neue Commission diese Frage abermals k» Berathung ziehen. —Nachschrift. Eben erfahren wir, ein Courier solle die Nachricht gebracht haben, daß Jcllachtch mit 40,000 Mann bei Schwechat stehe.
Neueste Nachrichten aus Wien.
Wien, 9. Oct. Die Vollmacht der vom Sichcr- beitsausschusse des Reichstags an Jellachich abgesandten Deputation lautet dahin, daß er Oesterreich nicht betreten solle, indem seine Vollmacht blos für Ungarn laute. Jellachich soll bloß die Antwort gegeben haben, er wolle nur so lange warten, bis er Aufträge vom Kaiser erhalten habe." — Heute Abend um halb 7 Uhr war noch keine Nachricht vom Reichstagsdeputir- ten Hornbostl, der mittelst Kurier vom Kaiser nach Sieghartskirchen berufen ist, im Reichstage.
— Die übergegangenen Soldaten wurden gestern von den Studenten auf die Verfassung beeidet.
Wien, 10. Okt. In der schon erwähnten gestrigen Abendstßu'ng des Reichstags ward auch eine Adresse von den Bauern aus dem Marchfeld und der Umgegend an die Kammer verlesen, mit der Erklärung, daß sich, dieselben in Allem nud Jedem den Beschlüssen der Kammer fügen, und bereit sind, den Kaiser von seiner schändlichen Umgebung befreien zu helfen.
Die ganze männliche Bevölkerung Wiens ist in diesem Augenblick bewaffnet; auf allen wichtigen Punkten sind Kanonen ausgefahren, alle Thore mit Geschützen verseheu, die Thore selbst geschlossen. Die demokratischen Vereine haben ein Comite gebildet, das die Landbewohner auffordern soll, Wien zu Hülfe zu kommen. Die Aufregung ist in diesem Augenblicke außerordentlich, zur größeren Sicherheit ist die Stadt erleuchtet.
Es bestätigt sich, daß Fürst Windischgrâtz aus Böhmen und Graf Schlick aus Galizien mit Militärkräften dem Grafen Auersperg zu Hülfe eilen. Aus Galizien erwartet man mit ihnen 50,000 und aus Böhmen 18,000 Mann.
Wien, 10. Oct. Gestern vormittag um 10 Uhr fing die akademische Legion an, die Basteien zu besetzen, in welcher Vertheidigungsmaßregel sie gegen Nachmittag immer mehr und mehr von Nationalgarden der Art unterstützt wurde, daß bis gegen Mitternacht die Bewachung der Thore und Verschanzungen der innern Stadt als ziemlich vollständig angesehen werden konnte. Zweckmäßig müssen wir insbesondere die Aufstellung der Kanonen nennen, die je zu zwei im Kreuzfeuer die Brücken bestreichen können. Somit wäre die innere Stadt, besonders wenn die jetzt mehr als je unzeitige Verdächtigung einzelner Abtheilungen der Nationalgarde durch zweckmäßige Maßregeln bald beseitigt wird, zieinlich gegen alle bedrohenden Angriffe geschützt.
— So eben (halb 3 Uhr) wird in der Stadt Allarm getrommelt, auf die Nachricht, daß Jel- lach ich in Fi sch am ent an kam. — Freiwillige sammeln sich am Stephansplatze und das Kärnthner- thor wird geschlossen. — Heute gegen Mittag sind drei im Nordbahnhose angelangte, und von Prag über Wien an Jellachich adrefsirte Waffenladungen aufgegriffen, auf drei großen Wägen zur Universität gebracht und von dort zum Ober-Commando escortirt worden.
Jellachich mit 2000 Mann, seinem Vorposten, steht schon bei Simmering. Hinter den 2000 Croaten sind nach zuverlässigen Angaben 13,000 Szereßaner. So eben wird im Reichstage gemeldet, daß 15,000 Magyaren sich bei Preßburg einschiffen lassen, um dem Wiener Volke, wenn es nöthig sei, zu Hülse zu kommen. Nationalgarden von Brünn, Baden, Vöslau und den umliegenden Ortschaften rücken in die Hauptstadt. — Heute keine Börse. — So eben 3 Uhr allgemeiner Allarm; es wird ein Angriff erwartet.
