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Wien, 5 Dez. Der Kaiser wird übermorgen er­wartet. Man versichert, daß er vom neuen Jahre an die hiesige Residenz beziehen und mit diesem Zeitpunkte auch die Wiederverlegung des Reichstages nach Wwn eintreten würde. Croatien, Slavonien und Dalma­tien, so wie Siebenbürgen sollen jedenfalls am hiesigen Reichstage, vielleicht noch am gegenwärtigen , repräsen- tirt werden. CR» C )

Ur onkreick.

Paris, 5. Dezembr. (Chronik der Präsident- j schafts-Candidaturen.) Der Wahlkampf in den Journalen hat den höchsten Grad der Erbitterung er­reicht und besonders den bonapartistischen Blättern ist kein Mittel zu schlecht, wenn sie daraus eine Waffe gegen Cavaignac machen können. Indessen gewinnt dieser täglich mehr Anhänger. So fordern heute zwei bedeutende Männer, der Herzog Carl von Fitz- James und der Graf Calcmand von Lafayette im Corsane alle ihre politischen Freunde auf, für den General Ca­vaignac zu votiren, dem Frankreich wahrhaft Dank schuldig sei, und zu bedenken, doß die Präsident­schaft Louis Bonapartes mit der Coterie Thiers-Bar­rot an der Spitze der Geschäfte Frankreich ins Verder­ben stürzen müsse. Beide Briefe werden einen grossen Einfluß auf die legitimistische Partei ausüben. So fer­ner erklärt sich heute der ganze Handelsstand von Havre in einer im Debats veröffentlichten Adresse für die Candidatur Cavaignac's, da seit der Candidatur L. Bonapartes alle Geschäfte stockten, alle Bestellungen vertagt worden wären und sogar die Verhältnisse zum Auslande wieder unsicher würden. Endlich ist sogar eine allen andern vorauseilende förmliche Wabl schon geschehen und entschieden zu (Surften Cavaignac's aus­gefallen , es hat nämlich die Mannschaft des französi­schen Geschwaders in der Bucht von Neapel bereits ihre Stimmen für die Präsidentschaftsfrage abgegeben, und Cavaignac erhielt 620 Stimmen, Fr. Arago: 361, L. Bonaparte: 300, Lamartine: 52, Ledru-Rollin: 13. Es ist dies das Resultat der Wahl auf 5 Schiffen Friedland, Inflexible, Camcleon, Salamandre, Pluton. Dieses Resultat ist ziemlich maßgebend für den Rest der Flotte und auch für das Heer. (B. Z.-H.)

Paris, 7. Dez. Es heißt, wenn General Cavaig­nac zum Präsidenten der Republik ernannt würde, solle der General Bedeau das Commando der Nationalgarde ei halten.

General Chaugarnier, der gegenwärtige Comman­dant der Nationalgarde, ist bei dem Conseilpräsidenten, General Cavaignac in Ungnade gefallen, weil er sich für dec Candidatur Louis Napoleon's erklärt hat.

Paris, 7. Dec. Die Legitimisten und Phüipplsten (die Union, Constitutionel und Presse) geben sich alle erdenkliche Mühe, zum LoSschlagen zu stoßen; aber Ca­vaignac zeigt ihnen diesen Morgen im National in fol­gender Weise die Zähne:

Den bonapartistischen Abendblättern nach zu ur­theilen, können wir unS heute auf einen schönen Putsch gefaßt machen. Das Schlagwort ist bereits auf der ga zen Linie ausgetheilt und man möchte gar zu gerne im Interesse des Herrn Bonaparte die Mißstimmung auèbeuten, welche der Rückzug des Dekrets über die Nationalbelohnungen hervorgerufen. Aber mögen die­jenigen, die auf einen Skandal rechnen, der ihren Um- trüben nützlich sein könnte, auf ihrer Hut sein. Der Boden brennt unter ihren Füßen. Kennen sie nicht in ihren Reihen einen Mann, der heute um die höchste

NatienalbUohnung sollizitirt, welche das Land zu ver- theilen im Stande? Wenn sic cs vergessen haben soll­ten, so rufen wir ihnen ins Gedächtniß zurück: daß He:r Louis Bonaparte,ihr Candidat zur Präfident- schrft", in Boulogne im Jahr 1840 in geringer Ent­fernung eine Pistole gegen einen französischen Offizier abschoß und obg'ech er den Offizier fehlte, die Kugel dennoch ihr Ziel nicht ganz vermied, indem ein Soldat des zweiten Gliedes, von ihr getroffen, niederstürzte. Diesem Unglück ichn hatte der kaiserliche Prätendent den ganzen untern Theil des Gesichts (Kinnlade) zer- schmette-t"

Die Journale veröffentlichten heute zum großen Ergötzen des Pariser Publikums lange Listen derjeni­gen Personell, welche Nationalbelohnungen erhalten sollten.

