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wenigstens, im Vergleich mit besseren Periode des vorigen Jahres, eine Zulage in der Revenue herauS- stellt. Zu vergessen ist indeß nicht, daß die Geldkrise im September und October v. I. in ihrer Blüthe war und eine Besserung, daher nicht sehr zu verwun­dern ist.

Clonmel, 9. Oct. Das Urtheil Smith O'Brien's ist gesprochen. Der Lord Chief Justice Blackburue verkündete dem Gefangenen, das Urtheil des Gerichts­hofes sei, daß er, William Smith O'Brien gehängt, daß sein Kopf vom Rumpfe getrennt und daß sein Körper geviertheilt werde.

Nach einer Pause nahm der^Gefangene voiÖ seinen Freunden Abschied. Er entfernte sich mit festem Schritt. Es steht jetzt bei der Königin, das Urtheil umzuwandeln. Wie bekannt, hat die Jury aus­drücklich darauf angetragen, daß man das Leben O'Brien schone.

Italien.

Neapel. (Die englisch-französische Ver­mittelung.) Die Times veröffentlichen eine Reihe officieller Aktenstücke in Beziehung auf die englisch-fran­zösische Vermittelung in der neapolitanisch-sicilianischep Angelegenheit, aus denen sich über den Hergang der Dinge zwischen den beiden Admirälen und dem Com­mandeur der neapolitanischen Truppen Folgendes er­gibt: Die Einnahme von Messina fand am 8. Sept, statt. Am 10. benachrichtigte Herr v. Rayneval die sicilianische Regierung, daß der Commandeur des fran- zösischen Geschwaders an der Küste Siciliens, seinen vom Admiral Baudin erhaltenen Instruktionen gemäß, den Anführer der Neapolitaner auffordern werde, einen Waffenstillstand einzugehen, wozu er erforderlichenfalls beide Theile nöthigen würde, um während der Zeit weitere Instructionen von der Republik erwarten zu können. Der englische Bevollmächtigte erklärte sich in demselben Sinne gegen das neapolitanische Ministe­rium. Das letztere erließ an die beiden Diplomaten ein Memoire, worin es, neben dem Bedauern, keine bestimmte Antwort in Bezug auf den geforderten Waf­fenstillstand geben zu können, zugleich erklärte: 1) daß jede Maßregel, welche die Ausführung der von dem König von Neapel zur Erstickung des Aufruhrs in Sicilikn angeordneten Unternehmung hindere, eine offen­bare Verletzung der Rechte eines freien Souverains und der Rücksichten sein werde, die einer befreundeten Macht gebührten; 2) daß die beiden Admirale eine solche Verletzung persönlich zu verantworten haben wür­den, da Lord Palmerston erklärt habe, daß er der von der neapolitanischen Regierung beabsichtigten Expedition kein Hinderniß entgegenstellen werde; 3) daß die neapolita- niscbe Regierung nichts weniger, als abgeneigt sei, die Leiden die der Krieg gegen Sicilien mit sich brin­gen werde, möglichst zu mildern, daß sie dagegen aber auch von den fremden Kabinetten erwarten müsse, daß diese die Grenzen einer absoluten Neutralität nicht über­schreiten und den Wioerstand der Sicilianer nicht be­günstigen würden.