Wien, 11. Oct. In der gestrigen Abendsitzung des Reichstags wurde die denkwürdige Antwort, welche der Banus Jellachich den an ihn gesandten Reichötags- deputirten Prado und Bilinskt ertheilte, vorgelesen; sie lautet beiläufig: „Die Beweggründe, welche mich veranlassen, deu Marsch meiner Truppen hierher zu richten, sind die Pflichten, welche mir als Staarsdiener und Militär obliegen. Als Staatsdiener bin ich verpflichtet, nach Kräften der Anarchie zu steuern; als Militär zeigt mir der Donner der Geschütze meine Marschroute an. Die Gesinnungen, die mich beseelen, sind die Aufrechthaltung der Gesammtmonarchie und Treue gegen den konstitutionellen Kaiser. Darum ist meine Wahl, wessen Verfügungen ich folgen soll, nicht schwer. Die Verpflegung meiner Truppen geschieht gegen Lieferungen, die quittirt werden. Die Bequar- trerung belästigt Niemand, da die Truppe lagert. Von ungarischen Truppen werde ich nicht verfolgt. Wenn sie k. k. Militär auf österreichischem Boden angreifen, werde ich Gewalt mit Gewalt vertreiben. Auf österreichischem Gebiete kenne ich keine kroatischen Truppen, sondern blos k. k. österreichische, denen ich anzugehören die Ehre habe. Rothneusiedel, 10. Oktober. Jellachich m. p."
Breslau, 12. Oktbr, Nachmittags 4 Uhr. (Bresl. Ztg.) Der Wiener Postzug ist abermals ausgeblieben. In Ratibor ist zwar heute Morgen das Ausfall-Signal von der Nocdbahn rechtzeitig gegeben wo-den, allein weder durch einen Reifenden noch auf andere Weise ist irgend eine Nachricht über die Lage der Dinge um und in Wien uns zugekommen.
Abends 10 Uhr. Auch jetzt ist der Wiener Postzug noch nicht angekommen. Sichere Nachrichten über die Ereignisse in Wien fehlen gänzlich; dagegen haben
sich Gerüchte der mannigfachsten Art verbreitet. Wir theilen hier nur eins mit, für dessen Wahrheit wir uns jedoch keineswegs verbügen wollen. Man will nämlich erfahren haben, daß die Essenbahnschienen bis in einer Entfernung von 5 Meilen von Wien dcmolirt seien daß Auersperg im Verein mit Jellachich und Windisch- grätz Wien bombardire, das Feuer aber von den Basteien der Stadt lebhaft erwidert werde. Die Stadt soll an mehreren Orten in Flammen stehen. Prag. VonBudweis sind Massen Belagerungsgeschütz nach Wien abgegangen, von hier sind 12 Batterien (?) zum Abgänge in zwei Abtheilungen bestimmt, gestern gingen zwei Bataillon Jäger mit der Eisenbahn nach Wien ab; sie werden bei den Bahnhöfen abgesetzt und längst der Telegraphenlinie vertheilt, um die telegraphische Kommunikation mit Wien zu schützen. Heute soll wieder ein bedeutender Theil der Garnison und die Grenadiere nach Wien gehen.
Kr ankreLeh.
Paris, 13. October. Herr Burcker, Mitglied der demokratischen Gesellschaft in Wien, ist, wie man ver- nimmt, in Paris eingetroffen, um einen Privatauftrag bei der französsichen Regierung zu erfüllen.
Aufforderung.
In der Nacht vom 7. auf den 8. d. Mts. wurde das Städtchen Caub von einer verheerenden Feuersbrunst hciingesucht. Das Feuer griff so schnell um sich, daß innerhalb zweier Stunden 28 Gebäude, in welchen 62 Familien wohnten, eingeäschert wurden. Die Mehrzahl dieser hat Nichts, als das nackte Leben gerettet. Darum ergeht im Interesse dieser Unglücklichen an alle Menschenfreunde die dringende Bitte, nach Kräften ihrem Elend zu steuern. Zur Entgegennahme milder Gaben jeglicher Art sind die Unterzeichneten, sowie auch die Redaktion dieses Blattes erbötig.
Die beiden Pfarrer zu Caub: B ü s g e n.
Clasmann. -
Fruchtpreife.
Diez, 13. Okt. Ir Preiß. 2r Preiß. Rother Waizeu.....15 fl. 47 fr. 16 fl. 27 kr. Weißer Waizeu , . . . . 14 fl. 25 kr. 15 ff. 35 kr. Korn........9 ft. 48 fr. 10 fl. 53 fr. Gerste . *......7 fl. 22 fr. „ 7 fl. 42 kr.
Hafer .........5 fl. 8 fr. 5 fl. 8 kr.
An die verehelichen Abonnenten in Wiesbaden.
Die „Freie Zeitung" kann von heute den 17. l. M. an schon Abends zuvor von 7—8 Uhr abgeholt werden.
Die Expedition der Freien-Zeitung.
Verantwortlicher Redacteur: I. Oppermann.
Bekanntmachungen.
Gasthaus - Verpachtung.
(1342) Unter billigen Bedingungen ist das in der gangbarsten Straße dahier gelegene.Gasthaus zum Rothen Ochsen wieder aus eine Reihe von Jahren zu verpachten und kann sofort bezogen werden.
Dasselbe hat im unteren Stock einen großen Saal mit zwei Nebenzimmern, Kutscherstube, Küche mit Kammer und Keller. Im oberen Stocke 6 Zimmer und im 3ten einen Saal mit Kabinet. Weiter wird dazu gegeben Hofraum, Pferde- und Holzstall, Hafer und Heuspeicher.
Näheres zu erfragen bei C. Bufch, Gutsbesitzer in Limburg.
Limburg an der Lahn, den 12. Oktober 1848.
Verein zur Wahrung der VoEsreehte.
(1354) Tagesordnung für die Mittwoch den 18. d. Mts. Statt findende Versammlung:
1) Crneuete Wahl des Vorsitzenden,
2) Besprechung einiger Vereins - Angelegenheiten, wozu die Mitglieder des Vereins hiermit einladet
Wiesbaden, den 15. Oktober 1848. Der Vorstand.
"31” Versteigerung.
M Mittwoch den 18. October, Vormittags um 10 Uhr laßt der Unterzeichnete auf seiner bei Wiesbaden gelegenenen Mühle, der Hammermühle verschiedene Mühl-Geräthen versteigern und zwar namentlich:
Einen großen und einen kleinen Wellbaum mit Zapfen und Ringen, ein guß- kisenes Kammrad mit Getriebe, einige hölzerne Kaminräder, ein Wasserrad, acht Frucht- Mehl- und Gries-Zylinder, zwölf Beutel, vier Beutelkasten und Geschirre, mehrere Zarchen, Trichter und Schuhgestelle, so wie verschiedenes sonstiges zumMühl- bem'eb gehöriges Holz und Eisenwerk; ferner zehn Mühlsteine wobei mehrere Paar blaue Andernacher, eine Malzschrotmühle eine hölzerne und eine bleierne Pumpe.
^Sodann werden noch:
^eirou 40 Ohm Apfelwein und eine Parthie leerer Fäßer versteigert.
Hammermühle den 4. October 1848.
B. May.
(1351) Mantelstoffe, Napolitains, Châles und Seidenstoffe in großer Auswahl, Thibets in den neuesten Farben empfiehlt zu den billigsten Preißen
August Jung,
(1353) K. Willer'S Schweizer-Kräuter-Oel; A. Nowland's Macaffar-Oel; Orientalischer Haarbalsam; Aromatische medicinische Seife von I. G. Bernhardt; Cautchuck für's Leder weich zu erhalten und wasserdicht zu machen; Wah- ler'sche Zertheil- und Heilpflaster u A. m. bei I. L. Seibert in der Langgaffe.
Klär-G allante, die Flasche 5 36 fr., hinreichend ein Stückfaß von 1200 LitreS Wein (Bier, Aepfelwein, Essig) hell zu machen, wenn man sie nach Anweisung gebraucht, bei
'3. L. Seibert in der Langgasse.
