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Frankreich.

Paris, 2. Okt. (Die HeidelbergerHof- ratyszettung" offiziell Lügen gestraft.) Die Heidelberger Deutsche Zeitung erzählte vor einigen Tagen in einem Artikel aus Paris, der französische Minister des Auswärtigen, Hr. Bastide, habe in einer Unterredung mit Hrn. v. Raumer diesem erklärt: Frank­reich könne die deutsche CentrZqewalt nicht eher aner­kennen, als bis diese die gehörige Energie entwickelt und den revolutionären Umtrieben in Deutschland ein vollständiges Ende gemacht habe. Der Moniteur enthält nun heute folgende officielle Note: Ein Artikel der D e u t- schen Zeitung in Heidelberg, ^on der Reform? wird: r- ^xgeben, schreibt dem Minister Bastide eine Unterredung zu, deren Inhalt mit den politischen Grundsätzen der französischen Regierung im offenen Widersprüche steht. Aus diese eben so alberne, als verleumderische Erfin- dustgen kann man nur eine Antwort geben, die nämlich: daß der Bericht der Heidelberger Deutschen Zeitung vom Anfang bis zum Ende unwahr ist."

(Erster Versuch einer freiwilligen As­sociation von Meistern und Arbeitern.) Die Zimmerleute, Meister wie Arbeiter, dreier nm Paris be­legenen Dörfer, haben eine Association für gemcinschafk- lichen Geschäftsbetrieb gebildet, um von der gesetzlich solchen Gesellschaften bei Staatsbauten bewilligten Be­vorzugung Gebrauch zu machen. Sie haben sich daher um die zur Herstellung des Seiten-Kanals der Marne nöthigen Arbeiten bei der Behörde beworben.

Paris, 3. Octbr. Der zehntägige Bericht des Polizeipräfekten lautet sehr befriedigend. Die Arbeiten haben überall wieder begonnen, zahlmiche Btstelluiigcn aus dem Auslande sind eingegangen. Selbst die Luruè- Jndustrie ist im Steigen; dem Controll- Stempel in Münzamte wurden im Monat Septembar an Bi- wuteri e- Arbeiten unterworfen 258 Pf. Gold und 2706 Pf. Silber. Die Einnahme dar Theater, die vom L bis 15. September nur 133,656 Francs betragen hatte, ist vom 16. bis 30. September auf 213,683 Francs ge­stiegen. Nur noch 542 Junigefangene sind in den Forts um Paris. In den letzten 10 Tagen sind 1346 Fremde und 7950 Franzosen in Paris angekom- men und 647 Fremde und 1708 Franzosen abgereist. Der Gesundheiezustand ist sehr gut, alle Gerüchte von Cholerasällen haben sich als unwahr erwiesen.

Lyon. Der neue Gemeinderath von Croir-Rousse, jenes berühmten meist aon Proletariern bewohnten Theils

von Lyon hat beschlossen, die von den sogenannten Brüdern der christlichen Doctrin" (verkleidete Jesuiten) geleiteten Schulen nicht länger zu dulden, auch die Aus­gaben für den Pfarrer aus dem Gemeinde -Budget zu streichen und die Zerstörung der la Croir-Rousse be­drohenden inneren Festungswerke von Lyon bei der Re­gierung zu betreiben.

