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Die österreichischen Truppen haben sich, aus Mailand zurückgezogen. Die Wappen sind aus offen tiichnn Platz den Flammen übergeben worden u. s. w. Die Briese aus Mailand kommen setzt über Chiasso durch den Kanton Tessin, auch der Waarentransport g'ht nicht mehr auf dem gewöhnlichen Wege.

Toscana (Neues Ministerium.) Die radi, cale Partei hat in Toscana triumphirt und ein neues Ministerium hat die Geschäfte übernommen. Dasselbe ist folgendergestalt zusammengestellt: Montanelli, Aeusie- res Conseilpräsident; Guerazzi, Inneres; Mezzoni, Justiz; Zanetti, Unterricht. Das Programm des neuen Kabinettes ist durchaus im demokratischen Sinne. Die erste Bedingung, welche das Ministerium vor seinem Eintritte ins Amt machten, bestand darin, daß soso-t eine italienische konstitui rende Versammlung zusam- menberufen werde.

Neueste Nachrichten.

Baden (bei Wien), 31. Okwb. Eine furchtbare Macht rückt von allen Seiten gegen Ungarn: aus Sie­benbürgen Buchner (nicht Hammerstein, wie man letzj- ^ n schrieb), aus Galizien Hammerstein, vom Süden Simonich mit den Serben, aus Stepermark Nugent, aus Mahren Schlick, nächstens von hier Jellachich und Windischgrätz! Man schätzt die Truppen aller dieser Generale auf 180,000 Mann (?) In Wien bleiben 40,000 Mann.

Wien, 2. Nov. Der N u'chstag hat sich auf 14 Tage prorogirt. Die Deutschen wollen hier zusammen­kommen, aber Jeder fühlt und weiß es, daß der Reichs­tag j-^t nicht hier bestehen kann. WindiHgrätz erklärt den hiesigen Reichstag für eine Partei und weist auf jenen, der in Kleinster zusammenkommen wird, als auf den einzig legalen hin. Gestern hatten sich die Depu- tirten versammelt. Fürst Felix Schwarzenberg ritt vorbei, ließ die Thüre Zuschlägen und alle Eingänge

zu den Tribünen militärisch besetzen, sie mußten eine geheime Sitzung halten. Das Ministerium soll ge­bildet sein. Wessenbkrg, Präsident ohne Porte­feuille; F. Schwarzenberg, AeußereS; Bach, In­neres; Buchner, Krieg; Helfert, Unterricht; Bruck, Handel. Der Zustand der Stadt ist der schrecklichste, daö Spionirsystem in voller Blüthe; die unbedeutendsten, unschuldigsten Leute werden auf der Straße gefangen. Die Stadtthore noch immer ge­sperrt, jede Kommunikation mit den Vorstädten aufge­hoben. (Z-H.)

Die Militärmacht Windischgräh's wird auf 66 Ba­taillon zu 80,000 Mann mit 290 Geschützen angege­ben. Es sollen am 31. Okt. von Windischgrätz nicht weniger als 10,700 Kanonenschüsse auf die Stadt ge­richtet sein. Auch soll man 220 Kanonen in der Stadt postirt haben. Der Duchbruch eines Hauses soll dem Militär deu ersten Eingang in die Stadt verschafft ha­ben. In den Vorstädten Wiens hausten die Kroaten mit Mord und Brand. Sie verkauften 5 Gulden- Banknoten für 20 fr. Bei der Eröffnung der Au­gustinerkirche durch das Bombardement fanden sehr viele Frauen und Kinder den Tod. Am 1. durfte Niemand, außer gegen einen Schein, in der Stadt aus- oder kinpassirru. In Wien befinden sich fast nur In­fanterie und Artillerie. Die Cavallerie soll zum Theil die Ungarn verfolgen, zum Theil vor der Stadt lie­gen. Die Bahnhöfe sollen nicht abgebrannt sein. Win- dischgräß ist angeblich nach Olmütz gereist, um dort selbst die Nachricht von seinem Siege zu überbringen. Aus Olmütz meldet man, daß der Ordner des zukünf­tigen Reichstags von Kremsier, Jelen, bereits dort ge­wesen sei, um wegen Errichtung des Reichstags-Sta­tuts zu entscheiden. (B. N.)

Wien. Der Zustand Wiens wird als jammervoll geschildert. Der Fürst Windischgrätz hat befohlen, daß die Studenten-Legion für immer und die National- garte aufgelöst wird, um neu organisirt zu werden.

Alle Zeitungen sind suspendirt, eben so alle Clubs und Vereine. Mehr als zehn Menschen dürfen nicht zu- sammenstehen und alle Waffen sind ausgeliefert worden. Die Thüren des Reichstags sind aus Befehl des Für­sten Schwarzenberg geschlossen, die Tribünen von Sol­daten besetzt worden und so hat sich denn der Reichs­tag in geheimer Sitzung auf 14. Tage suspendirt. Unter Wesseubeeg's Vorsitz soll ein neues Ministe­rium ernannt worden sein. Eine Menge Personen sind verhaftet worden, darunter svier junge Männer welche auf den Fürsten Windischgrätz schossen, ohne ihn zu treffen. Die Thoren sind gesperrt, die Verbindung zwischen Stadt und Vorstädten ist noch nicht hcrgestM Die Ungarn sind abermals zurückgegangen und ver­schanzen sich nun in Preßburg. (O.-P. 3 )

Paris, 4. Oktober. Im weiteren Verlaufe der gestrigen Sitzung der Nationalversammlung gelangte die Debatte über den revidirten Versaffungsentwurf noch bis zum Artikel 91. In der heutigen Sitzung wurde die Berathung über den Entwurf beendigt. Es wurden nur noch einige wenige unwesentliche Modifikationen genehmigt. Die Abstimmung über das Ganze des Ver­fassungs-Entwurfs ergab folgendes Resultat. Bei 769 Votanten erklärten sich 739 für Annahme und nur 30 fâr Ablehnung des Verfassungs-Entwurfs. Der Prä­sident, Herr Armand Marrast:Ich erkläre demnach im Namen des französischen Volks, daß die verfassung­gebende Nationalversammlung die Verfassung der fran­zösischen Republik angenommen hat." Auf allen Sei­ten des Hauses erheben sich die Mitglieder unter dem Rufe:Es lebe die Republik!"

Fruchtpreise.

Diez, 3. Nov.. Nother Waizen . Weißer Waizen , Kor» .... Gerste . . . Hafer ....

Ir Preiß.

1-1 fl.

13 fl.

9 fl.

7 fl.

4 fl.

6 kr.

54 kr.

14 kr.

8 kr.

39 kr.

2t Preiß.

15 fl. 27 fr.

14 ff. 30 fr.

9 fl. 30 fr.

7 fl. 37 fr.

4 fl. 39 fr.

Verantwortlicher Redacteur: J. Oppermann.

Bekanntmachungen.

(1444) Camberg, den 3. November. Nur großen^ Momenten in der Geschichte ist es Vorbe­halten außerordentliche Charaktere der Menschen zu schaffen und bedeutende Talente zur Geltung zu bringen, die bei dem gewöhnlichen Treiben kaum beachtet und der Vergessenheit anheimgefallen waren. Dank darum den herrlichen Märztagen, die des deutschen Volkes kräftige Erhebung anschauten; Dank aber auch ihnen, die uns an die Spitze der Gemeinde einen Mann gebracht, von dem zu lenen, was wahre Energie und Geisteskraft vermögen. Bei uns hier mehrere Beispiele, Groß z. B. Dr. Moriz Lieber, der lange Zeit in ländlicher Muse gelebt, weil weder ins Parla­ment, noch in die Kammer gekommen, nun an der Seite der Kirchenfürsten zu Würzburg prangend, zeigen wird, wie gewichtig des römischen Glaubens Kraft, und welche Stütze den Regierungen gegenüber fromme Juristen, besonders, wenn solchen päpstliche Orden; aber noch viel bedeutender, wenn an der freien Gemeinde Spitze ein Mann lieht, wie unser Joh. PH. Lauer. Schon früher (1832) von ihm merkwürdige Proben von Energie und Ausdauer, als er provisorisch das Gemeinde­wesen leitete. Nicht nur, daß, wie fidys gebührte, der Metzger und Bäcker Waare mit der Waage untersucht, und wenn falsch, selbige gestraft, kleine Schoppen größer gemacht wurden: nein! (denn unbedeutend dies!) auch die Polizei so meisterhaft gehandhabt, daß des jetzigen Reichsministers Schmerling große Thatkraft gegen ihn nur gering. Abends 10 Uhr mit dem ersten Glocken­schlag gegenwärtig in den Wirthshäusern, plötzlich; und1, 2, 3, 4, 5 und 3 sind 8 Dulden" waren die Worte, welche Gäste und Wirthe niederdonnerten. Kein Wunder, daß Cambergs Bürger, der vortrefflichen Leistungen eingedenk, um den evangelischen und deutschkatholischen Wühlereien zu entgehen, sich solchen ächt katholischen Mannes Autorität lieber unterworfen, als des früheren Stadt- rathes, welcher selten in der Kirche. Und gleich die erste Probe des neuen Herrn war musterhaft. Als in des Märzes unruhigen Tagen sich auf dem Rathhause die Gemeinde nicht ganz nach des Schultheißen Gutdünken aufführte, husch! da fuhr sein mächtiger Stab auf eines alten Mannes Kopf, daß das Blut hervorspritzte wahre Kraft zu nennen! und gewiß kühn war sein Ge­danke, diesen und jenen Angestellten (weil evangelische Wühler) aus der Stadt zu entfernen. Wenn man aber hier davon spricht, fromme Schneider und Weißpinseler stünden hoch in Gnade bei ihm und gälten viel, ganz unwahr! und durch solches Gerede sein Ansehen schmälern zu wollen, durch­aus Unrecht. Im Gegentheil! wo solchen Eifers zahlreiche Kundgebungen erfolgen, kann eines jeden ächten Patrioten ächt deutsches Herz sich nur freuen, daß die Belohnung nicht ausblieb und so Hr. Lauer fast einstimmig unter den Wählern, und nur der Idsteiner und Weher Wahlmânner Unbekanntschaft mit seinen gerühmten Eigenschaften zuzuschreiben, daß selbiger nicht in die Kammer. Ohne Zweis.l großes Unglück für Nassau! Als ferner Herr Lehrer Rühl aus Oberursel, durch den offenen Brief an Herrn Seebode und gute Gedichte vortheilhaft bekannt, von unserer Landes­regierung hierher versetzt wurde, so fand sich des Schultheißen freie Gemeinde, (d. h. er selbst, da er seine werthe Person ost für die freie Gemeinde hält), bewogen, ohne weiteres ihn abzuweisen,

