Einzelbild herunterladen
 

der Volksversammlung, die dort abgel-alten werden , sollte, um dem dortigen demokratischen Vereine in sei­nen Bestrebungen brüderlich die Hand zu reichen. Es kam aber leider Niemand von der Linken in Frankfurt, wie man sicher erwartet hatte. ^ö hielt daher blos ; Herr A. Penrich von dorten eine Rede. Die am ; Abende hierher Znrückkehrenden begrüßten unsere Vater- stadt mit dem Rufe:Es lebe die Republik; es lebe Hecker! i

Wie es kommen muß. In Wolfach, Hansach : und Haßlach ist am 25 September 1848 nach Christus I eineamtliche Verordnung" mit der Schelle bekannt gemacht worden, nach welcher bei Gefäugnißstrase Nie­mand mehr ein Wort von Hecker und Struve sprechen darf, das zu Gunsten dieser Männer lautet; auf sie schimpfen wird noch erlaubt sein, zudem ja in Rußland selber erlaubt ist, was nicht verboten ist. (Vfr.)

Trier, 2. Okt. (Aufrührerisches Militärs Schon seit einiger Zeit berichtet die Köln. Ztg. herrscht in einem Theil der hier stehenden Bataillons deö 26. Jnf.-Neg. Unzufriedenheit über die Verpflegung, namentlich auch darüber, daß, während das Bataillon auf Kriegsfuß steht, den Leuten doch die Feldzulage nicht gezahlt wird. Das bekannte PlakatDie ber­liner Demokraten an ihre Brüder, die Soldaten," ward hier nun in zahlreichen Exemplaren unter die Soldaten verbreitet. Gestern Morgens war es an allen Straßen­ecken angeschlagen und wurde eifrig von den Solvaten gelesen. Mittags wurde Löhnung ausgegeben, und zwar nach dem bisherigen Fuße. Der Unwille der Soldaten hierüber soll noch durch eine Verhaftung und dadurch gesteigert worden sein, daß die älteren Reser­visten vergebens gehofft hatten, gleich denen der rheini­schen Regimenter an diesem Tage entlassen zu werden. Nachmittags hatte der demokratische Verein eine Versammlung im Amphitheater veranstaltet. Hier erschien eine große Anzahl Soldaten. Hatte sie, frägt dieKölner Zeitung," der angekün­digte Vortrag des Herrn Dr. Grün über die deutsche Revolution angelockt, oder waren es die erwähnten Plakate der Demokraten, welche sie veranlaßt hatten, gerade hier ihrem Aerger Luft zu machen? Gegen Er­steres scheint wohl zu sprechen, daß die Soldaten als­bald durch Lebehochs auf Hecker u. dgl. die Versamm- lung der Artstörten," daß der erwähnte Redner sie im Namen der Demokratie beschworen mußte, sich wei­terer Ercesse zu enthalten. Damit, daß die Sache dem dringenden Ersuchen des Dr. Grün gemäß, für heute auf eine Petition der Soldaten bei ihren Vorgesetzten hinauölaufe und der glühende Eifer vielleicht wieder erkalte, waren aber die Zuhören nicht zufrieden. Sie schlossen sich den abziehenden Soldaten an, durchzogen mit ihnen die Straßen und als der spätere Abend demnächst eine größere Velksmasse um die auf dem Hauptmarkte sich gruppirenden aufgeregten Soldaten versammelt hatte, ging die Hauptrolle auf das Volk über. Republikanische Gesänge desselben wechselten mit Lebehochs aus die Sol­daten, Redner forderten die letztern auf, mit dem Volk zu fraternisiern. Die von der Militärbehörde er­griffenen Vorsichtsmaßregeln scheinen jedoch die Solda­ten, deren Leidenschaftlichkeit schon verraucht war, zur Besinnung gebracht zu haben, sie zogen ab, ohne wei­tere Erzesse zu verüben. Die bei Weitem zahlreichere Volksmasse blieb aber zurück, der Tumult wuchs, man sprach davon, die politischen Gefangenen zu befreien, die Massen drängten sich immer dichter, schreiend an die Hauptwache heran, als ein plötzlicher heftiger Platz­regen das Volk im Nu zerstreute und die immer drin­gender werdende Gefahr eines Zusammenstoßes beseitigte.

Fürstenthum Reuß, 7. October. Der Fürst von Neuß-Ebersdorf (Heinrich 72.) hat die Negiern og nie- dergelegt.