(1352) ÄÄr Damen.
Cachemirs mit carrorirten Atlasstreifen in allen Farben. Das neueste zu Kleidern: 30 kr., 32 kr., 34 fr. bis 40 kr. per Elle.
Thibets und Orleans in allen Farben feinster Qualität.
Napolitaine und Lamas zu Kleidern und Mänteln in den geschmackvollsten Mustern.
Alle Arten carrorirter und gewirkter Umschlagtücher und besonders
Eine grösste Parthie ganz wollene Doppel-Shawls in den neuesten und geschmackvollsten Dessins empfehlen wir unter Bezugnahme an unsrer jüngsten Annonce zu außergewöhnlich billigen Preißen.
M. $7 M. Aregfus m Mainz,
Eck der Schuster- und Jesuitengaffe.
(1356) Ein noch fast ganz neuer Braukessel von 18 Ohm, nebst Braubütte und Kühlschiff, 2 Braukessel von 2 und 3 Ohm nebst Maischwärmer und 3 Gährbütten jede circa 12 Ohm haltend. Eine Handschrotmühle, welche auch mit einem Wasserrad versehen ist, um sie rn's Wasser zu stellen. Ferner 2 braune Wallachpferde von 7 und 8 Jahren fehlerfrei, sowohl in der Chaise als auch im Acker zu gebrauchen und eine zweispânnige, noch gut im Stand erhaltene Chaise, sind aus der Hand zu verkaufen. Bei der Erpedition zu erfragen: Wo?
(1355) In der Rheinstraße Nro. 11 ist ein Logis im Hintergebäude an eine stille Familie zu vermiethen. Zu erfragen Nnterwebergaffe Nro. 47.
(1350) Antwerpen.
Che wir aus Europa scheiden, können wir nicht umhin, unsere deutschen Brüder, welche die Reise nach Amerika antreten, und sich in Antwerpen cinschiffen wollen, folgende Rathschläge zu ertheilen. Wir warnen vor Geschäftsverbindungen mit dem Herrn Franz Jung aus WormS, Tochtermann des Herrn Oberlehrer Weber in Carlsruhe und Geschäftsführer des Herrn Consul von SerigierS. Wir haben hierzu gute Gründe und halten eS für das Zweckmäßigste, daß Niemand einen Accord mit irgend einem Agenten abschließt, sondern direkt an Ort und Stelle unterhandelt. Den Auswanderern, welche sich in Antwerpen ein- schiffen wollen, können wir daS Hotel du Rhin ' auf'S beste empfehlen, der Gastwirth, ein Deutscher, bedient seine Gäste außerordentlich billig und gut, und ist zu jeder Zeit mit großer Zuvorkommenheit bereit, einem Jedem mit Rath an die Hand zu gehen.
Auch können wir den Herrn F. H. Nieber- ding, Faßbinderstraße, empfehlen, der unS als ein ehrlicher, rechtschaffener Mann vorgekommen ist, bei welchem wir unsere Lebensmittel in sehr guter Qualität zu billigen Preisen gekauft und damit sehr zufrieden sind, dem eS auch ein Vergnügen macht, den Passagieren zu billigstem Accord zu verhelfen. Wir sind mit dem Schiffe Hebron, den 12. October 1848 abgereist..
Carl Napp l
Carl Schmidt 1
Wilhelm Lang \ aus Diez.
Johann Gallhöfer /
Philipp Reichel l
Georg Meixner aus Limburg.
Philipp Rückert aus Offenburg in Baden. Michel Geiger aus Ueberlingen in Baden. Charles Saal aus Coblenz.
(1331) 22—2400 fl., 2mal 2000 fl.,
500 fl., 2mal 1000 fl. sind sogleich auS- I zuleihen.
(1348) /400 fl., 1000 fl., 1200 fl., 1500 fl., 2000 fl., sind bei Commissionar Friedrich Schaus auszuleihen. Unfrankirle Briefe werden nicht angenommen.
Verlag von H. Fischer und C. Ritter. — Druck der C. Rrtter'schen Buchdruckerei.