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Bestimmungenden Beschlüssen der Nationalversamm­lung die gebührende Berücksichtigrng" hat zu Theil werden lassen, und in ?kt. 111 ausdrücklich erklärt: Sollten durch die für Deutschland festzustellende Ver­sammlung Abänderungen des gegenwärtigen Verfassungs- gesktzts nothwendig werden, so wild dcr König diesel­ben anordnen und diese A ordnungen den Kammern bei ihrer nächsten Versammlung mittheilen. Die Kam­mern werden dann Beschluß darüber fassen, ob die vorläufig angeordneten Abänderungen mit der deutschen Verfassung in Uebereinstimmung stehen." Wenn aber der Antragsteller in der Motivirung seines Antrags aus dem Beschluß der hohen Versammlung vom 20. Nov. die Consequenz zu ziehen versucht hat, daß sie, ebenso wie sie eine Maaßregel der preußischen Landes- Versammlung für i uU und nichtig erklärt habe, auch nicht anstehen könne, eine gleiche Erklärung den Akten der preußischen Regierung vom 5. Dez. entgegen zu setzen, so wird der hohen Versainmsting nicht entgehen, daß die Natur und die Wirkung der beiden Akte eine ganz verschiedene ist; da durch den fraglichen Be­schluß der preußischen Nationalversammlung die Rube und Sicherheit von Preußen und mittelbar von ganz Deutschland bedroht wurde, während die Akte der preus- sischen Negierung den Frieden im preußischen Volke wieder hergestellt und damit auch für die gesetzliche Ord­nung von ganz Deutschland eine bedeutendeGewähr geleistet haben. Das Nechtsgefuhl der deutschenProfessoren lebe hoch!

Frankfurt, 2. Jan. Ein Wiener Privatbries bringt Folgendes:Der Umschlag der Stimmung für die deutsche Sache macht sich in jeder Art seit einiger Zeit wieder auffallend bemerkbar. Die Hauptdeklamatoren und Eiferer für die Sonderstellung Oesterreichs, die Herren MÜhlfeld und Egger, schleichen herum wie die Schatten." Aus der Stadt Schwanensiadt und den Märkten und Pfarreien Frankenmalkt, Vöklamarkt, Frankenburg, Ottnang, Wolfseck, Attersee, Zell am At­tersee, Nußdorf u. a. in Oberösterreich sind Adressen mit vielen Hundert Unterschriften all die Nationalver­sammlung eingelangt, welche sich für die §§. 2 und 3 der Verfassung aussprechen und das von den 40 öster­reichischen Abgeordneten erlassene Programm mißbilligen. Aehnliche Adressen aus Oberösterreich sollen noch viele Nachkommen. (F. I.)

Frankfurt, 3. Januar. Wir erfahren aus guter Quelle, daß gestern an den hiesigen österreichischen Be­vollmächtigten eine Note seiner Negierung vom 28. Dez. eingelaufen ist, worin in Antwort auf das Ga- geru'sche Programm erklärt wird, Oesterreich werde eine neue deutsche Verfassung nur anerkennen, wenn dieselbe mit seiner Zustimmung zu Stande komme, welche um so mehr eingeholt werden müsse, als es nach der bis­herigen Verfassung in Dnitschland den Vorsitz zu füh­ren habe. Einer Gesandtschaft bedürfe eS nicht. Von den Beschlüssen der Nationalversammlung soll in der Note mit keinem Worte die Rede sein. (O.-P.-A.-Z.)

Darmstadt, 30. Dezember. (N. D. 3 ) In der gestrigen Sitzung faßte der hiesige Märzverein nach leb­hafter Debatte über das Gageru'sche Programm den Be­schluß: 1) die §§. 2 und 3 des Kapitelsüber das Reich und die Neichsgewalt" (Personal-Union sind rücksichtslos aufrecht zu erhalten, und ist der Anschluß Deutsch-Oester­reichs an Deutschland auch mit den äußersten Mitteln zu ei zwingen. 2) Der Verein erklärt sich, abgesehen vo r der Hegemonie des preußischen Staates, entschieden gegen die Uebertragung der deutschen Kaiserkrone an Friedrich Wilhelm IV., d. Z. König von Preußen. 3) Diese Be­schlüsse sind dem Frankfurter Centralveicin und dem Abgeordneten Schulz zur Stettnng etwaiger Anträge zu ihrer Verwirklichung mitzutheilen.