Zwickau, 6. Octbr. Die Verhaftung eines viel­leicht etwas zu freisinnigen Soldaten Namens Fräs vom hiesigen Regiment, führte heute gegen Abend eine Menge Soldaten vor das Quartier des Majors v. Hake, welche die Freilassung ihres angeblich unschul­digen Kameraden verlangten. Da diesem Ansinnen nicht Genüge geleistet wurde, zogen sie in ihre Kaserne und kamzn mit einbrechender Dunkelheit in Massen auf den Markt und von da vor die communliche Frohn- veste und verlangten stürmisch die Freilassung. Stadt­rath Thost ermahnte den durch Civilisten vermehrten Soldatenhaufen zu gesetzlichem Benehmen und versprach, sich beim Commandanten für den Gefangenen zu ver­wenden. Inzwischen wurde Generalmarsch geblasen. Die Militärbehörde erklärte jedoch, daS Verbrechen des Soldaten sei von der Art, daß er nicht freigegeben werden könne. Die nochmalige Aufforderung, sich ruhig zu zerstreuen, war erfolglos, mit wildem Schreien for­derten die Tumultuanten, jetzt mehr Civilisten als Sol­daten, ihren gefangenen Bruder, und bereits wurden Steine gegen die Thür und Frohnveste geworfen. Zum Schutze des communlichen Eigenthums wurde nun, un­gefähr halb 8 Uhr, die Coinmunalgarde zusammenge­rufen ; ehe sie aber, die überhaupt diesmal leider schwach erschten, beisammen war und einschreiten konnte, war bereits das Gefängniß erstürmt, während das in un­mittelbarer Nähe ausgestellte Militär dem Treiben ruhig zusah. Endlich war Fräs befreit und wurde unter lautem Vivatgeschrei davon geführt. Der Abend ist ohne weitere Störung vorübergegangen. (L. Z.)

Karlsruhe. (Volksfr.) (Herr Dr. Giehne, wohl- geboren, und seine Karlsruher Zeitung.) Hat die Frei­

burger Zeitung und die reaktionäre Presse weidlich ge­schimpft und gelogen über die neue republikanische Ex­pedition unter Struve, so hat es doch Niemand gleich- gethan dem wohlgeboruen Herrn Dr. Giehne zu Karls­ruhe, Inhaber der alldort erscheinenden Hof- oder Karls­ruher Residenz-Zeitung. Dieser Hr. Dr. hat mit so cher Berserkerwnth geschimpft und so zigeunerhaft geloben, daß die badische Regierung, für die er zunächst gear­beitet hat, ihn pflichtschuldkM zum Professor in diesen Künsten befördern sollte.

Um indessen und mit befferm Rechte als Sie Leute der Räubeiei und des Vandalismus zu zeihen, (denn so erlogen Ihre Angabe von den einmarschirten Italienern und Polen war, ist jene von Raub und Vandalismus) will ich ein Geschichtchen folgen lassen, es lautet: . . . unser Haus wurde von den Soldaten angezündet; die Soldaten nahmen Alles, brachen alle Thüren und Kästen aus; uns nahmen sie sehr viel: teS Vaters Cylinderuhr, goldne Ringe, silberne Löffel, alle meine Hemden, alle weißen Sacktücher und noch viele Sachen, meiner Brüder Gewehre und Pistolen, kurz Alles, was ihnen in die Hände fiel, mehr als für 200 fL Uns selbst geschah nichts, der Vater, N... und Mutter eil­ten fast todt nach Krotzingen. Ich mußte die Mutter führen bis nach Oberkrotzigen, denn sie konnte allein nicht mehr laufen vor Schreck; ich selbst sprengte wie­der mit einem Pferde zurück nach Staufen, und fand unser Haus ganz geplündert von den Soldaten. Das Feuer war gelöscht, aber, wie schon gesagt, uns war Alles gestohlen.--Mich selbst hielt man für einen Freischärler, und schon waren ungefähr 20 Flinten auf mich angelegt, blos der General Hoffmann und von Gailing retteten mir noch das Leben, weil sie uu^ kannten."

Neueste Nachrichten aus Oestreich.

Wien, 6. Okt., 4 Uhr Mittags. (Fr. I.) Die nach Ungarn bestimmten italienischen Grenadiere (3 Re­gimenter) haben den Abmarsch verweigert und sich mit den Nationalgarden und der akademischen Legion ver­einigt. Seit heute Morgen früh kämpfen diese gegen Cavallerie und Artillerie. Die Pioniere sind zu den Bürgern übergegangen. Bürger und Militär sind bis j tzt in ziemlich gleicher Zahl gefallen, unter den Letz­teren 3 Ltabsosfiziere. Barrikaden stehen allenthalben. Das Militär ist seit 3 Uhr Nachmittags an den mei­sten Punkten geschlagen. Gekämpft wird gegenwärtig nur noch auf dem Graben. Die Eisenbahnen und sämmtliche Telegraphen sind zerstört.