da man sparen müsse Andere meinen, weil Herr Rühl Korrespondent der bei Herrn Lauer übel angeschriebenen Freien Zeitung, (denn er liest das Mainzer Journal), und den hochwürdigen Pfar­rern nicht sehr angenehm sei und weil der freien Gemeinde es zu überlassen, die Lehrer selbst zu wählen. Man wird hierbei auf gleiche Weise sowohl die Opposition des Herrn Lauer gegen die Regierung bemerken, als auch daS scharfe VoranSsehen in die Zukunft (wie denn Herr Lauer ein feiner Politiker ist) bewundern müssen, sintemal das Frankfurter Parlament erst lauge nachher der Lehrer freie Wahl durch die Gemeinde beschlossen hat, was noch nicht einmal jetzt Gesetzes­kraft hat. Doch alle diese Exempel, welche leicht zu vennehren, werden glanzend überboten durch einen Act von des gerühmten Mannes Geistesgegenwart in Gefahr, so in der letzten Zeit stattge- futtden. Aufgefordert vom Amte Idstein wird Herr Lauer um ein Leumundszeugniß über einen jungen Mann abzugeben, der wegen Mißhandeltwordenseins vor Gericht erschienen. Das Leumunds­zeugniß nicht gut ausgefallen, soll der junge Mann obendrein mit Gefängniß belegt werden und deßhalb der Herr Lauer durch einen Bruder des Gestraften ruhig interpellirt. Unerhört, solche .Kühnheit! und so wird der Interpellant gepackt, die Kehle gedrückt und zum Haus hinausgeworfen, sodaß eine lebensgefährliche Erkrankung erfolgte. Aber nun mischte sich in daS energische Verfah­ren des jugendlich hitzigen Stadtschultpeißen das Amt, und wir werden eine Zeitlang von den Kraft­äußerungen der freien Gemeinde nichts berichten können. O wenn doch der schlagfertige Mann den Wienern zu Hülfe zöge!

(1442) In der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden ist soeben erschienen und zu haben:

Die

Gemeinde-Ordnung

für das

Hevzogthmn Nassau, wie solche von den Volksvertretern berathen und beschlossen worden ist.

Preis 9 Kreuzer.

Franksure. Cours der Staats Papiere. 1 Uhr.

Den 6. November 1818.

pCt.

Papier |

Geld |

Den 6. November 1848.

pCt.

Papier

Geld

Oesterreich

Preußen

Bauern

Würlemb.

Baden

Darmstadt

MciaiUques Obligationen ....

