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ergriffen haben. Nach drin?lfba" brachte cm aiu 26. November aus Neapel abgegangenes Darnpfschiff die Nachricht nach Livorno, daß jene Stakt in der größten Aufregung sei, unk man jeden Augenblick den Ausbruch eines blutigen Drama's befürchte.

(N. RH. Z.)

Italien.

(Graf Nossi.) DieTimes" bringt nachfolgende Biographie des berühmten Staatsmannes, der kürzlich in Rom ein Opfer seiner festen politischen Haltung und seiner Entschiedenheit geworden. Rossi war 1787 in Carrara geboren und wurde 1809 Advokat und Pro­fessor des Rechts an der Universität Bologna. 1815 war er während der Besatzung der Legationen durch Murat Civilkommiffarius und in Folge davon ver­bannt. Er flüchtete daher nach Genf, und bekleidete an der dortigen Universität zwanzig Jahre lang den Lehrstuhl des römischen Rechts. Hier wirkte er auch für eine friedliche Reform der Bundesverfassung; als jedoch seine Pläne scheitelten, wurde er von Herrn Guiz ot bewogen, nach Paris zu kommen. Hier wurde ihm ein Lehrstuhl für konstitutionelles Recht veiliehen, er als Franzose naturalisirt. Ec bekleidete verschie­dene wichtige Stellen, und wurde zuletzt in die Pairs-- kämm er berufen. Obgleich er nie eine Ministe, stelle bekleidet hatte, lebte er doch in der innigsten Verbin- dung mit der Regierung und erfreute sich des unbe­schränktesten Zutrauens des Königs. Dieser Umstand bewirkte, daß er zum französischen Botschafter in Rom ernannt wurde, und o kehrte er nach einer Abwesen­heit von dreißig Jahren als Gesandter einer fremden Macht in sein Vaterland zurück. Er trug in dieser Eigenschaft viel zur Erwählung Pius IX. bei. Nach der Revolution in Frankreich hörte seine Stelle als französischer Botschafter auf, und kann wurde er von dem heiligen Vater zum Premier-Minister ernannt.

Florenz, 29. Nov. Aus Rom wird derAlba" geschrieben:Die Stadt ist vollkommen ruhig; Jeder g ht, als ob nichts vorgefallen wäre, seinen Berufs« geschäften nach; alle sehen ein, daß der Pabst nur durch Vie schändliche Kamarilla zu dieser tadeluswerthen Hand­lung verleitet wo,den ist, welche durch diesen Staats­streich das Volk auizurege» unk eine furchtbare j Reaktion zu bewirken hoffte. Zwischen dem Volke, der ' Civica und den Truppen waltet die beste Harmonie, so ! daß nichts zu besorgen sein dürfte. Alle Kardinäle und sonstige Personen, die irgendwie blosgestellt sein dürf­ten, haben Rom verlassen."

Turin, 29. Rov.Times",Standard" und an­dere Londoner Blätter vom Dienstag melken als ganz bestimmt, daß der Pabst, nach telegraphischen Mitthei­lungen aus Paris vom Montag Abend, zu Malta an, gekommen ist. Man hätte dies Factum an der Pariser

Börse vom Montag bezweifeln wollen, aber es sei nichts­destoweniger authenüfch. (N. NH. Z.)

S cb w e i z.

Nach einer neuen Berechnung beträgt nach der jetzi­gen trefflichen militärischen Einrichtung in der Eidge­nossenschaft die Kriegssteuer durchschnittlich per Kopf 30 fr. In Preußen dagegen kommen auf den Kopf 2 fl. 36 kr, in Baden 2 fl. rc. rc. (Volksfr.)

Nachschrift.

Berlin, 7. Dec. Es ist wieder die Rede von der nahe bevorstehenden Bildung eines neuen Ministeriums, an dessen Spitze Hr. v. Vincke stehen würde; Herr Simson wird als Justizminister genannt.

Der Fürst zu Lippe-Schaumburg hat in Minden um ein Militär - Coinmanko zu seinem persönlichen Schutz gebeten wegen der Aufregung, welche unter den Bauern seines Ländchens herrscht.

DieDeutsche Reform" schreibt, daß die bayerische Regierung in einer an das preußische Cabinet gerichte­ten Rote gegen ein etwa beabsichtigtes deutsches Kaiser- thum plotestirt habe.