Das Journal des Debats und die monarchische Union ringen die Haude, indem sie die Freunde, Witt­wen und Waisen aller Königsmörder und Verschwörer seit 1820 in diesen Listen neben Marrast erblicken!

Unser päpstlicher Moniteur, derUnivers," sagt: Wir waren im Voraus darauf gefaßt, daß die Mar- jeiUer Expedition nichts weiter als diplomatischer Elek- toralwind war. Wie konnte man auch nur einen Au­genblick Llauden, daß unsere Regierung gegen die römi­schen Demagogen zu Felde ziehen würde?!"

Der Unteirichts- und CuUusuünister Freslon wwd morgen aus Marseille zurückerwartet. Die fran­zösischen Kardinäle und Bischöfe, die sich bereits eben­falls nach Marseille bemühten, haben die Reise verge­bens gemacht. (N.NH.Ztg.)

Italien.

Rom, 28. Noo. Nachdem Ministerium, Deputü- tenkammer, Pairskammer und Municipalität reihum zur Ruhe und Ordnung ausgefordert haben, ist nun auch Pater Ventura aus seiner politischen Zurückgezogenheit wieder hervorgetreten und hat gestern eine Predigt ge­halten, in welcher er die Volkssouveränität begeisterungs- voll preist, und die Dienstpflichtigkeit der Herrscher ge­gen ihre Völker, um derentwillen sie von Gott eingesetzt sind, in ihren mannichfachen Beziehungen schildert.

Rußland.

Von der russischen Gränze. (Bresl. Ztg.) Der Kaiser hat mit Schamyl einen Traktat abgeschlossen, tri Folge dessen Rußland nun über 150,000 Mann Sol­daten mehr als früher verfügen kann. Im Königreiche Polen stehen über 100,000 Mann schlagfertig, welche nach glaubwüidigen Nachrichten Oesterreich zur Dispo­sition stehen, wenn es dieselben verlangen sollte. An der Wahrheit dieser Nachricht zweifeln wir nicht, aber daß Oesterreich diese Hülfe so leicht nicht in Anspruch nehmen wird, wissen wir ebenfalls, da es nur zu sehr bekannt ist, nach welcher Seite hin Rußland seine Unter­stützung benutzen könnte. Ueberall, wo Rußland mit einem Heere ciiigerückt ist, da wurde es schwer, es wie­der herauszubringen. Das Faktum hat die Geschichte nur zu sicher festgestellt. Sollte Oesterreich wirklich in die Nothwendigkeit verseht werden, russische Hülfe zu been. sprühen, so möchte es Galizien als Belohnung an den Czaren abtreten, und dieser würde damit sehr zufrieden sein. Die Gränze zwischen Polen und Ruß­land soll nächstens geöffnet werden. Man sagt sogar, daß ein Gleiche mit der Krakauer Gränze geschehen wird. (?) Ein anderes Gerücht lautet dahin, daß das Königreich in seinen früheren Zustand versetzt und Kra­

kau wieder zur Republick gemacht werden soll.

3. August bis zum 13. November sind im Königreich Polen 18,395 Menschen an der Cholera gestorbci In Petersburg herrscht die Krankheit in beinfetbcn Grade.

Großbritannien.

