rendorf, Ratiugnt, Kaiserswerth und Geresheim den Schwur gethan: „erforderlichen Falls für die Freiheit ^ zu sterben." Das sind brave Wehrmânner, und nicht bloße Poltzeigardisten, wie einfach anderwärts.
In Köln wurde dem Erminister Eichmann am 17. AbendS eine solenne Kaßenserenade gebracht.
< In Breslau ist von Seiten des Centralausschuffes der Antrag eingegangen: sofort eine provisorische Regierung für Breslau zu ernenne».
, M Aus Düsseldorf wird ferner berichtet: Eine Volks- Versammlung habe den Beschluß gefaßt, Jeden, der Steuern zahlen werde, für einen Hochverräter an der Nation zu erklären; ferner, der Steuerrendant habe erklärt, die Barbestände seiner Kasse keiner höheru Behörde freiwillig abliefern zu wollen, und endlich habe der Polizeiinspektor Zoller die Erklärung abgegeben, „so lange die Polizei in seinen Händen ruhe, würde kein Polizist einen Schritt irgend einer Art zur Steuererhebung thun.
Die .,N. RH. Ztg." theilt mit, nach Berichten aus Berlin sei das Ministerium Brandenburg -Manteuffel gestürzt. Die preußischen Zeitungen stiotzen noch fort während von Erklärungen preußischer Gemeinden für die Nationalversammlung in Berlin.
Von nichtpreußüchen Städten haben unseres Wissens bis j'tzt für die Nationalversammlung der Preußen Partei ergriffen: Mannheim, Hanau, Bremen, Wiesbaden, Diez, Idstein; ferner der anhalt'sche und der mecklenburger Landtag, sowie 157 Abgeordnete der Frankfurter Versammlung.
Der Neichsvtl Weser hat am 21. l. Mts. eine Ansprache erlassen, worin es u. A. heißt: „haltet den Frieden, ich werde ihn wahren" u. f. w. u. s. w.
kk Aus dem Ländchen, 15. Nov. Wenn man sich der Zeit vor den dießjährigen Märztagen erinnert, so muß man gestehen, daß damals das Volk sich gar zu wenig um Politik, um die staatlichen Verhältnisse bekümmerte. Wie ganz anders ist es jetzt! Es ist ein Streben nach politischem Wissen bei unserm Volke rege geworden, das Staunen erregt. Aber noch ist dieses Streben nicht allgemein genug. — Da es aber für des Volkes Wohl von unendlicher Wichtigkeit ist, daß es sich einen möglichst hohen Grad von Bildung erwirbt, so ist es eines Jeden Pflicht, cs auf alle Bildungsmittel aufmerksam zu machen und für deren gewissenhafte Benutzung Sorge zu tragen.
Auch ich möchte diese Pflicht erfüllen, und rufe deßhalb allen Freunden des Volkes die Bitte zu: „Bemühet euch, so viel in euren Kräften steht, guten Zeitungsblättern bei dem Volke Eingang zu verschaffen;" leset, erklärt sie ihm, und mancher, der bisher bei allen Tagesereignissen kalt blieb, wird rege Theil nehmen an dem, was um ihn her vorgebt. Auf diese Weise wird die Sache der Demokratie kräftig gefördert werden!
Mit obigem Zuruf wende ich mich auch Hauptsach- lich an euch, ihr Lehrer des Volkes, an euch, deren schöner Beruf die Bildung des Volkes euch auferlegt! Für dieses Geschäfte gewinnt ihr Zeit; es wird euch Erholung, Genuß! Es kann euch nicht schwer fallen, in euren Dörfern Einige zu sinken, die sich für solche Lektüre intressiren. Und sollte auch die Lust dazu anfänglich gering sein, — ermüdet nicht! — Jbr erfüllet eine heilige Pflicht und nur ein gebildetes Volk weiß ja auch eure Verdienste recht zu würdigen. —
Was die Wahl solcher Zeitblätter betrifft, so kann nicht leicht Jemand darüber in Zweifel sein. Er wähle erstens ein solches Blatt, dessen zahlreiche Verbreitung schon für seine Güte spricht; zweitens und hauptsächlich ein solches, aus dem selbst der weniger Gebildete erkennen kann, daß es ein freies Blatt ist, das ihm klaren Wein einschenkt über seine Zustande, das für wahre Volksfreiheit schreibt!