Wien, 4. Dezember. Erzherzog Franz Karl und Erzherzogin Sophie sammt Famlie begeben sich morgen nach München, und auch die übrigen Mitglieder der kaiserlichen Familie sollen sich auf Reisen begeben. Man versicher, daß hierdurch dein bestimmt aus gesprochenen Wunsche des jungen Kaisers gewillfahrt werde, da er frei von allen Einflüssen beim Antritte seiner Regie, rung erscheinen wolle. (D. A. Z.)

Wien, 5. Dec. Eine Amnestie erscheint in gewisser Aussicht. Wan vernchert, daß der Reichstag dem­nächst nach Wien verlegt werden wird. Dennoch er­scheint eine baldige Beendigung des Belagerungszu­standes zweifelhaft und für den Augenblick wird der­selbe in manchen Stücken sogar strenger eingehalten.

Die Besatzung Wiens beträgt für setzt 20,000 Mann mit 36 Geschützen. Gegen Ungarn ist eine Heeresmacht von 150,000 Mann aufgeboten. Die Hoff­nungen auf eine friedliche Ausgleichung mit diesem Lande sind nach zuverlässigen Nachrichten unbegründet. Viel­mehr wird der ernstliche Augriff sogleich, nach deS sau­gen Kaisers Hieherkunft beginnen. Diese wird in eini­gen Tagen erfolgen, die hier konzentrirten Truppen werden den neuen Fahneneid schwören, der Kaiser die­selben in großer Revüe pafsiren lassen, und hierauf wieder nach Ollmütz zurückkehren. Fürst Windischgrätz aber wird hier verweilen und hat das Commando be­reits dem Felkmarschall - Lieutenant Baron Gruber übertragen. (Br. Ztg.)

Olmütz, 3. Dee. Mit den Ungarn sind Un­terhandlungen angeknüpft worden. Der be­

kannte Bischof Lonovics ist heute Nachts hier angekom­men. Der serbischen Deputation sind alle ihre Fy/ derungen bewilligt. Die Woswodschaft ist best,' tigt. Ich möchte wissen, was Rußland für Nachricht zahlt. (C. Bl. a. B.)

München, 5. Dezbr. Ueber die gestern Abend be­gangene Todtenfeier für Robert Blum berichtet her Nârnb. Corresp.": Wohl 12-1500 Fackelträger, bib beten den Zug, der sich in der Ludwigstraße aufstellte und auf dem Platze vor der Loggia, der gegenüber der österreichische Gesandte wohnt, seinen Anfang nahm, von wo aus derselbe durch die auf beiden Seiten zahlreich mit Volk besetzten Hauptstraßen nach dem Dultplatze zog, woselbst, nachdem der ChoralEin' feste Burg ist unser Gott" von den Gesangvereinen vorgetragen war Herr Riese Namens des vaterländischen, Hr. Dr. Ring­ler Nainens des deinokratischen und ein Arbeiter Ra­mens des Arbeitervereins sprachen. Die ganze Feier trug ein sebr ernstes Gepräge und wurde durch keinen Unfall gestört; trotz der großen Menschenmenge, die auf den Beinen war, ist nicht die geringste Unordnung vor- gefallen'

Paris, 6. Dez. Heute Mittwoch, um Mitternacht, werden in allen Marseämtern die Wahllisten geschlossen. Wer also bis zu dieser Stunde seine Karte nicht ab­geholt hat, geht seines Stimmrechts verlustig. Drei Tage sind nur noch bis zum Wahltage und dennoch läßt sich das Resultat nicht mit Bestimmtheit voraus­sehen. Trügen nicht alle Zeitungen, so muß der neue demokratische Kaiser wenigstens drei Millionen Sti'm- men haben, um seinen afrikanischen Gegner zu besiegen. Errreicht er diese Zahl nicht, so wird der Plan Mar- rasts, die Wahl durch d.e Nationalversammlung vor­nehmen zu lasseu, jedenfalls in Erfüllung gehen und Cavaignac wird Präsident. Louis Blanc räth seinen Pariser Freunden in einem Briefe aus London vom 4. Dec. von Neuem, die ihm zugedachten Stimmen auf einen andern Kandidaten zu übertragen, damit sich die Zahl der Socialisten nicht allzusehr zersplittere.

