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Eigenschaft als Franzose eingebüßt paf, von der Be­werbung nm die Präsidentschaft der Republik aus. Bei den Bilderhändlern hat man eine Karrikatur weg­genommen, welche das Begräbniß des Conseilspräsi­denten darstcllt, wobei derNational" den Leichenführer macht.

Zu Lyon ist wieder Alles ruhig, wozu besonders ver Umstand beitrug, daß die meisten Arbeiter daselbst jetzt Beschäftigung haben. Mit dem 1. Oktober traten allein 6000 in Arbeit, die seither noch feiern mußten. Die Mobilgardisten fanden daher bei diesem Theile der Bevölkerung keine Unterstützung, und auch die Voraces der Vorstadt Croir-Rousse versagten ihnen jeden Bei­stand, weil sie nicht vergessen haben, daß gerade die Mobilgarde sie aus der Präfektur und dem Stadtbause verdrängte. Die lyoner Nationalgarde dringt jetzt beim Präfekten auf Reorganisation; er hat, in Paris um Verhaltnngs-Befehle nachgesucht.

Großbritannien.

London, 6. Oktober. Heute ist durchaus nichts von politischer Bedeutung zu melden, dagegen scheint es sicher, daß die Cholera nunmehr ihren Weg auch über den Kanal gefunden hat. In Sunderland sind zwei Falle auf einem von Hamburg eingetroffenen Schiffe vorgekommen; in Edinburg sind zwei Menschen ander Seuche gestorben, und an verschiedenen Orten tritt die sog. asiatische Cholera sehr heftig auf.

Der westindische SteamerMedway" hat keine Nachrichten von Belang überbracht; die Klagen über den Verfall der britischen Colonien kann man nicht mehr zu den Neuigkeiten rechnen. Eine Sendung von 900,000 St. ist mit dem Schiffe angekommen.

London, 7. Oct. Die amtliche Zeitung veröffent­licht einen weitläufigen Beschluß der Gesundheits-Be­hörde, welcher eine Menge von Vorsichtsmaßregeln gegen die Cholera vorschreibt. Alle von Hamburg kom­mende Schiffe unterliegen jetzt in den britischen Häfen der Quarantäne. Zu Edinburg sind 5 Persouen von der asiatischen Cholera befallen worden und drei der­selben binnen 24 Stunden gestorben.

Die Versteigerung zu Stowe ist ihrem Ende nahe. Dieser Tage erstand der französische Bergwerks- Direktor Dufresnoy dort für das Institution Frank­

reich, dessen Mitglied er ist, für 320 Guineen die etwa 10,000 Eremplare umfassende mineralogisch - geologische Sammlung, welche der berühmte Mineralog Hany zu­sammenbrachte und der verstorbene Herzog von Bucking­ham für 4000 Pf. St. ankaufte.

Vom Cap hat man Berichte bis zum 5. August, nach welchen die aus etwa 100 Mann bestehenden britischen Vorposten *ftd) vor den Insurgenten unter Pretorius hinter den Orangcfluß zurückziehen mußten.

Belgien.

Brüssel, 8. Oct. Das republikanische BlattDie Mation" meloct, daß die Herren Engels und Dronke, «Redaktoren derNeuen Rheinischen Zeitung," welche -sich seit mehreren Tagen in Brüssel befanden, dort «on den Lokal-Behörden verhaftet und in einem Zellen­wagen nach der Eisenbahn-Station des Südens ge- ; bracht sind. Man vermuthet, daß . sie nach der fran- szösischen Grenze werden trankportirt^werden.

, Vereinigte^Staaten.

