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Nachschrift.

Wien, 22. Dez. Eine kriegsgerichtliche Sriitcnz hat den Militär-Bükbstnmacherqestllxn deS Artillerie. distrikteS Wenzl Czermark zu achtjähriger Scha ^ardei- in schweren Eisen verurtdeilt. In dem biestgen C tt minalgerichtshause vei suchten die Sträflinge einen klei­nen CravaU, welcher aber sogleich tut Entstehen unter­drückt ward. Ein hiesiger Zeitungs - und Plakaten- sammler hat die nichtuninteressante Berechnung gemacht, daß seit dem Monat März dieses Jahres in Wien über 150 neue periodische Blätter e schienen sind, von denen die meisten schon in den ersten Tagen nach der Geburt verunglückten. Die Zahl der in dieser Zeit er­schienenen Flugschriften und Plakate soll über 5000 be­tragen. Gestern Abends kamen zw-i Transporte, jeder zu 1000 Köpfen, ungarischer Gefangenen in Gän­serndorf an, um mittelst Eisenbahn weiter befördert zu werden. AuS Ungarn fehlen bis jetzt noch immer be- silUlMte Nachrichten. So viel können wir als gewiß verbürgen, daß bereits Bewegungen der k. k. Truppen vor Comor» stattgefunden haben, die wahrscheinlich den Zweck haben, die Insurgenten zu stier Schlacht zu zwingen, welche von denselben gerne vermieden wird; da sie ihre Hoffnungen auf Comorn und das im auS- gedehntesten Maßstabe verschanzte Budapesth richten.

(Fikf. Jour».)

Wien, 22. Dez. In Preßburg sind mehrere Ver- haftuiigen und unter diesen jene eines Buchhändlers vorglkommen. Man bemerkt, daß in den verschie­denen Departements viele Slaven angestellt werden. Am Schluffe des Gegenwärtigen kann noch das Re­sultat der gestrigen Reichötagssitzung, die bis 8 Ubr Abends dauerte, gemeldet werden. Dem Flnanzmmister ist ein Credit von 80 Millionen eröffnet. Ein Antrag Schnsclki'6, daß 6 Millionen von obigen achtzig für die du ch das Bombardement von Wien, Prag und Hemberg Verunglückten verwendet werden sollten, siel durch. (N. K.)

Seit einigen Tagen werden Diejenigen, welche an den Hüten kurze Federn tragen, verhaftet, da man diese als unerlaubte Abzeichen betrachtet. (R. E.)

Gestern wurden hier vier deutsche Zeitungen mit Beschlag belegt: die Weser, Frankfurter (?), Deutsche Allgemeine und der deutsche Beobachter (?). Es heißt daß die Weserzeitung ganz und gar verboten werden soll. (Berl. R.)

Paris, 24. Dez. Der Präsident der Republik hielt heute seine erste große Revue über die Nationalga^ven des Seine-DepartementS und die Truppen der Be­satzung von Paris. Die Truppenmaffen füllten die Boulevards, den EintrachtSplatz, bim} Ddildomepiatz, die Garten der Tullerien u. s. w. Die Gesammtzahl schätzte man auf etwa $00,000 Mann. Nm 9 Uhr verließ der Präsident seinen Palast (daS Elp 6.' Bour­bon). Er trug die Uniform eines GenerallieutenantS der Nationalgarde, daS Großkreu; der Ehrnnlegion und einen mit Diamanten reich verzierten Orden auf der Brust. Er war von dem General Ehangarnier, dem KnegSmimster und einem Generalstabe begleitet, den mehr als 200 Offiziere bildeten. Er ritt den Reihen

