tcrstüßten ihn noch hierin. Vor allen Dingen fesselte er seine Partei aber gerade durch seine Vorurtheile, durch die manchmal komische Hartnäckigkeit, mit der er einen einmal gefaßten Plan verfolgte, durch sein instinktmäßiges Entdecken alles dessen, was gemein und niedrig war und durch den wilden Zorn, in den er ausbrechen konnte, wenn er seine Feinde auf Ränken und Schlichen ertappte, die er mit einer ehrlichen Thätigkeit unvereinbar hielt.
Lord George war in der That das eigentliche Bild eines ehrliches John Bull, mit all seinen Tugenden und Fehlern. Er glich durchaus den Leuten, den Landbesitzer», die er im Parlamente vertrat; die ganze Partei spiegelte sich in ihm wieder; es fand sich bald, daß Niemand zum Leiter der Country-Party so geeignet war als Lord George, und es konnte daher nicht fehlen, daß er unter den bestehenden Verhältnissen, trotz aller Angriffe seiner politischen Feinde, schneller zu Popularität und zu allgemeiner Achtung kam, als irgend ein Staatsmann vor ihrn. (N.R.Z.)
Frankreich.
Paris, 16. October. Heute (Montag) sollte eine großartige Arbeiter-Demonstration zu Ehren des Er- Prâfekten Ducour stattfinden. Alle Anstalten waren getroffen. Allein sämmtliche demokratische Blätter warnen das Volk, keine öffentliche Manifestation zu verunstalten, welche der royalistischen Partei (Lamoriciöre) offenbar nur eine schöne Gelegenheit bieten würde, die achten Republikaner zusammenzuschießen. Darum wird jeder Auszug unterbleiben.
— Wortlaut der Motion des Berges zu Gunsten der Mai- und Juni-Gefangenen.
Artikel 1. Allgemeine Amnestie ist allen Denjenigen gewährt, welche politischer Verbrechen und Vergehen angeklagt sind, die sie in Paris oder io den Departements begangen haben.
Artikel 2. Alle Untersuchungen und begonnene Prozesse aus diesen Gründen werden abgebrochen oder niedergeschlagen.
Artikel 3. Die schon ausgesprochenen Urtheile und Strafen, Geldbußen re. werden vernichtet und resp, wiedererstattet.
(Folgen die Unterschriften von 50 Berggliedern.)
Danksagung.
Für die bei dem am 9. und 24. August l. J. dahier statt» gehabten Brande Verunglückten sind folgende milde Gaben bei dem unterzeichneten Konnte eingegangen:
1) durch die Herren Kornill, Mumm, v. Quaita fl. kr, und Bolongaro-Krewenna zu Frankfurt, außer
vielem Weißzeug und mehrerer Kleidung . 424 37
2) durch Herrn Karl Dresel dahier von mehreren Kreuznacher Badegästen ....... 37 16 3) von der Gemeinde Gaualgcsheim, außer mehrerem Weißzeug ....... 23 50
4) von der Gemeinde Erbach, außer mehreren Wagen Heu und Stroh . ...... 31 52
5) durch Herrn Amtskeller Karl Simulier dahier von Herrn Fritz Gontard zu Leipzig ... 50 —
6) von der Gemeinde Winkel, durch die Herren Pfarrer Spengler, Oöcrschullhciß Eisenbeis und Autou Herber daselbst...... 95 56
7) durch Herrn Eduard Lade von Hamburg, , außer einem Packet Kleider......156 44
8) aus der hiesigen Gemeinde, äußerer mehreren Maltern Koru, Gerste und Kartoffeln . . 457 24
9) durch Herrn Susmann Strauß Dahier von mehreren seiner auswärtigen Freunde ... 27 —•
10) von den Gemeinden Preßverg und Stephanshausen mehrere Wagen Heu und Stroh . . — —
11) von der Gemeinde Oestrich durch Herrn Schultheißen Petr» daselbst, außer verschiedenem Weißzeug...... 35 51
12) von der Gemeinde Mittelheim durch Herrn Kaufmann Höhl daselbst....... 11 42
13) von der Gemeinde Hochheim durch Hrn. Pfarrer Kneisel dahier, außer einem Pack Kleider . 19 36
14) durch dieselbe, von der Gemeinde Kirberg, ein Pack Kleider...........