Aus Korsika ist abermals ein Bonaparte (Louis Luzian) in die Nationalversammlung getreten. Wir haben nun deren fünf (Louis, Peter, Jerome, Luzian und Murat. (O.P.A.Z.)

Aus Gaeta ist die Nachricht eingegangen, daß der Papst Pius IX. die herrliche Residenz Caserta in der Nähe von Neapel zu seinem Aufenthaltsort gewählt hat und sich demnächst dahin begeben wird. Der Kö­nig von Neapel hat die schweizer Truppen, welche der Papst zu verabschieden gezwungen worden war, in sei­nen Sold genommen. (F. I.)

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

'"*

Bekanntmachungen.

Aufforderung.

Die das demokratische Prinzlp zur Grundlage nehmenden politischen Vereine Nassau's, welche ihren Beitritt zu dem auf die zu Kirberg ge­faßten Beschlüsse gebildeten Bund, noch nicht erklärt haben, werden hiermit ersucht, die Beitrittserklärung baldmöglichst an den derzeitigen Vorort, den Vorstand des Vereins zur Wahrung der Volksrechte in Wiesbaden abzugeben.

Der Vorstand

des Vereins zur Wahrung der Volksrechte.

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________Schustergaffe Idt. O 110 neben Herrn Dreyfus

Allgemeine

Rentenanstalt ;n Darmstadt.

Diejenigen, welche der in der Bildung begriffenen 5ten Jahresgesellschaft (1848) beizutreten oder Nachzahlungen auf frühere Einlagen zu leisten beabsich­tigen, laden wir hierdurch ein, solches vor Ablauf dieses Jahres entweder dahier bei dem Bureall der Anstalt, oder auswärts bei den Herrn Bevollmächtigten der­selben^) zu bewerkstelligen.

Bis Ende 1847 zählte die Anstalt 4887 Mitglieder mit 8019 Einlagen und einem Vermögen von 385,098 fl. Bei der mit dem Institut verbundenen De- positeuaustalt können fortwährend Gelder gegen 4 Prct. Zinsen» hinterlegt werden. Darmstadt, den 27. November 1848.

Die Direktion.

*) In Wiesbaden bei Herrn Friedrich Wilhelm Käsebier; in Dillenburg bei Herrn F. J. Zinco. -

Ä Bei herannahendem Christfeste erlauben wir uns, ~ unser reichhaltiges Lager von Kinder- «fr «Jugend-

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Unterzeichneter wird einen schönen mit den deutschen Nationalfarben geschmack­voll verzierten Riesen-Luftballon, versehen mit der Figur eines Menschen, aufsteigen lassen. Der Anfang ist heute Nachmittag präcis ^4 Uhr auf dem Theaterplatz. Jul. Bräuer,

Physiker aus Groß-Glogau.

Alle uns zukommenden Aufträge werden auf das W

Beste ausgeführt werden. M

W Wiesbaden, 9. Dezember 1848.

Buchhandlung von H. Wischer. El IT. II . Biller'sehe Buchhandlung. El

(1567) Auf das Inserat Nro. 233 der Freien Zeitung der beiden Herrn Felvgerichtsschöff-n Knapp und Stöhn habe ich als Erwiederung Nachstehendes zu entgegnen: 1) wenn es heißt hintenherum wäre von Deutschkatholiken ge­sprochen worden", so erkläre ich, daß ich mich nicht scheu« und eS auch für keine Sünde halte, Sympalhieen für eine andere Confessio» offen zu bekennen: 2) der zweite Punkt, der das Widersprechen und die Verwahrung betrifft, (wo keine Verwahrung nöthig ist) ist nur von einer Partei, von ohngefâhr 10-15 Gliedern und

nicht von einer Gemeinde erörtert worden; w die Wahlversammlung beweist. Denn nach ' örterung des obigen Erwähnten, *?**"£.,. Wahl vorgenommen, und ich erhielt d:e ' menmehrheit, mit 43 Stimmen, von 1 >" , lenden. Dieses ist die Aergerniß von» ^ und Möhn. 3) die Aeußerung der ganzen Gemeinde ist falsch; es waren bei bl-ser sammlung, als der Konflikt vorkam, nur / ohnqefähr 30 Bürger versammelt.

Eufingen, 7. Dezember 1848.

Verlag von H. Fischer und C. Ritter. - Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerki.