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mögen sei groß, Andere sehr klein, wie konnte man da mit Sicherheit beschließen?

Wir sind überzeugt, daß das ganze Land unserm Wunsche: die Kammer möge endlich einmal die Domä- neufrage endgültig regeln, beitreten wird.

Nächste Sitzung: Samstag den 16. December. Tagesordnung: das neue Banke, efetz.

Deutschland.

Wiesbaden, 15. Dezember. Der Verein zur Wahrung der Volksrechte" zu Wiesbaden hat den Beschluß gefaßt, sich dem in Frankfurt gebildeten März- vereine an; »schließen.

P Vom Taunus. So lange der Haufirhandcl in seinem jfißcn Umfange bestehen bleibt, wird die Re- guliiung ter' Einkommensteuer großen Schwierigkeiten unterliegen. Juden , Christen und alle Nationen haustee» dermalen mit Wolle- und Baumwollewaaren, Leinwand, Garn, Schnur, Tabak, Cigarren, Glas, Porzellan, Bmsten, Sensen, Sicheln, Federn, Papier 2C. rc., und mit fast all den Waaren, die Geschäftsleute in ihren Laden führen. Und zu welcher Kategorie ge­hören fast alle diese Haustrer? zu derjenigen, welche ein ' Einkommen unter 250 fl. haben, also frei durchgehen, während der Geschäftsmann, durch dieses Treiben in seinem Geschäftsleben wahrhaft verhöhnt, zu allen Staats- und Gemeindelasten prästiren muß. Fragt man einen Inländer über sein Recht tum Hausiren, so ist er bestellt, und wendet man sich an einen Aus­länder, so hat er auf Stpl. No. 2 eine Legitimation.

Niemand stört diesen iheilweis verbotenen Unfug und Geschäftsleute können neben dieser pestartigen Con- currenz nicht bestehen, müssen vielmehr die Einkommen­steuer nur noch als einen vermehrten Druck ihrer Ge­schäfte betrachten, falls die Ständekammer nicht Mittel und Wege findet, diesen Krebsschaden radikal zu ku- riren. Man soll Niemand gestatten, Waaren aus dem Hause zum Verkauf zu bringen und umherzu- schleppen, auch Niemand Muster ansehen lassen, dann legt sich dieser Unfug von selbst.

LAus dem Amte Idstein, 8. Dez. (Lehrer Rühl und seine Verfolger.) In Camberg ist Anarchie! Vor mehreren Tagen hat wieder das hohe Synedrium zusammengescssen und Rath gepflogen. Diesem Sp­nedrium gilt ein konstitutioneller Minister noch lange nicht, was einst Pontius Pilatus dem hohen Rathe ge­golten.

Nun, und wer ist denn der widerrechtlich Verfolgte, oder, wenn Sie recht fragen wollen, wer hat denn die Ehre, von diesen finstern Gewalten verfolgt zu werden? O, das ist ein ganz einfacher Mann, der nur den Haupt­fehler bat, daß er vernünftig ist, das ist der Herr Lehrer Rühl, vormals in Oberursel, und dort für Hrn. Pfarrer Hörter ein Freigeist, natürlich, weil Hc. Hörter nur Sclavengeister um sich dulden mag.

Die Regierung, um ihn, wie man sagt, den Ober­urseler Verfolgungen zu entziehen, versetzte ibn nach Camberg von 400 fl. auf 357 fl., und diese Subtrac- tion aus dem ganz einfachen Grunde, weil eine andere Stelle für Hrn. Rühl gegenwärtig nicht vorhanden sei. Also die Regierung versetzte ihn nach Camberg; aber hier will man Hrn. Rühl nicht als Lehrer anerkennen. Und wer will ihn nicht anerkennen? Die Camberger Bürger? Durchaus nicht; die Mehrzahl der Bür­ger steut sich vielmehr, einen Lehrer, wie Herrn Rühl, zu bekommen, so wie sich denn überhaupt jeder verstän­dige Vater freut, einen vernünftigen Lehrer für seine Kinder zu haben.

O nein, die Opposition gegen Hrn. Rühl geht viel­mehr von einer kleinen finstern Partei aus, die aber als Geldaristokratie Cambergs sich noch viel Abhängig­keit aus den Märztagen gerettet hat, und deren arme Hörige" nun natürlich tanzen müssen, wie die Herren pselffcu.

Die Memoiren des ehemaligen Polizei- Präfekten Cauffidiere.

Der 24 Februar.