I der Truppen entlang; erst um 12 Uhr war diese Ope- ration beendet; von dem Augenblicke an, wo er seinen Palast verlass ii, hatte sich ihm eine große Volksmenge i ohne Unterlaß rachgedrângt ; die Menge, trotz der stren­gen Kälte in unübersehbaren Massen versammelt, zeigte den größten Enthusiasmus; fortwährend Höfte man den Ruf:Es lebe Napoleon",eS lebe die Republik", zuweilen auch der Ruf:es lebe der Kaiser". Louis Napoleon hatte 'ast fortwährend das Haupt entblößt und antwortete mit freundlichem Grüßen auf die Accla- mation, mit welchen er allenthalben empfangen wurde. Louis Napoleon saß gut zu Pferd; sein Erscheinen, seine große Aehnlichkeit mit dem Kaiser Napoleon machte sicherlich tiefen Eindruck auf das Volk, Louis Napoleon nahm, alS er den Reihen der Trup­pen entlang geritten, seine Stelle vor dem Obelisken, demTriumphbogen des Sterns" gegenüber! Es be­gann hierauf das Desiliren der Truppen. Zuerst kamen die Legionen der Nativ algarbe der Bannmeile, dann mehrere Linienregimenter, die Legionen der National­garde von Paris, die Mobilgarde und die übrigen Li- nienressmentcr von allen Waffengattungen. Eist um halb 5 Uhr war das Desiliren beendet. Kein Unfall flö te daS militärische Fest. Gegen 3 Uhr wurde die Masse durch einen Zwischenfall ergötzt, welcher der So uleigner Expedition entlehnt war; es flog ein Adler auf; es war aber diesmal ein papierner, mit Gaz ge­füllt; er fiel auf dem Eintrachtsplatze nieder. Der Er- König Hieronymus stand in Generalsuniform auf dem großen Balcon des Marin! Ministerium, wo sich auch seine Tochter, Madame v. Midvff, befanden. Danaparte und seine Begleiter waren, als sie gegen 5 Uhr in das Elyföe-Bourbon znrückkrhtteu, mit Petitionen, welche ihnen überreicht worden waren, ganz überladen. (F. I.)

PariS, 24. Dezbr. Unter der Ueberschrift:Ein Cabinetsbeschluß unter Ludwig Napoleon Bonaparte' dringt dieReform" heute folgende Mittheilung: Die Politik des Präsidenten der französischen Repu­blik beginnt sich scharf zu zeichnen. Sie bestrebt sich, Frankreich wieder in das sogenannte gegenseitige Ueber- tinkommen der europäischen Mächte zu bringen, aus welcher es die Februarrevolution herausgerissen hatte. Gestern den 22. December 1848, also kaum drei Tage nach seiner Erhebung auf den Präsidentenstuhl, hat Herr Ludwig Bonaparte in seinem Eabinetsrathe den Abschluß einer neuen heiligen Allianz entschieden. Diese neue heilige Allianz hat zum Zweck, den Papst durch französische, österreichische u. neapolitanische Bayon- nette auf seinen irdischen Thron wieder zu erheben. Sie soll unverzüglich der österreichischen Regierung und bem Könige von Neapel in Vo schlag gebracht werden. Zur Ausführung derselben hat man folgende Punkte frstgeürllt, welche unter dem Vorsitze Ludwig Bona- parlt'S im Ministerrathe erörtert worden und deren Acchtheit uns von glaubwürdigen Personen verbürgt wird: 1) Frankreich, Oesterreich und Neapel verpflichtet sich, Se. Heiligkeit den Papst wieder auf seinen welt­lichen Thron zu erheben; 2) die drei beschützenden Mächte» (puissanees protectrices) werden abwech­selnd eine Garnison in Rom halten; 3) Frankreich wird damit den Anfang machen."

Das früber orleanistische, jetzt bonapartiffischeBlatt Assemblee Nationale" bestätigt den vorstehenden Be­schluß des CabinetSraths in folgender Weise:Gestern Abend beschäftigte sich der Ministerpath mit der italie­nischen Frage. Man ve> sichert, daß entschieden worden sei, eine der weltlichen Herrschaft des Papstes durchaus günstige diplomatische Intervention sofort eintreten zu lassen. Eine in büfnn Sinne abgesagte Note ist auf der Stelle an die provisorische Regierung in Rom ab­geschickt worden. Man möchte gern, daß der Schritt in Gemeinschaft mit Oestreich geschähe, waS den Con- fereuzeu in Brüssel Sinn und Gesetzlichkeit (Legalität) gäbe, indem man sie auf einer sicher» Grundlage er­öffnen konnte, nämlich auf Beibehaltung der Verträge von 18 l 5." (O.P.A.-Ztg.)

