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riefen und die wie ein Hohn auf des Kaisers verföp« nende Manifeste klangen. Der Fürst fmt blos 18 Stunden' als Frist gestattet.

Berlin, 25. Oetober. Wir erhalten nachträglich noch einige Mittheilungen aus Wien, die aber auch nicht über den 24. Oetober Mittags hinausgehen. Nach ihnen war die Kanonade am 24. dadurch veranlaßt worden, daß 4 Compagnien zu den Wienern übergehen wollten, und der Fürst Windischgrätz nun eine heftige Kanonade begann, welche die Wiener, ohne den Grund zu kennen, erwiederten. In Folge eines Aufrufs des Commandanten Messenhauser wurden am 24. Mittags in den Vorstädten von Frauen und Kindern wieder Barrikaden gebaut Das Studenteneorps soll beschlos­sen haben, in dein Augenblick, wo die Truppen wirklich angreifen, den Thronsessel aus der kaiserlichen Burg zu holen und auf öffentlichem Markte zu verbrennen.

Wien, 24. Okt., Nachmittags 5 Uhr. Auch der heutige Tag ist im Innern der Stadt in Ordnung verflossen, nur hier und da an den Mauern fing der Wilde zu toben an, was einzelne Scharmützel ohne Bedeutung herbeiführte und das Niedcrbrenncn der Taborbrücke erforderte. Ein Manifest von Win- dischgrätz (das ans Hetzendorf vom. 23. d. datirte) er­regte Nachmittags ungemeine Auflegung. Die Beur­theilung, oder richtiger gesagt, die Verurteilung jenes Aktenstückes, wie sie durch den Reichstag erfolgt ist, mag als der mildeste Ausdruck der öffentlichen Meinung gelten. Wir haben die Capitulationen der italienischen Städte und Festungen gelesen, keine enthält ähnliche schmachvolle Bedingungen. Es ist klar, daß man hier Deutschland bekämpfen und die Freiheit vernichten will.

(Allg. O. Z.)

Köln, 28. Oktober, halb 8 Uhr Abends. (K. Z.) Windischgrätz hatte am 23. unbedingte Unterwerfung binnen 24 Stunden gefordert, später aber eine neue

Frist unter folgenden Bedingungen gestellt: Ausliefe- rung aller Waffen und des Studenten-Comite'S, Schlie­ßung der Universttât und aller Clubs, Suspendirung der Journale, mit Ausnahme derWience Zeitung", rc. Die Ausführung dieser Bedingungen dürfte kaum mög­lich sein.

Das Frankfurter Journal berichtet:

Frankfurt, 30. Okt. Noch immer keine verläs­sige und entscheidende Nachricht über daS Schicksal Wiens! Die Wiener Post vom 26. ist heute Morgen abermals nicht hier eingetroffen. Die vom 25. traf gestern Nachmittag hier ein, brachte uns aber keine Briefe mit. Die Wiener Zeitungen vom 25., welche mit ihr eintrafen , enthielten durchaus nichts Neues, ausgenommen, daß man daraus ersehen konnte, daß mehrere der früher mitgetheilten Nachrichten, wie z. B. das Emrücken der kaiserl. Truppen in die Leopvlostadt, der wirkliche Beschluß eines Waffenstillstandes (der schon am 24., wie der Allg. Ztg. in mehreren Wiener Briefen bi rechtet worden war, zu Stande gekommen sein sollte) ferner die Eroberung der Taborbrücke 2C. 2CV heute stark in Zweifel zu ziehen sind.

