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in me ft st entschlossen sei, Alles für die Aufrechtfal­tung seiner beschworenen Constitution zu opfern. Sie haben ein Aula da fe gehalten, und daS ve-haßte russische Reglement organique sammt dem sogenann­ten goldneu Acelobuch der Walachei öffentlich verbrannt, und diese beiden seit 18 Jah en mit den bittersten Thränen des Vo les durchnässten Gruudsttttzen der politischen Cristen; dieses Landes und der ty aunischen Bojaren- Hierarchie vernichtet. Um die Mittagstunde wurden die Embleme dieser tiefgchaß- ten Doppelherrschaft in ihren Originalien auf eine Trag- bchre gelegt, mit schwarzen: Traue, tuch umwickelt und ans dem Regierungspalais in einem förmlichen Leicheneon- dnct, mit Trauermusik, Glockengeläute und Begleitung der Geistlichkeit, und von einem ansehnlichen Zuge von Menschen aus allen Klassen gefolgt, zum Landesmetropoliten getra­gen, in dessen Hofe auf einen improvisirten Scheiterhaufen gelegt, und unter den laut und mit schauerlichem Ernst ausgesprochenen Anathema Sr. Emi­nenz den Flammen übergeben, während unsere belieb­ten Volksredner, die HH. Cesar Boliac und Bretiano in feurigen Reden das Volk neuerdings an den abge­legten Schwur erinnerten, für die Aufrech, Haltung der neuen Constitution zu leben und zu sterben, und den Fluch über Alle aussprachen, die j? das Wiederwachen zum Leben des nun in seiner Asche allen Winden presgegebenen Reglements und des­sen Wiedereinführung in Roman ien wünschen, begehren und veranlassen würden. Mit donueiiidem Rufe ward Schwur und Fluch vom Volke und von Sr. Eminenz dem Metropoliten selbst wiederholt, welcher sein Anathema auch schriftlich zu verkündigen ve, sprach, worauf unter erneutem Hurrah die Militair- Bande mit der Marseillaise einsiel, bei deren feuerigen Klängen der Zug sich nach der Metropolitan-Kathe­drale begab, wo der zweite Abschnitt des begonnenen Zerstörungsfestes beschlossen ward, indem alle auf dem dahinführenden Bergwege, sowie im Hofe der Ka­thedrale und an derselben angebrachten Grab- und und andere Denksteine und Inschriften, welche an den vorigen russischen Occupationen und deren Herrschaft im Lande mahnten, niedergerissen und zerstört wurden. Als nun auch dieses vollbracht war, zog Alles vergnügt und in bester Ordnung nach Hause, ohne daß die min­

deste Störung der össentlichen Ruhe, oder Zuordnung und Ereeß stattgefunden hätte. Was wird Duhamel, was das Petersburger Cabinet zu solcher Herausfor­derung sagen? oder, werden sie wohl ignoriren?

(S. Bl. a. B.)

Fr ankreieh.

Paris, 3. October. Das Finanzcomite hat seinen Bericht über das abgeänderte Einnahmen- und Aus- gaben-Budget für 1848 übergeben. Der für daS Jahr eröffnete Gcsammtcrcdit betrug 1,836,849,915 Fr.; die Regierung schlagt vor, ihn auf 1,781,272,486 Fr. he- labzusctzcn, das Comite aber will ihn auf 1,776,035,277 Fr. ermässigt wissen. Die Einnahmen sind, die Rc- serve des Tilgungsfonds eingerechnet, auf nur 1,467,662,818 Fr. veranschlagt, so daß das Deficit demnach 300 Million übersteigen wird. Die drei ab­geschlossenen Anleihen werden dasselbe zwar decken, aber für 1849 wird davon fast nichts übrig bleiben. Bi den Budgets für den Krieg, die Marine und die öffent­lichen Arbeiten hat das Finanzcomite keine Ermäßigung vorgkschlagen; das Kriegsbudget bleibt demnach auf 432,254,724 Fr. festgesetzt, was fast 208 Millionen mehr beträgt, als im vorigen Jahre. Der Effectivbe- stand des Heeres wird sich am Schlüsse dieses Jahres auf 502,715 Mann und 100,293 Pferde belaufen. Das vom Comite a igewhndte Ersparungs-System trifft fast ausschließlich den allgemeinen Dienst des Auswär­tigen, des Innern und der Justiz. Insbesondere sind die Gehälter der Gesandten sehr bedeutend herabgesetzt worden; so soll künftig der Gesandte in Petersburg 120,000 statt 300,000, in London 150,000 statt 300,000 Fr. zu beziehen. Auch den Gehalt der Präfecten hat daS Comite zum Theile ansehnlich er­mäßigt. (K. Z.)

Straßburg, 4. Oct. Man hat hier mehrere Per­sonen (wie es heißt, sechs an der Zahl) verhaftet, welche von Frankfurt aus der Theilnahme an der Er­mordung der Abgeordneten Lichrvwsky und Auerswald beschuldigt, durch Steckbriefe verfolgt sind. Die Un- tersuchung wird Herausstellen, ob die Gefangenen jenes Verbrechens überführt werden können.