Paris, 5. Okt. Der Repräsentaten-Club des In­stituts hat sich gestern mit Stimmenmehrheit bezüglich der Wahl des Präsidenten der Republik im Sinne der Majorität der Verfassungs-Kommission, d. h. für die allgemeine Wahl ausgesprochen. Der mit militäri­scher Vertheidigung der Nationalversammlung bcauf- trogte General Lebreton hat dem Präsidenten Marrast geschrieben, daß er, da dem Kriegsminister aus ihm ganz unbekannten Gründen alle von ihm getroffenen Vertheidigungs-Vorkehrungen, welche die Verwendung dreier Bataillone erh.ischteu, abgeändert habe, die Ver- antwortlichkeit für etwaige Ereignisse ablehne, übrigens aber die Befehle des Präsidenten anzunehmen bereit sei. Mit drei Bataillonen könne er seine Ehre dafür ver­pfänden, daß die Versammlung unverletzlich sein werde. Die vom General zweimal nachgesuchte Entbindung von seinen Beziehungen zur Nationalversammlung hat Marrast verweigert. DerCorsaire" kündigt für den Anfang des -Novembers ein socialistisch-demokra­tisches Monsterbankett auf dem Marsfelde an, das von den Repräsentanten der Bergpartei vorbereitet und nach ihrem Plane als ein Protest gegen die Abstimmung der Nationolversammlung über das Recht auf Arbeit be­trachtet werden soll. Unter den 45,000 (?) Haus­besitzern in Paris sind nach derPresse" 18,000, welche von der Seinepräfektur eine Herabsetzung ihrer Steu­ern begehrt haben, weil sie nichts vermiethen.können. Der Club der Revolution ist polizeilich geschlossen worden.

Großbritannien.

Aus Dublin wird gemeldet, daß wegen der großen Anzahl Zeugen, die zu verhören sind, das Ver­fahren gegen is. O'Brien zu Elommel nicht vor dem 5. oder 6. zum Schlüsse gelangen werde. In Be­zug auf die wichtige Lebensmittel-Frage lauten die Nach­richten aus Irland günstig. Die Haserärndte war sehr ergiebig und die in Fülle vorhandenen grünen Gemüse ersetzen ewiger Maßen den Mangel an Kartoffeln. Die Zufuhren vom Festlande und die bedeutenden Massen Korns, welche auf den Märkten anlangen, haben den

Maispreis schon um 12 bis 14 Shill. Per Tonne hinabgedrückt. Die Sendungen aus Amerika werden ein weiteres Fallen herbeiführen.

Donau-Für stenthümer.

Jassy, 16. Septbr. Es unterliegt leider keinem Zweifel mehr, daß die Pforte, welche die walachifchc» Freihkits-Bestikbnngen bioher so auffallend begünstigte nunmehr die gewaltsame Unterdrückung derselben be­schlossen hat. Ueberbringer dieser Hiobspost ist Fuad- Effendi. In Folge dieses unseligen Beschlnsses der Pforte hat Rifaat Pascha sämmtliche unter seinem Ober­befehle stehende Truppen am 31. v. M. auf Dampf­schiffen von Galacs nach Jbraila geführt, um gemein­schaftlich mit der bei Giurgewo und Kalafat zusammen­gezogenen türkischen Streitinacht, die bereits mehr als 30,000 Mann betragen dürfte, die neue Ordnung der Dinge in der Walachei umzustürzen, und den von Ruß­land verlangten Status quo vor der Revolution wie­der herzustellen. Diese blutige Aufgabe soll jedoch bloß den türkischen Tiuppen vorbehalten sein, da der in Kon­stantinopel zu Stande gekommenen Verabredung zufolge russische Truppen vor der Hand den walachischen Bo­den nicht betreten dürfen. (A. Allg. Z.)

Italien.

Padua, 1. October. Die Festung Ofoppo ist vor­gestern vnn unseren Truppen, bei denen sich Prohaèka Infanterie befindet, beschossen worden; heute soll es neuerdings boinbardirt und mit Sturm genommen wer- ben._ Das Dorf Ofoppo war bereits zufammenge- schossen. (A. Abdz)

Spanien.

Madrid, 1. Oct. In Valencia ist ein republika­nischer Club entdeckt worden, welcher Correspondenzen mit den Pariser Clubs und zugleich mit montemolini- stischen Flüchtlingen unterhielt; es hatten Verhaftungen statt, bei welcher Gelegenheit Papiere in Beschlag ge­nommen wurden, die nicht ohne Wichtigkeit sein sollen.

Frachtpreise.