Die Ermordung des Generals Latour bestätigt sich. Kaiser Ferdinand reiste von Schönbrunn nach Linz ab, um sich von da wieder nach Innsbruck zu begeben. Bei ihm befinden sich die Minister Weffen- berg und Dobelhoff.

Die Augsburger Allg. Zeitung berichtet in einer Ertra-Beilage folgendes:

München, 9. Oktober. Vormittags. Die Wiener Post, welche gestern Abend über Schürdig hätte ein- tressen sollen fehlt noch; dagegen erzählt ein Reisender, der Wien am 6., Nachmittags 1 Uhr verließ und über Salzburg gestern Abend hier ankam, von neuem Auf- fiano in Wien. Der Eilwagen fuhr über eine Stunde in den Straßen und Vorstädten Wiens herum, überall angehalten, bis ihn endlich ein Hauptmann der Na­tionalgarde an die Barriere geleitete. Barrikaden feien noch nicht gebaut gewesen, aber Alles in Bewegung, Alles unter Waffen. Wäre es tm Verlaus jenes Nachmittags nach Abfahrt jenes Eiswagens ruhiger ge­worden, so hätte die Courierpost Wien Abends 7 Uhr verlassen können. Ihr Ausbleiben seit 15 Stunden erregt Befürchtungen.

Augsburg. Soeben besucht uns ein Reisender, welcher Wien am 6. October, Mittags 1 Uhr, verlassen hatte. In Wien herrscht die wildeste Verwirrung; überall ertönte Generalmarsch, Läuten der Glocken :c. Morgens hätte ein Bataillon Heß-Grenadiere auf der Nordeisenbahn abgehen sollen, Volksmassen wollten dies verhindern, denn sie riefen, man solle keine Deutschen gegen die Ungarn schicken, sondern Polen oder Böhmen. Es scheint zum Kampfe gekommen zu sein, mit welchem Erfolge ist dem Reisenden unbekannt. Auf dem Ste­phansplatz wurde geschossen. Von den Voistädten und den umliegenden Orten zogen Nationalgarden und Land­sturm in die Stadt. Aber auch Truppen setzten sich gegen Wien in Anzug. Sollte in der Stadt das Volk Herr geworden sein, so glaubt man an eine fémurung durch die Truppen.

Der Frankf. O.-P.-A.-Ztg. wird von Wien unterm 6. October geschrieben: Jellachich in seinem aufgefan, genen Briefe an Baron Kulmer hat richtig prophezeit, der Riß durch die Armee fängt an zu klaffen. Heute früh sollten deutsche Grenadiere nach Ungarn marschire». Als sie zur Eisenbahnbrücke kamen, singen die Arbeiter der Eisenbahn, ringe Nationalgarden und Volkshaufen an, dieselbe abzutragen, um die Grenadiere nicht weg­fahren zu lassen. Die große Mehrheit des Volkes ist hier für die Magyaren, oder besser: gegen die Croaten. Die Grenadiere machten durchaus keine Anstalt, ihren Abmarsch zu erzwingen, sondern weigerten sich endlich selbst und wendeten sich zuletzt wieder der Stadt zu. Der Lärm drang in die Stadt, Haufen Volks, Natio­nalgarde, Studenten zogen hinaus, sich auf die Seite der Grenadiere zu schlagen, eine Abtheilung des rulhc- nischen Regiments Nassau mit 3 Kanonen sollte die widerspenstigen Grenadiere mit Gewalt der Waffen zum

Gehorsam bringen. Kaum war das Regiment Nassau angerückt, als Volk und Eiseubahnarbett sich wuth­schäumend auf die Kanonen warf, sie wegnahm und sammt dem Munitionswagen auf den Eisenbahndamm Hinaufschleppte. Der General, der daS Regiment Nassau führte, commandirte nun Feuer, aber er hatte kaum das Wort ausgesprochen, als ein Grenadier ihn vom Pferde schoß. Das Feuern und ein wildes Gewirre zwischen den Grenadieren und dem Volke einerseits und den Truppen von Nassau war die nächste Folge. Letztere sollen ihre Kanonen wieder gewonnen und auf das Volk 'gerichtet haknn. Die Studenten- compagnicn, die auf den Kampfplatz gezogen waren, standen ohne Commanko, rathlos und einem heftigen Feuer aus dem Gebüsch bloß gegeben einige Zeit, bis sie sich endlich zum größten Theil zurückzogen. In der Stadt wird Sturm geläutet, man fängt an Barrikaden zu bauen, das Volk rennt wild aufgeregt herum, schreit: ins Zeughaus" undzu den Waffen." Die Nationalgarde, die nicht auf den Kampfplatz ziehen will, sondern in der Stadt sich postirte, wird verhöhnt und ausgepfiffen. Die Aufregung ist ungeheuer, und das Feuern dauert fort. Was das Ende sein wird, weiß Niemand, da es wahrscheinlich ist, daß das Militär sich in zwei Lager theilen wird, auf dessen deutscher Seite das Volk steht. Jellachich soll in Schönbrunn beim Hofe sein, der Vortrab seiner von allen Seiten gedrängten Armee in Bruck an der Leytha. Man hat vor einigen Stun­den abermals ein Paket Depeschen aufgefangen, von deren Inhalt noch nichts bekannt ist.