Darmstadt, 21. Nov. Heute hat der Wiederzu- sammentritt unseres Landtages stattgefunden und es ist sogleich die Vorlage des Wahlgesetzes erfolgt. Ueber dieses hochwichtige Gesetze das nicht allein für unser Land, sondern für ganz Süddeutschland von Bedeutung sein wird, einstweilen folgende Mittheilungen: „Das Gesetz proclamirt das allaemcine Stimmrecht, direkte Wahl und setzt an die Stelle der seitherigen ersten Kammer eine Wahlkammer, die ganz in derselben Weise gewählt wird, wie die zweite Kammer. Letzte bssbht aus 50, die erste Kammer aus 25 Deputirten. Die Fähigkeit zum Abgeordneten der zweiten Kammer ist an keine weitere Bedingung geknüpft, als daß der Gewählte 30 Jahre alt ist. Für die erste Kammer ist das 40. Lebensjahr und ein Steuerbetrug von 100 fL erforderlich." (Fr. I.)
' Stuttgart, 20. Nov. Ohne alle Verabredung ist Blum's Todtenfeier in Stuttgart, Eßlingen, Tübingen, Ulm, Aalen fast zugleich gehalten worden. (Eben so in München, Carlsruhe und Heidelberg.) Es ist erhebend, diese Uebereinstimmung der Pietät für den edlen Todten zu gewahren.
Kassel, 19. Nov. Die aufgesteckten dreifarbigen Fahnen in der Stadt sind fast sämmtlich mit schwarzem Flor aus Trauer über Blum's Tod überzogen.
^^^en, 17. Nov. Heute Mittag fand der feierliche Schluß des Landtages Statt. (D. A. Z.) Dresden, 18. Nov. An der Thomas-Kirche in Leipzig hat Hr. Dr. Großmann sein Amt als Superintendent niedergelegt, weil ihm durch die Volksoersamm- lung zur , Todtenfeier Robert Blum's die Kirche ent. weiht scheint. 2 v
Berlin, 18. Nov. Wir haben gestern die Hoffnung ausgesprochen, daß es vielleicht noch gelingen werde, eine Verständigung und Ausgleichung zwischen der Krone und der Nationalversammlung herbei zu führen. Wie wir hören, ist die Regierung indeß jetzt zu der Ueberzeugung gelangt, daß der Bruch zwischen beiden Gewalten ein unheilbarer geworden sei, und daß nach den feindlichen Manifestationen, welche die Majorität der Nationalversammlung, namentlich in der letzten Zeit, zu erkennen gegeben, eine Vereinbarung mit den jetzigen Volksvertretern über die künftige Staats- Verfassung geradezu eine Unmöglichkeit geworden ist. Die Negierung soll deshalb entschlossen sein,, den Befehl wegen Verlegung der Nationalv rsammlunz nach Brandenburg zwar zurückzunehmen, gleichzeitig aber die Versammlung aufzu lösen. (Hört!!!) Darauf deuten theils die letzten halbofficiellen Artikel des „Pr. Staats-Anzeigerè", theils mehrere Aeußerungen des Prinzm von Preußen hin, der sich zu einzelnen Deputationen unumwunden in diesem Sinne ausgesprochen hat. (K. Z.)
Berlin, 18. Nov. Das bedeutendste Ereigniß des Tages ist die Entscheidung des Kammer-Gerichtes über die Publikation des Martial-Ges tzeS. Auf den Antrag der Assessoren Wilhelmy und Oppenheim traten schon vor mehreren Tagen der A struc ions- und der Crimi- nal-Senat zusammen und entschieden sich heute in einer Plenar-Sitzung dahin, die Publikation des Kriegsgesetzes nach reiflicher Erwägung der thatsächlichen und Rechts- Verhältnisse für ungesetzmäßig zu erklären. Der diesen Ausspruch näher begründende Protest wurde sofort dem Justizminister Rintelen zugefertigt. (K. Z.)
Köln, 21. Nov. Das Ministerium Brandenburg- Manteuffel hat an sämmtliche königl. Regierungen den Befehl ergehen lassen, die Steuern durch gewaltsame Maßregeln einzutreiben. (N. R. Z.)
Erfurt. Etwa 50,000 Menschen, die größten theils bewaffnet sind, haben sich hier und in der Umgegend für die Nationalversammlung erklärt. Alle Offiziere des 27. Landwehrregiments sind diesem Beschlusse bei- getreten. (N. N. Z.)
