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_ (Verfolgungen der Clubs.) Gestern stan- den die Präsidenten zweier demokratisch-sozialen Clubs, Chauvelos und Bernard, vor dem Zuchtpolizeigericht, angeklagt, dem neuen Gesetz über die Clubs zuwlder- gehandelt zu haben, indem sie an der Thüre einen Bei­trag von 10 Cent, per Person erheben ließen, und so die gesetzlich vorgeschriebene unbedingte Oeffentlichkeit beschränkten. Chauvelos war außerdem angeklagt, daß er das Protokoll der Sitzung nicht am Schluß derselben ausgenommen und unterzeichnet habe. Beide wurden, trotz ihrer Vertheidigung, zu 100 Fr. Strafe und in die Kosten verurtheilt.

(Eine Hypothese.) Unter dieser Aufschrift hat die heutige Presse folgende perfide Insinuation gegen Cavaignac:Angenommen, General Cavaignac wird von der Nationalversammlung zum Präsidenten der Republik erwählt; er braucht nun nicht mehr sich mit der Majorität gut zu halten, er ist fortan unabhängig von ihr; nun wirft er die Maske ab und geht nach der Seite hin, wohin ihn seine natürlichen Tendenzen ziehen, nach der Linken zu; er stützt sich auf die Mi- norität in der Versammlung und auf die Majorität in den Gassen. Was würde in diesem Falle die be- trogene und von ihrer Höhe gestürzte Majorität thun?

Paris, 10. Okt. DerMoniteur" erklärt die von dem zu Landon erscheinendenSpectateur" gemachte Mittheilung von einem Spaziergang Capaignac's mit dem Prinzen Louis Napoleon Bonaparte im Garten des Hotels der Rue de Varennes für unwahr. Eben­so seien die kommunisten Banden, welche der Versiche­rung dar legitimistischenEstassette" zufolge das Ariege- departement verheeren, eine Erdichtung dieses Blattes. Jenes Departement genießt des tiefsten Friedens. Die Regierung hat Depeschen aus Tahiti bis Juli er- halten. Laut ihnen wurde die französische Republik am 24. Juni auf jenen Inseln mit Enthusiasmus ge- feiert.

Im Sitzungssaale der Nat.-Vers. hieß eS gestern wieder­holt, daß das Cabinet die Absicht g'hegt, von der Na­tionalversammlung ein Votum zu beantracken, das die Wahl des Präsidenten unmittelbar nach Genehmigung des Kapitels V des Verfassungsentwurfs feststelle. Dieses Kapitel besteht bekanntlich aus etwa 15 Arti­keln, von denen die hauptsächlichsten (5) gestern und am Sonnabend bereits votirt sind. Die Präsidenten­wahl müßte also schon in acht Tagen ausgeschrieben werden! Eine solche Eile würde aber nothwendig eine furchtbare Aufregung im Lande zur Folge haben! Un­ter diesen Umständen hat das Kabinet nachgegeben und es wird das Staatsschiff fortführest In der gestri­gen Sitzung der Nationalversammlung sprachen Napo­leon Bonaparte und Louis Napoleon Bonaparte. Beide sagten nur wenige Worte. Letzterer erklärte, er wolle kein Prätentent sei.

Die monarchische Union (der Moniteur Hein­rich V.) sagt: ......Goudchaur erschien gestern ganz allein und ohne Papiertasche unterm Arm im Sitzungssaale. Statt auf die Ministerbank, begab er sich auf seinen alten Repräsentantenplatz. Dies erregte großes Aufsehen. Seine Freunde eilten zu ihm, um ihn zn fragen, ob er seine Dimmisfion gegeben?Er gehe, soll er geantwortet haben, nnr Einen Tag voran." Cavaignac, über die Bedeutung dieser Aeußerung ge- ftaqt ließ ven Urheber derselben zu sich rufen und be­schwor ihn bei allen Heiligen, das Vaterland nicht ins Verderben zu stürzen u. s. w. ' Goudchaur ließ sich erweichen und setzte sich wieder auf die Bank der Mi­nister an die Linke Cavaignac's. Auf diese Weise sieht sich Dufaure, den Cavaignace bereits mitiAusbefferung des schiffbrüchigen Kabinets beauftragt hatte, seines Auftrages entledigt und die Ministerkrisis ist vorüber.

Italien.

Genua, 4. Octbr. Bis heute hat sich die Nach­richt, daß Venedig zur See angegriffen sei, noch nicht

bestätigt. Aber es ist sicher, daß dies von der Land, feite her geschehen ist und der politische Punkt der Sache bleibt demnach derselbe. Der zu Gunsten Oester­reichs geschlossene Waffenstillstand wurde aufs frechste von Oesterreich gebrochen.

Aegypten.