Würzburg, 2. Jan. Die hiesige Zeitung gibt fol­gende Mittheilung aus München: Die Gerüchte und Verdächtigungen Bayerns in der deutschen Sache, die besonders dieAllg. Ztg." jtzt auswärmt, ermangeln alles Grundes. Die bayerische Regierung hat niemals an einen Sonderbund, von dem inan sogar die Ver- tragsmkunde in Frankfurt gesehen haben will, mit an­dern deutschen Mächten gedacht. Ein solcher wäre über- dem eine Abgeschmacktheit, da jedem deutschen Staate seine Zustimmung oder Modifikation der Frankfurter Beschlüsse rechtmäßig zusteht, und alle deutschen Staa­ten unter einander über diese Versaffungsfrage conse- riren, wie sich von selbst vei steht. Kein Staat hat die alleinige Konstituirung des Nationalparlaments an­erkannt. Ucbrigens kann ich Ihnen aus sicherer Quelle mittheilen,daß Preußens Regierung jetzt bestimmt das Kaiserthum nicht mir abgelehnt, sondern auch verworfen hat." Preußen will vielmehr und macht den Vorschlag, daß die deutsche Verfassung nach dem Entwürfe der Nationalversammlung mit einem eigens deshalb beru­fenen Staatenhause und einem Fürstenrathe verein­bart werde.

Berlin. Vor dem Appcllationsseuat des Kammer- gerichts waren heute drei politische Prozesse in zweiter Instanz. Zunächst der des Malers Hopf aus Char­lottenburg, gegen den wegen seines Gedichts Schöne Worte des Königs von Preußen" eine Klage auf Ma- jestätsbeleidigung erhoben, aber in erster Instanz abge­wiesen worden war. Das AppellationSgericht, unter dem Vorsitze des Kammergerichtsrath Gutschmidt, er­kannte ihn jedoch, trotz der beredten Vertheidigung des Referendars Meyen, für schuldig, und zwar deshalb, weil das Gedicht zwar nicht seinem Wortlaute nach ehrenrührige Stellungen enthalte, weil aber die hämi­sche Intention durchleuchte, und die Ausdrücke boshafter

Natur seien. Wie sind also vollständig aus den Punkt der reinen Tendenzprozesse angelangt. Das Urtheil lautet auf ein Jahr Festung. Der zweite Prozeß gegen Fernbach und Fähndrich wurde ausgesetzt, weil ersterer als polizeilich Ausgewiesener nicht anwesend sein konnte. Der Staatsanwalt erklärte übrigens, er lasse die Anklage gegen das unter dem TitelErtra- blatt der Vossischen Zeitung" verbreitete Flugblatt fallen. Auch der dritte Prozeß gegen Leid-Brand (Th,>le) mußte wegen Krankheit des Angeklagten ausgesetzt werden. (Berl. Z -H.)

Oesterreich. Achtes Armeebülletin. Aus dem Hauptquartier Raab hat Se. Durchlaucht der Feldmarschall Fürst Windischgrätz mir vom gestrigen Tage Abends soeben die Nacheicht zukommen lassen, daß nach dem in der gestrigen Relation angezeigten Rück­züge des Feindes der Hr. Feldmarschall bett $rn. Ge­neralmajor Ottinger mit seiner Kavalleriebrigade zur Verfolgung der feindlichen Armee einen forcirten Marsch nach Babolna haben machen lassen. Der Hr. General­major Ottinger traf am 28. um 5 Uhr Morgens da­selbst ein, wo er die feindliche Avantgarde aufgestellt fand, die er ohne Verzug angriff. Ein Bataillon des ehemaligen Regiments Prinz von Preußen, ungefähr 600 Mann stark, wurde von 2 Divisionen Wallmoden- Kürassiere größtemheils zusammengehauen und der Rest gefangen genommen. Unter den Todten befand sich der ehemalige Kapitän-Lieutenant Szel, der als Verräther zurückblieb und von der revolutionären Regierung zum Major ernannt worden war. Außerdem wurden uoch mehrere Husaren und Infanteristen von Honvèd-Ba- taillons, zusammen 7 Offiziere, 700 Mann , darunter 200 Verwundete gefangen genommen, ein Munitions­karren und eine Fahne erobert. Die Rebellen haben aus dem Gestüte zu Babolna zwar einige Pferde foit- genommen, an den Gebäuden ist indeß kein Schaden angerichtet worden. Der Feldmarschall wird heute den 19. mit der Armee seine Operationen fortsetzen. Wien, der 29. Dezember 1848. Der Militär- und Zivilgvu- verneur Melden, Feldmarschallieutenant. (N. C.)

Ungarn.