London, 6. Dec. Die Regierung hat die fofortka? Herstellung eines durch die See führenden elektrischen Telegraphen zwischen Dublin und Holphead (bei Liver­pool ) beschlossen. Die Nachrichten auS der irischen Hauptstadt bedirfin auf diese Weise nur weniger Mi­nuten, um nach London zu gelangen. Das elektrische Licht, eine neue Erfindung, hat sich in den bis jetzt damit angestUIten Proben (die letzte auf der Iorksäule bei St. James-Park) vollkommen bewährt. Dieses Licht übertrifft alle bis jetzt da,gewesenen Erlcuchtungsmittel bei Weitem. Es leuchtet bis in eine Weite von 10 englischen Meilen, und der Erfinder, ein Chevalier de Molk, will im Stande sein, seine Wirkung bis auf eine Entfernung von 100 Meilen zu verstärken. Bei den Versuchen, welche man auf der Treppe der National- gallerie damit machte, konnte man auf der entgegen- gesetzten Seite von Trafalgar-Square, vor dem Pallast des Herzogs von Northumberland, deutlich beim Scheine des brennenden Fluidums die Zeitung lesen. Die Ent­fernung mag 1500 Fuß betragen (N. Rh. Z.)

Schweiz. -

Bern, 5. Dezbr. (N. Rh. Z.) Bon der deut­schen Gränzsperre hört man wieder nichts, außer daß ganz Schwaben dagegen protestirt. Ob sie eintreten wird oder nicht, bleibt wieder dem lieben Gott über­lassen. Jedenfalls hat der Bundesrath beschlossen, vor der Hand keine Truppen gegenüber der Reichsdivision aufzustellen.

Der eidgenössische Kriegsrath hat jetzt seine laufen­den Geschäfte erledigt und ist nun definitiv aufgelöst worden. An seine Stelle wird ein Kriegsbureau treten, das Ochsenbein als Chef deö Militär-Departements ein« richten und dirigiren wird.

Die Presse ist sehr aufgebracht über die Behandlung der Schweizer in Wien. Sie verlangt, derlBundesrath solle von Oesterreich Satisfaktion und Entschädigung fordern. Namentlich erregt das Benehmen des Berner Generals Wpß hier allgemeinen Unwillen. Der Bruder dieses Generals ist Baumeister hier in Bern.

* Der neue spanische Gesandte, Hr. Neviez, der vor einigen Tagen mit Creditiven für den Vorort hier an­kam, hat diese nun dem Vicepräsidenten deS Bundes- rathS, Hrn. Druey, überreicht und sich dadurch sogleich mit den neuen Behörden in Verbindung gesetzt.

Für die Hinterbliebenen Robert Blnms sind bei der Redaktion der Freien Zeitung weiter ein­gegangen: fl. kr.

44) Von Wilhelm L... o in Nassau 1 45) Ergebniß einer Sammlung in Son­nenberg, übergeben durch Religions- lehrer Praßlow . . . . 2 22

Summa 3 22 Uebertrag 495 12% Summa 498 34%

Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.

Bekanntmachungen.

^C£5 Allen denjenigen, welche im Besitze von Schießwaffen ffnd, oder zu kommen wünschen zur geeigneten Rachricht!

(1569) Der Unterzeichnete erlaubt sich zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, daß er sich dahier seit Kurzem als Büchsenmacher etablirt hat, und daß von ihm so- wol neue Schießwaffen bezogen, als schadhafte einer geeigneten Reparatur unter­worfen werden können.

Wiesbaden, 11. Dezember 1848.

Heinrich Kneip,

wohnhaft in der Friednchsstraße bei Wagenfabrikant Dorffelder.

e Nicht zu übersehen!

. Da meine Ketten bereits vielfach nachgebildet und anderweitig auSgeboten werden, so bitte ich darauf zu achten, daß jede k. k. patentirte Gvldberger'sche galvano-elektrische Kette auf der Vorderseite ihres Etuis meinen Ramm und auf der Rückseite den k. k. österreich. Adler und das Wappen der freien Bergstadt Tarnowitz trägt und das Depot für daS Herzogtbnm Nassau und in die Um­gebung nur allein in dem GeschâftS-Bureau von Carl Leyendecker in Wies­baden gehalten wird.

Bezugnehmend auf obige Annonce erlaube ich mir von den vielfältigen zugeheuden Attesten über die Heilkraft dieser Ketten einige davon rem Publikum mitzutheileu.

A t t e ff e.

Dem Herrn Carl Leyendecker, Commissionair zu Wiesbaden, Besitzer des Depots der Goldberger',cheu galvano-elektrischen Rheumatismus-Ketten für das Herzogthum Nassau be­zeuge ich hiermit, daß ich von meinem Kopfgichte, mit welchen, ich einige Jahre behaftet war, nachdem ich eine solche Kette 14 Tage trug, gänzlich befreit murre.