Diez, 30. Sept. Ir Preiß. 2r Preiß. Rother Warzen.....15 ft. 47 kr. 16 fl. 27 fr. Weißer Waizcn , . . . . 14 fl. 52 kr. 15 fl. 35 kr. Korn........9 fl. 48 fr. 10 fl. 53 fr. - Gerste . '......7 fl. 22 kr. 7 fl. 42 fr.

Hafer.........5 fl. 8 kr. 5 fl. 8 kr.

Verantwortlicher Redacteur: I. Oppermann.

BekanutmaHu ngen.

'E" Versteigerung.

Mittwoch den 18. October, Vormittags um 10 Uhr läßt der Un­terzeichnete auf seiner bei Wiesbaden gelegenenen Mühle, der Hammer mühle ver­schiedene Mühl-Geräthen versteig« rn und zwar namentlich:

Einen großen und einen kleinen Wellbaum mit -Zapfen und Ringen, ein guß- cisenes Kammrad mit Getriebe, einige Hölz rne Kammräder, ein Wasserrad, acht Frucht- Mehl- und Gries-Zylinder, zwölf Beutel, vier Beutelkasten und Ge chirre, mehrere Kâhen, Trichter und SchuhgcstcUe, so wie verschiedenes sonstiges zum Mühl­betrieb gehöriges Holz und Eisenwerk; ferner zehn Mühlsteine wobei mehrere Paar- blaue Sinternder, eine .Malzschrotmühle eine hölzerne und eine bleierne Pumpe.

Sodann werden noch:

circa 40 Ohm Apfelwein und eine Parthie leerer Fäßer versteigert.

Hammermühle den 4. October 1848.

B. May.

(1322 ) In den Buchhandlungen von Heinrich Fischer und H. W. Ritter in Wiesbaden ist stets vorrätig zu haben:

Turner - Liederbuch.

Auswahl aus dem Liederkranz für die Turngemeinden des Vaterlandes mit vier­stimmigen Sangweiscn. Zweite unveränderte Auflage. Preis 24 kr.

Bei Parthien billiger.

(1302 ) Im Verlage von A. D. Geisler in Bremen ist soeben erschienen und in der Buch­handlung von Heinrich Fischer in Wiesbaden vorrâthig:

Merkwürdige Prophezeiungen

des Paters Guardian in einem Kloster in Polen von dem Jahre 1790 bis 2000. 8° geh. 9 kr.

Nicht wie die gewöhnlichen Prophezeihungen, sondern diese sind ganz besonders, und bezeichnen bestimmt, wo und was geschehen wird.

(1278 ) Bei Velhagen und Klasing in Bielefeld ist erschienen und in den Buchhandlungen von Heinrich Fischer und H. W. Ritter in Wiesbaden vor- räthig zu haben:

Neues und vollständiges allgemeines

Wieharzneibneh,

oder Universal - Handbuch aller unserer Haußthiere, und zwar das Pferd, Rindvieh, Schaf, die Ziege, das Schwein, den Hund, die : "be , das Hausfedervieh und die Stubenvögel, im gesunden und kranken ustande betreffenden Kenntnisse. Von H. W. Stephan, Königl. Preuß, reisthierärzte. Zweite vermehrte Ausgabe. Preis 2 fl. 24 kr.

Berliner Zeit»»ngs HnlIV '

(l3O8) Abendblatt.

Hcrausgegebcn von G. Julius.

Dieses Organ der Demokratie und insbesondere der demokratischen Partei der National-Aersammlung (der Linken) erscheint auch im nächsten Quartal, zum Preise von 1% Thlr. für's Quartal, außerhalb Berlins mit Zuschlag der Postprovision; dasselbe ist zu beziehen durch alle Postämter.

Die Zeitungs-Halle zeichnet sich dadurch aus, daß sie

1) Abendblatt ist und also die Neuigkeiten des Tages am frühesten bringt; daß sie 2) eine vollständige Zeitung ist, alle Bekanntmachungen u. s. w. enthält, und also cs unnöthig macht, noch eine andere Zeitung daneben zu halten, und daß sie

3) zugleich eine Handels- und Gewcrbszeitung ist.

