Ungarn.
Pesth , 26. Septcmbrr. (Bisss. Z.) sEs ist zu spät.) Der Erzherzog Stephan ist gestern Abend wie. der hier eingetrosten. Aber „es ist zu spät! donnert es von allen Seiten. Die ungarische Nation wird furchtbar zu Gericht sitzen. Von allen Seiten strömen Scharen von Tausenden racheschnaubender Männer herbei. Jellachich wird von Heeresmassen umzingelt und nnr Tod oder Gefangenschaft wird das Loos seiner Horde sein. Das Szabolcser und das Zalaer Comitat stellen ihm 40,000 Landstürmler in den Rücken. Jellachich soll an den Rückzug denken, welcher aber unmöglich gemacht wird, und auch die diplomatischen Künste der Kamarilla werden nicht vermögen, ihm einen freien Abzug zu erwirken. Der Landtag hat alle Unterhandlungen abgebrochen, und 300 Repräsentanten sind auch beim Landsturm abwesend. Der Erzherzog will wiederum an die Spitze der ungarischen Armee treten. Die unter Anführung des Panslavisten Hurhan aus Mähren in das slovakische Neutraer So» mitat Ungebrochene Schaar ist bereits gänzlich zerstreut. Hurban selbst soll gehenkt, die übrigen von den Bauern überliefert oder auf der Flucht erschlagen worden sein. Die letztere Nachricht bedarf noch der Bestätigung. Die Heeresmacht des Jellachich beläuft sich auf 34,000 Mann. Darunter sind nur 7000 reguläre Truppen, nämlich 8 Bataillone Grenzer, welche Radetzky aus Italien zurückgesch-ckt hat, die übrigen sind zerlumptes Raubgesindel. Einige hundert von diesen wurden gleich im ersten Anzuge bei der Plünderung eines Dorfes von den Bauern erschlagen. Jellachich hat kein Geld und gibt für die von ihm rcquü rirten Lebensmittel Anweisungen , welche, wie er agt, die besiegte Partei auszahlen wird. Sein Geschütz beläuft sich auf 42 kleine Kanonen. Die Ungarn haben 200 Kanonen aller Art.
Schweiz.
Bern, 28. Sept. Zufolge bei dem Vororte eingelangten Berichten soll eine Armee von 40,000 Mann deutscher Bundestruppen in den süddeutschen Staaten an die Gränze der Schweiz verlegt werden.
Erklärung.
Die „Nassauische Allgemeine", deren Redacteur so ausgezeichnete Artikel über Preßunfug schreiben kann, und diesilben praktisch in seinem Blatte erläutert, worin er jedoch glücklicher Weise bei den übiigen Zeitungen keine Nachahmung findet, fahrt consequenterweise fort, alle gesinnungstüchtige, liberale Staatsdiener, die
sich nicht scheuen, hier und da auch öffentlich die Wahr- I besser handeln, wenn er sich vor allem bessere Kennt- ' " r— — u— " ........ v-------'-......v niffc als Arzt zu sammeln und durch 'treue Berufser-
füllung dem Staate und der Menschheit nützlicher zu werden suchte? Hieran knüpft sich indessen die weitere Frag', warum läßt man einen solchen Menschen ungehindert ein so schändliches Wesen treiben?" dieser Satz enthält manches Wahre. Erstlich hält Unterzeichneter die Republik für die beßte Staatsverfassung, jedoch nicht eist seit seiner Velheirathung, er glaubt auch, daß sie später weiter verbreitet werden wird auf dem Erdball und zwar mit derselben Gewißheit, mit der er
heit zu sagen, vor dem Publikum zu denunciren, und die Regierung zu deren Entfernung aufzufordern. Das neueste Beispiel hat sie in No. 172 gegeben, in einem Artikel, der Anfangs die Nassauer der Aufhetzung unsers Militärs beschuldigt und am Schlüsse folgende Stellen enthält, die ich hier wörtlich wiedergeben muß, da es wohl manchen Lesern der „Freien Zeitung" nicht einfallen wird, das genannte Blatt in die Hand zu