Außer diesen Documenten publiziren die Times auch die von dem Kapitän des Herkules und des Gla­diators an den General Filangieri erlassenen Notifika­tionen, worin diese beiden Offiziere erklären, daß sie beauftragt seien, den Genera! um Einstellung der Feind­seligkeiten auf der sizilianischen Küste zu bitten, bis die Kabinette von England und Frankreich durch ihre Ver­mittelung die Schwierigkeiten, die sich einer allgemeinen Pazifikation entgegenstellten, beseitigt haben würden. Die Antwort des Generals Filangieri enthält nichts, als eine Anzeige, daß er die an ihn gerichtete Note empfangen habe, die er seiner Negierung mittheilen werde, um von ihr weitere Befehle zu erwarten. Der National" bemerkt zu den von der Times mitgetheil­ten Aktenstücken, daß man das Benehmen der beiden Admirale nur billigen könne, daß dieselben vollkommen Recht gehabt hätten, sich in den Grenzen der strengsten Neutralität zu halten, um ihren Regierungen Freiheit für einen weiteren Entschluß zu lassen. Aber, er fährt fort, cs würde uns zu einer traurigen Überraschung gereichen, wenn die beiden vermittelnden Mächte, die ihnen so sorgfältig aufbewahite Freiheit zu handeln dazu wollten, um den Untergang Palermo's, wie den Messina's, ruhig mit anzusehen. Wir glauben nicht, daß der König von Neapel die Vermittelung ablehnen wnd, wenn er aufgefordert wird, sie anzunehmen; jeden­falls müssen wir es für eine Schwäche erklären, wenn man sich mit? einer ablehnenden Antwort zufriedenstel­len ließe.

Frankreich.

Straßburg, 12. Oct. Bittere Klagen vernimmt man von den Landwirthen und Bauern über die maß­lose Wohlfeilheit aller Lebensmittel. Es zeigen sich wiiklich Fälle, wo dieselben ihren Pachtzins nicht bezahlen können, weil der Erlös so gering ist. Andererseits ist übrigens auch zu berücksichtigen, daß sich der größere Theil der Bauern während der Theue- rungsepoche große Ersparnisse gesammelt hat, die dem­selben jetzt Ersatz bieten müßen.

Paris, 8. Oct. Louis Bonaparte, die aufgehende Sonne, dem sich auch die Presse bereits zuwendet, fängt an sich mehr in Evidenz zu stellen, er macht in der Banlieue Spazierfahrten im offenen Wagen, grüßt in Napoleonischer Art und gibt den Armen Gold. Cavaignac und seine Freunde sind mißvergnügt über die neueste Wendung der Dinge, sie sehen die Ge­walt ihren Händen entschlüpfen und nach dem gestrigen Votum soll im ersten Aerger von einer Demission in Masse die Rede gewesen sein.

Der von Cronstadt zurückgekommene Dampfer Tajo, der den General Lesto nach Petersburg brachte, ist wieder in Havre angekommen und hat die Nachricht gebracht, daß der französische Gesandte am 26. Sep­tember vom Kaiser Nicolaus in officieller Audienz em­pfangen werden sollte. Das 12te Linien- Regiment im Lager von St. Maur hat plötzlich den Befehl er­halten aufzubrechen und sich nach Nismes, im Süden

Frankreichs zu begeben. Vierundzwanzig Stunden nach Erhalt des^Bcschls war es schon auf dem Marsche, Man legt dieser Maßregel die Entdeckung Bona- partischer Umtriebe in diesem Regimente als Motiv unter.

- (Auslieferung deutscher Flüchtlinge) Die deforme nimmt sich heute mit großer Lebhaftigkeit und Energie der Sache derjenigen sechs deutschen Flücht­linge an, die laut der Köln. Ztg. und der Franks. Blätter von den Straßburger Behörden ausgeliefert worden sind. Das demokratische Blatt stellt die Vor­gänge bei dem Tode Lichnowsky's und Auerswald's (denn um die Thäter des ersteren handelt es sich) in ihr wahres Licht, gegenüber den übertriebenen und feindseligen Berichten der royalistischen Blätter und schließt mit der Frage, ob die jetzigen Gewalthaber die Herren Guizot und Duchatel um den ihnen mit Recht gegebenen SchandnamenGenöd'armen des Auslands" beneiden.

Paris, 11. Oct. Der Moniteur sagt heute:Es ist durchaus falsch, daß Hr. Cavaignac, wie cs die Patrie" anzeigt, einer Versammlung im Palais-Na­tional oder irgend einer anderen politischen Winkelzu­sammenkunst beigewohnt habe, deren Zweck ist, die Wahl des Präsidenten der Republik zu verschieben. Die Note im Moniteur war zu formell und zu klar, um zu ge­statten, der Exekutivgewalt einen rückhaltigen Gedanken in einer Frage zazuschieben, von der eS im Gegentheil eine baldige Erledigung wünscht."