(Mehemet-Ali dem Tode nahe.) Wir er­halten Briefe aus Alexandrien, die bis zum 22. Sept, reichen. Die Cholera war endlich verschwunden. Ibra- Him und Mehemet-Ali befanden sich in Cairo, jener leidend, dieser wohl dem Tode nahe, da er von fort­währender Ruhr befallen war.

Nachschrift.

Breslau, 9. Okt. DieSchlesische Ztg." berich­tet: Wichtiger als die Meldungen aus Wien sind die neuesten Nachrichten aus Ungarn. Es sollen in die Aula und an die Neichsversammlung Couriere mit der Nachricht angelangt sein, daß Jellachich bei Oeden- burg von den Magyaren geschlagen, gefan. gen und erschossen worden ist. Einem andern Berichte zufolge sollen ihn die Ungarn erhängt haben.

Zur Empfangnahme von HAfsgeldern für die

Abgebrannten in Caub ist die Redaction der Freien Zeitung gerne bereit.

Verantwortlicher Redacteur: I. Oppermann.

GekanntMachunge».

Gasthaus - Verpachtung.

(1342) Unter billigen Bedingungen ist das in der gangbarsten Straße dahier gelegene Gasthaus zum Rothen ^Ochsen wieder auf eine Reihe von Jahren zu verpachten und kann sofort bezogen werden.

Dasselbe hat im unteren Stock einen großen Saal mit zwei Nebenzimmern, Kutscherstube, Küche mit Kammer und Keller. Im oberen Stocke 6 Zimmer und im 3ten einen Saal mit Kabinet. Weiter wird dazu gegeben Hofraum, Pferde- und Holzstall, Hafer und Heuspeicher.

Näheres zu erfragen bei E Busch, Gutsbesitzer in Limburg.

Limburg an der Lahn, den 12. Oktober 1848.

C,3I7J Versteigerung.

Mittwoch den 18. October, Vormittags um 1 0 Uhr läßt der Un­terzeichnete auf seiner bei Wiesbaden gclegenenen Mühle, der Hammermühle ver­schiedene Mühl-Eeräthen versteigern und zwar namentlich:

Einen großen und einen kleinen Wellbaum mit Zapfen und Ringen, ein guß- eisenes Kammrad mit Getriebe, einige hölzerne Kammräder, ein Wasserrad, acht Frucht- Mehl- und Gries-Zylinder, zwölf Beutel, vier Beutelkasten und Geschirre, mehrere Zarchen, Trichter und Schuhgestelle, so wie verschiedenes sonstiges zumMühl- betricb gehöriges Holz und Eisenwerk; ferner zehn Mühlsteine wobei mehrere Paar blaue Andernacher, eine Malzschrotmühle eine hölzerne und eine bleierne Pumpe.

Sodann werden noch:

circa 40 Ohm Apfelwein und eine Parthie leerer Fäßer versteigert. Hammermühle den 4. Oktober 1848.

B. May.

(1341) Mainz, 12. Oktober 1848. A it fenthaltsan zeige an meine freundnachbarlichen Bekannten in den beiden H. Nass. Residenzstädten Wiesbaden und Biebrich.

Nach abermaligem, fast 1 wöchentlichem fatalem Jnterimszustand der Quar- tierlosigkeit habe ich heute dahier ein sehr schönes Logis in dem Gebäude des Herrn Musikalinstrumentenhändlers Aaron David Ganz auf der sogenannten großen Bleiche zugesagt, resp, gemiethet.

Leopold B. v. Lasser dermalen noch im Gasthof zum Rheinberg Zimmer Nro. 11.

(1344) In der H. W. Nitter'schen Buchhandlung ist soeben angekommen: Praktisches Hundbuch

für

Destillateure, Brandweinbrenner, Gastwirthe und Kaufleute.

Enthaltend gründliche Anweisungen über Bereitung des Spiritus und Brand­weins mit mehr als 500 der besten und billigsten Recepte zur Fabrikation der Breslauer, Berliner, Danziger, Stettiner, Graudcnzer, Magdeburger, Chemnitzer und franz, doppelten und einfachen Liqueure, Rosoli's Cremes^ Ratafia's :c., sowohl auf der Destillirblase als auch auf kaltem Wege mit ätherischen Oelen. Ferner die Fabrikation des Arak, Rum, Cognac, Eau de Cologne und vieler Essenzen, Tincturen und Farben, sowie der Bereitung der Kunsthefen rc. Durch die Praxis erprobt von E. G. W. Pistorius. Preis 1 Thlr.

Verlag von F. A. Reichel in Bautzen.

Frankfurt. Cours der Staatspapiere. 1 Uhr.

Oesterreich

rr

1t Preuyen

Bayern

ff

Würtemb.