nehmen, und ihnen sonst der Genuß so schöner Sätze entzogen würde. Die Stellen heißen: „So macht sich ein junger Arzt in dem Städtchen Nassau (Unterzeichneter ist der einzige junge Arzt daselbst) schon seit längerer Zeit ein Geschäft daraus, nicht blos die Bürger genannten Städtchens, sondern auch die Bewohner der Ortschaften, wohin ihn sein Beruf führt, gegen unsern Fürsten, gegen die Regierung aufzuwiegeln, und denselben Grundsätze und Ideen beizubringen, die sich mit der Ehre eines Mannes durchaus nicht vertragen." Dieser ganze Satz ist eine Lüge! Unterzeichneter geht zwar vielfach mit den hiesigen Bürgern um, spricht auch mit denselben über die gegenwärtigen politischen Verhältnisse, macht sie wohl auch aufmerksam auf dieses oder jenes Unrecht, was geschieht, oder auf dieses oder jenes Recht, das sie sich nicht dürfen entreißen lassen, aber Niemand wird gehört haben, daß er sie gegen unsern Fürsten oder die Regierung aufwiegelte, im Gegentheil glaubt er durch fein Abmahnen schon öfters zu besonnkncrn Handlungen mitgewirkt zu haben; was die Landleute anbelangt, so kann wohl kaum Einer auf- treten, der behauptete, Unterzeichneter habe mit ihm über Politik gesprochen, geschweige denn, daß er zur Steuerverweigerung aufgehetzt worden sei, wie Verfasser dieses Artikels an einem andern Orte angegeben hat. Was die Ehre eines Mannes betrifft, so war ich bisher immer der Meinung, daß grade sie mich in allen meinen Handlungen leite, es scheint aber, der Hr. Verfasser des schönen Artikels hat eine andere Ehre, als die allgemeine. Der folgende Satz: „ja dieser saubere Staatsdiener ist soweit gegangen, daß er bei Gelegen- helt der Fahnenweihe zu Nassau unserm Herzoge und allen deutschen Fürsten ein feierliches Pereat brachte", ist wiederum eine infame Lüge. Unterzeichneter hat weder den Namen unsers Herzogs, noch den eines andern deutschen Fürsten über den Mund gebracht, sondern nur einen Toast gesprochen auf den Tod der absoluten Gewalt der Fürsten, worin mir wohl jeder Rechtlichgesinnte beistimmen wird.
Es heißt weiter: „Würde dieser traurige Mensch, dem zwar nebenbeigesagti republikanische Grundsätze als Heirathèmitgift mitgegeben wurden, der übrigens gerade durch die Gnade unsers Herzogs schon so viele Vortheile genossen hat, nicht weit vernünftiger und
glaubt, daß die Gottheit den Menschen bestimmt hat, vernünftig und ihm ähnlich zu werden, allcin"er hat weder durch Schrift noch Wort zum Umsturz des Bestehenden aufgefordert. Ferner gibt Unterzrichneter zu, daß ihm noch sehr viel Kenntnisse zu einem tüchtigen Arzte fehlen, wie er sich denselben als Muster vorgestellt hat, behauptet jedoch kühn, daß Niemand in der nicht unbedeutenden Praxis über untreue Berufserfüllung Klage führen wird. Was die Anspielung auf die Gnade unseres Herzogs bedeuten soll, verstehe ich nicht. Es müßte damit gemeint sein, daß ich während des ganzen Sommers 1842 für einen kranken Medici- nalaccessisten den Dienst thun durfte, wozu j ich ein Pferd nöthig hatte, wofür ich jedoch weder Besoldung, noch Foueage, noch Gralificatio i erhielt, ferner daß ich in Kemel ein Jahr lang die Rolle eines Fliegenwedels spielen und von meinem eignen Gelde leben durfte, ferner daß ich Htzt im siebenten Jahre meiner Anstellung 133 fl. 20 kr. Besoldung erhalte, und nicht ohne Unterstützung meines Vaters und Schwiegervaters meine Familie ernähren kann; andere Gnaden sind mir bis jetzt noch nicht zu Theile geworden. —
Schließlich bemerke ich noch, das ich sehr erfreut bin, durch das erwähnte Machwerk auch den Verfasser der Denunciationen zu erfahren, die fast mit denselben Worten außer oben angeführter Variation bei unserm Gouvernement eingereicht worden sind. — Dieß meine einzigen Worte in dieser Sache! meine Ehre erlaubt es nicht, mit einem solchen traurigen Ritter ferner noch eine Lanze zu brechen; ich werde nur später das richterliche Urtheil und den Namen des Verfassers gedachten A'tikels dem Publikum mittheilen.