In der gestrigen Nationalversammlung wurde folgendes Amendement Proudhon's vertheilt:

In dem Falle, wo das allgemeine Stimmrecht keinem der Kandidaten zur Präsiventschaft der Republik ein absolutes Mehr gibt, geschieht die definitive Ernennung des Präsidenten durch das Volk von Paris'"

Rußland.

(Der Cherson'sche Adel.) Der Adel des Gou- yernements Cherson hat den kaiserlichen Truppen ein- stimmig 700 zur leichten Cavallerie und zu den Artil­leriewagen brauchbare Pferde angeboten; der Kaiser hat dies Geschenk angenommen, und den Gebern seinen Dank ausgedrückt.

Berichtigung.

Der Reallehrer zu Biebiich, welcher die an die Versammlung zu Frankfurt von der Biebricher Turn­gemeinde abgeschickte Adresse unterzeichnet hat, heißt nicht: Friedrich Maue (welchen Namens allerdings auch ein Lehrer in Biebrich ist), sondern Friedrich Mann.

Zur Empfangnahme von Hülfsgeldern für die Abgebrannten tu Caub ist die Redaction der Freien Zeitung gerne bereit.

Verantwortlicher Redacteur: J. Oppermann.

W e k a N N è M a eh N N g § n.

Gasthaus - Verpachtung.

(1342) Unter billigen Bedingungen ist das in der gangbarsten Straße dahier gelegene Gasthaus zum Nöthen Ochsen wieder auf eine Reihe von Jahren zu verpachten und kann sofort bezogen werden.

Dasselbe hat im unteren Stock einen großen Saal mit zwei Nebenzimmern, Kutscherstube, Küche mit Kammer und Keller. Im oberen Stocke 6 Zimmer und im 3ten einen Saal mit Kabinet. Weiter wird dazu gegeben Hofraum, Pferde- und Holzstall, Hafer und Heuspeicher.

Näheres zu erfragen bei E. Busch, Gutsbesitzer in Limburg.

Limburg an der Lahn, den 12. Oktober 1848.

für erstere Schule findet Sonntag den 15. l. M., Morgens 8 Uhr, für letztere den fo'genden Montag den 16. Abends 8 Uhr in den bisherigen Unterrichts-- lokalitäten Statt.

Wiesbaden, den 14. Oktober 1848. Für die Gewerbevereins-Schulcommisfion ®r. Medicus.

Versteigerung.

Mittwoch den 18. October, Vormittags um 10 Uhr läßt der Un­terzeichnete auf seiner bei Wiesbaden gelegenenen Mühle, der Hammermühle ver­schiedene Mühl-Gcräthen versteigern und zwar namentlich:

Einen großen und einen kleinen Wellbaum mit Zapfen und Ringen, ein guß- eisenes Kammrad mit Getriebe, einige hölzerne Kammräder, ein Wasserrad, acht Frucht- Mehl- und Gries-Zylinder, zwölf Beutel, vier Beutelkasten und Geschirre, mehrere Zarchen, Trichter und Schuhgestelle, so wie verschiedenes sonstiges zum Mühl­betrieb gehöriges Holz und Eisenwerk; ferner zehn Mühlsteine wobei mehrere Paar blaue Andernacher, eine Malzschrotmühle eine hölzerne und eine bleierne Pumpe.

Sodann werden noch:

circa 40 Ohm Apfelwein und eine Parthie leerer Fäßer versteigert. Hammermühle den 4. Oktober 1848.

B. May.

Nastätten im Oktober 1848.

(1349) Mit Entrüstung vernahmen wir, wie ein gewisser -Diann Namens T... . p von hier sich seither bemüht und ein Geschäft daraus macht, unsern ehrwürdigen beliebten Herrn ev. Geistlichen zu verläumden. Weit entfernt, daß das Treiben des T. bei dem bessern Theile un­serer Mitbürger einen Anhang findet, stoßen wir vielmehr einen solchen wohlbekannten Ver- läumder, dessen Charakter viel zu bekannt ist, mit Indignation zurück.

Viele Bürger von Nastätten."

(1343) In der H. W. Ritter'schen Buchhandlung ist soeben angekommen:

LÄns Generas-Miittel

gegen Hämorrhoidalleiden, allzugroße Abmagerung, großes Dick- und Fettwerden, und des üblen Geruchs aus dem Munde. Ferner über Zeugung gesunder Knaben oder Mädchen nach Willkühr der Eltern, nebst Mitteln zum Wachsthum und der Färbung der Haare. Preis 15 Ngr.

Verlag von F. A. Reichel in Bautzen.

Annonce.

(1350) Antwerpen..

Ehe wir aus Europa scheiden, können wir nicht umhin, unsere deutschen Brüder, welche die Reise nach Amerika antreten, und sich in Antwerpen einschiffen wollen, folgende Rath­schläge zu ertheilen. Wir warnen vor Geschäfts­verbindungen mit dem Herrn Franz Jung aus Worms, Tochtermann des Herrn Ober­lehrer Weber in Carlsruhe und Geschäfts­führer des Herrn Konsul von Serigiecs. Wir haben hierzu gute Gründe und halten es für das Zweckmäßigste, daß Niemand einen Accord mit irgend einem Agenten abschließt, sondern direkt an Ort und Stelle unterhandelt. Den Auswanderern, welche sich in Antwerpen ein­schiffen wollen, können wir das Hotel du Rhin auf's beste empfehlen, der Gastwirth, ein Deut­scher , bedient seine Gäste außerordentlich billig und gut, und ist zu jeder Zeit mit großer Zu­vorkommenheit bereit, einem Jedem mit Rath an die Hand zu gehen.

Auch können wir den Herrn F. H. Nieber- ding, Faßbinderstraße, empfehlen, der uns als ein ehrlicher, rechtschaffener Mann vorgekom­men ist, bei welchem wir unsere Lebensmittel in sehr guter Qualität zu billigen Preisen gekauft und damit sehr zufrieden sind, dem es auch ein Vergnügen macht, den Passagieren zu billigstem Accord zu verhelfen. Wir sind mit dem Schiffe Hebron, den 12. October 1848 abgereist.

Carl Napp /

Carl Schmidt i

Wilhelm Lang \ aus Diez.

Johann Gallhöfer /

Philipp Reichel I

Georg Meixner aus Limburg.

Philipp Rückert aus Offenburg in Baden. Michel Geiger aus Ueberlingen in Baden. Charles Saal aus Coblenz.

Bekanntmachung.

(1347) Jin Laufe der nächsten Woche wird der Unterricht in der Sonntags- zeichnungs- und in der Abendschule (des Gewerbeverrins) für Gesellen und Lehr­linge wieder eröffnet. Die Einschreibung

Weinversteigerung.

(1318) Freitag, den 3. November d. I. Mit­tags 2 Uhr werden zn Hattersheim, Herz. Nass. Amt Höchst, in der Behausung des I. Jost folgende reingehaltene Weine^öffeutlich an den Meistbietenden versteigert:

3 Stück Niersteiner...... 1834t

1 in Ohm, ^Dhm u.Z Lau­benheimer ........ 1834t

1 Stück Deidesheimer Traminer . 1842t

1 Forster....... 1842t

2 Wickerer....... 1842t

2 Diedenberger..... 1842t

1 ditto ...... 1846t

2 Laubenheimer..... 1846t

Die Probe» können Tags vorher und bei der Versteigerung von den Fäßern genommen werden.

Leere Stück und kleinere Fäßer find auch zu verkaufen.

(1348) 400 fl., 1000 fl., 1200 fU 1300 fl., 2000 fl., sind bei Kommissionär Friedrich Schaus auszuleihen. Unfrankirte Briefe werden nicht angenommen.

Verlag von H. Fischer und L. Ritter. Druck der C. Rltter'schen Buchdrackerei.