Baden

Darmstadt

Den 12. Oktober 1848.

Metalliques Obligationen . .« . .

Wiener Bank-Actien.....

500 fl. Loose........

250 fl. Loose von 1839 .... Bethmännische Obligationen . . .

50 Thaler Prâmien-Scheine . . . Staatè-Schnld-Scheine a 105 . . Obligationen........ Ludwig-Kanal-Atticn incl. d. v C. Bexbacher Eisenbahn-Actien .

Obligationen......

Obligationen........

Lotterie-Anlehen â 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845. . . Obligationen........

pCl.

5

4

3

2%

4

4%

3% 3%

3% 4% 3%

3%

Papier 1 6b %.

59 %!

43 i 35%i

1150 .

113%, 76

58

68

88 74% 77

66 75% 91% 72%

45 24% 73%|

Geld 1 34%^ 74 _

87 74

76 65% 74%< 91%

24%

Darmstadt

Kurhessen , Nassau Frankfurt

Holland

Spanien

Polen

Sardinien

Den 12. October 1848.

Obligationen........

Lotterie-Anlehen von 50 fl. . . . 25 fl. Loose........ Friedrich-Wilhelms-Nordbahn . . 40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen bei Rothschild . . .

ditto 25 fl. Loose . . .

Obligationen........

ditto von 1839 ....

ditto von 1846 ....

Taunus-Eisenbahn-Actien â 250 fl. .

per ultimo

Jntegr.-Obligatiouen ...... Syndicats......... Innere Schuld neue Obligationen . Ardoins incl. 14 Coup..... Lotterie-Loose 300 ......

ditto 500 ......

36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann

pCt.

4

4

3%

3 3%

3 %

2% 3%

3

Papier I 82% 60 j 20% 40% 24% 80% 20% 78 90 85% 268

45

17%

67 25%

Geld

20 40% 24% 80

20

89

85

265

44% 69

17%

92

66 24%

Cours der Wechsel.

_________Den 12. October.________ Amsterdam, 100 ft. Erl. . . . Augsburg, 100 fl. Crt. . . Berlin, 60 Thlr...... Bremen, 50 Rthlr. in Louisd'or. Hamburg, 100 Mrk. Bco. / . . Leipzig, 60 Thlr......

in der Messe .... London, 10 Livr. St..... Lyon, 200 Fr....... Paris, 200 Fr....... Mailand, 250 Lir. Austr. . . . Wien, in 20t 100 st. C.-M. . . Dièconio ........

Kurze Sicht

Zwei Monat

Gold- und Silber-Sorten

Neue Louisd'or.........

Friedrichèd'or ..........

Ducaten...........

20 Frank-Stücke ........

Holländische 10 fl. Stücke.....

Englische Souverains.......

Laubthaler ..........

Preußische Thaler........

Hochhaltiges Silber.......

Germg-mittelhaltiges Silber.....

fl.

11

9

5

9

10

12

2

1

24

24

(F'

fr.

5 56 36 38

5

2 43% 45 24 18

'kf. I.)

Briese 101% 119% 105%

120%

101% 110%

Geld

98%

88%

105%

947s 94%

Briefe 100%

Geld ioo%

88% !

120%

2

(1345) Es wird ein zweistöckiges Lokal für eine Wirthschaft zu leihen gesucht; das Nähere im Geschäfts-Bureau von

Carl Leyendecker.

(1346) 1200 fl., 1800 fl., 3000 fl., liegen gegen Herichtliche Sicherheit in die Stadt oder Amt Wiesbaden zum Ausleihen stünd­lich auf dem Geschäfts - Bureau von Carl Leyendecker bereit.

(1310) Kleine Schwalbacher Straße Nro. 3 ist ein großer Kochofen zu verkaufen.

(1329) Die Dampfschiffe der Düssel­dorfer Gesellschaft fahren jeden Morgen an oer Landungsbrücke vis 5 vis der Eisenbahn an.

Biebrich, den 11. Oktober 1848. Der Agent

, J. K. Lembach»

(1335) Bei Dreher Barth in der Kirchgaffe Nro. 30 können 1 auch 2 junge Leute Kost und Logis bekommen.

(1314) Bei Gastwirth Wilhelm Seipel zum Adler .in Schierstein steht ein gute« Zugpferd billig zu verkaufen.

(1336) In der Stadt Frankfurt dahier sind zwei Logis sogleich und später zu vermieihen. Das eine besteht in 4 Zimmern, 2 Kammern, Küche, Holzplatz rc., das andere in 3 Zimmer, 2 Dachkammern, Küche, Holzplatz und gemein' schaftliche Waschküche. Das Nähere bei

Ant. Kögler.

«erlag von H. Fischer und C. Ritter. Druck der L. Nitter'schen Buchdruckerei.