S ch w e i z.

Bern, 2. Oct. Von dem Gesandten Oesterreich/ Hrn. v. Kaisersfeld, ist bei dem Vororte eine

Rote eingelangt, welche Hoffnung macht, daß Ravetz- ky's Maßregeln gegen Tessin aufhören werden, sobald die ganz befriedigenden letzten TagsatznugSbeMst^ wirklich anSgtfâhrt werden. Er zweifelt nicht, daß den eidgen. Connnissarien in Tessin ein leichtes sein werde, die Sache mit Radetzky ins Reine zu bringen.

Erwiederung an den Herrn Redakteur der Nass Allgem. Zeitung.

Herr Riehl hat es nicht für gut befunden, mir den Namen des Verfassers von dem früher ei wähnten Artikel zu nennen, bei dem man ganz sicher, wenn man dessen Schädel nach Gall'scher Methode untei suchte, das Organ der Gnneiuheit auffallend stark, das der Sty- listik, des Witzes und der Bildung jedoch besonders schwach entwickelt finden würde: es bleibt mir deshalb nichts übrig, als die nöthigen Schritte gegen den Hrn. Redakteur selbst einzuleiten. Anfangs als ich annahm, daß dieser in seinem blinden Eifer für diegute Sache" in der er gerne die ganze liberale Partei zum Lande hinausjagen möchte, auch besagten Artikel ausgenommen habe, ohne zu bemerken, daß nur die gehässigste persön­liche Leidenschaft die Feder des Verfassers geleitet, be­dauerte ich Herrn Riehl bloS wegen seines Mangels an Einsicht. Jetzt aber, nachdem er einem Artikel, in dem zufällig der Satz steht, daß die Republik die beste Staatsverfassung sei, eine republikanische Tendenz unterge. schoben hat, nicht bedenkend, daß selbst die deutsche Zeitung die sich doch Herr Riehl so ost zum Muster nimmt, wenn auch nur um aus ihr abzuschreiben, schon dasselbe Ge. ständniß ausgesprochen, ohne daß man sie deshalb für ein r-publikanisches Blatt halten wird, jetzt bedaure ich ihn recht herzlich wegen seines großen Mangels an Urtheilskraft. Da er übrigens auf die genannten opuscula wegen ihrer acht konstitutionellen Tendenz so großen Werth zu legen scheint, so hätte er sie vielleicht besser als leitende Art kel ausgenommen, oder auch alS Eulknspiegklei, was freilich bei der Nass. Allg. gleich­bedeutend ist.

Nassau, den 4. October 1848. Dr. Haupt. Verantwortlicher Redacteur : I. Oppermann.

Bekanntmachungen

Jagdverpachtung.

(1309) Samstag, den 7. Oktober d. M., Morgens 11 Uhr, wird die Jagd in der Neuhof« Gemarkung zum dritten Mal auf hiesigem Stadthause verpacht.

Neuhof im Amte Wehen, 4. Oktober 1848.

Bund, Schultheiß.

Berliner Zeitungs-Halle

(l3m) Äbeiibbkatk.

Herausgegeben von G. Iulius.

Dieses Organ der Demokratie und insbesondere der demokratischen Partei der National-Versammlung (der Linken) erscheint auch im nächsten Quartals zum Preise von 1% Thlr. für's Quartal, außerhalb Berlins mit Zuschlag der Postprovision; dasselbe ist zu beziehen durch alle Postämter.

Die Zeitungs-Halle zeichnet sich dadurch aus, daß sie

1) Abendblatt ist und a so die Neuigkeiten des Tages am frühesten bringt; daß sie 2) eine vollständige Zeitung ist, alle Bekanntmachungen u. s. w. enthält, und also cs unnöthig macht, noch eine andere Zeitung daneben zu halten, und daß sie

3) zugleich eine Handels- und Gewerbsz^itung ist.

Insertionen aller Art, werden fortwährend angenommen und mit 1 Sgr. 6 Pf. für die gespaltene Petitzeile berechnt t.

(,MJ Versteigerung.

Nächsten Dienstag, den 10. October F. I., Morgens 9 Uhr, beab­sichtigt Unterzeichneter seine Mobilien, bestehend in einem Klavier, Sopha, Sessel, Stühlen, Spiegel, Tischen, Schränken, Vorhängen, Bettstellen, Bettwerk, Weißzeug, einer Jagdbüchse, Glaswaaren, Bilder,' Hausgeräth ?c. in seiner WohnunaQim Hause des Herrn Uhrmacher Gangloff dahier, gegen gleich baare Zahlung ver­steigern zu lassen. Tags vorher, Vormittags von 812 Uhr und Nachmitags von 25 Uhr können die Gegenstände in Augenschein genommen werden.

Wiesbaden, den 5. October 1818.

v. Lemberg.

(1300) Bei Heinrich Fischer in Wiesbaden ist soeben angekommen: Lb Knall-Grbfen, -^ Ueuchtkugekn und TenfessVitten.

Oder: Ihr sollt und müßt Euch todt lachen.

