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des linken C kütrums akkomodirt und auch mit der äus­sersten Linken scheint ein Arrangement eingetreten zu sein, da im Wesen der Sache ja ohnehin Alle, mit Ausschluß der rechten Seite, übereinstimmen.

Gestern wurde die Geschütze, welche seit der Ver­kündung des Belagerungszustandes im Schlosse standen, abgefahren; ein Beweis, daß man für die Ruhe der Stadt nichts mehr stechtet. (F. I.)

Die Ankunft des Hrn. v. Gagern und des Hrn. Simson in Berlin wird in den neuesten Berliner Blät­tern und Briefen noch'nicht gemeldet, dagegen wird die Ankunft des Neichsminisierial-Sekretärs Hrn. V. Schütz augezeigt. (Hört, ihr Nassauer!!!) (O.P.Z.)

Wien, 23. Nov. Heute Morgen wurde an Dr. Becher und an Dr. Jellinek das kriegsrechtliche Todesurtheil durch Pulver und Blei vollzogen. (N.C.)

Kremsier, 22. November. Die Abgeordneten ha­ben sich im Reichstage Sitze conform ihren früheren Plätzen ausgesucht. Der längliche Naum gestattet zwar keine gleiche Eintheilung, wie in der Reitschule, aber man rückt und drückt sich zusammen, und so sind die Bänke fast ganz gt füllt, rechts wie links. Auf der rechten Seite sitzen wieder die Czechen, auf der linken die bekannten Herren, nur mitten drunter ? orrosch ne­ben Löhner und Prato, Bioland, Endlich, Fuster, Schwarzer u. A. sind zugegen. Doblhoff sitzt im lin­ken Centrum. Die neu angettetenen Deputa ten Stamm, Spandl, Wildner, von Mathstein, Schützenberger Neuperg nehmen bereits Theil an der Abstimmung. Minister Bach, Krauß und Stadion treten später ein. Zum ersten Vizepräsidenten wurde Cajatan Meper mit 124 Stimmen von 246 Stimmenden gewählt, zum zweiten Lasser mit 130 von 242 Stimmen.

(C. Bl. a. B.)

Kremsier, 22. Novbr. Das österreichische Parla­ment tagte heute zum erstenmale im erzbischöflichen Palais. Die kleine Stadt ist festlich bewegt, während

die Gemüther der anlangenden Abgeordneten von dem mannichfaltigen Gefühle vergangener und kommender Tage ergriffen sind. Gleich im ersten Moinent hat die Reibung der Fraktionen begonnen und schärfer als je scheinen sie sich zu sondern und zu spalten. In dem möglichst ungeschickt hergerichteten Saale nahmen die Abgeordneten Platz wie früher in Wien, höchstens daß ein paar Abgeordnete ihre Sitze wechseln; die Polen und die Ultradentschen sitzen links, die Czechen rechts. Minister Stadion läßt sich auf einige Minuten sehen, die Minister Bach und Kraus bleiben längere jZeit. Abg, Smolka nahm den Präsidentensitz ein, verkündigte aber sogleich, daß die Zeit um sei, und eine neue Wahl zu veranstalten wäre. Abg. Schmidt begehrte einige Tage Frist, damit man sich orientire, aber dieser An­trag wurde verworfen, von den Czechen in der sichern Voraussicht, ihr Candidat Strobach werde siegen, und damit gleich eine Demonstration gegen alles Vorgefallene gemacht werden. Allein die Urne täuschte. Bei dem ersten Scrtininm sielen von 248 Stimmenden 122 Zettel auf Strobach, 121 auf Schmolla, den Candida- ten der Linken, die andern zersplitterten sich, und es er­gab sich sonach keine absolute Majorität. Man mußte ,zum zweitenmal? wählen und Smolka erhielt 131, Stro­hbach nur 124 Stimmen von 255 Votantan.

