des Bürgermeisters, der Gemeinderâthe und des Bürgerausschufses.

Preis 9 Kreuzer.

(1452) Bei J. I. Weber in Leipzig ist erschienen und in den Buchhandlungen von Heinrich Fischer und H. W. Ritter in Wiesbaden vorrâthig zu haben:

Jllnstrirter Kalender für 18'4».

Jahrbuch der Ereignisse, Bestrebungen und Fortschritte im Volkerleben und im Gebiete der Wissenschaften, Künste und Gewerbe.

Preis 1 fl. 30 kr.

Dieser Kalender eignet sich wegen seiner prachtvollen Ausstattung ganz besonders zu Geschenken.

(40) Eck der Mauer- und Neugasse Nro. 1 ist der obere Stock, bestehend in 7 Zimmern, einer Küche, 3 Dachkammern, Keller, Holzstall, Milgcbranch der Waschküche und des Trocken­speichers im Ganzen oder getheilt auf den 1. April zu vermielhen. 91. R Schmidt,

Buchbinder.

(47) In der Schwalbacherstraße Nr. 12 ist der obere Stock, bestehend in 5 Zimmern, einer Küche, zwei Dachkammcen, Keller, Holzstall, Mitgebranch der Waschküche nnd des Bleich- platzes nebst einem Theil Garten auf den 1. April zu vermiethen. Auch sind 2 Keller zu vermielhen. Zu erfragen bei

A. R. Schmidt, Buchbinder.

(60) 2 gespielte Flügel und 1 Klavier ver­

kauft G. Wickel in Unterliederbach.

(öS) Ich wohne jetzt Mühlgaffe Nr. 7 bei Fran Wittwe Haub im zweiten Stock.

Ad. v. d. Nahmer, Advocat.

(29) 330 fl. 90,000 fl. sind theil, weise gegen gerichtliche Hypotheke in's Herzog- thum Naffan logleich auszuleihen. Man bittet portofreie Briefe.

Friedrich Schaus, Wiesbaden, Marklstraße Nro. 12

(32) K^ Ein-Capital von 9000 fl. gegen gerichtliche Sicherheit wird zu leihen gesucht. Wo? sagt die Expedit, dieses Blattes.

Verlag von H. Fischer und C. Ritter. Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.