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nennen; nun gut, die Reaktionen im Staate sind nichts anders, als die Rückbewegung der Kanonen bei der Ar­tillerie. Die Reaktionen sind der Rückprall der Ideen. Es scheint, daß die menschliche Vernunft, gleichwie selbst erschreckt durch die neuen Wahrheiten, welche die in ihrem Namen gemachten Revolutionen so eben in die Welt geworfen haben, sich über ihre eigne Kühnheit er­schreckt, sich zurückzieht und schimpflich feige allen Boden aufgibt, den sie gewonnen hat. Aber das dauert nur einen Tag. Andere Hände laden wieder diese friedliche Artillerie des Gedankens, und neue Erplosionen, nicht von Kugeln, sondern von geistigen Lichtblitzen, geben ihr Reich den Wahrheiten zurück, welche verlassen oder besiegt schienen." Die Reaktion ist ein Beweis von von Erschlaffung und Verwirrung des ganzen Staats­lebens. Es wird davon abhängen, ob die jetzt in Frank­reich herrschende Parthei, sich von ihrem Schrecken er­holt habend, die Bedürfnisse der Arbeiter zu befriedigen versteht und dadurch einen neuen Classenkrieg abhält, oder ob die Arbeiter selbst die Zügel der Regierung in die Hände nehmen werden. Die Götter verblenden den, welchen sie vernichten wollen.

Mannheim, 10, Jan. Wir erwähnen unten der Unannehmlichkeiten, welche der demokratischen Presse von königlichen und großherzoglichen Postanstaltcn zugesügt werden; hören wir dieSeeblätter" über abermalige gerichtliche Verfolgungen, womit sie das neue Jahr be­glückt. Nr. 7 derselben berichtet:

Eine Woche im neuen Jahre ist herum und die Seeblätter erfreuen sich bereits zweier neuer Preßpro­zesse. Wahrlich, eine schöne Zukunft. Die inkriminir- ten Nummern sind zwar schon im November gedruckt und in alle Weltgegenden versandt; allein erst das neue Jahr und das neue System sollte uns vor die Schranken des Gerichts fordern und zwar auf speziellen Auftrag des Justizministers und zwar das erstemal wegen Be­leidigung des Kaisers Ferdinand I. von Oesterreich und das zweitemal wegen Beleidigung der Nationalversamm­lung und des Königs von Preußen. Sind diè^Herrn mit Lesung der Seeblätter erst an den Anfangsnummern des Monats November angekommen, so kann bis zum Sylvesterblatt noch manches Pikante gefunden werden. Jedenfalls zeugt diese nachträgliche Lektüre von eigen­thümlicher Wertbschätzung dieser Blätter. Sie werden sich daher auch für die Zukunft bemühen, die Aufmerk­samkeit der höeren Kreise auf sich zu ziehen. Eine Re­kapitulation sämmtlicher deutscher Blätter bis auf die Märztage würde übrigens noch ein besseres Ergebniß HN Tage fördern; man könnte es ja jetzo schon wieder wagen. Doch wer weiß, was geschieht; noch lebt die Zentralgewalt qua Bundestag und drinnen sitzen, Bas­sermann, Welker, Mathy." (M. Abdz.)

Neuß, 8. Jan. Ich beeile mich, Ihnen die Nach­richt mitzutheilen, daß bei der heute Morgen stattge­fundenen Wahl eines Abgeordneten zum Frankfurter Parlament an die Stelle des ausgetretenen Professor D i e r i n g e r aus Bonn der O.-L.-G.-Präsident Temme gewählt wurde. Darf man nicht diese Ersatzwahl für einen Dieringer eine höchst merkwürdige nennen? Ja, die Wahlmänner wollen auch eine Adresse an ihn rich­ten, worin sie ihn ihrer besonderen Sympathien ver­sichern. Sie sehen, daß die Macht der liberalen Ideen endlich auch hier durchzudringen beginnt, trotz der vie­len Hemmschuhe, die man hier von der andern Seite anzulegen versucht. Auch für die Wahlen nach Berlin macht man hier von beiden Seiten viele Anstrengungen. Während die liberale, demokratische Partei ihre ganze Agitation wie immer offen und ehrlich treibt, arbeitet die andere Seite mit alleu möglichen Verdächtigungen, Schmähartikeln rc., ohne sich indeß bis heute eines be­sonderen Erfolges erfreuen zu können. (N.RH.Z.)