Agram, 18 Dezbr. (C. Bl. a. B.) Bei dem combinirten Angriff, welchen die Magyaren auf sämmt­liche serbische Lager (am 6. Dez.) unternommen haben, wurden sie überall mit blutigen Köpfen zurückgeschlagen, nur in das kleine Lager am Bache KaraS, wo Obrist Bobalic commandirte, vermochten sie jedoch nur auf wenige Minuten, einzudringen. Sie wurden wieder aus den Schanze» geworfen, nahmen jedoch drei serbische Kanonen als Beute mit. Obrist Bobalic ließ hierauf das Lager abbrechen und zog sich zurück. Das Karlo- wicer Centralcomite hat den Obristen Bobalic wegen dieses Schrittes in Anklagrzustand versetzt und vor ein Kriegsgericht gestellt. Am meisten haben die Magyaren am 6. dieses Monats bei Tomasovac und an der unüberwindlich.» Serbenwehr zu St. TomaS verloren. Der Lagerkommandant von TomaS- ovac, Ritter Stephan Kuicanin, gab keinem Magyaren Pardon, daher ist cs erklärlich, daß seine Mannschaft allein über 500 Magyaren niedergehauen hat. In der vorigen Woche gab es bei Veörec eine große blutige Schlacht, über die uns die näheren Details nicht ;»gk- fommen sind. Die Magyaren sind Sieger geblieben und haben unter den kaiserlichen Truppen und dem walachisch-banater Landsturm ein bedeutendes Blutbad angerichtet. Moritz Perczel, einer der tüchtigsten ma­gyarischen Commandanten, hat das Commando in der Festung Peterwardein und über alle ven Serben gegen- überstehenden magyarischen Truppen übernommen und die frühern k. k. Coinmandanten von Peterwardein, Feldmarschalllieutenant Blagojevic und Generalmajor Henzk als Gefangene nach Ofen bringen lassen.

Berichtigung.

In dem leitenden Artikel,die Apostaten" Nro. 211 der freien Zeitung muß eS gleich im Anfang statt:in welcher ich dieselben begonnen hatte", heissen:^,in wel­cher er dieselbe begonnen."

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

Bekanntmachungen.

Reue Bamberger Awctschcn » Pfd. 7 fr.

bei Carl Cramer.

Dcmokratisehe Zeitung.

Er schrillt seit dem 1. Oktober im Verlage der Gott sch ick'schrn Buchhand­lung zu Neustadt a. d. Haardt, wöchentlich einmal 1 Bogen stark. Sie vertritt die Prinzipien der Demokratie in consegueuter und würdiger Weise in lei« teilten Mein, reuen nur politische Rttndschau beigrgeben. Per« lich 54 lr. C/2 Dhir. Pr. Cour.) Alle Buchhaudlungcn und Postämter nehmen Bestellungen an. Beitrage bittet man an der Nepal non in Hervelberg (Adr. Dr. ® r uH) zu richte». Neu eintretenbe Abonnenten erhalten bie erschienenen Num­mern natbgcHtprt, auch werden auf Verlangen Prosprrtus und Probeblätter mit» getheilt. Brstelluugru für das nächste Ouartal bittet man vor dem 1. Januar zu machen.

(iw) Einladung zum Abonnement

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Dieselben erscheinen voll Ae«^ ,d mit tnnManiem ÜmitUte«, wvcheniUch»Mal, Mar: Zonntag, Mittwoch im» ö«Nag. Die Richt«»z der Uianer lsl rlne durchaus 'drmotiailschk und bleie« sie aiifivr »lsonNintun ArlNel«, dae Aeuesle iiiit Wich,taste aue der flifdiimtt. Der Prei« für Köln und nudni« llnigeitmfl fit auf in ?gr. feslzeiehli »urch d>, P^tl Az»-en aufMflr. » Pf per uuaxtil (im d^ Olutiaut Ivmmt der reruachale Post- »usicht« hii^uj Ansertionen «erdm zu « '>"««,«-, >u ^p# auWnomcheu, wo tu inh ou 'UUt» in iliin amehulichmtzerbrchtuu- wegen, besondere <iftllWi iuntnhiv noch rer Dndeitz der Pläner nimm! lueratlio» bautbar Mihtgni,

Pest, »««zett belleve man i« Adin unter Hnrwache, U,, n«t^ârls bei der nächst«» Post- aullall baieifpt zu inadini.

Köln, 'm 4epmbrr IHM. è Die Expedition.

(I-W2) soeben ist erschienen und in den Bnchhaiidlungcn von Heinrich Fischer und H. W. Ritter in Wiesbaden vorräthig zu haben!

Komischer Nolkskaleuder für in 'm.

Herausgegrbcn von Adviph BreunglaS.

Mit vielen Ulnstrattonen von LH. Hoseinann.

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(') Mannheimer Abendzeitung.

