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endlichen Ausgang kein Zweifel entstehen sann, nicht i zu einer friedlichen Ausgleichung kommen sollte. Die - Wiener Zeitung" sagt in ihrem Abendblatt vom 4. Octbr.:Der Ministerpräsident hat vor kurzem erklärt, daß die Herstellung des Friedens auf Grundlage der Gleichstellung aller Nationen von der österreichischen Regierung angestrebt werde. Dieser Erklärung können wir unsere innigste, aufrichtigste Beistimmung nicht ver­sagen. Oesterreichs Beruf ist es jetzt, ver­mittelnd einzuschreiten; gibt es noch ein Mittel des Friedens, so bleibe es nicht unversucht; gibt es aber keines, so thut Entschlossenheit Noth und die Re­gierung wird in ihrem festen Willen, Ungarn dem Ge- sammtstaate zu erhalten, das Recht, daS gleiche Recht aller Volksstäimne zu wahren und nicht zu dulden, daß ein unheilvoller Blutstrom sich breit über das Land er- fiieße, unterstützt von allen Gutgesinnten die Mittel finden, einerseits ihren gerechten Ansprüchen, anderer­seits den Pflichten der Menschlichkeit die gebührende Rechnung zu tragen'"

Wien, 5. Oct. Direkte Nachrichten aus Pesth durch Zeitungen und Briefe fehlen. Die Communi- cativn zwischen Wien und Pesth ist ganz abgeschnitten. Nach einem hitzigen Neitergefecht bei Velencze zog sich Jellachich anstatt, wie man in Pesth glaubte, atif der Fleischhacke! straße nach Pesth zu marschwen, mit dem Gros seiner Armee nach Raab, und von da nach Wieselburg, wo er gestern anlangte. Durch diese Ver­änderung des Operationsplans bekam er den Rücken frei, entging dem drohenden Ueberfall von Perzels Schaaren und der Hungersnoth, die bei dem Mangel an Lebensmitteln und bei der Schwierigkeit, in dem insurgirten Lande sich solche zu verschaffen, hercinzu- brechen drohte. Durch die Donau und die nahe Oeden- burger Eisenbahn ist die Commumcation mit Wien hergestellt, und die Verstärkung der Armee durch neue Truppen und deren Verpflegung möglich gemacht. Es heißt, Jellachich, oder vielmehr Zeisberg, der die Operationen leitet, wolle sich in dieser günstigen Stel­lung behaupten, bis die nöthigen strategischen Vorkeh­rungen getroffen sein werden, um in Gemeinschaft mit den übrigen Corps gegen Pesth operiren zu können. General Lederer zieht an der Spitze von 4 Caval- ]

lerieregimentern als Führer der Avantgarde voraus, und vertheilt die neuen königl. Proklamationen. In Dukla an der galizischen Grenze concentrirt sich ein österreichisches Truppencorps von 15,000 Mann, um im Norden Ungarns einzufallen. Nach Hermann­stadt eilen Couriere, um die Jnsurrection der Wa­lachen und Romanen in's Leben zu rufen. So werden die Ungarn auch im Süden nebst den Serben, an dereu Spitze jetzt ein von Radetzky gesandter General steht, auch von 50,000 Siebenbürgern bedroht sein. An der steierischen und mährischen Grenze sammeln sich ebenfalls Truppen. Von hier eilen heute nach Bruck an der Leita und nach Preßburg mehrere Gce- nadierbataillons. Der Ministerpräsident Recscy ist ein Sieberbürger ungarischer Nation. Er war bis zum Ausbruch der polnischen Revolution im Jahre 1847 Militärkommandant in Galizien und kam von dort zu­gleich mit dem Erzherzog Johann nach Wien. Er ward, nachdem alle übrigen Hofleute sich weigerten, das gestern ausgegebene Manifest zu contrasignircn, zu diesem Posten ernannt. (O.-A.-Z.)