Die ganze Nacht vom 23. auf den 24. Februar bot einen schauderhaften Anblick dar. Die Insurrektion schritt mit einer außerordentlichen. Thätigkeit vor sich, in der vollkommensten Ruhe, und ohne daß auch nur eine Spur von bewaffneter Macht sich zeigte, um die Insurgenten in ihrer Arbeit zu stören

Vom Genter Boulevard bis zur Bastille, Alles wurde barrikadirt und Paris bot nunmehr den Anblick eines Zimmekhofes von Barrikaden dar. Das Volk war aus den Häusern in die Straßen hinabgefnegen, und hatte seine Arbeitsmerkzenge mitgebracht: morgen galt es, die Werkzeuge mit den Waffen zu vertauschen. Die Bäume auf den Boulevards wurden gefällt, die eisernen Gitter von den Monumenten heruntergerissen, alle architektonische Verzierungen in Verschanzungen um- gewandelt, um den Truppen den Weg zu versperren. Man brachte alle Baumaterialien, Steine und Karren, um sie zwischen den furchtbaren Pflastermauern als Er­gänzung hineinzuschieben; Hammerschläge, Getöse von fallenden Bäumen, hier und da ein in die Dunkelheit sich verlierender Schuß einer Feuerwaffe und dazwischen

Bei dieser ganzen Verfolgungsgeschichte fallen einem nun hauptsächlich drei Fragen ein: I. Warum tritt die gesinnungslüchtige Mehrzahl der Camberger Bürger gegen jene Partei nicht auf und sucht ihr finsteres Trei­ben der Regierung zu enthüllen? II. Warum lassen Regierung und Ministerium ihre Beschlüsse von einigen Finsterlingen umwerfen und III. warum verfolgt man Hrn. Rühl so unablässig, und fast möchte ich sagen, so konsequent auf jeder Station? Die beiden ersten Fragen will ich nicht beantworten, weil ich hoffe, daß die Mehrzahl der Camberger Bürger bald einmal energisch auftreten wird, und daß auch Regierung und Ministerium ihren Beschlüssen baldigst Geltung zu ver­schaffen wissen werden- Aber der Beantwortung der letzter» Frage möchte ich doch noch einige Zeilen ge­gönnt sehen.

Man verfolgt Hrn. Rühl, weil er erstens seinen Beruf als Lehrer richtig erkannt hat, und das oberste Geschäft eines Lehrers darin findet, den Schüler auf die Stufe der Denkthätigkeit zu führen, auf welcher er fähig ist, Wahres und Falsches zu unterscheiden. Darüber kann fich die Wahrheit nur freuen; die Lüge und Verfinsterung aber müssen darauf bedacht sein, einen Mann mit solch' rein-menschlicher Ansicht unmöglich zu machen; denn auch sie wissen, daß die Wahrheit den Menschen frei macht; aber sie wissen auch, daß ihr Ansehen und Verfinsterungsspstem nur durch Un­freiheit fortbestehen können. Der II. Grund, daß man Hrn. Rühl verfolgt, ist der, daß er gewissen Werbun­gen" zur Volksverdummungsarmee einst kräftig und männlich wiedeistanden Als III. Grund endlich kann noch ein Brief gelten, den die Geistlichkeit aufgefangen, ein ganz unschuldiger Brief, in welchem, soviel ich mit Bestimmtheit habe erfahren können, mit einigem Pathos die Ansicht ausgestellt und begründet ist, die Schule müsse frei werden von der Beaufsichtigung der Geist­lichen, und zwar von A bis Z, wenn etwas Tüchtiges in ihr geleistet werden solle; also eine Ansicht, die bei weitem die Großzahl der deutschen Lehrer, so wie alle Einsichtsvollen und Gebildeten aus dem Volk mit Hrn. Rühl theilen. -^ Also, vernünftige Ansichten ha­ben, Aufklärung und Verbreitung derselben sind die bisher erwiesenen Verbrechen des Hrn. Rühl. Was für Eigenschaften müssen wol seine Gegner haben?

Koblenz, 12. Dez. DieKöln. Ztg." lügt, hier sei eine Adresse, worin dem Landesvater für die Ver­fassung gedankt wird, mit 1000 Unterschriften bedeckt worden. 1000 Beamte, selbst wenn man die Pensio- nirten dazu zahlt, find hier gar nicht vorhanden.

(Rh.- u. M.-Z.)

Düsseldorf, 13. Dezember. Die hiesige Zeitung enthält Folgendes:Der §. 24 der octroyirten Ver­fassung gewährt allen Preußen unbedingte Preßfreiheit. Nach dem §. 110 kann der genannte Artikel für den Fall eines Krieges oder Aufruhrs zeit- und distriktsweise außer Kraft gesetzt werden. In Düsseldorf herrscht weder Krieg noch Aufruhr. Dennoch ist über unser Blatt vorgestern die Censur verhängt worden. Wir werden bei der deutschen Nationalversammlung unsere Beschwerden gegen diese Maßregel des Herrn Divisions- generals V. Drigalski einrcichen. Düsseldorf, den 12. Dezember 1848. Die Redaktion der^Düssel- dorfer Zeitung."

Düsseldorf, 11. Dez. Es giwinnt^die Ansicht täglich mehr Bestand, daß der über unsere Stadt ver­hängte Belagerungszustand bis zur beendigten Präsiden­tenwahl in. Frankreich bestehen bleiben soll.

Berlin, 10. Dezbr. (Wes.-Ztg.) Die Reibungen zwischen Soldaten und Civilpersonen, von denen wir schon jüngst gesprochen, fangen an, sich immer mehr zu wiederholen. Auch gestern sind dergleichen in verschie­denen Stadtthkilen vorgekommen. Bis jetzt waren diese Vorfälle nicht eben erheblich, doch läßt sich befürchten, daß durch den längeren Aufenthalt einer übermäßig starken müßigen Mannschaft folgereichere Conflicte Her­

das Geläute der Sturmglocke weiter nichts. Auf den aufgerichteten Barrikaden wurden Schildwachen aus­gestellt, vor den Schildwack)cn brannten Feuerheerde, und rundherum sah man Gruppen von Männern, die Kugeln gossen und dabei ruhig chre Pfeife rauchten, mitten in dieser großen Stadt, die chre Vorarbeiten zur Auflanzung der Freiheit traf.

Die Republikaner, die geheimen Gesellschaften, die Arbeiter, Alles war in dieser merkwürdigen Nacht auf den Beinen. Die Einen Durchliefen die Barrikaden, die andern prvklamirten schon die Absetzung des Königs; wieder Andere sorgten für Munition und Waffen: bei Allen stand der Endschluß fest und unerschütterlich, endlich die Republik zu erobern, für welche das Volk so viel gelitten hatte.

Mit Anbruch des Tages erwachte Paris in voller Jnmrrektion. Welches Erwachen für die Indifferenten, j als sie den andern Tag eine elegante, prachtvolle und ! handeltreibende Stadt in ein unbekämpfbares Schlacht- | fett umgewandelt sahen, mit Waffen, Ruinen und Forti- sikativuen aller Art.

Das Herz von Paris, in einem Umfange von wenig­stens einer Quadratmeile gehörte der Revolte an: der Durchgang Durch das Saint-Denis-Thor war mittelst einer ungeheuren Barrikade versperrt; und überhaupt waren die vorzüglichsten Eingänge znm Lager der In­surgenten durch übersteigliche Barrieren geschützt. Im Gentrum der Stadt und znmal in den kleinern Straßen,

beigeführt werden könnten. So viel man erfährt ist das Verhalten der Offiziere der Art, daß ihnen ein Verschulden an den Reibungen nicht zur Last geleat werden kann. ä a

Die Weihnachts-AuSstellungen find vom Herren v. Wrangel nach der heutigen Bekanntmachung des Polizei-Präfidtt gestattet, politische Anspielungen jedoch auf das Strengste untersagt. Gleichzeitig mit dieser Bekanntmachung der Polizei-Behörde annoncirt der be­kannte Hr. Held das Etablissement einerpolitischen Weihnachtsstube" in Mylius Hotel. In dem Programme werden u. A. als Gegenstände der Vorstellungen an­noncirt: Vorhäng-Gemälde nebst Gedicht von 38 Lappen, der passive Widerstand, die Kamarilla, die deutsche Reichsflotte, es gibt keine Reaktion, Monument der März-Errungenschaften.

Die Sanitäts-Commission macht bekannt, daß seit dem 21. v. Mts. kein neuer Cholera-Erkran­kungs- oder Todesfall angemeldet worden ist. Die Genesung des letzten noch in Behandlung verbliebenen ist unterm 28. d. M. angezeigt. Berlin ist sonach als von der Cholera gänzlich befreit jetzt zu erachten.

Berlin, 11. Dez. Für die Kammern sollen Sitzungs­lokale im Schlosse eingerichtet werden. Die zweite Kammer wird im weißen Saale tagen. So berichtet die edleKreuzritterin". Dasselbe saubere Blättchen der preußischen Camarilla berichtet:

Wir haben bereits mitgetheilt, daß wegen der nichswürdigen Zerstörung der Wohnung des Major Preuß am 18. März, durch die aus einem leeren Ge­rücht hervorgerufene Wuth der Volksmenge, jetzt nähere Untersuchung eingeleitet worden. Major Preuß ist jetzt nach langer Krankheit hierher zurückgekehrt und wird den Thatbestand jener Ereignisse auf das Genaueste feststellen lassen. Der ihm zugefügte Schaden beträgt an 30,000 Thlr. Die Pflicht eines jeden Ehrenmannes, der Zeugniß in dieser Sache ablegen kann, ist es jetzt, damit nicht zurückzuhalten."

In seinen eben erschienenenkaltblütigen Glossen zu der Verfassungsurkunde" bemerkt H. B. Oppenheim: Die Verfassung endet, womit sie begonnen mit dem Belagerungszustände. Alle persönlichen Rechte und Freiheiten, die Presse, kurz Alles kann von der Regierung nach Belieben zeit- und distriktsweise suspendirt werden. Und doch waren die hierdurch auf­gehobenen Garantiern des Gesetzes vom 24. September zwischen Krone und Volk vereinbart." (N.RH.Z.)

Berlin, 12. Dec. In diesen Tagen sind mehrfach Versammlungen von Bürgerwehrmännern, die den Zweck hatten, Abgeordnete zum Bürgerwehrtage nach Breslau zu wählen, polizeilich und militärisch ausein­ander getrieben worden. So vergangene Nacht im be­kannten Clubhause in der Leipziger Straße. (F. I.)

Das Zwickauer Tageblatt meldet in der Num­mer vom 1. Dezember:

Abberufungsschreiben an Professor Biedermann find bis jetzt abgegangen: vom Vaterlandsverein zu Zwik- kau (820 Mitglieder); vom V.-V. zu Heinrichsort (85 Mitgl.); vom V.-V. zu Lößnitz, dessen Vorstand, Hr, Oppe jun. zugleich Wahlmann ist; vom V.-V. zu Wildenfels; von den Gemeinden Lichtentanne, Cains­dorf (mit 150 Urwählern), Steinpleiß, Friedrichsgrün, vom V.-V. zu Schneeberg. In allen Orten sind diese Beschlüsse einstimmig vollzogen worden."

Aus Schleswig-Holstein, 10. Decbr. In Folge der zu Rendsburg stattgesundeneu Unruhen und des Be­nehmens der schleswig-holsteinischen Soldaten, sind die Badener, die bisher in Hadersleben gestanden, daselbst cingerückt, und die schleswig-holsteinischen Soldaten sollen Stadt und Festung verlassen. Das gegen die Pontoniere vom Kriegsgerichte gefällte Urtheil soll die gemeinsame Regierung beanstehen zu sanktionirem Auch in Glückstadt ist es in Folge der Verhaftung eini­ger Militärs am 7. zu argen Ercessenz gekommen. Die

wie in den Straßen Transnonain, Beauburg, Gravillers folgten sich die Barrikaden fast alle zehn Schritte, und die, welche sie vertheidigten, liefen mit wahrem Enthü- siasmuS in diesen kleinen Citadellen umher, und unter­hielten fortwährend Verbindungen untereinander und mit den benachbarten Häusern. Wenn man so den Enthusias­mus des ganzen Volkes mit ansah, wie Weiber und Kinder und Männer mit festem Glauben ausriefen:Es lebe die Republik!", so konnte man mit Bestimmtheit voraussagen:die Republik ist vor der Thüre."

Der Hof war feinerseits nicht unthätig geblieben. Tags vorher hatte man ein Ministerium Mol5 ange­kündigt, das an die Stelle des Ministeriums Guizvt treten sollte. Aber nach den Gräuelthaten vor dem Ministergebäude der auswärtigen Angelegenheiten, war die Ausführung dieses Plans unmöglich geworden, und es handelte sich nunmehr darum, sich zu neuen Opfern zu entschließen.

Der König brachte die ganze Nacht in Conserenz zu mit seinen Freunden uud Rathgebern. Bugeaud, den man schon im Begriffe stand, zum Militär-Diktator zu ernennen, redete dem König zu, ja nicht nachzugeben» und da er darauf bestand, daß man ihm die Insurrektion überlasse, mit voller Vollmacht über Paris, so antwor­tete ihm der König:Nein, noch nicht." (N. RH. S--

(Schluß folgt.)