Das Resultat überraschte, und mag auch eingeschüch- tert haben, denn es zeigt, daß die gemäßigte Linke eine compacte Fraction bildet, und sonach nicht wie früher sich in Republikaner, Mtradeutschc und Polen zerstäubt gegen die fest und sicher auftrctende Rechte unter Vor­tritt der Czechen. Beide Parteien scheinen sich jetzt die Wage zu halten, und das Centrum des Centrums, die österreichische Partei, gibt den Ausschlag. Die Cze­chen hätten gern Strobach durchgcsetzt, theils um das seit dem 6. Olt. vom Reichstag Geschehene schon hier­durch zu desavonireu, theils dem geschmähten Präsi­denten" Satissaction zu verschaffen; sie unterlagen, sind aber nicht die Männer des Verzagens.

(D. A.-Ztg.)

Danzig, 22. Novbr. Die Arbeitelnstellung der Sackträger hat ihr Ende erreicht.

Naumburg, 24. Novbr. (Fr. O.-P.-A.-Z) Heute^ wurde die Reorganisation der vier Bürgerwehrcompag. nie» vollendet, doch fehlen diesem Corps immer die- Waffen. Magistrat und Stadtverodnete haben den Beschluß gefaßt, dem Ministerium Brandenburg die Steuern verabfolgen zu lassen, was jedoch bei einem großen Theile der Bevölkerung Mißvergnügen erregt hat.

Für die Hinterbliebenen Robert Blums sind bei der Redaktion der Freien Zeitung weiter ekn- gegangen:

29) Von dem Mondschein-Club in Biebrich mit dein

Motto: fL fr.

Einzeln muß der Mann sich stellen,

Wo Gefahr sein Haupt umkreist, Und muß Henker und Gesellen

Vor dem Volk entlarven dreist.

Stürzt er von den ersten Schlägen,

Weil er wehrlos steht und vorn, Bleibt sein Wort im Volk ein Segen, Schwellend wie ein Saamenkorn.

v. Sallet. . . 7 12

30) Ergebniß einer Collekte unter den Bürgern der Stadt Nassau, einge­sandt durch Dr. Haupt . / - 28 32% Summa 35 44% Uebertrag 260 13

Summa 295 57%

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

WeöSk-uèWsHungeN.

(1520) In der H. W. Nitter'schen Buchhandlung ist zu haben:

Die

Erschießung Robert Blum s.

Großes Tableau in Royalformat, schwarz 1 fl. 12 kr., colorirt 1 fL 45 kr.

Dasselbe zeichnet sich durch seine Schönheit vor allen andern Ausgaben aus nnd sieht man geehrten Bestellungen entgegen.

(1518) . . an der Lahn, Herzogthum Nassau, Amt Diez bei Baleflah.

A Gespräch

zwischen dem reiche Hannes und arme Michel.

Michel: Herr Gevarer HanneS eig hon auch schon ost frohe woll , wie bat nur, bet die Scholteffer, Borgermaster, Geniahroth, und wie sie als Hase mehrenihils reiche Leu sein.

Hannes: Dareß dach leucht begreiflich, dah, wat soll niet aach füreni arme Scholtes fürn Re- spek ho?

Michel: Ei Herr Gevarer, wann nau die arme Leu gescheuter wäre als die Reiche.

Hannes: Dat glabt ka vernünftiger Mensch, dah euch hon noch kau gescheute arme Wlann geseu. Da wann de Scholtes aach Gemansmänner in de Roth bereue will, host Dau ka Ge­fahr, bet Dau dam et beehrt werst.

Michel: Euch mahne doch a Scholtes müßte net lah reuch sei, sonnere aach Verstand ho, gerecht un ohnparteisch sey.

Hannes: Dommkop, waSde dah net, deß de Verstand voselber kimmt, da, eug honnemal ennem Buch gelese, do steht, wem Gott geb a Amt, dem gire aach Verstand.

Michel: A Schottes müßte aach beSgen Menschenfreundlich sei, so vel wie mählich der Arme ge­denken.

HanneS: Dat hoste getroffen, do Hot us virmjohr bet Amt zugemut, wer solle dem Lompezeug Mehl on Kartoffel kaafe, die Vorlag aus der Gemahkaff machen, e$ fiinefe net bezahle. Nau seneuch doch froh, bet de Gemahne ihre Gemahverwaltung überloffe un det Amt

ar die Regierung uns net meh of deffe Art zu kommontirn Hot. Wenn nachmol de Fall kimmt, unbe Scholtes froht meug, dah wern euch so, niks do.

Michel: Ach Herr Gevorer, ihr dürft es dach met de arme Leu net so genah nomine, da, die arme Leu, harre domols kan Verdienst, wollten und mußten dach lewe. Alleweil müs­sen wir aach n Hahwek helfe machen und hon dach.ka Wisse, aach sollemer det Gemah- holz unentgeldlich helfe mache.

Hannes: Dat dankt dir der T. dat muß ich aach.

Michel: Et es dach zweschen uS de Unnerschied, dat, wann bau backe wellst, gehst bau of dein Speigâ , un faßt in die Mihl eug un mei Familse kunne 45 Wuche, wie lang eS dauern kann vom Wend lewe.

Hannes: Wat geht mich dat oh. . .

Michel: Die Bauern fohn, wir wulten in die Gemahkass gesempelt hoh, wir breichten net viel zegewe, Es schot mir genung danch ka 56 Gille Grundsteuer zu gebe hoh, da wer vil hot, vo dem werd vil geforrert.

Hannes: Deß gut det Dau nikS zebefehle Host.

Michel: Dau sahst, bet Amt ar die Regiering Het be Gemahne zougemut, dem Lomyenzeuk Kar­toffel un Mehl za kahfeu, eig glabe net, det en dem Schreibe vom Anit, Lompenzenk gestanne Hot, nach inter für die Armen, wann dat des Amts oder der Regiering größter Fehler gewest wer da hets ka Reflutzion gewe. ES scheint mer aach, as wenn de de Spruch in der Bibel net gelese hest, wo uS Herr Christus gefaßt Hot, wat ihr be Arme thut , dot thut ihr an mir.

HanneS: Wat get mich die Bibel vH, die mag de Paff lese, dem wirds bezahlt. Mei Spruch Heft, ein jeder für sich und Gott für uns all.

Michel: Hoste aach alt gehört, bet soll a neuer Borgermaster gemacht wern, wer wird da da det Glück ho.

Hannes: Dau net.

Michel: Dat was ich awer us lieber barmherziger Herrgott UN alle Heilige wollen in Gnâden verhüten, daß dir dat Glück aach netze Dal werd.

Was mir nützt, das sag ich:

WaS mir schadet, verschweig ich;

Wo, zu gewinnen, da such ich,

ObS recht was gehts mich an?

Wenn ichs nur haben kann!

Ich bleib ja doch ein angesehener Mann I

Frankfurt. Cours der Staatspapi.ere.

1 Uhr.

Leftemid)

Preußen

Bayern

Wörtemb.

Baden

Dannstadt

Den 27. November 1848.

Melallignèè Obligationen ....

Wiener Bank-Actien.....

500 fl. Loose........

250 st. Loose von 1839 .... Bethmâunische Obligationen . . .

50 Thaler Prämien-Scheine . . , rx taâ- Schuld-Scheine ä 105 . . Obligationen........ Ludwig-Äanai-Aciieu inci. d. v. C. Bexbacher Eisenbahn-Actien . . . Obligationen........

Obligationen . ....... Lotteric-Aniehen ü 50 fl. von 1840 35 fl. Loose rom Jahr 1845 . . . Obligationen ...... .

pCr.

5

4

3

2%

4

41/2

3 % 3/2

3% 4% 3%

3%

Papier 69% 57 41 36%%

1 170 119

79% 58 66%

35# 4 75%

05% 75% 93 72 45%

26% 74%i

Geld 1 68% 56%1 4o"/2 355/i6 1165 : 118%.