Breslau, 6. Jan. Die Allg. Oder-Ztg. erklärt, sie rechne sich den Vorwurf, als bemühe sie'sich, das noch bestehende wenige Zutrauen zu den österreichischen Papieren gänzlich zu vernichten, zur Ehre an, denn sie halte es für Pflicht, durch Darlegung der wahren Sach­lage das Publikum vor der P. P. Nationalbank zu warnen. Der Stand dieses Instituts ist nach der O. Z. folgender:236 Millionen Gulden Papier, und 34 Millionen Gulden Silber, bei einem Privatmanne würde man sagen, 236 Millionen Gulden Schulden, 34 Millionen Gulden Vermögen: Concurs, Bankerutt, Personalarrest! würde man schreien, und das mit Recht' Nachdem der österreichische Staat zweimal Bankeru't gemacht, das erste Mal durch eine Reduktion des Pa­piergeldes von 5 auf 1, das zweite Mal von 2% auf 1, das heißt nachdem er seinen Gläubigern nur acht Prozent seiner Schulden b-zahlt, konnte er nicht erwar­ten, daß noch irgend Jemand Vertrauen zu seinen Pa­pieren haben würde. Die österreichische Rationalbank wurde gegründet und ihr die Privilegien zur Ausgabe von Banknoten gegeben, es wurde ein Baarfond durch Aktien â 600 Gulden gegründet, zugleich mit dem Dis­kontogeschäft übernahm dieselbe die Verpflichtung, dem Staat nach seinem Bedürfnisse Vorschüsse in Papier zu machen. Gegen ein solches Privilegium, dürfte man erwarten, hätte der Staat sich einen Gegenvortheil re- servirt. Mit m'chten. Borgt sich der Staat bei der Bank Papier, welches ihr keine Zinsen kostet, so must er, wie jeder Privatmann Zinsen zahlen. Das große Geheimniß der Nutzungstragung der Bank liegt eben ^ Zinsennehmen für ihre Schulden. Je mehr Schulden ein Privatmann macht, desto mehr Zinsen hat er zu bezahlen, die Bank hingegen nimmt immer mehr Zlnsen ein, jemehr Schulden sie contrahut. Da

nun der österreichische Staat viel Geld borgte, so nahm lung Honvedegavallerie stark. Durch Um zehunaskolon- auch die Bank viel ein, die Aktien, welche auf 600 ..... c 7 -

Gulden lauten, stehen jetzt, wo alle Staatspapiere einen so niedrigen Cours haben, 1095; und das in einem

neai im Rücken und der rechten Flanke angegriffen, zog sich der Feind nach einem mehrstündigen Gefechte, wo-

----- ' ' - - 7 -.....- ........... I bei ihm zwei Kanonen bemontirt wurden, so eilig über

Augenblicke, wo bie Bank unleugbar zahlungsunfähig ; die Waag nach dem turoczer Imitate zurück, daß ihm ist, denn rote anders soll man es nennen, daß die Bank nur wenig abgenommen werden konnte '

Are Verpflichtung, ihr Papier gegen Silber umzutau- ! s " 7 '.........

sch-n, nicht erfüllt und hierzu die Legalisirung der Nachrichten für die Fortschritte der k. k. Truppen im Staatsregierung erlangt hat. Hieraus mag wohl , Banate und der unteren Donavgegend ein Oberst Jedem der Stand dieser Angelegenheit klar sein. Nun Baron Wernharkt zeigt näm ich dem hohen Krieasrathe denke man in einem solchen Augenblicke beabsichtigt die in TemeSwar an, daß er den 24. Dez. Deutsch- Bochau Bankdirektion, ihren Aktionären eine Dividende von in eigener Person, Walachisch-Bogsan und Reschitz aber 46 Gulden per Aktie zu zahlen. Ist je etwas Uner- durch Rittmeister Dlauhowesky u. Hauptmann Nswokiak Hörteres gehört worden ? Die Bank, welche in ihren angreifen ließ und diese aufständischen vom Feinde stark Mitteln so erschöpft schien, daß sie außer Stande war, besetzten Ortschaften nach mehrstündigem G fechte und ihre Wechsel (das sind die Banknoten) einzulösen, will Eroberung von 6 Geschützen nebst 'drei vollständigen sich jetzt in dem Gewinne theilen, der doch ihren Gläu- ......- ---------------- f -

bigern gehört. Wir sind begierig zu erfahren, was die Oesterreicher dagegen thun werden; wie wir hören, vereinigen sich mehrere Wiener Bankiers, um auf ge­richtlichem Wege Arrest zu legen auf die Dividende und