15) von der Gemeinde Rüdelheim durch Herrn Ludwig Jost daselbst....... 80 — zusammen also . . 1451 48
Wir danken hiermit den edlen Gebern für ihre so reichliche Spenden Namens der Hülfsbedürstigen recht herzlich und geben
ihnen hiermit die Versicherung, daß wir Geld, Weißzeug, Kleider und Naturalieu auf das gewissenhafteste vertheilt haben.
Geisenheim, den 12. Oktober 1848.
DaS Comite zur Unterstützung der hiesigen Abgebrannten.
Zur Empfangnahme von Hülfsgeldern für die Abgebrannten in Caub ist -die Redaction der Freien Zeitung gerne bereit.
Für die Abgebrannten in Caub sind gestern den 19. Oktober bei der Redaction eingegangen: 2 fl. von einer Dame in Wiesbaden; 2 preuß. Thlr. - von G. C. W. in Weilburg.
Cursbencht der Wiener Börse.
Wien, 14. Okt. 1848. Geld. Waare.
Letzter Schluß in Bankaktien......940
Metall-Obligationen zu 5 pCt......68 ,, » „ 4 „ ..... 58
„ „ H 3 n .....
„ n " 2 s- ,, .....
Banko „ „ 2% „ —
Anleihen vom Jahr 1834 .......HO
„ „ 1839 .......—
Windischgrätzer Loose.........
Esterhazy 20 fl. Loose........
Waldstein'sche Loose.........
Eisenbahnaktien.
Nordbahn-Actien .....101
Mailander Eiscnbahn-Actieu......—
^rnaiicr „ .....—
Pesther „ ......58
Gmundner „ ......
Dampfschifffahrts-Aktien........
Eomo Nentenscheine . . . .......
960
69
59
111
102
59
Verantwortlicher Redacteur: I. Oppermann.
Bekanntmachungen.
Motto: Es ist nichts in der Welt so fein gesponnen, es kommt einmal ans Licht der Sonnen.
(1374) Der Herr HofgerichtSrath von Preu sch en zu Usingen hat in Nro. 63 der Freien Zeitung angezeigt, daß er bei Gericht auf Bestrafung des Unterzeichneten, wegen einer in Num. 57 gegen ibn ausgesprochenen Erklärung desselben, angetragen habe. Dieselbe enthielt folgende Behauptungen: Der Aufsatz in Nro. 45 über Osterspai betitelt: das letzte Faustrecht, fei aktenmüßig und wahr und er erkläre sich damit vollständig einverstanden. Alles das, was Herr Hofgerichtsrath hierauf in seiner Berichtigung ad Num. (264) über Osterspai vorgebracht, sei theils bestätigend, theils fades Selbstlob, theils Spiegelfechterei: das hingegen, was sich auf die Person und Handlungsweise des Unterschriebenen bezogen, sei offenbar Verläumdung. Unterm 1. September l. J. hat daS Hofgericht zu Usingen ein Urtheil in dieser Sache erlassen, welches diesem Gerichtshof, weil ein 2Dlirgl:eb desselben dabei beteiligt war, wegen Unpartheilichkeit zur größten Ehre gereicht und Anerkennung finden wird; dagegen wurde erst am 9. Oktober dasselbe dem Beklagten vom Amte Braubach eröffnet. Da nicht zu vermuthen, daß Herr Hofgerichtsrath dasselbe veröffentlichen werde; so erlaubt sich der Unterzeichnete dagegen das Publikum von seiner nunmehr erfolgten Freisprechung hierdurch in Kenntniß zu setzen.