Wiesbaden, den 31. August 1848. Conrad Birck, Schuhmachermeister.

Seit einigen Monaten hindert mich ein heftiges Gicht an meinem Arm und Fuße sehr bei der Ausübung meines Berufes. Da kaufte ich mir in dem Geschäft« - Bureau von Herrn Carl Leyendecker eine Gvldberger'sche galvano-elektrische Rheumatismus-Kette für 2 fl. 38 kr. Und in der That hat mich diese Ausgabe nicht gereut, da ich schon nach einiger Zeit des Gebrauchs von den größten Schmerzen befreit war.

Wiesbaden, den 30. August 1848. Louis Rausch, Schriftsetzer.

Mehrere Jahre litt ich an heftigem nervös - rheumatischem Kopfweh und alle angewandte Mittel waren erfolglos. Durch einen Freund, auf die von Herrn Carl Leyendecker in Wiesbaden angezeigte Goldberger'schen galvano-elektrischen Rheumatismus-Ketten, aufmerksam gemacht, wandte ich dieselben an und wurde dadurch in kurzer Zeit von meinem Uebel vollständig befreit.

Wiesbaden, den 18. September 1848. Gustav Justt,

(1570) Tkputirter der Kammer von Hcczaglhnm Nassau.

Anzeige.

Hiermit zeige ich ergebenst an, daß fortwährend in großer Auswahl bei mir zu haben sind; doppelte und einfache Jagdflinten zu billigen Preißeu; so wie Büchsen mit und ohne Spitzkugeln, ferner Pistolen und Terzerolen, Pulver und Zündhütchen Ir Qualität.

Da sämmtliche iu meinem Lager befindlichen Waffen von mir selbst geprüft, und in jeder Beziehung genau untersucht sind; so kaun ich um so mehr für die Güte meiner Waffen garantiren, und dieselben auf das beste empfehlen.

Friedrich Zager,

Hof-Büchsenmacher zu Biebrich am Rhein.

(1520) In der H. W. Ritter'schen Buchhandlung ist zu haben:

Die

Erschießung Robert Blum's.

Großes Tableau in Royalformat, schwarz 1 fl. 12 kr., colorirt 1 fl. kr.

Dasselbe zeichnet sich durch seine Schönheit vor allen andern Ausgaben aus und sieht man geehrten Bestellungen entgegen.

Neue Citronen . . . . a 3 fr. »er St.

Frische Bückinge . . . ä 2 fr.

Frischer Laberdan . . . a 8 fr. Pf.

Melks a 18, 19 und 20 fr. per Pf.

Java-Caffee rein von 18 kr. au per Pf.

Feinstes Provencer-Oel â 28 fr. per Schv.

Neue Zwetschen . . . . ü 6 kr. per Ps. (1564) bei J. J. Möhler.

(1561) Es wird in ein sehr vorthellhoftes Ge­schäft ein Assoc <; gesucht, bei dem mehr auf Sprachkenntniß in französisch und englisch ge­sehen wird als auf große Einlage; eine Ein­lage von 800 fl. bis 1000 fl. wäre hin­reichend. Das Nähere ertheilt das GefchâftS- Bureau von Carl Leyendecker.

(1568) Ein Capital von 9000 fl. gegen gerichtliche Sicherheit, wird zu leihen gesucht. Wo? sagt die Erpedition dieses Blatte«.

(1556) 3300 fl. werden gegen doppelte ge­richtliche Sicherheit auf Güter und obne zu leihen gesucht. Wo? sagt die ErpedUr dieses Blattes.

(1557) 2000 fl. werden gegen doppelt ge­richtliche Sicherheit zu leihen gesucht. sagt die Erpedition dieses Blattes. ,

(1550) Ein guter, wenige Jahre geb^uch Flügel ist billig zu verkaufen. Wo? sagt Erpedition dieses Blattes.

Offene Lehrtittgsstelle.

(1563) Ein junger Mann, der möglichst.)e" das Progymnasiuui durchgemacht hat, ww» ein Material- und Colvnialwaaren-Geschatl 8 sucht. Kost und Wohnung erhält der sehr g gegen geringe Vergütung im Hause; für v " gelb wird nichts verlangt. ,

Verlag von H. Fischer und C. Ritter. Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.