Augsburg, 8. Okt. Die Allg. Ztg. faßt heute ihre Bericht aus Wien in folgender Weise zusammen: Jellachich soll am Morgen des 5. mit etwa 7000 Mann und 20 Kanonen in Wieselburg eingerückt sein und sich dort mit den neuen Hilfsregimentern verbin­den, die ihm von Wien, aus Steyermark und Galizien zuziehen. Das Hauptquartier der Croaten war in Hochstraß, etwa 8000 Mann solleu unter General Roth in Raab, und der Rest des Heeres staffelförmig bis Stuhlweißenburg stehen. Da die ungarischen Truppen, trotz des von ihnen behaupteten Siegs, sich zurückgezogen hatten, gestanden die Pesther Blätter selbst. Wem: sie beifügen, dem Banus sei ein zwei­tägiger Waffenstillstand gewährt worden, so zeigt auch dieß, daß die Vortheile auf keiner Seite groß gewesen sein können, da es sonst Thorheit gewesen wäre, dem Sieg durch eine Waffenruhe Schranken zn ziehen, statt den Kampf mit Einem Schlag zu endigen. Die von Wien aus abgeschickte Artillerie (zwei Batterien) ward nach Bruck an der Leitha gerichtet, wo ebenfalls Trup­pen des Banus stehen sollen. Mit Ausnahme Comorns schienen alle festen Plätzen Ungarns sich in den Hän­

den kaiserlicher Truppen zu befinden. Vatthyanyi Hatte Wien verlassen, angeblich um nach der Schweiz zu gehen. Fortwährend trafen Flüchtlinge aus Ungarn ein, die ein schauderhaftes Bild von dem dortigen Schreckensregiment entwarfen.

Breslau, 6. Okt. Soeben bringt der Güterzug der oberschlesischen Eisenbahn die Nachricht mit, daß das österreichische Militär gestern früh aus Krakau ei­ligst auf Wagen nach Ungarn transportiit worden ist. ES ist nur eine kleine Besatzung in Krakau zurückge­blieben. Der Transport erforderte mehrere Hundert Wagen. Br. Z.)

Auflösung des in der Freien Zeitung vom 6. Okt. unter Mittheilung der Nassauischen Kammerver-

, Handlungen angedeuteten Räthsels.

Die Motive, welche die Abgeordneten Schmidt und Tripp bei Abstiminmung: ob der Regierung das einmalige Beanstandungsrecht der Bürgermeisterwahl zustehen soll oder nicht geleitet haben, sind folgende:

1) ES ist zu unterstellen, daß jede Gemeinde unter jeder Regierungöform einen tüchtigen Bürgermei­ster haben will, da es aber dennoch möglich ist, daß die Gemeinde, durch irgend einen Zufall, bei der ersten Wahl einen Fehlgriff thun kann, den sie gern wieder beseitigen würde, so bietet hierzu die zweite Wahl die Gelgenheit dar;

2) die Regierung (selbst wenn sie es beabsichtigt) besitzt kein Mittel, einen für die Gemeinde nach- theiligen Gebrauch von dem sogenannten Sus- pensiv-Veto zu machen, weil es der Gemeinde unbenommen bleibt, bei der zweiten Wahl den Mann ihres Vertrauens wieder zu wählen.

Wiesbaden, den 10. October 1848.

Tripp, Schmidt,

Abgeordnete zum Nassauischen Landtag.

Verantwortlicher Redacteur: I. Oppermann.

W e k a A » è M s èh N n g e K.