78%- 57 65% 91% 75%

64%' 75% 9i%

44%! 25%' 74 1

Darmstadt

Kurhesseu Nassau

Frankfur:

Holland

Spanien

Polen

Sardinien

Den 27. November 1848.

Obligationen........ Lotterie-Anlehen von 50 fl. . . . 25 st. Loose........ Friedrich-Wilhelmè-Nordbahn . . 40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen bei Rothschild . . .

ditto 25 fl. Loose . . ,

Obligationen........

ditto von 1839 ....

bitte von 1846 ....

Tannus-Eisenbahir-Actien ü 250 fl. .

per ultimo

Jntegr.-Obttgatiouen..... Syndikats......, . .

Innere Schuld neue Obligationen . Ardoins incl. 14 Coup..... Lotterie-Loose 300 ......

ditto 500 . . . . . .

36 FrS. Loose bei Gebr. Bethmann

pCt.

4

4

3%

3 3% 3%

2% 3%

3

Papier 85 59% 21% 40 25% 80 20% 77% 90% 87 268

48

18%

68%

Geld

20%

N 79 20%

86% 265

47% 71 «%

94 68% 25

Cours der Wechsel. _______Den 27. November.________ Amsterdam, iw fl. Crt. . . . Augsburg, 105 st. Crt. . . . Berlin, 60 Thlr...... Bremen, 51) Nthlr. in Louièd'or . Hamburg, 100 Mrk. Bco. . . . Leipzig, 60 Thlr. .....

in der Mege .... London, 10 Livr. St..... Lyon, 200 Fr....... Paris, 200 Fr....... Mailand, 250 Lir. Austr. . . . Wien, in 20r 100 fl. C.-M. . . Tièconto ........

Kurze Sicht

Zwei Monat

Go5d- und Silber-Sorten.

Neue Louisd'or ............

Friedrichsd'or....... . . . . .

Dncaten..............

20 Frank-Stücke ...........

Holländische 10 fl. Stücke........ Englische SouvcrainS , . ........

'Lanbihaler . . . . . . . . . . . . .

Preußische Thaler...........

Hochhaltiges Silber . .........

âriug-m'melhaltigeä Silber........

fl.

11

9

5

9

10

12

2

1

24

24

(Frl

fr.

5

56 36

38

5

2 43% 45 24

18

f.J.)

Briefe 101

99% 88%

121%

108

Geld

105%

105%

121%

94% 94% 100%

Briefe

Geld 160%

88 !

Verlag von H. Fischer und C. Ritter. Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.

(1519) Es wünscht Jemand als Einsteller bei den. Nassauischen Militär einzutrcten. Das Nähere in der Expedition.

(1483) Von heute an lade ich Stein­kohlen von vorzüglicher Qualität aus und sind solche bis zum Ende d. M zu billigen Preisen vom Schiffe aus zu beziehen.

Biebrich, 20. November 1848.

Jean Blees & Cp^

Bekanntmachung.

(1511) Donnerstag den 23. b. M., Morgens 9 Uhr, läßt Herr Friedr. Christian Schânn dahier, eine frische melkende und Zwei trâchüge Kühe, zwei trächtige Rinder und seine sâmwtUw^ Oekonomie-Geräthschafteu namentlich 2 1 Egge mit Schlitten und eine neue Dungpumpe mit messingenem Schwanenhals seiner Wohnung' am Michelsberg versteigern.

Wiesbaden am 25. November 184.8. ,

. Der Stadtschuttheiserei - Verwalter

Christmann.

(1514) ES wird ein Capital von 20,000 Gulden gegen genügende SicherftellNttg^ zu I%

gesucht und wollen sich Anmeldende in V . freien Briefen an die Krpeditiou dreseS > wenden mit der Angabe der Viummer de nonce auf die Adresse.

(1465) Bei Lazarus Levi in der LaE gaffe vis ä Vis der Post ist ein schon M lirtes Zimmer nebst Gabinet zu vermiethe