Insertionen aller Art, werden fortwährend angenommen und mit 1 Sgr. 6 Pf. für die gespaltene Petitzeile berechnt t.

An den Verfasser der bittern .Wahr­heiten in der Nassauischen Zeitung.

(1319) Auf wen hauen Sie denn in Ihrer in Nro. 190 der Nassauischen Zeitung enthal­tenen Erklärung so fürchterlich ein 's Wir lesen und lesen dieselbe, können aber nicht klug da­raus werden, wen Sie denn eigentlich in dem Ritter vermuthen. Fast will uns bedünken, daß Sie auf ein Mitglied des Theaters los­gehen und da wären Sw dann einmal wieder gewaltig auf dem Holzweg. Wir suchen in dem von Ihnen erwähnten Spit-le kein Unter­kommen. Unsere in dem Inserate in der Freien Zeitung vom 6. Oktober ausgesprochene Mei­nung über Fräulein Rummel, bleibt übrigens dieselbe und zwar aus reiner Unpartheilichkeit. Chacun a son gout.

Die Vorigen.

Motto: Niemand kann zweien Herren dienen.

(1320) Wie wir hören, wird die oberste Lei­tung unseres Theaters, hauptsächlich von den Herren Redacteur R ... l und Collaborator B....r, geführt. Es ist uns sowohl unbe­greiflich, wie man diesen Herren dies Geschäft übertragen konnte denn wodurch hatten sie noch ihre Sachkenntniß an den Tag gelegt als auch, wie dieselben, besonders Letzterer, zur Commission des Theaters treten konnte. Herr R ... l ist als Redacteur wenigstens so sehr in Anspruch genommen, daß er dem Theater nicht seine volle Thätigkeit widmen kann.

Wie sich aber nun gar der Dienst des öffent- Wh angestellten Lehrers und besonders, wenn dieser noch ein junger Mann, der, wenn ihm nach gewiffenhafeer Erfüllung seines Berufes noch Zeit übrig bleibt, dieselbe zu seiner eigenen Fortbildung als Schulgelehrter anwenden sollte mit den Functionen eines Theatercomitv- mitzliedes vereinigen läßt, dies fassen wir nicht.

Weinversteigerung.

(1318) Freitag, den 3. November d. I. Mit­tags 2 Uhr werden zn Hattersheim, Herz. Nass. Amt Höchst, in der Behausung des Z. Jost folgende reingehaltene Weine öffentlich an den Meistbietenden versteigert:

3 Stück Niersteiner ...... 1834t

1 in Ohm, ^Ohm u. % Lau­benheimer ........ 1834r

1 Stück Deidesheimer Traminer . 1842r

1 Forster ....... 1842t

2 Wickerer....... 1842t

2 Diedenberger..... 1842t

1 ditto ...... 1846t

2 Laubenheimer .....1816t

Die Proben können Tags vorher und bei der Versteigerung von den Fäßern genommen werden.

Leere Stück und kleinere Fäßer sind auch zu verkaufen.

(1315) Am 7. d. Atts, ist entlaufen: E>" großer, brauner Hühnerhund mit weißer Abz'ich' nuttg auf der Brust, hörend auf den Namen Hector. Wer denselben, Taunusflraße Nro. 29. zurückbringt, erhält eine gute Belohnung.

(1316) Ein noch fast ganz neuer Braukessel von 18 Ohm, nebst Braubütte und Kuhllcym- 2 Brennkessel von 2 und 3 Ohm nebst Atai- fchwärmec und 3 Gährbütten jede circa 12 Ohm haltend. Eine Handschrotmühle, welche auch mit einem Wasserrad versehen ist um fit 8 Wasser zu stellen. Ferner 2 braune Wallach- Pferde von 7 und 8 Zahren fehlerfrei, sowohl in der Chaise als im Acker zu gebrauchen, und eine zweijpännige noch gut im Stande erhaltene Chaise, sind aus der Hand zu verkaufen.

der Erpedition zu erfragen: Wo?

Verlag von H. Fischer und C. Ritter. Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.