Die politischen Nachrichten, welche wir mit dem .Washington aus Newyork bis zum 20. erhalten, sind wenig erheblich. Während das alte Europa im Kampfe um die Freiheit in seinen Grundfesten erbebt, erfreut sich Amerika aller Segnungen seiner Verfassung und seiner unermeßlichen Naturkräfte. Die Präsidenten­wahl allein hält das Volk und die Parteien im poli­tischen Athem: Caß, Taylor oder Van Buren, das ist die Frage, welche alle amerik. Blätter beschäftigt. Nach dem neuesten Stand der Sache hat Gen. Caß, der demokratische Kandikat die meisten Chancen, für die nächsten vier Jahre das weiße Haus zu beziehen. Tay­lor hat unter den Clay-Whigs viel von seinem An­hang eingebüßt durch eines Brief an die Charicston- Demokraten, in welchem er die auf ihn gefallene Wahl als Präsidentschafts-Candidat anzunehmen versprach. Van Buren, der Candioat der Abolitionisten wird ohne Zweifel in der Minderheit bleiben; doch könnte dessen Partei, wenn sie für den Fall, daß sie ihren Candidaten nicht durchbringt sich aus- die Seite Taylors stellt, den Sieg des Generals Caß noch zweifelhaft machen. Die Span­nung ist also noch nicht gelöst. Die Einwande­

rung von Deutschland ist in ^diesem Jahre ge­ringer, unter den 16,825 Personen, welche während des Augustmonats in Hafen von Newyork einge- wandert sind, befanden sich nur 5489 Drusche, da­gegen 6651 Irländer und 2681 Engländer." Während der letzten 8. Monate sind im Ganzen über Newyork 130,864 Personen eingewandert. Der Gesundheits­zustand in Newyork ist befriedigend, einige Fälle vom gelben Fieber abgerechnet. In Neworleans war Ende August und Anfang September die Hitze kauin auszuhalten, und das gelbe Fieber raffte viele Opfer hinweg, doch war die Bösartigkeit nach den letzten An­gaben im Abnehinen begriffen.

Die Feinde der freien Zeitung.

Mit Erstaunen habe ich vernommen, daß ein ge­wisser Herr in Diez, über dessen Charakterlosigkeit ich schon längst im Klaren, dessen Namen ich aber vorerst noch aus Mitleid verschweige, sich unterfängt, auszu­sprengen, die Abonnenten der freien Zeitung seien im Abnehmen. Es ist dieß eine ganz infame Lüge: im Gegentheil hat zu Beginn dieses Quartals die Zei­tung an Abonnentenzahl nicht unbedeutend zugenommen.

Ich weiß zu gut, daß ehrgeizige Priester und nach Vorrechten lüsterne Beamte auf alle Weise gegen die freie Zeitung wirken; ich habe Beweise in Händen und könnte hochstehende Personen als Belege anführen, was ich aber nicht thue, weil ich ein Feind von Skandalen bin.

Wenn sich nun aber unabhängige Bürger und der Herr in Diez ist ein solcher dazu hergeben, als Werkzeuge jener reaktionären Priester und Beamten thätig zu sein, so ist dieß höchst bedauerlich, und ich warne schließlich jenen Herrn in Diez, seine lügen­haften Anfeindungen einzustellen, widrigenfalls ich von seiner Charakterlosigkeit, und seinemfrüheren Wirken" dem Publikum ein erbauliches Bild liefern werde.

I. Oppermann.

Verantwortlicher Redacteur: I. Oppermann.

GekaAut»achungen.

tl3l7J Versteigerung.

Mittwoch den 18. October, Vormittags um 10 Uhr läßt der Un­terzeichnete auf seiner bei - Wiesbaden gelegenenen Mühle, der Hammermühle ver­schiedene Mühl-Geräthen verfteymi und zwar namentlich:

Einen großen und einen kleinen Wellbaum mit Zapfen und Ringen, ein guß- eisenes Kammrad mit Getriebe, einige hölzerne Kammräder, ein Wasserrad, acht Frucht- Mehl- und Gries-Zylinder, zwölf Beutel, vier Beutelkasten und Geschirre, mehrere Zarchen, Trichter und Schuhgestelle, so wie verschiedenes sonstiges zum Mühl­betrieb gehöriges Holz und Eisenwerk; ferner zehn Mühlsteine wobei mehrere Paar blaue Andernacher, eine Malzschrotmühle eine hölzerne und eine bleierne Pumpe.