Wiener Bauk-Actieu.....

500 fl. Loofe ........ 250 fl. Loose von 1819 . . . . Bethmännische Obligationen . . .

50 Thaler Prämien-Scheiue . . . Sraats-Lchnld-Schcine a 105 , . Obligationen . ....... Ludwig-Kanal-Adtien jucL p. y. C. «erbatet Eiseubahu-Actien . . . Obligationen........

Obligationen

Lotterle-Anlchen a io fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . .

Obligationen.......

5

4

3

2%

4

4%

3% 3%

3% 4% 3/2

70%'

58 ] 42 !

36%' 1150

118% 81

58% 65

75%

67% 75% 93% 72% 45% 23% 74

69%

57 i

41 : 35%;

1140 :

i 17%

80

57% 65

91

75%

75%,

67%' 75% 9 z3/.

72% 44% 26

73%

Darmstadt

Kurhessen

Nassau

Frankfurt

Holland

Spanien

Polen

Sardinien

Obligationen........

Lotlerie-Anleheu von 50 fl. . . . 25 fl. Loose........ Friedrich-Wilhelms-Nordbahn . .

40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen bei Rothschild . . .

ditto 25 fl. Loose . . .

Obligationen........

ditto von 1839 ....

ditto von 1846 ....

Taunus-Cisenbahn-Actien â 250 fl. .

" per ultimo

Jiitegr.-Obligatiouen..... Syudicats......... Innere Schuld neue Obligationen . Ardoins incl. 14 Coup. . .^. . Lotterie-Loose 300 ......

ditto 500 ......

36 Frs, Loose bei Gebr. Bethmann

4

4

3%

3 3% 3%

2% 3/a

3

82 %< 60% I 21% 40% 25%

80 21% 78 90% 86%

275

46

17% 11%

6§%

82 60% 20% 40% 25% 79% 20%

77 90% 86%

272

45% 69% 17% 11% 93 68

25

Cours der Wechsel.

Den 6. November.

__Kurze Sicht

Zwei Monat

Gold- und Silber-Sorten.

Nene Louiod'or............

Friedrichsd'or.............

Ducaten...............

23 Frank-Stücke ...........

Holländische 10 fl. Stücke........

Englische Souverains ...........

Lanbthaler .............

Preußische Thaler...........

Hochhaltiges Silber..........

Geriug-muteihalligeS Silber........

fl.

11

9

5

9

10

12

2

1

2 t

24

(Fr

fr.

5

56 36

38

5

2 43% 45 24

18

ff. I.)

Briese

Geld

Briefe

Geld

Amsterdam, JW fl. Crt. . . Augsburg, IOD fl. Crt. . . . 'Berlin, 6:> Thlr......

Bremen, 50 Rthlr. in Lomsd'or. Hamburg, 109 M rk. Bco. . . . Leipzig, (»0 Thlr......

in der Messe . . . . London, 10 Livr. St..... Lyon, 200 Fr....... Paris, 200 Fr....... Mailand, 250 Lir. Anstr. . . . Wien, in 20r 100 f(. C.-M. . . Disconto........

101%

88%

121 %

95% 100% 108

119%

105% 99%

105%

121

94% 94%

8b%

109%

' i

120%

2

in der Schwalbacher- straße ist im 2ten Stock ein möblirtes Zimmer und Cabinet zu vermieden.

(1445) Da mit dem 1. Januar 1849 sich bis Stelle eines VorbeterS und Religionslehrers bei der hiesigen israelitischen Gemeinde erledigt , s» werden geprüfte Candidaten, welche zu dieser Stelle Lust haben aufgefordert, sich in fransigen Briefen an unterzeichneten Vorstand zu wenden.

Cronberg, den 6. November 1848.

Der Vorstand der israelitischen Gemeinde Joseph Neuburg, Vorsteher.

(1427) Bei W. Brache! in Usingen ist er­schienen und in allen Buchhandlungen, in graut' furt a. M. in der Hermann'sch«» Buchhand­lung, in Wiesbaden in der H. W. Ritter Buchhandlung zu haben:

Grundzüge

zu einer

freien Verfassung

der

evangelischen Kirche in Nassau.

Der ersten Kreis - Kirchenversammlnstst

des

Decanats Usingen

von dem hierzu gewählten Ausschüsse. Preis 12 kr.

(1420) 3000 fl. sind sogleich «"f ^ Hypothek hier oder in der nächsten Umgebu"» auszuleihen. __

Verlag von H. Fisch" und E. Ritter. - Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.