Bei dieser Gelegenheit kann er nicht umhin den Lerehrlichen Lesern dieser Blätter die Mittheilung zu machen, daß wegen eines andern gegen ihn gerichteten anonymen Schmähartikels in Num. 61 datirt Braubach, 30. April eine gerichtliche Untersuchung über einer Person schwebt, die in genanntem Inserat durch eine falsche NamenSunterschrift die Redaction der Freien Zeitung sowohl als auch das lesende Publikum schmählich hintergangen und eine Briefunterschlagung veranlaßt hat. Sucht man die trübe Quelle dieser Niederträchtigkeiten auf; so stößt man auf wohlbekannte Persönlichkeiten, welche zur Förderung materieller Interessen seit Decenten unverdrossen an dem Ruin der hiesigen Gemeinde arbeiten. Die Gemeinde Osterspai schon seit längerer Zeit in ihrer Gesammtheit wie in der Person ihres Geistlichen mittelst der Tagespreise sowohl als auch auf dem Wege geheimer Denunciationen vielfältig geschmäht, verläumdet und falsch angeklagt, kann dieselbe jedoch im Bewußtsein ihres Huten Rechts und gestützt auf eine Menge bereits eidlich vernommener Zeugen ruhig den AuSgang ihres Rechtsstreites abwarten. Der Schleier des Geheimnisses, unter welcheni in Num. 61 die Intrigue der Verläumdung gegen den Unterschriebenen gespielt wurde, hat sich nunmehr nach einer Seite hin gelüftet und läßt uns einen Pasquillanten aus Braubach sehen, welcher aus leicht zu errathender Rücksicht zu dem elendesten Machwerk die Hand bot. Alle Judicien sind bereits vorhanden, welche zur Ueberführung der schuldigen Personen hinführen. Sobald ein richterliches Urtheil in dieser UntersuchnngSsache, welche auch wegen verschiedener dabei verübter gemeiner Fälschung zur Comveten; deS EriminalgerichteS gehören dürfte, wird erlassen sein, wird der Unterzeichnete daS Resultat derselben im Interesse der Wahrheit und Gerechtigkeit seiner Zeit durch diese Blätter zu veröffentlichen nicht unterlassen.
Osterspai, 17. Oktober 1848. Wilh. Koch, Pfarrer.
Herzoglich Nassauisches laudwirthschaft- liches Justitut zu Hof Geisberg
(1371) bei Wiesbaden.
Es wird hierdurch bekannt gemacht, daß unterm Heutigen der Unterricht an der vorbenannten Anstalt wieder eröffnet wurde, und damit die Nachricht verbunden, daß die in Umlauf gesetzten Gerüchte, daß der Unterricht erst später beginne, oder in diesem Winter ganz ausgesetzt bliebe, deßgleichen, daß Herr Professor Dr. Fresenius keine Vorlesungen halte, ganz aus der Luft gegriffen sind. Um dieser Gerüchte willen werden auch in diesem Jahre ausnahmsweise bis zum 31. October Anmeldungen entgegengenommen.
Hof Geisberg, den 19. October 1848.
Das Instituts-Directorinm.
Nr. Medicus.
Verein zur Wahrung der Vokâsrechte.
(1369) Außerordentliche Versammlung Samflag, 21. d. M Abends 7 Uhr im Nassauischen Hofe, wozu sie Mitglieder des Vereins einladet.
Der Vorstand.
An die verehelichen Abonnenten in Wiesbaden
(1365) Die „Freie Zeitung" 7—8 Uhr abgcholt werd. n.
Wiesbaden, 17. Oktober 1848.
kann von nun an schon Abends zuvor von
Die Expedition der Freien Zeitung.
Frankfurt.
Cours der Staatspapiere.
1 Uhr.
Oesterreich
Preußen Bayern
Würtemb.
Baden
V
D armstabt
Den 19. Oktober 1848.
Metalliques Obligationen . ... " ff ' ' *
ff '/ ....
Wiener Bank-Acliè'n . ’. ’ ’ ’ 500 fl. Loose........
250 fl. Loose von 1839 .... Bethmännische Obligationen . . .
50 Thaler Prämien-Scheine StaatS-Schnld-Scheiue 5 t05 ’ Obligationen...... Ludwig-Kanal-Actien incl. d, v. C. Bexbacher Eisenbahu-Actien . . Obligationen........
Obligationen.....
Lotterie-Anlchen a 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . . Obligationen........
pCt.