Sodann werden noch:

circa 40 Ohm Apfelwein und eine Parthie leerer Fäßer versteigert.

Hammermühle den 4. October 1848.

B. May.

(1321) In den Buchhandlungen von Heinrich Fischer und H. W. Ritter in Wiesbaden ist nun vollständig zu haben:

Bibliothek

der gesummten Weinbau-, Weinbereilungs- und Weinerziehungskunde, erläutert durch die bewähr­testen Grundsätze der vegetabilisch-organischen Chemie. Ein ünologischeS Real-Wörterbuch, bearbei­tet für Weinbauer, Weinerzieher, Weiuhändler ?c., und als Leitfaden für Alle, welche sich sowohl dem praktischen als auch dem natuflvissenschaftlichen Studium der gesummten Weinbaukunde zu widmen streben. Herausgegeben von Medicinalasseffor B. Kölges, mehrerer gelehrten Gesellschaf­ten Mitglied und während 2d Jahren Weingutsbesitzer zu Rüdesheim im Rheingau.

Frankfurt 1848. Gebunden. Preis 4 fl.

Berliner Zeitungs-Halle

(1308) AVendölatt.

Herausgegeben von G. Iulius.

Dieses Organ der Demokratie und insbesondere der demokratischen Partei der National-Versammlung (der Linken) erscheint auch im nächsten Quartal, zum Preise von 1% Thlr. sür's Quartal, außerhalb Berlins mit Zuschlag der Postprovision; dasselbe ist zu beziehen durch alle Postämter.

Die Zeitungs-Halle zeichnet sich dadurch aus, daß sie

1) Abendblatt ist und also die Neuigkeiten des Tages am frühesten bringt; daß sie

2) eine vollständige Zeitung ist, alle Bekanntmachungen u. s. w. enthält, und also es unnöthig macht, noch eine andere Zeitung daneben zu halten, und daß sie

3) zugleich eine Handels- und Gewerbszeitung ist.

Insertionen aller Art, werden fortwährend angenommen und mit 1 Sgr. 6 Pf. für die gespaltene Petitzeile berechn t.

(1329) Die Dampfschiffe der Düssel­dorfer Gesellschaft fahren jeden Morgen an der Landungsbrücke vis â vis der Eisenbahn an.

. Biebrich, den 11. Oktober 1848.

Der Agent

J. K. Lembach.

W« 3MMP tl>, 2m al 2000 fl., 300 fl., 2mal 1000 fl. sind sogleich aus- zulechen. ' ö '

(1335) Bei Dreher Barth in der Kirch-rasse Nro. 30 können 1 auch 2 junge Leute Kost und Logis bekommen.

Moderne Art der Geldanfor­derung.

(1332) Vor circa 6 Wochen erlitt ich bei mei­nem Fuhrwerk auf der Straße bei Bad-EmS eine bedeutende Fingerverletzung. AufAurathen Anderer begab ich mich sogleich zum Armen­badverwalter Loos genannten Curorts, welcher den verletzten Finger untersuchte und aussprach, derselbe müsse abgenommen werden. Dieses nicht zugebend, nahm ich nur einen Verband von demselben an, und durch die Geschicklich­keit der Herren Aerzte der Stadt Nassau war mein Finger in einigen Wochen geheilt. So habe ich meinen Finger noch, den mir Herr Loos abnehmen wollte. Allerdings wäre es meine Schuldigkeit gewesen, Herrn Loos für seine ärztliche Behandlung sogleich zu bezahlen, zumal da ich nicht insolvent bin. Allein es geschah nicht, und so erfolgte vor 8 Tagen die Anforderung auf folgende Weise, indem Herr Loos hiesigen Fuhrleuten, welche durch Bad- EmS fuhren, zurief:Saget doch dem Esel von Hömberg, dem ich den Finger verbunden habe, er solle mich bezahlen!" Diese An­forderung wirkte; denn baldigst begab sich mein Schwiegervater zu Herrn LooS und übergab die verlangte Zahlung von 24 kr., weil Schuld­ner befürchtete, er könne, bei einiger Zögerung, außer Esel, wer weiß noch was durch jenen gebildeten Herrn werden. Ich finde eS nöthig dieses zu veröffentlichen, um eine neue Art der Geldanforderung bekannt werden zu lassen.