zu verlangen, daß die Bank für tiefe Summe Silber einkauft, um ihren Gläubigern gerecht zu werden. Die österreichischen Finanzen befinden sich in einem derartig resoluten Zustande, daß die Regierung trotz der neuer­dings bewilligten 80 Millionen auf Mittel zur Abhülfe sinnt. Man höre den neusten Plan und staune! das Ministerium gedenkt sich hinsichtlich der deutschen Ein­heitsfrage einen Schwung zu geben und mit Di-ussch- thum zu liebäugeln. Oesterreich will bezüglich aller Handelsangelegenheiten (die Zottvereinsfrage ausgenrm- nun) mit dem übrigen Deutschland Hand in Hand gehen, das in Frankfmt von Thoel gearbeitete Han­dels- und Wechsel-Recht in den österreichischen Staaten einführen. Das österreichische Kabinet steht in diesem Augenblicke mit dem preußischen in inniger Berührung. Unter vielen andern Beweggründen hierzu ist einer be­kannt: Oesterreich will für ganz Deutschland gleichen Münzfuß und beabsichtigt, für ganz Deutschland den Zwangskurs für alle deutschen Münzen und Papiere einführen zu lassen, um so seine fii anzielle Lage auf Unkosten der deutschen Einheit zum letzten Male zu retten.

Kremsier, 4. Jan. In der gestrigen Sitzung des Reichstags wurden mehrere Interpellationen verlesen und von Hrn. Stadion mehrere der frühern beant­wortet und zwar 1) wegen der Entwaffnung von Rie­de, österreich. Antwort: Das Ministerium billigt sie vollkommen. Hierauf kommt nochmals die AiilehenS- frage vor und wird ganz im Sinne des Ministeriums, gegen den Antrag von Borrosch, erledigt. Zuletzt wird beschlossen, daß bei Berathung der Grundrechte, jedes­mal nur einzelne Paragraphen auf die Tagesordnung gesetzt werden. Hr. Helfert (im Ministerium) hat eine Abänderung der Grundrechte drucken lassen, in welcher der von der Standrechtspresse so sehr ange­fochtene §. ^ weggebliebenist. (R.Rh.Z.)

Wien, 7. Jan. Feldmarschall-Lieutenant v. Mel­den veröffentlicht in derWiener Zeitung" nachstehende Berichte:

Elftes Armee-Bülletin. Das Hauptquartier Sr. Durchl. des Feldmarschalls Fürsten Windischqrätz stand am 4. Januar in Bia, 3 Stunden vor Ofen, das erste Armeecorps in Teteny und Promontor das zwecke tn Budaörs ub nächste Umgebung, das 'dritte in Bta und Koncurre«y. Aus dieser Aufstellung wird morgen gegen Ofen vorgerückt. Beim Vorrück n des ersten Armeccolps von Marton -Pasar gegen V-ckenu unweit Haßabeg hat den 3. gegen Mittag der Banus eenen Zusammenstoß mit dem Feinde gehabt, welch letz­terereinige Batterien auf den Höhen vorbrachte und damit aus großer Entfernung das Feuer eröffnete. V>as erste Armeecorps erwiederte dasselbe beim Räher- kommen überaus lebhaft und der Corps-Commandant ließ sogleich die Division Hartlieb links im Staffel vorgehen und bedrohte damit die Rückzugslinie des Gegners um so nrehr, als auch vom zweiten Arniec-

bn ^^ die daselbst anwesend? Cavatteriebrigade rechts entsendet worden war, wodurch ein Andrängeu W Feindes von Ofen um so wahrscheinlicher wuide. I Magyaren, dein Banns an Streitkräften über- Uen, zogen sich rasch gegen Promontor zurück, wichen sie heute auch räumten und die Höhen von Ofen besetzten. Gestern fand sich in Si-ofe eine Deputation des ungarischen Reichstags ein, bestehend aus dem ehe­maligen Miiiisterpräsioenten Grafen Louis Battbia' v -"» Bischof Loooâ, d-m Gmfm «(mK ÖWefenen Minister Deak. Die Deputation wurde a's solche nicht angenommen und Graf Batthiany gar nicht vorgelassen. Es wurde ihr ganz lakonisch bleu­tet, daß nur von unbedingter Unterwerfung die Redt sein könne, und jeder ander Antrag ist ein- für allemal eiH|$teben abgelehnt worden. Gnunalmajor Götz begann am 31. Dezember von Jablunka aus die Offeu- slve, besetzte am 31. mit der Hauptkolonne Czaza und mit einer Umgehungskolonue unter Hauptmann Sche- das Dorf Thursowka. Am 1. Jan. rückten beide Colonnen nach Neustadt! vor, welchen Ort der Feind verlassen und bei Budatio und Silein Stellung ge­nommen hatte, um den Brödner Engpaß und den Ucbergang über die Waag zu vertheidigen. Am 2. Januar griff die Colonne des Generals Götz die Re­bellen an. Letztere waren 3 Bataillone Honved, einige tausend Nationalgarden, 14 Kanonen und eine Abthei-

. . Ä y ...... Eben so lau­fen aus Pancsova vom 31. Dez. 1848 höchst günstige

Bespannungen eingenommen habe. Oberst von Mayer­hofer hat in Pancsova das Commando des Obersten von Supplicatz übernommen und ist mit 20,000, da­runter einige Tausend Serben, bereit, die Offensive zu ergreifen. Wien, 6. Januar 1849. Der Militär-

gouverneur: Weiden, Feldmarschalllieutenant.