Wien, 17. Nov. Heute Morgens fand wieder die Hinrichtung eines alten Mannes im Stadtgraben statt. In der Nahe des Erecutions-Plaßes darf sich Niemand blicken lassen, und die Zuschauer, welche sich jetzt täglich um die Morgenstunde auf der Bastei einfinden, um die Erecutionen m t anzuseheu, konnten der Entfernung und des starken Schneefalles wegen die Züge des Erschossenen nicht unterscheiden. Die Anaaben schwankten zwischen dem Dr. Becher, dem Redacteur des „Radikalen", und Braun, einem Officier der National- garke. Die morgige „Wiener Zeitung" wird auch diesen Zweifel lösen. Sie bringt uns täglich zum Frühstücke derlei angenehme Rachrichten. Tausenau, einer der Haupt-Mitarbeiter des „Radicalen" und Präsident des demokratischen Clubs, soll an der ungarischen G-änze gefangen und ins Lager des Generals Simontch abgeführt worden sein. Er war kurz nach dem 6. Oct. nach Pesth gegangen und wollte jetzt über Göding nach Schlesien reisen, um kort den Ausstand zu orramsiren. Sonst fallen hier viele Verhaftungen vor, seitdem die letzte Frist der Wassen-Ablieferung vorüber und kaum der dritte Theil der Waffen zurückgestellt ist. Es mögen wohl an 100,000 Gewehre seit dem März theils verabfolgt, theils bei dem Sturme auf das kaiserliche Zeughaus in der Nacht vom 6. auf den 7. October genommen worden sein. Von den Gewehren, die nicht zurückgestellt wurden, mag ein großer Theil nach Ungarn gewandert sein, wo sie gut bezahlt wurden; ein namhafter Theil ist hier gewiß verborgen; viele wurden in Canäle geworfen, ganze Kisten davon sollen in die Donau versenkt worden sein, u. vorgestern leitete man bei Gumpenkorf das Wasser des Wienfl.ißchens vom Nchr ab und fand dort ebenfalls ein Bü del Gewehre. Die Denunciation ist allenthalben thätig, und wie es bei solchen Gelegenheiten immer geht, werden auch hier, um dem Diensteifer der Angeber zu genügen, viele ganz Unbetheiligte, festgenommen, welche später wieder frei- gelassen werken. Die Censur beschränkt sich nicht mehr auf dem in der Proklamation des Fürsten Windisch- gräß angewiesenen Gebiete; nicht bloß P^acate nnd Flugschriften werden der militärischen Censur unterworfen, sondern auch jedes Buch, jede Fortsetzung eines früher begonnenen Werkes. — Die meisten hier verweilenden Deputirten gehen im Laufe der nächsten Tage nach Kremster. DaS Ministerium ist noch immer nicht definitiv gebildet. Wie wir hören, wird das Ministerium des Seufern in Wien verbleiben; der Minister» Präsident wird an der Seite des Kaisers, und die übrigen Ministerien in Kremsi-r sein. Zeitungen erhalten wir immer noch sehr unregelmäßig; was wir aber bekommen, wird regelmäßig ein oder zwei Tage später ausgegeben. (K. Z.)
Die Aussicht auf die Unterwerfung Wiens durch die Cioaten hat den Uebermuth des Königs von Nea- pel bis zur Raserei getkieben. Die Officiere sind darauf htngewiesen, mit den Bürgern Händel zu suchen Die Lorbeern des Fürsten Windischgrätz und seines eigenen Statthalters auf Sicilien, lassen Ferdinand keine Ruhe, bis auch Neapel durch die Gräuel eines Bom- bardementS feine liberalen Aufwallungen gebüßt hat.
(Köln. Ztg.)
Italien.
Aus Venedig vom 23. Oct. liegen endlich zuverlässige Nachrichten über die Kriegs-Operationen, nnd zwar in der „Allg. Ztg.", vor. Denselbenzufolgehaben die Italiener nach einem tapfer bestandenen Gefechte am 27. Oct. Mestre erobert, 13 Kanonen erbeutet und 557 Gefangene gemacht. Die Ehre dieser glänzenden Waffenthat kommt dem General Pepe zu. —
Mailand, 12. Nov. Die heutige Mailänder Zeitung veröffentlicht eist Dekret Radetzki's, durch welches der Feldmarschall mit einer außerordentlichen Steuer belegt:
1) Alle Mitglieder der ehemaligen provisorischen Regierungen;
2) alle Personen, welche in den verschiedenen Co- mitk'S gesessen haben;
3) alle diejenigen, welche sich an die Spitze der Revolution gestellt und durch physische oder moralische Mitt l sie befördert haben,
Die auf den Einzelnen kommende Quoten werden später bestimmt werden. Wer nach 6 Wochen nicht bezahlt hat, hat die Cmfiskation seines Vermögens zu gewärtigen. — Abgesehen von dem Gehässigen dieser Maßregel im Allglmeinen, verletzt sie außerdem: 1) Die Kapitulation, welche nicht allein das Leben, sondern auch das Eigenthum der Einwohner garantirt; 2) den Waffenstillstand vom 6. August, welcher die nämlichen Bedingungen enthält; 3) das Amnestiedekret des Kaisers selbst, welches alle Verfolgungen der durch die Revolution seit dem 18. März Kompromittirtcu einzustellen befiehlt, General-Paidon ertheilt rc. —
Frankreich.