Die Frankf. O.-P.-A.-Ztg. schreibt unterm 30. Oct. : Die neuesten Nachrichten aus Wien reichen bis zum 25. Oktober, Nachmittags 2 Uhr, und sind friedlicherer Natur, als die falschen Gerüchte, welche denselben gestern vorausgeeilt waren. So wenig wie am 23., ist es auch am 24. zu einem allgemeinen Kampfe gekommen; Wren wird nicht boinbardirt, ja gewinnt den Anschein, daß es zu diesem Aeußersten auch nicht kom­men werde. Windischgrätz hegt ohne -Zweifel versöhn­lichere Absichten, wenn er den einzigenin Wien anwesen­den Minister Kraus zu sich inS Lager b-scheidet, nach­dem er noch Tags zuvor auf den Protest des Reichs­tags gegen seine letzte Proklamation mürrisch und ziem­lich barsch erwiedert hatte, daß er nur eine einzige le­gale Behörde in Wien kenne, die sei der ihm unterge­ordnete Gemeinderath.

New-Fsork, 14. Okt. So eben erhalten wir den Brief eines Freundes aus New-Jork, der uns folgende Mittheilung macht, woraus hervorgeht, daß Hecker bei seiner Ankunft in New-Jork offizielle Ehren er­wiesen werden, wie sie außer dem Präsidenten der Vereinigten Staaten" nur Wenigen ausnahmsweise zu Theil geworden sind. Die Begrüßung Hecker's von Seite ter nordamerikanischen Republik ist die Begrüßung der deutschen revolutionären Bewegung.

Montag den 2. Oktober faßte die Korporation der Aldermen unter dein Vorsitze von Morris Franklin, folgenden Beschluß:

Der Maire machte eine Mittheilung, bezüglich der Einräumung des Saales deS Präsidenten des Staates New-Jork an die deutschen Einwohner dieser Stadt, zur Feier des berühmten deutschen Repu­blikaners Friedrich Hecker, des Hauptagitators in dem neulichen deutschen Kampfe für die Republik. Zuge« standen und ein Comite ernannt, um die Gastfreund­schaft der Stadt diesen: Gentlemen anzubieten." Die Beigeordneten ernannten ebenfalls ein Comite zur Em­pfangnahme Hecker's. (N. Rh. Z.)

Zur Empfangnahme von Hülfsgeldern für die Abgebrannten in Caub ist die Redaction der

Freien Zeitung gerne bereit.

Fruchtpreise.

Diez, 27. Okt. Ir Preiß. 2r Preiß.

Rother Waizeu.....14 fL 52 fr. 15 fL 49 kr.

Weißer Waizeu , . . . . 13 ff. 8 fr. 14 fl. 36 fr.

Koru . .......9 fl. 9 fr. 9 fl. 30 fr.

Gerste . '......7 fl. 20 fr. 7 fl. 47 kr.

Hafer.........4 fl. 40 kr. 4 fl. 40 fr.

Verantwortlicher Redacteur: I. Oppermann.

Bekanntmachungen.

(1407)

Taunus-Eisenbahn.

Vom L November 1848 bis inci. 28. Februar 1849 finden die Fahrten auf der Taunus-Eisenbahn folgender­maßen statt:

A b f a h r t st n n - e n:

von Frankfurt

von Haftel (Mainz)

von Wiesbaden

von Biebrich

nach Basics

nach Biebrich

nach Wiesbaden

nach Frankfurt

nach Biebrich

nach Wiesbaden

nach Biebrich

nach Castel

nach Frankfurt

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nach Frankfurt

nach Wiesbaden

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Außer vorstehenden Fahrten finden noch folgende Ertrafahrten statt:

Täglich von Castel (Mainz) nach Biebrich und Wiesbaden Biebrich n^ch Wiesbaden ........ Wiesbaden nach Biebrich und Castel ....

j um 2z Uhr Nachmittags. n 3

Frankfurt a. M. im Oktober 184^

In Auftrag des Verwaltungsraths der Taunus-Eisenbahn.

Beil.

Essig - l^lwik.

Untere Webergasse Nro. 40 habe ich eine Essigsabrik angelegt, liefere sehr reinen und guten Essig, sowohl ordinären als auch Weinessig und bitte um recht zahlreichen Zuspruch.