Agram, 23. Decbr. Im Banat hatten die Ser­ben in der vermiedenen Woche große, blutige Kämpfe zu bestehen. Die Magyaren haben Freitag, den 15. I. M. eioen neuen kombinirten Angriff auf die beiden Serbenlager bei Alibunac uub zu Tomasevak, wo sich der ritterliche Held Stevan Knikanin so oft glorreich behauptet, ausgeführt. Bei Alibunar kommandirte Major Mihal Jvanovic, ein zwar tapferer, aber unvor­sichtiger und unbesonnener Offizier. Vier übermächtige magyarische Sturmkolonnen waren von Jvanovics Schaar siegreich zurückgeschlagen worden, als plötzlich ein gut gelungenes Mannövcr der Magyaren der Sacke eine ganz andere Wendung gab Nachdem ihre vierte Sturm- kolonne mit blutigen Köpfen zurückgepraUt war, warfen sie ihre meisten und besten Streitkräfte auf den schlecht besetzten Paß, zersprengten die Besatzung und nahmen den wichtigen Punkt, während Joanovics Aufmerksam­keit geschickt anderweitig beschäftigt ward. Bei Verthei­digung des Passes sind vier serbische Offiziere und zahl­reiche Grenzer gefallen; auch ein Neffe des Patriarchen, Lieutenant Rajacic, starb bei dieser Gelegenheit den Heldentod. Die Magyaren erschienen so plötzlich und unerwartet auf den Höhen im Rücken des Lagers. Nun blieb für Jvanovic nichts anders zu thun übrig, als das Lager Preis zu geben und sich in Eilmärschen zurückzuziehen. Wie ein Unfall den andern als Konse­quenz mit sich bringt, geschah es auch j ßt. Knicanin war nun in Gefahr, umringt und abgeschnitten, ja aufgerteben zu werden. Er sah sich genöthigt, sein La­ger abzubrechen, und mit athn Geschütz einen geordne­ten Rückzug über USdin und Antalfalva gegen Pa- cova anzutreten. (C. Bl. a. B.)

Aus Slavonien knm uns die Nachricht, daß am 19. d. M. zwischen der Effeker magyarischen Besatzung und dem Korps des Generalmajors Todo: owe ein gro­ßes Gefecht vorfiel, das von Mittag bis spät in die Nacht dauerte. Ueber den Ausgang wissen wir noch nichts Gewisses. (Konst. Bl.)

Polen.

Krakau, 28. Dezbr. (Breöl. Ztg.) (Verord­nung in Betreff der Emigranten.) In Betreff der Emigranten und der russisch-polnischen Flüchtlinge ist unter heutigem Datum folgende Verordnung von der Behörde erlassen worden: 1) Diejenigen Emigranten, welche in Folge der Lemberger Kapitulation, als auch die russisch-polnischen Flüchtlinge, welche ohne Nachweis des Unterhaltes hier angekommen sind, im Interesse der öffentlichen Ruhe und Öidnung aber den österreichischen Staat verlassen haben, erhalten, wenn sie sich nach Frankreich begeben wollen, und die Reisekosten besitzen, Pässe von der Regierung, wobei ihnen protokollarisch zu erklären ist, daß, wenn sie wieder einmal nach Ga­lizien, oder dem Krakauer Kreise zurückkehren, sie nach ihrem Vaterlande oder ihrem Gebuitsorte transportirt werden. 2) Diejenigen Emigranten und russilch-pol- nischen Flüchtlinge, welche keine Mittel, sich zu erhalten, besitzen, mögen es als Gnade betrachten, daß die Re­gierung die Sorge übernimmt, sie auf eigene Kosten nach Amerika zu schaffen, da sowohl die preußische, als die anderen deutschen Regierungen ihre Aufnahme ver­weigern. Die Negierung lasse sich hierbei nur von den Grundsätzen der Menschlichkeit bestimmen, nicht aber

um sich irgend Jemanden zu verpflichten. 3) Die­jenigen Emigranten und russisch-polnischen Flüchtlinge aber, welche, nicht eingedenk der ihnen erwiesenen Tole­ranz und menschenfreundlichen Behandlung, sich so weit vergessen haben, daß ft? in die Reihen der ungarischen Rebellen eingetreten sind, und gegen das kaiserliche Heer- kämpfen, werden, sobald man ihrer habhaft wird, den lussichen Behörden ausgeliefert, wenn sie in Folge ihrer Handlungen nicht vor das Kriegsgericht gestellt werden sollten.

Rußland.

St. Petersburg, 2. Dezbr. (I. de St. Petersb.) Se. kaiserliche Hoheit der Großfürst Kor, stantin Nikolajewitsch ist in der Nacht vom 6* zum 7. Dezb. nach Olmütz abgereist. Se. kais. Hoheit ist beauftragt, die Glückwünsche Sr. Majestät des Kai­sers dem Kaiser von Oesterreich, Franz Joseph I. zu feiner Thronbesteigung darzubringcn. S?. Maj. der Kaiser haben mit dieser Sendung Seinen erhabenen Sohn zu betrauen geruht, um dadurch zu bezeugen, welchen Werth Se. Majestät auf die Fortdauer der Beziehungen des Vertrauens und der Freundschaft legen, welche von jeher beide Kaiserhöfe verbanden. Von Ol­mütz wird Sich Se. kaiserliche Hoheit der Großfürst Konstantin Nikolajewitsch nach Prag zu Sr. Maj. dem Kaiser Ferdinand begeben, um demselben die Gefühle der Theilnahme und Zuneigung, welche Se. Maj. der Kaiser für Seine Erhabene Person zu haben nie auf- hörm wird, auszudrücken.