Ein Universum des Witzes und der Laune mit 600 schönen Anekdoten und 100 Räthseln rc. Ein angenehmer Gesellschafter bei Tafel, auf Reisen unO in geselligen Kressen. Preis 36 fr.

Verlag von I. A. Reichel in Bautzen.

Frankfurt. Cours der Staatspapiere. i Uhr.

Drsterreichl

Preußen

Bayern

Würtemb.

Baden

Darmstadt

Den 2. Oktober 1848.

Metalliques Obligationen .... fr rr ....

rr fr ....

Wiener Bank-Actien .....

500 fl. Loose........

250 fl. Loose von 1839 .... Bethmänuische Obligationen . . .

" .

50 Thaler Prämien-Scheine . . . StaatS-Schnld-Scheiue a 105 . . Obligationen........ Ludwig-Kanal-Actien incl. d. v. E. Bexbacher Eisenbahn-Actien . .

Obligationen........

Obligationen........

Lotterie-Anlehen a 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . . Obligationen . . ........

pLl.

5

4

3

2%

4

4%

3% 3%

3%

4%

3%

1 3%

Papier | 72% 59% 43 38%

1198 118

80% 60

68 88 75%

77

68 76% 93% 73% 45%

25% 7t%!

Geld 1 72%;

1

37%'

1188

117% 79%' 59

67 87% 74%;

76%

67% 75% 92%

73

25% 74%

Darmstadt

Kurhessen Nassau

Frankfurt

Holland

Spanien Polen

Sardinien

Den 5. Oktober 1848.

Obligationen........

Lotlerie-Aulehen von 50 fl. . . . 25 fl. Loose........ Friedrich-Wilhelms-Nordbahn . .

40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen bei Rothschild . . .

ditto 25 fl. Loose . . .

Obligationen........

ditto von 1839 ....

ditto von 1846 ....

Taunus-Eisenbahn-Aciien a 250 fl. .

per ultimo

Jntegr.-Obligatiouen..... Syndicats......... Innere Schuld neue Obligationen . Ardoins incl. 14 Coup. .... Lotterie-Loose 300 ......

ditto 500 ......

36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann

pCt.

4

4

3%

3 3% 3%

2% 3%

3

Papier 83 60% 20% 42% 25% 80% 20% 78 90 86

271

45%

18%

67% 25%

Geld

60% 20 42% 25

80

20

89% 85% 267

45% 69% 18

92% 67 25

Cours der Wechsel. Den 5. October.

Amsterdam, 100 fl. Erl. . . . Augsburg, 100 fl. Crt. . . . Berlin, 60 Thlr...... Bremen, 50 Rthlr. in Louisd'or. Hamburg, 100 Dirk. Bco. . . . Leipzig, 60 Thlr......

in der Messe .... London, 10 Livr. St..... Lyon, 200 Hr ....... Paris, 200 Fr....... Mailand, 250 Lir. Austr. .

Wien, in 20r IM) fl. ft.-M. .

Diskonto ........

Kurze Sicht

Zwei Monat

4

Gold- und Silber-Sorten.

Neue Louisd'or ............ Friedrichsd'or............. Ducaten..............

20 Frank-Stücke ...........

Holländische 10 fl. Stücke........ Englische Svuverains.......... Laubthaler . . ..........

Preußische Thaler........... Hochhaltiges Silber Geriiig-mittelhaltigcs Silber........

fl.

11

9

5

9

10

12

2

1

24

24

lFr

kr.

5

56

36

38

4

2

43%

45

24

18

ks.J.)

Briefe

119%

105%

88%

105%

101%

111%

Geld

101%

105% 98%

105%

120% 94% 94%

110%

Briefe

Geld 1M),

88

2

Erklärung.

(1310) Es ist mir bekannt geworden, daß man hier und da die Meinung hegt, die in Nr. 202 und 203 dieses Blattes erschienenen Inserate seyen, wenn auch nicht von mir selbst, doch auf meine Veranlassung verfaßt worden. Ich er­kläre hierans auf mein Ehrenwort, daß ich nicht im Entferntesten aus die Verfasser dieser Arti­kel eingewirkt habe.

Eduard Kunz.

(1305) Es wird ein Lehrmädchen in ein hier bestehendes Pntzgeschäft gesucht. Näheres in der Erpedition dieses Blattes.

Tanzunterrieht.

(1252) Unterzeichneter hat die Ehre, ergebenst auzuzeigen, daß der Tanz- Unterricht mit dem Oktober für diesen Winter seinen Anfang genommen hat und erlaube mir die verehrlichen Theil­nehmer zu bitten, mir gefälligst bald Anzeige zu machen.

Heinrich Walther, H e i d e n b e r g N r o. 58.

Anzeige.

(1290) Die Gemeinde Oestrich, Herz- Amts Eltville, beabsichtigt ein Capital von 2300 fL aufzunehmen. Hierauf Neflectirende wollen sich an den Her­zoglichen Schultheißen Petri in Oest­rich wenden.

Bnlag von H. Fische, und E. Ritter. Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerri.