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von Sizilien bleibt mit der von Neapel vereinigt. Sollte einer von beiden Theilen das Ultimatum verweigern, so wird es zurückgenommen und die Entscheidung dem Schwert überlastn,, wobei Frankreich und England strenge Neutralität beobachten werden. Alles das ist offiziell. (Fr. 3)

Großbritannien.

London, 2. Dezember. DieTimes" billigen durchaus die französische Expedition nach Civitavecchia, die an und für sich löblich und nothwendig sei. Es wünscht dieses Blatt, die britische Flotte möchte zum wenigsten durch ihre Gegenwart Theil nehmen an der Erfüllung einer für die Ruhe und den Frieden Italiens so wesentlichen Pflicht.

Nach einem Schreiben aus Messina soll eine Re. gelang der Differenzen zwischen dem Könige von Neapel und seinen sizilianischen Unterthanen dem Abschlusse nun ganz nahe fdn^ eines der ersten Resultate dieses Aran, gements würde die Uebergabe der Festung Messina und die Räumung der Insel durch die königlichen Truvpen sein. (F. I)

DerStandard" erklärt, daß die Angabe meh- rerer Blätter, die erkönigliche Familie von Frankreich sei gegenwärtig bei Sir R. Peel aus Besuch, irrig' sei; dieselbe befinde sich fortwährend zn Richmond. Peel habe zwar vor einigen Tagen die Ehre dieses Be­suches sich erbeten, und Ludwig Philipp habe die Ein­ladung auch angenommen, der Besuch aber sei nicht erfolgt.

F r a v k r e ich

Paris, 3. Drc. Es heißt, der Papst werde in Fontainebleau wohnen und nicht in den Tnilerien, wie wir gestern berichteten.

Justizminister Marie vertritt den NuterrichtS- minister Freslon interimistisch.

Louis Bonaparte veröffentlicht heute einen Brief in allen Journalen, worin er erklärt, daß er gegen die Expedition von Civita - Becchia gestimmt habe, so sehr er auch geneigt sei, alle Maßregeln zu billigen, welche die Freiheit und die Autorität des Papstes be. zwecken.

Hr. Thiers hat sich von seiner Gattin von Tisch und Bett getrennt, obgleich sie noch unter demselben Dach wohnen.

Abbe Romini ist keineswegs in Paris einge­troffen, um die französische Intervention anzurufen.

Marrast und der ganze Generalstab der Natio­nalversammlung wollen Sr. Heiligkeit bis Bourges entgegen fahren, um ihr dort die Pantoffeln zu küssen.

Paris, 3. Dezember, 4 Uhr Nachmittags. Die letzten Nachrichten, welche die Regierung erhielt, sind aus Gaeta vom 26. Nvvbr. An diesem Tage sollte der Papst daselbst anlangen.

M D-r französische Consul in Civita-Vecchia hatte sich auf dem Tenare eingeschifft nnd war nach Gaeta ge­fahren, um den Papst abzuholen.

So weit die Regierungsnachrichten. Da indessen das Wetter heute nach langer Zeit zum ersten Male wieder klar ist, so hofft man noch heute auf telegra­phische Nachrichten aus Toulon oder Marseille.

Aus Wien ist ein Kurier eingetroffen, welcher der Regierung anzeigt, daß der Hof von Wien ein­willigt, die Mediationsverhandlungen wegen Italien in Brüssel zu eröffnen.

Paris, 3. Dez. Aus den uns gestern Abend zu- gegangenen Marseillerblättern vom 29. Nov. sehen wir, daß Se. Heiligkeit sich wahrscheinlich aus dem Quin- nal durch geheimen AuSgang am 24. Nov-, Abends 5 Uhr, in das freie Feld flüchtete, weil sie entgegen­gesetzter Seits sich hätte durch die ganze Stadt bege­ben müssen, was man um jeden Preis vermeiden wollte, da sich das Volk der Flucht widersetzt haben würde. Ueber die Landschaft hinter dem Ouirinal schlug der

Papst und sein Gefolge offenbar den Weg von Terra- cina ein, von wo sie ihre Reise durch die sogenannten Pontinischen Sümpfe bis Gaeta dicht über die römisch neapolitanische Gränze fortsetzten. Was weiter aus Sr. Heiligkeit geworden, darüber enthalten die Blätter durchaus nichts Bestimmtes. Aus der telegraphischen Depesche des Consuls in Civita Becchia an Bastide erfuhr man nur, daß der Papst den Dämpfer Tenare von dort nach Gaeta eingeladen hatte, um ihn an Bord zu nehmen. Diese Einschiffung soll am 26. Nov. im Laufe des Tags erfolgt sein. Hiermit schließen die Berichte.

Das Jou: nal des Debüts ist sehr besorgt um das Schicksal des Papstes. Am 25. Nov. mußte der­selbe in Gaeta eintreffen und man weiß nicht, ob er sich eingeschifft hat auf dem Tenare und wohin er sei­nen Weg gerichtet? Sieben volle Tage sind verflossen, ohne alle Spur!

Das Lamartiuc'sche Bien Public sagt:

Man meldet uns so eben (AbendS), daß die Re­gierung eine telegraphische Depesche erhielt, die ihr die Ankunft deS Papstes in Marseille anzeigt."

(N. Rh. Ztg.)

Rachfch rift.

Wien, 2. Dez. Neber eine Affaire bei An­gern erfährt man bei fehlenden offiziellen Nachrichten Folgendes: Ein starkes ungar. Truppe, corpS man schätzte es auf 10,000 Mann machte Miene, die gegenüberstehenden k. k. Truppen anzugreifen; worauf unverzüglich telegraphirt ward. Binnen drei Viertel­stunden kamen bedeutende Kavallei iemassen Herange- sprengt. Der Angriff erfolgte nun wirklich von Seite der Ungarn, und ihre Kugeln flogen bis dicht zur Bahn heran; wogegen diesseits aus Feld- und Batteriegeschüt­zen geantwortet wurde. Der kommandircndc Stabs­offizier erhielt Beicht, nicht über die March zu fetzen, bevor Verstärkungen eingetroffen find. So standen die Sachen um 11 Nhr Vormittags, nachdem das Feuern schon um 8 Uhr begonnen hatte. Nähere Berichte sind bis jetzt nicht eingelaufen; wie denn überhaupt der Nordbahnzug noch nicht angelangt ist. Das schon gestern verbreitete Gericht, daß die k. k. Truppen eine Niederlage erlitten, entbehrt allen Grundes. (N. C'.)

Der Ober-Postamts-Zeitung entnehmen wir:

Prag, 3. Dezember. Sowohl daSConstitutionelle Blatl aus Böhmen" als auch dieConstitutionelle All­gemeine Zeitung von Böhmen" zeigen heute die in ver­flossener Nacht halb 12 Uhr erfolgte Ankunft des Kai­sers und der Kaiserin in der böhmischen Hauptstadt an, melden aber beide noch nichts von der nach den Leipziger Zeitungen mitgetheilten Abdankung des Kaisers zu Gunsten seines Neffen, des Erzherzogs Franz Joseph. Die Majestäten kamen mit einem Ertrazug und in Begleitung des Fürsten Lobkowitz von OUmütz und wurden in Prag von dem Vizepräsi­denten Feeiherrn von Mecsery und dem kvnnnan- direnden General Grafen Khevenhüller empfangen und in die Hofburg geleitet. DemConstitutionellen Blatt" aus Böhmen zufolge sollen Fürst Windischgrätz und Jellachich gestern in Ollmütz gewesen und um 2 Uhr nach Wien zurückgekehrt sein.

Ein so eben von Prag zugehender Bericht unseres dortigen Correspondenten bestätigt daS Vorstehende und fügt noch Folgendes hinzu: Außer dem Fürsten Lob- kowiß begleiteten auch zwei Erzherzoge das kaiserliche Paar hierher. Um 9 Uhr gestern Abend hatte der Vicepräsioent Mecsery berereitS Kunde von der bevor­stehenden Ankunft der hohen Gäste erhalten, und em­pfing dieselben mit dem Grafen Khevenhüller in aller Stille. Eine Deputation der Prager Bürger machte sogleich in der Hofburg ihre Aufwartung. Kaiser Fer­

dinand soll heiter und augeweckt gewesen sein, und sich dahin geäußc,t haben, daß er hoffe, hier in Frieden leben zu können.

Ferdinand 1. hat auf die Krone resignirt,^ ebenso der Thronfolger Erzherzog Franz Karl, Bruder des Kaisers, und zwar geschah dies zu Gunsten Sr. k. f Hoheit des 18jährigen Erzherzog Franz Josph, V« mithin jetzt unser konstitutioneller Kaiser sein wird. Heute empfängt' Se. Maj. keine Deputationen, aber morgen und fortan an zwei festgesetzten Tagens,'» der Woche wird derselbe Besuche empfangen. Er soll wil, lens sein, Prag nicht mehr zu verlassen. Wir erwar­ten eine Proklamation; wenn ich sie vor dem Post­schluß bekomme, so werde ich selbe beilegen. Der Vize- prâsioent berief heute früh alle Redakteure zu sich, und empfahl ihnen Mäßigung, zugleich gab er ihnen officiell die Kunde, daß Franz Joseph die Kaiserkrone übernehmen und alle Zugeständnisse des Kaisers Ferdinand vollkommen bestäti­gen werde. Als Ursache des Rücktritts des Kaisers gibt man die ungarischen Wirren an. Der Kaiser konnte sich nicht entschließen, seinen Eid zu brechen und die den Ungarn beschworenen Freiheiten zu schmälern: deßwegen tritt er ab und der Krieg wird jetzt energisch betrieben. Im Gegensatze zu dem Congreffe der deut­schen Vereine hat die Slowanska Lipa beschlossen, und auch schon den leitenden Ausschuß bestimmt, einen Con- greß sämmtlicher Slowanska Lipa'scher Vereine zusam­menzurufen. Der erste Schritt zu, Centralisirung der Nationalgarden Böhmens ist geschehen; es ist nämlich dem Andreas Haase, früher Oberster der Prager Na­tionalgarde, die oberste Leitung der Geschäfte sämmt­licher Garden übergeben worden.

Paris, 4. December. Der Telegraph meldet heute Morgen der Negierung, der Pabst sei am 2. Decbr. in Marseille gelandet. Er hätte bei Corsika Halt ge­macht wegen stürmischen Wetters. Kultusminister Fres­lon war bereits am Tage vorher in Marseille cinge- troffen.

Eine spätere Nachricht 4 Uhr Nachmittags meldet, der Pabst sei noch in Gaeta. Eiu Kourier des Ad­mirals Parker bringt dagegen (5 Uhr Nachmittags) durch Paris nach London dem dortigen Kabinet die Nachricht, der Pabst sei in Malta gelandet.

Einstweilen ist also der Aufenthaltsort des Pabstes noch Geheimniß. (N. Nh. Z.)

Rom, 25. Nov. Die Kammern erklären sich per­manent und ernannten eine Kommission von fünf Glie­dern zur Redigirung von Proklamationen.

Rom, 26. November. Das Volk, erzürnt über Harcourts Begünstigung der Flucht des Pabstes, schießt gegen das französische Gesandtschaftshaus.

Civita-Vecchia, 27. November. Nom ist vollkom­men ruhig. Der Volkszirkel hat seine Macht in die Hände einer Provisorischen Regierung niedergelegt.

Für die Hinterbliebenen Robert Blums

sind bei der Redaktion der Freien Zeitung weiter ein- gegangen: fl. kr.

41) Ertrag eines von dem Gesangver­ein zu Herborn am 3. d. Mts. veranstalteten Conzerts, eingesandt durch Herrn Bausch .... 35 Uebertrag 452 12^ Summa 487 12%

Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.

Bekanntmachungen.

(1457) In der H. W. Ritter'schen Buchhandlung ist soeben erschienen und zu haben:

Die

Wechsel-Ordnung

nebst

Wecstsesyrocefs-Grdnung

für das

Herzogthum Nassau, wie solche von den Volksvertretern berathen, beschlossen und von der Staats-Regierung genehmigt worden ist.

Preis 12 Kreuzer.

Edietalien.

(1553) Nachdem über das Vermögen der Heinrich Burg's Eheleute zu Eltville derCon- curs rechtskräftig erkannt worden ist, so steht zur Liquidation persönlicher und dinglicher An­sprüche an der Masse und zwar bei Vermeidung des Ausschlusses von derselben Termin aus

Freitag, den 15. d. M. Morgens 9 Uhr. Eltville, den 6. Dezember 1848.

Herzoglich Nassauisches Amt Krah.

(1554) Im Badhaus zur Goldenen Kette ist eine Parterrewohnung zu vermielhen.

(1555) 1000 fl., 400 fl. sind sogleich

gegen doppelte gerichtliche Sicherheit auSzu- leihen. Wo? sagt die Erped. dieses Blattes.

(1520) In der H. W. Ritter'schen Buchhandlung ist zu haben:

Die

Erschießung Robert Blums.

Großes Tableau in Royalsormat, schwarz 1 fl. 12 kr., colorirt 1 fl 45 kr.

Dasselbe zeichnet sich durch seine Schönheit vor allen andern Ausgaben aus und sieht man geehrten Bestellungen entgegen.

(155ß) 3300 fl. werden gegen doppelte ge­richtliche Sicherheit auf Güter und ohne Mäkler zu leihen gesucht. Wo? sagt die Erpedition dieses Blattes.

(1557) 2000 fl. werden gegen doppelt ge­richtliche Sicherheit zu leihen gesucht. Wv? sagt die Erpedition dieses Blattes.

Frische Lebkuchen das Pfund zu 12 kr. uud bei größerer Ab­nahme, sowie auch billiges Marzipan-Confekt an Wiederverkäufer, zu ganz ermäßigten Prei­sen bei Heinrich IFen«, Conditor, (1541) Langgaffe Nr. 38. in Wiesbaden.

(1^50) Ein guter, wenige Jahre gebrauchter Flügel ist billig zu verkaufen. Wo? sagt die Erpedition dieses Blattes.

(1547) Geheizte Kegelbahn und Kitzinger Bier per Flasche 9 kr. ist stets zu stnden bei

Ä. Forell, Bairischer Hof.

(1537) Gut getrocknete Ameiseneier sind stets vorräthig und billig zu haben bei Georg Bögler auf dem Markt.

(1533) Vorzügliches Münchner Bier per Flasche 9 kr. Sehr gutes Frankfurter Bier per Flasche 6 kr. bei August Muller, Webergasse Rro. 6. ____

(1531) Ein mit den Nöthigen Verkennt», ist" versehener junger Mann von 19 Jahren gegen Kost und Logis in einem Colonial-ro ren-Geschâfte placirt zu sein.

Verlag von H. Fischer und C. Ritter. - Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.