(1324) Aus dem Rheingau. Bei meiner Rückreise durch das schöne Rheingau traf ich zu­fällig einen Bewohner desselben, dessen Aeußeres mich erwarten ließ, von ihm Manches über die dasigen Zustände zu erfahren. Ich war auch glücklich in meiner Wahl: denn nicht nur, daß ich Kenntniß von Oertlichkeiten erfuhr, sondern ich erkannte auch, was auf dem Lande auffallend ist, in ihm einen Mann, der in politischer und socialer Hinsicht so gediegene und gründliche Kenntnisse besaß, daß ich erstaunte und in die Worte ausbrach:Es ist Schade, daß Sie in den jetzigen Ver­hältnissen nicht schriftstellern, um Ihre Ansichten zum Besten des Volks zu veröffentlichen!"Ach, erwiederte er mir, Schriftsteller gibt es so viel, daß es meiner Wenigkeit nicht bedarf! Leider finden sie nicht alle die schwache Seite, an der der gewöhnliche Bürger und Landmann muß ange­faßt werden, wenn diese mit Nutzen lesen und aufgeklärt werden sollen. Denn das Meiste, waS geschrieben wird, ist Theorie, und um mit Nutzen zu wirken, muß man praktisch sein und im Volkston schreiben. Da ich lange Jahre die Welt bereist, mit allen Classen der Menschen Umgang gehabt und ein besonderes Vergnügen daran gefunden habe, Alles zu beobachten, so habe ich mir wenn auch wenige, doch gründliche Kenntnisse erworben und glaubte meinen Mitmenschen schuldig zu sein, in dieser wichtigen Zeit sie darauf aufmerksam zu machen, waS für den Landmann zu wissen am meisten Noth thue. Zu diesem Ende entschloß ich mich, vor erst vierzehn Tagen ein kleines Merkchen zu schreiben und wählte darin die Gesprächform, weil so eS die Leute nicht nur gerne lesen, sondern auch die Charaktere damit besser zu bezeichnen sind. Ich hatte schon längst die Ueberzeugung, daß wer für daS Volk schreiben will, unter ihm leben, feine Ansichten kennen und seine schwache Seite angreifen muß."" Ich konnte meine Neugierde nicht zügeln und fragte ihn deßhalb:Ob ich denn nicht dieses Werkchen lesen könnte?"Recht gerne, erwiederte er, einige Bogen sind bereits gedruckt, und ich bin so eben auf dem Wege, die Correctur eines frischen BogenS bei dem Drucker M. Dettmer in Rüdesheim vorzunehmen."" Er gav mir die schon gedruckten Bogen und das übrige Manuscript des Merkchens. Ich war ganz uverraschl über diese leichtfaßliche, gründliche und gefällige Darstellung, und ich erbat mir, obgleich ich kein Recensent bin, die Erlaubniß, eine kleine Recension schreiben zu dürfen, obgleich er keine Empfehlung wünschte und nur für die nächste Umgebung sein Merkchen geschrieben hatte. Besonders fugte er die be- scheidene Bemerkung bei, daß das Büchlein logische Fehler habe, und wenn er diese Hütte vermei­den wollen, würden viele Stellen ihren Zweck verfehlt haben, indem durch strenge Logik bei Nicht­gelehrten die Absicht verloren ginge, die er habe erreichen wollen. Ein Urtheil hierüber über­lasse ich den Lesern. Meiner Ansicht nach dürfte jedoch in keinem Hause dieses Werkchen fehlen, und ich bin überzeugt, daß Niemand dasselbe unbefriedigt aus den Händen legt und sollte-er auch, wie der Verfasser zum Schluffe sagt, ein paffendes Kleid darin finden. Die Hauptgrundzüge sind

1---Frankfurt. - " Cours der Staatspapicre. . '

1 Den 9. Oktober 1848.

pLt. 1

Papier i Geld 11

Den 9. October 1848.____________

PEt.

Papier |

lOesterreich

ff ff

ff

Preußen

Bayern

Würtemb.

Baden

Darmstadt

Metalliques Obligationen . .

Wiener Bank-Actien . . .

500 fl. Loose . . . . -

250 fl. Loose von 1839 . . Bethmânuische Obligationen .

50 Thaler Prämien-Scheine . Staatè-Schnld-Scheine a 105 Obligationen...... Ludwig-Kanai-Actien incl.. d. v Bexbacher Eisenbahn-Actien .

Obligationen......

Obligationen ...... Lotterie-Anlehen a 50 fl. von 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . Obligationen ....

C

1841

5

4

3

2%

4

4%

3% 3%

3%

4%

3%

)

' 1 »%

73%. 59%;

43 ! 38%

1290

118 80% 59% 68

88 75% 77

. 68% 76% 93% 73% 45%

25%

1 74%

72% 38% 42 . ' 37%; 1192 ;

117 ;

89 i 58%' 67 1 87%' 74% 76%

67% 75% 92% 73

45% 25% 74%

Darmstadt

Kurheffen

Nassau Frankfurt.

Holland

Spanien

Polen

Sardinien

1

Obligationen ........

Lotterie-Anlehen von 50 fl. . . . 25 fl. Loose........ Friedrich-Wilhelms-Nordbahn . . 40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen bei Rothschild . . .

ditto 25 fl. Loose . . .

Obligationen........

ditto von 1839 ....

ditto von 1846 ....

Taunuè-Eisenbahn-Actien a 250 fl. .

per ultimo

Jntegr.-Obligatiouen..... Syndicats......... Innere Schuld neue Obligationen . Ardoins incl. 14 Coup..... Lotterie-Loose 300 ......

ditto 500 ......

36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann

4

4

3%

3 3% 3%

2% 3%

3

83 ' 60% 1 20%! 42% 25% 80% 20%

78

90% 86%

273

45%

18%

67 % 25%

60% 20 42% 25% 80 20%

89% 85%

269

45% 69% 17%

92% 67% 25

Cours der Wechsel.