Schweiz.

Bern, 31. Decbr. Der Chef des eidgen. Justiz- und Polizei-Departements, Hr. Druey, zeigt den Ständen an, daß laut aintlichen Nachrichten im Sund- gaue wieder eine Judenverfolgung drohe. Die Granz­kantone werden zur Vorsorge eingeladen, sowohl hin­sichtlich des Asyls für Verfolgte, als zur Handhabung der Ordnung überhaupt. Die Generalpostdirektion hat den sämmtlichen bisherigen Kautonspostverwaltungen ausführliche Weisungen über die künftige provisorische Besorgung des Postwesens bis zur definitiven Reguli- rung desselben mitgetheilt. Dr. Furrer, der nun die Stelle eines Bundespräsidenten definitiv angenom­men hat, wird in den ersten Tagen des neuen Jahres mit seiner Familie in Bern erwartet. Auch in Lu­zern wird, wie es in Freiburg bereits geschehen ist, dem großen Rath ein allgemeines Arnnestiedekret vorgelegt werden. (F. I.)

Italien.

Neapel. Nach derTim-s" hätte der russische Gesandte Creptowich eine Conferenz mit dem König von Neapel gehabt. Er hätte ihm alle Sympathien des Kaisers ausgedrückt und ihm den Rath gegeben, keinem fremden Einfluß nachzugeben, der ihn hindern würde, seine Prärogative frei auszuüben. Diese Erklä­rung wurde den Gesandten Frankreichs und Englands offen mitgetheilt. Die Herrn Temple unb Nayneval erwiederten darauf, daß der König vollkommcn frei sei, zu thun, was ihm gefalle gegenüber von ©feilten, und daß von ihrer Seite ihre resprecktiven Regierungen sich gänzliche Freiheit zu handeln Vorbehalten.

Lombardei. Laut Privatbriefen wird den 1. Jan. gegen Piemont, gegen den Kirchenstaat unb Toscana, dem Po entlang, eine vollkommene Sperre ein tre­ten. Am 30. Dez. wurde ein Dekret angeschlagen, welches die Emigrirten unter Androhung der Konfliska- tion ihrer Güter zurückruft. Die Frist ist bis zum 31. Januar gestellt. Diese Nachricht, welche die N. Z. Ztg. mittheilt, wird durch Privatbriefe, die nach Basel ge­kommen sind, bestätigt. (Bas. Z.)

K r a n § r s èeh.

Paris, 31. Dez. (N. NH. 3 ) Ministenveck/cl, revolutionäre Anfälle der Kammer, napoleonische pla­stische Vorstellungen Alles ist kingktroffen. Minister emfttzen, das ist nichts; aber Minister absetzen unb neue kinsetzen das ist schon daS Zeichen einer Macht, uub so weit ist bereits Napoleon gekommen. Napv'eon bedeutete für die Wähler Alles, nur nicht Louis Napo­leon, sagten wir früher, aber Louls Napoleon will ein­mal für sich nichts bedeuten, a's Napoleon b. b. Hut, Sporn und Stiefel. Tant pis pour hn! Also Louis Napoleon hat den Mallcville unb den Bririo ab- unb den Buffet und Lacrosse als Minister eingesetzt. Wir cittren blos Namen, ohne uns um die Personen zu kümmern, und da wir in den nächsten Tagen einen neuen Ministerwechirl und fo'geich neue Namen zu ci- timt haben, die eben so unbekannt sind, wie die erst rn, so lassen wir jede nähere Bezeichnung der Personen einst­weilen bei Seite. Der Ministerwechsel ist noch nicht beseitigt durch die Beseitigung Mallcvllle'S: die Krise dauert fort, ungeachtet der neuen Ernennungen, und wird fortbauern, weil Nopoleon der Präsident den Louis Napoleon nie verdrängen kann. Z. B. Napoleon's erster Schritt nach seiner Jnstalliruiig war, daß er Von Malleville, dem Minister des Innern, die Auslieferung der Aktenstücke verlangte, die sich auf die ewig denkwür­dige Geschichte des lebendigen Adlers von Boulogne und Straßburg beziehen. Malleville verweigert. Na- pvleou wiedeiholt seinen Antrag unb ist ganz ersten's, daß man sich nicht beeile, seinem Wunsche nachzukominen. Er verkannt die Papiere abermals. Abermalige Wei­gerung. Da schreibt er dann an Malleville:Mein Wille ist, daß die Papiere zu der und der Stube 6^