Zwölftes Armee - Bülletiu. Se. Durchs. d->r Feldmarschall Fürst Windischgrätz ist am 5. d., M ttags, an der Spitze der kaiserlichen Truppen ohne Schwertstreich in Ofen und Pest eingezogen. Die nähern Umstände dieses Vorgangs werden folgen. Wien, 7. Jan ar 1840. Der Militär- und Civilgou- verneur: Melden, Feldmarschalllieutenant

Das Haus Rothschild soll der österreichischen Re­gierung wegen Uebernahme eines Theiles des neuen Anlehens von 80 Millionen bereits Anträge gemacht haben. Derösterreichische Correspondent" will wissen, daß dem Feldmarschall Radetzky der Herzog- titcl von Cuftozza verliehen werden soll. - Die Erb- hezöge Albrecht und Leopold sind inOlmütz einge- troffen. { a

München, 7. Jan. Noch immer hat man keine Bestimmtheit darüber, wann die Sitz» 'gen der Ge­schwornengerichte eröffnet werden; wie es jetzt hsißt kann bei der Masse der an die Schwurgerichte ,u brin­genden Untersuchungen die erste Sitzung nicht vor Mitte Februars stattfinden. Die verschiedenartigste^ Verbre­chen roub das erste hiesige Schwurgericht zu beurtheilen haben; mehrere Mo^de, eine erkleckliche Anzahl Doch verrathsprozesse mit Majestätsbeleidigen, brechen und Vergehen, Brandstiftungen, Kinds,nord/ Taub und Tumult, letzteren mit mehr als 50 Wna/ schuldigten harren der Erledigung, und man Ä !^ â °"» U»Ins»ch«^.n, «,[£, das M latronsgericht zu Kreistag an das Stadtgericht in Wnn -tvn «»yyben K um sie «mcbrr^ genchte, oder von dem zur n

Aâch-n und Vergehen tafWufrto Be°«maM

»40«n»n Anfenchatte de« «nK, wordm ÄÄ Lt^ ^ Odrich Robmer »£ M 'denLL^ »^£» Rorklmgen zu rechtfertigen um dort als Landtags-Ab­geordneter gewählt zu werden, daß aber sogar dieser nichts weniger als freisinnige Verein seine Rechtferti­gung für Ungenügend erkannt hat. Nachdem nun Ropmer w.der firne Wahl ins deutsche, noch ins baië- nfch. Parlament durchzusetzen vermochte scheint er wie- ^"' den alten Weg zu betreten, und sich auks ^ âff'u en.Minister um jeden Preiß!" Obschon das neue Jahr einen wahren Ordens-Rc- ^' "ne »enge Groß-Kommandeur- und Ritter-Kreuze besonders des etwa verrufenen Michel-Ordens gebracht so frU doch nächster Tage eine weitere Ordens-Ver- ^.an b0 Individuen statt haben. Man ist über diefe Wiederholung einer zur Werthlosigkeit man'"in so mehr erstaunt, als s'?^l'"'c werde ganz unterbleiben oder doch^ wenlgftuiö sehr vermindert werden.

Wie man sagt, wird sich Friedrich Robmer unter den neu zu ernennenden Mitgliedern des Michel-OrdenS b.sinden. Am meisten fällt es auf, daß Heintz die Or- densverlelhung mch abgelehnt hat.

Für die bevorstehende Ständeversammlung werden Vorsichtsmaßregeln gck offen, wie sie noch kine Ver- fammluiig erlebte. Neue starke Wachtposten in der Nähe des L-tandrhaufes, an mehreren Zugängen der Stadt werden errichtet, und die Gerüchte von der bereits qe- te^fich" Puppen - Conceutrirung um München erhal-

Die Regierung hat die Grundrechte des drutschen Volts noch nicht veröffentlicht, und sie wird, wie es he ßt, dieses auch nicht eher thun, als bis die bayeri­schen Stände durch ein Gesetz die Beschlüsse der Natio­nalversammlung sanktionirt haben. Man klammert sich anstlich an den sogenannten Rechtsboden an, und stützt sich dabei auf die Ansicht der Mehrheit der bayerischen Richter, weche den Gesetzen der Nationalversammlung keine Gültigkeit einräumen wollen, wenn sie nicht von den bayerischen legislativen Faktoren genehmigt worden sind. Es scheint, man huldigt jetzt mehr als je dem Grundsätze: Zeit gewonnen, Alles gewonnen.

Der hiesige Märzverein hat in seiner Sitzung vom 5. d. M. eine Protestation gegen das erbliche Kaiser-