Den 9. October.

Kurze Sicht

Zwei Monat

Gold- und Silber-Sorten.

fl.

kr.

Briefe

Geld

Briese

Geld

11

9

5

9

10

12

2

1

24

24

(%

5

56

36

38 -

4

2 43% 45 24

1 18

rkf.J.)

Amsterdam, lOo fl. Cn. . Augsburg, 109 fl. Crt. - Berlin, 60 Thlr. . Bremen, 50 Rthlr. in Lomsd or. Hamburg, 100 Mrk. Bco. . . - Leipzig, «0 Thlr. _.....

in der Messe ....

London, 10 Livr. St..... Lyon,WO Fr. . . .^. . . Paris, 200 Fr.......

1 Mailand, 250 Lir. Austr. . . . 1 Wien, in 20r 100 fl. C.-M. . .

1 Diskonto ........

119% l0ös/4

105%

120%

101% 111%

idi

105%

98%

88%

105%

94% 94%

110%

100%

88%

120%

2

FriedrichsdGr .............

Ducaten ,...........

20 Frank-Stücke ...........

Laubthaler .............

Preußische Thaler...... . - -

Gering-nnttelhaltiges Silber........

democratisch, jedoch sehr gemäßigt, mit Gründen, Beispielen und Beweisen behelligt und so aufge­faßt, daß sie Jedem, der lesen kann, leicht verständlich sind. Es wäre daher sehr zu wünschen, daß edle Menschenfreunde und Redactionen von Zeitschriften, denen es um die so nöthige Aufklärung zu thun ist, soviel als möglich zur Empfehlung dieses Merkchens, dem noch einige Hefte folgen sollen, beantragen. Der Herr Verfasser wird gewiß gerne Jedem ein Eremplar zur Einsicht auf Verlangen zu senden. Der Preis ist so billig gestellt, daß man die Uneigennützigkeit des Verfas­sers daraus ersehen kann: denn das Werkchen, 4 Bogen stark, broschirt mit verziertem, farbigen

Umschlag kostet 18 Kr. Der Titel lautet:

Oie kerben Naehkaen

Michel und Johann

im

Abendgespräch

über

die Gegenwart in politischer, socialer und religiöser Hinficht mit Rückblick auf Vergangenheit und Hinblick auf die Zukunft. Aus dem Leben entnommen und auf dasselbe angewendet, nebst Erklärung der vorkommenden Fremdwörter. Zum Nutzen und Frommen für den Bürger und Landmann hcrausgcgeben

von

H. A. Weinberg,

(in Geisenheim im Rheingau).

Eigenthum des Verfassers.

1848.

Dr. F. Gottschalk.

Gespräch zweier Landleute.

(Factisch).

(1325)

HanneS: Mein lieber Michel, saa e mol

WaS cs nor jetz noch gewe soll; Mer waas nit haar, mcr waas nit hott,

Es iS e Greiel, deß waas Gott.

Michel: Hör Hannes, jo! do host de Recht, E Harr sein, will jetz jeere Knecht; Un wie se saan wär alles gleich, Ob Aaner aarm wär, orre reich.

HanneS: Daß saan se, un daß alle Ritt Doch Hannes hör! daß glaab eich nit. Ob Aaner aarm iS, orre reich!!? S'hinn laure Affekatestraich.

Michel: Un HanneS hör nor jetz die Leit Se schwätze vun der Aanigkeit, Daß Deitschland aanig, daß wär klohr, Un Hun sich immer an de Hoor. Der Aan schwätzt su, der Anner su, Der Aan der hält de Ferschte zu, , Der Anner säht, daß härr eich dick, Un hält es met der Rapublick. Un waaßte wie's am Enn noch g1!^ Die Aanigkeit die Wern se miht, Dann Kaaner is dem Annern gut, Drum schlaan se sich minnanner duht.

F.....

W.

(1310) Kleine Schwalbacher Straße Nro. 3 ist ein großer Kochofen zu verkaufen.

(1314) Bei Gastwirth Wilhelm Seipel zum Adler in Schierstein steht ein gutes Zugpferd billig zu verkaufen.

(1311) Ein schön müblirteS Zimmer eine Stiege hoch im Hause des Herrn Gage in der Hafnergaffe ist billig zu vermiethen.