Zugleich erlaube ich mir die Anzeige, dass ich gesonnen bin, mein frequentes und gut gelegenes Spezereigeschäft Taunus­strasse Nr. 29 unter vortheilhaften Bedingungen zu verkaufen.

Wiesbaden, den 27. Oktober 1848.

Jako fr Seyberth.

Verein zur Wahrung der VolLsrechte. (1417) Mittwoch, den 1. November, Abends 8 Uhr Versammlung im Nassauer Hofe, wozu die Mitglieder des Vereins einladet

Der Vorstand.

(1416) Jagdvevpachtung.

Die Ausübung der Jagd in der Gemarkung Wehen, auf

2728 Morgen Waldungeu und -

1798 Feld

wird Donnerstag den 2. November l. I., Morgens 11 Uhr, nochmals stuf hiesigem Nathhause öffentlich verpachtet.

Wehen, 30. Oktob r 1848.

Körner, Schultheiß.

(1412) Nro. 2 in der kleinen Schwalbacher- straße, eine Stiege hoch, kann ein junger Mann Kost und Logie bekommen.

(1413) Geisenheimer 1848t per Schoppen

6 kr. bei A. Foreit.

(1401) Unterzeichnete empfiehlt sich in allen Arten Stopfen als: Spitzen, Till, Mull, Damast und Thibet, verspricht billige und pünktliche Bedienung.

Hannchen Goldschmidt,

Gotdgaffe Nro. 7.

Weinversteigerung.

(1318) Freitag, den 3. November d. J. Mit­tags 2 Uhr werden zn Hattersheim, Herz. Nass. 81 mt Höchst, in der Behausung des I. Jost folgende reingehaltene Weine öffentlich an den Meistbietenden versteigert:

3 Stück Niersteiner ...... 1834t

1 in Ohm, % Ohm u./4 Lau­benheimer ........ 1834t

1 Stuck Deidesheimer Traminer . 1842t

1 Forster ....... 1842t

2 Wickerer....... 1842t

2 Diedenberger..... 1842t

1 ditto ...... 1846t

2 Laubenheimer ..... 1846t

Die Proben können Tags vorher und bei der Versteigerung von den Fäßern genommen werden.

Leere Stück und kleinere Fäßer find auch zu verkaufen.

(1414) Bei Philipp Schwarburger in der Neugaffe ist in seinem »ordern Haus im zweiten Stock ein vollständiges Logis gleich oder auch später zu vermiethen und zu beziehen.

(1408) Unterzeichneter hat noch einige Unter­richtsstunden in französischer Sprache zu besetzen und verspricht bei reeller und billiger Bedienung sich daS Vertrauen, seiner ihm anvertrauten Schüler zu erwerben, indem er dieselben, um allen zu dieser beliebten und nützlichen Sprache nöthigen Grundsätzen und Regeln, wie auch w" der Aussprache selbst vollkommen befriedige» bekannt machen wird, wodurch der jahrelang unnöthige Unterricht erspart und vermieden wir Peter Lust, .

kleine Schwalbacherstraße Nr.

(1410) Ein Frauenzimmer, welche einer Ha> ^ Haltung vorstehen auch perfekt kochen kann, a als Haushälterin in einen Gasthof ersten Ra g unter sehr vortheilhaften Bedingungen Stelle erhalten; besonders wird solche, w schon in einem Gasthofe conditionirt Hut, gezogen. DaS Nähere in dem Geschästs'Bi von Carl Leyendecker^

(1411) Wohnungen jeder Größe sind und unmöblirt zu vermiethen durch das , schäfts-Bureau von Carl Leyendecr

(1415) Es wird ein Einsteher geM^f« Nähere ist bei der Expedition dieses Blatt » erfahren.

Verlag von $. Fischer und E. Ritter. Druck der C. Ritter'schen Buchdruckeret.