Paris, 19. Nov. Die Waffenschmiede und Waf- fenhäudler von Pa is hielten vorgestern eine Versammlung, um den Bericht ihrer Kommission zu vernehmen, welche beauftragt war, bei der Regierung Schadloshaltung für die Plünderungen zu erwirken, welche sie im Februar und Juli erlitten haben. Aus dem Berichte geht hervor, daß die Regierung sich bis jetzt noch zu keiner Schadloshaltung veistanken hat.
— Vorgestern sagte ein Gemâlde-Hausirer, Namens Hubert, auf dem Wege nach Nomainville im Eilwagen zu zw"i anderen Passagieren: „Wir müssen Barbes und Raspail an die Sp ße der Regie-ung stellen! denn die jetzigen L^ute sind Schucken. Was L. Napoleon betrifft, so will ich seine Ermordung übernehmen." Bei der Ankunft zu Nomainville gaben die Mitreisenden ihn keu GenSd'armen an; er wurde verhaftet und nach Paris ins Gefängniß der Prafectur gebracht. Einer früher wegen Betrugs gegen ihn angeordneten V'rhaf. tung war er, wie sich beim Verhör ergab, durch die Flucht entgangen.
Paris., 19. Novbr. Heute, Sonntag, wird im ganzen Umfange d-r Republik, in allen Städten und Dörfern die neue Verfassung proklamirt.
— Man liest im Moniteur: „Die Zeitungen von Köln und Ausburg sprach-n jüngst von einem Glück- Wünschungsbriefe des gonfctlDiänbenten Cavaignac an den General Windischgrätz. Diese Behauptung ist eine jener erbärmlichen Verläumkungen, deren Zietscheioe der Konseilpräfident ist. Sie verdient kaum die Ehre einer Wiekerlegung."
— Die neueste englische (Morning) Post überrascht uns mit einem Manifest Heinrich V. an seine „Unter- thauen".
— Das legitimistische Blatt „Guyenne" auS Bordeaux vom 17. d. M. meldet:
„Gestern lief das Schiff Jeana Aime, Kapitän Leclerc, mit Kohlen geladen, aus Newcastle in die Garonne ein. Das Gerücht verbreitete sich, dasselbe berge 33 Millionen Kai tusche», die von England (Newcastle) herübergeschmugaelt würden, um eine Schilderhebung zu unterstützen. Die Hafenpolizei untersuchte das Schiff und entdeckte in der That unter den Kohlen und in den Seitenwänden des Schiffs eine Unzahl von Blech- kasten mit sogenanntem festen Pulver angefüllt, die natürlich alle nebst dem Kapitän in Beschlag genommen wurden."
— Louis Blanc richtet aus London einen Brief an die Arbeiter des ehemaligen Luxemburg-Parlaments, worin er die ihm zugedachte Ehre der Präsikentenkan- didatur abweist.
Nachschrift.
Berlin, 19. Nov. Mit Beckerath sollen wirk- lich Unterhandlungen wegen eines neuen Cabinrts an- geknüpft sein; man will in Potsdam sein Programm an nehmen, bas aber jetzt kaum mehr genügen dürfte.— Der Landtag vermehrt sich täglich durch zurückkehrende Abgemdncte.
Die Linke hat eine Proklamation ans Volk erlassen, in welcher sie den König für unfrei erklärt. (W-Z.)
Die N. RH. Ztg. theilt aus Berlin mit wie folgt: 19. Nov. Es wird von Seiten der Ministerial-Partei die möglichste Verbreitung eines Plakats durch das ganze Land vorbereitet, welches in der Form eines Gesprächs zwischen dem Abgeordneten Kirchmann und dem Abgeordneten der Frankfurter Versammlung Bassermann, die Bedingungen mittheilt, unter bei nen die Nationalversammlung geneigt sei, mit der Krone sich auözusvhnkn.