Die Breslauer Zeitung schreibt unterm 7. October, Abends 10 Uhr. Auch der heutige Abendzug brachte weder die Wiener Post, noch Wiener Passagiere. Die gesummten Nachrichten, welche man über die Wiener Ereignisse besitzt, stammen angeblich aus einem Privat- schreiben an einen Ratiborer Kaufmann, das ein Post­beamter, irren wir nicht, aus- Wagram oder Gänsern­dorf geschrieben haben soll. Abschrift dieses Schreibens haben wir leider nicht gesehen, berichten somit den In­halt nur vom Hörensagen.

Gestern Nachmittag sollten mehrere Batallione ans Wien nach Ungarn ausrücken. Das Volk wollte dies hindern und zerstörte die Brücken. Als darauf Pioniere den Uebergang des Militärs bewirken sollten, und man zum Schutze ihrer Arbeit sechs von Infanterie stark gedeckte Geschütze abgesandt hatte, nahm das Volk drei von diesen Geschützen, nachdem ein Theil des Regiments Deutschmeister zum Volke übergegangen war. Hiernach wurden auch die Eisenbahnbrücken und die Eisenbahn bis Gänserndorf zerstört. Der Kriegs­minister Latour wurde vom Volke gesucht, lange ver­geblich, dann aber in seiner Wohnung aufgefunden, als er eben im Begriffe gewesen, verkleidet zu entwei­chen. Zunächst soll er durch einen Beilhieb in den Hinterkopf verwundet, und demnächst aufgehängt worden sein. Eben so soll man einen General Breda er­schossen haben (nach Aeußerung eines österreichi­schen Offiziers existüt in dortiger Armee indeß kein General dieses Namens.) Das Militär soll aus der Stadt hinausgeschlagen worden sein und sich auf dem Glacis am Schottenthore gesammelt haben.

So viel von dem angeblichen Inhalte jenes Briefes.

Wir halten uns verpflichtet, alle Nachrichten so, wie wir sie empfingen, zu geben. Zunächst muß na­türlich deren Bestätigung abgewartet werden, allerdings erregt es indeß auch jetzt schon Bedenken, daß dec Postzug abermals ausblreb.

Mieroslawski soll sich nach Galizien begeben haben um dort eine neue Schilderhebung zu versuchen.

Galizien.

Krakau, 4. Oct. Die hiesige Regierung erhält fortwährend Nachrichten von einer durch die Polen in Lemberg beabsichtigten Revolution, und das Heer zeigt sich zum Theil mit den Polen im Geiste verbrüdert. Fast im ganzen Lande gibt es kein Militär, und die einzige militäri che Kraft in Lemberg ist gelähmt.

Ur ankreich.

Paris, 8. Oct. Die Nationalversammlung hat in gestrigen Sitzung die Präsideutsschaftsfrage entschieden. Das Prinzip der Wahl des Präsioenten der Republik durch die Nationalversammlung ist mit einer Majorität von 602 Stimmen gegen 211 verworfen worden.

Man spricht bereits von 6 Candrdaten, die von verschiedenen Parteien für die Präsidentschaft aufgestellt werden würden; es wären dies die Herrn Cavai^nac, Prinz Louis Rapoleon, Lamartine, Marschall Bugeaud, Thiers, Ledru-Rollin.

Eine Anzahl Abgeordneter von der Linken beabsich­tigt dem Vernehmen nach ein Amendement einznbringen, nach welchem die Mitglieder derjenigen Familien, die über Frankreich regiert haben, von der Bewerbung um die Präsidentschaft ausgeschlossen sein sollten.

Man glaubt, daß LouiS Napoleon bei der gestern vorbehaltenen Erörterung über den indirekt gegen ihn als Prätendent gerichteten Artikel 42 des Verfaßungs- entwurfs beinahe moralisch gezwungen sein werde, die Tribune zu besteigen, und man ist gespannt darauf, ob er diesmal improvisiern, oder sich wieder auf Ablesung einer im Voraus von Anderen geschriebenen Rede be­schränken wird, was seine Freunde für rathsamer halten. ES fragt sich nur, ob er mit Fug schweigen kann, wenn ein Redner von Bedeutung auf seine geschriebene Rede antwortet. Der fragliche Artikel der Commission schließt bekanntlich denjenigen, der auch nur vorübergehend seine