Mti dem 1. Januar Mia beginnt ein neues halbjähriges Nbeunement derMann­heimer Abendzeilung" und ihrerRhrinischen Blattet".

Die Atchlung OrrMuunheimrr tipeudzinuiig" bleibt dleselbe. Wie sie in teil Tagen der Urnfur und.Jutuugaunboic gegen den ttt Puudesiag und die dliudestâgliche« Regierungen un- erschullertlch jur dir üniiiguitg freier politischer und sozialer JuftJiirc in die Lchrankcn trat, und im Mampfe gegen Oie Hranger unstluefaugn des Boltes seine Gefahr und Opfer fdiente, so sucht sie seit den Mârzragen bet freierer Preße ungeachtet der nrugestalNgc» Verfolgungen mit erneuerter Mraft, ihr et he 11, Wo bl staub und Bildung des Polke» und der Oiu^lum zu für# teilt uuo Allesnichisden zu dekainpfen , was bei voll«» uiuipidclnng der Avltdsvnveräuität und der ritechte des Mensch«» und Bürger» im Wege steht.

Ju dltsem Jivecfe und zur schnellen sorgfältigen Mittheilung der tugedgeschichl« babnf wir neuerdings durch Ptstelinng eine# meliern tHtbacttuio und mehrerer Eorrespoiidruleu di«Mdeuiuug und 'ltUstltchtett der Teilung erhohl und werden auch im neuen ^abie bleu .Hunte vemiebieu, wo- bei im# situudiiche PezieHungen zur deuiokratischeu Ovuostiiv« in der U. dadilche« Maiiium iiub Hilf dem diesseitigen ürelsauvichun uuleesthyen.

Das tnidieuieii tiefet Plauer, welches in Folge der Slnteekeruiig brt Mebadeuro und P«>. tegers im Mm v. ) iiiterMeAey war, ist rimftig gegen jederlei etbtuug gesichert und ebenso für pünktliche und schnelle vfeferiiug gesorgt.

Der Preis der .jeuilng saiuinl stinüUilcni und UxUabellagen ist für ha« Halbjahr für ganz Waten (mit dem Postau, lchlag)> 0 , welch' letzlerer sich auswärts v«khâliulsm>äsllg erpicht. 2» Daiern nitb Pernsten tu der Preis durch Minderung des Postaufschlag» und in letz­ter,»! anch durch Wegfall bei Llrmpei» ernragrgl.

Man abouiui« bei den uachstgelegeucn orrrhrlichen Poslanftallen ; für ÄrajtfieW) und Die überstellten bautet bei Hrn. Alexandr, in Tlrashnrg, Prandgast, Str. 't», und ru« Nulro-bnma Sir, ZU tu Paris.

U7».- Des richtigen Bezug» wegen bitten wir bie Bestellungen mbglidifl bald gu nuicteit

:ln anuUch.u und nlchl-ttuuchen tun eigen, deren wir iggilch eine grosterr Anzahl »«r- üssenlllche«, echpfichtl sich die Jeliuug ihrer euwg«d«hnien Beihieilung wi^eii besonders.

Pt annHelm, 'm. Dezembtl ihm.

Die Expedition der Mannheimer tabeii>O*tui|b

-teuer Turnverein.

Mr »ter at- I «rNiimmUmy.

Donnerstag den ZN, d, Ml»., Abends h Uhr im Vtvnnrnhvf.

4 >mryeioiuing: I) Steue Wahi bei Bor« slandes.

Z) Pesetablukl.

(inna) Der Borftaub.

fIMM) Bet Dreher Barts) in brr Klrchgaste Siro, so lind ein auch zwrl nwblirle zftinnrs« zu dtrmlethen, wobei auch hie Kost abgegeben werben kann.

(nun) Gesucht wird ein -rost«' wachsamer Vitiib. Wok lagt bie UtpePiiioii Mi|w Wictue«- (Kill) Für einen sollte" i'"Wn Mann, wtl« cher lut V taube lil t»HWd »u iahten, Wh» in einem Epszerel- ode, Vang>paarenael«>ül> fine VetellngiltelK gesucht. Wok sag« »* «x' pedtlion di«l«» UMattci.

(I ;>.,o) 11400 fl, werden gegen doppelte g- richtlich» Alchotzell aus Guter und »Hu« Mäkler zu leihen gr|n(H Was sagt ble tAzPeiltto» dieses Blustes.

Bttich, v»n p st, scher na» tt. Müler - formt ter «t«»»r'schsn ^uWteeKer«.