5
4
3
2%
4
4%
3%
3%
3%
4% 3%
3%
Papier ] 64% 54 38 33%
1090 109%
7 2% 55
64
74 76%
66 74% 91% 72 44% 24%
74
Geld 1
64 '
33%'
1075
168%
71
_
62
73%' 75%;
65% 74%
90%
24%
1 73
Darmfladi
Kurhessen Nassau
Frankfurt
Holland
Spanien
Polen
Sardinien
Den 19. October 1848.
Obligationen........
Lotterie-Aulehcn von 50 fl. . . . 25 fl. Loose........ Friedrich-Wilhelmè-Nordbahn . ✓ 40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen bei Rothschild . . .
bitte 25 fl. Loose . . .
Obligationen........
ditto von 1839 ....
ditto von 1846 ....
Taunuo-Eisenbahn-Aclicn ü 250 fl. .
„ „ „ per ultimo
Jntegr.-Obligatiouen..... Syndikats . . . ...... Innere Schuld neue Obligationen . Ardoins incl. 14 Coup. .... Lotterie-Loose 300 ......
ditto 500 ......
36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann
pCt.
4
4
3%
3 3% 3%
2% 3%
3
Papier 82% 60 20% 40% 24% 79% 20% 77 90% 88
272
44%
17%
66%
Geld
20 40 24%
20
89% 85% 268
44
68 17%
92
66
25
(1372) Zur Besprechung über die Gründung eines katholischen Vereins im Interesse kirchlicher Freiheit werden die hiesigen katholischen Pfarrgemeinde- glieder auf Sonntag, den 22. d. M., Nachmittags 3 Uhr zu einer Versammlung in der katholischen Kirche höflichst eingeladen.
Wiesbaden, den 19. Octob. 1848.
Mehrere Katholiken.
(1375) Eine Partie frisch ausgeleerte und mi guten Stand sich befindliche Stück- und Zulast- Füffer sind zu verkaufen bei P. Gottschalk im Gasthaus zum Hirsch in Höchst a. M.
Cours der Wechsel.
Den 19. October.
Amsterdam, 100 fl. Ert. . . Augsburg, 100 fl. Ert. . . Berlin, 60 Thlr.....
Bremen, 50 Rthlr. in Louisd'or Hamburg, 100 Mrk. Bco. . . Leipzig, 60 Thlr.....
„ in der Messe . . . London, 10 Livr. St. . . . Lyon, 200 Fr......
Paris, 200 Fr...... Mailand, 250 Lir. Austr. . . Wien, in 20r loo fl. C.-M. . Dièconto .......
Kurze Sicht
Briefe
88%
100% 108%
Geld
101
99
105%
120%
94%
94%
Zwei Monat
Briefe I Geld s 100% n,o%
88%
120%
Gold- und Silber-Sorten.
Neue Louisd'or .... Friedrichsd'or..... Ducaten...... 20 Frank-Stücke . . . Holländische 10 fl. Stücke Englische Souverains . , Laubthaler ..... Preußische Thaler . . . Hochhaltiges Silber . . Gering-mittelhaltiges Silber
11
9
5
9
10
12
2
1
24
24
kr.
5 56
36 38
5 2
45
24
18
(Frkf.J.)
(1373) In einem Colonial- und Gisenwaarcn- Geschâft eh gros & en detail des Herzog- thums Nassau wird ein mit den nöthigen Vo>- kenutniffen versehener junger Mensch ohne Lehrgeld in die Lehre zu nehmen gesucht. Auskunft Hierüber ertheilt die Erpedition d. Bl.
(1377) Als Ausveikauf werden Seidenstoffe, diverse Sammle und Plüsche für Hüte, Bänder, Stickereien, Blumen, Federn u. s. w. um er dem Einkaufspreis abgegeben.
Elise Zimmermann,,
Langgafse, Stadt Ptainz
(1355) In der Rheinstraße Nro. 1t ^ em Logis im Hintergebäude an eine stille m»»" zu vermiethen. Zu erfragen Ünterwcbergaiy Nro. 47.
(1368) Ein mobilste« Zimmer ist bei Anto» Foreit im Bayrischen Hof zu venmethen.
2
Verlag von H. Fischer und C. Ritter. — Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.