Hömberg, den 8. Oktober 1848.

Philipp Andreas Haxel.

(1327) Der Frauenvereins-Laden befindet sich von heute an im Winterlocal, Marktstraße zwischen dem Grünen Wald und Herrn Kauf­mann Schröder, und finden gütige Abnehmer in allen Sorten Strickwaaren große Vorräthe und Auswahl da.

Auch kann man daselbst zu der bevorstehen­den Verloosung von Gegenständen aus dem Laden, Loose â 12 kr. haben, wozu eine Liste duflicßf.

Wiesbaden, den 11. Oktober 1848.

(1336) In der Stadt Frankfurt dahier sind zwei Logis sogleich und später zu vcrmieihen. Das eine besteht in 4 Zimmern, 2 Kammern, Küche, Holzplatz rc., daS andere in 3 Zimmer, 2 Dachkammern, Küche, Holzplatz und gemein­schaftliche Waschküche. Das Nähere bei

Ant. Kögler.

(1337) Neuer Wein (1848t) ist zu haben im Felsenketter bei I. Poths.

(1333) Steinkohlen bester Qualität sind zu billigen Preisen bis zum 24. d. M. aus dem Schiffe zu beziehen.

Biebrich, 11. Oktober 1848.

Jean Blees u. Cp.

Verlag von H. Fischer und T. Ritter. - Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.

I (1328) Grüne Roßhaarschweife für Wehr- männer, mit Pompons für jede AlterSclasse, sowie dauerhafte Gewehrriemen sind zu haben bei Eduard Kalb,

Posamentier u. Haarflechter Webergaffe Nr. 13.

Einladung zum Abonnement auf die

Nassauische Dorfzeitung

Sie bespricht in populärer Sprache theils ernst theils satyrisch die Tagesereignisse und vertritt das Princip der Volkssouveränetât mit allen seinen Folgerungen. Jeden Samstag er­scheint eine Nummer. Sie kostet vierteljährig 30 kr., halbjährig 1 fl. Innerhalb des ganzen HerzogthumS beträgt der Postaufschlag 15 kr. halbjährig.

Höchst a. M., den 9. Oktober 1848. (1326) L. Wagner.

(1334) Es ist eine Gehülfeustelle für einen Pharmazeuten (für einen solchen, der sich zu einem Eramen vorbereiten will, besonders pas­send) offen bei der Erpedition dieses Blattes zu erfahren, wo?

(1330) Zwei gute Wagen­pferde im besten Alter stehen in hie­siger Stadt zu verkaufen. Wo? sagt die Erpedition d. Bl.

(1323) An die

Bewohner von Schleswig-Holstein.

Im September 1848.

Ihr Brüder an dem Eiderstrand, Du deutsches Blut.

Stets haltet fest am Vaterland Mit Kraft und Muth !

Beharrt auf eurem deutschen Recht, Vom Feind bewacht.

Verbündet, trotzet, treu Geschlecht, Der Dänen Macht.

Vergesset nicht die deutsche Art In eurer Noth,

Wenn auch des FesndeS Stamm geschaart Mit Krieg euch droht;

Wenn selbst er frech euch überfällt Im Uebermuth,

So trotzet tapfer wie ein Held Des Feindes Wuth.

Vom Alpland frei bis zu dem Meer Ein Bruderwort

Erklang Germania's edler Wehr Ein Ruf als Hort.

Drum Brüder an dem Eiderstrand, Du deutsches Blut!

Stets haltet fest am Vaterland

Mit Kraft und Muth. - , Geisenheim, im Sept. 1848. C. L. Kreke.