Nassau, den 1. October 1848.
__Dr. H aupt.
Frachtpreise.
Diez, 30. Sept. Ir Preiß.
Rother Walzen
Weißer Walzen , Korn . . . . Gerste . . . . Hafer . . . .
.. 2r Preiß.
. 15 fl. 32 kr. 16 fl. 13 kr.
. 14 fl. 12 kr. 15 ff. 23 kr.
. 9 fl. 54 kr. 11 fl. io kr.
. 6 fL 17 kr. 7 fl. 33 kr.
. . 5 fl. kr. 5 fl. — kr.
Verantwortlicher Redacteur: J. Oppermann.
GekssKtWaehnKgen-
(1296) Bekanntmachung.
Auf freiwilliges Anstehcn werden die zum Nachlasse der Frau Gräfin von Kiel man Segge dahier gehörenden Mobilien, bestehend in: verschiedenen Cana- pce's nebst den dazu gehörenden Stühlen, einem Flügel, einer scheuen Auswahl litterarischer Werke, Tischen, mehreren Schränken, Commodm, Spiegeln, Belt- stellen, Bettwerk, Weißgeräthe, Kleidungsstücken, Pvrzelaine, Glaswerk, Küchen- geräthen, Kinderspielwaaren 2C.
Montag, den 16 Oktober t. I., Morgens 9 Uhr und an den folgenden Tagen in dem Wohnhause des Herrn Prokurator Hcescr in der Rhcinstraße dahier einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt.
Wiesbaden am 28* September 1848.
Herzogs. Nass. Landoberschultheiscrei
Westerbur g.
Jagdverpachtuug.
(1295) Mittwoch, den 4. Oktober d. I., Mittags 11 Uhr wird die Jagd in hiesiger Gemarkung auf hiesigem Nathhause auf drei Jahre zum dritten Male verpachtet.
Neuhof im Amte Wehen, 2. Oktober 1848.
Bund, Schultheiß.
(1275) In den Buchhandlungen von Heinrich Fischer und H. W. Ritter in Wiesbaden ist folgende höchst interessante Schrift wieder neu angekommen und zu haben:
Blicke in das Labyrinth der Zukunft.
In merkwürdigen Weissagungen des Johann Adam Müller, weiland Bauersmann auf dem Maisbacher Hofe bei Heidelberg. Preis 12 kr.
Frankfurt. Cours der Staatspapiere. 1 Uhr.
Oesterreich
Preußen
Bayern
Würtemb.
Baden
Darmstadt
Den 2. Oktober 1848.
Metalligues Obligationen ....
Wiener Bank-Actien.....
500 fl. Loose........
250 fl. Loose von 1839 . . . . Bergmännische Obligationen . ...
50 Schaler Prämien-Scheine . , . Staats-Schnld-Scheine ä 105 . . Obligationen........ Ludwig-Kanal-Actien incl. d. v. E. Bexbacher Eiscubahn-Actien .
Obligationen......
Obligationen.......’
Lotterie-Aulchen a 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . ... Obligationen . ......
pEt.
5
4
3
2%
4
4%
3% 3%
3% 4%
3%
3%
Papier | 73% 60%!
43 !
38%
1200 119’% 81% 61 68% 88 75 77
08% 76% 92% 73 7a 45% 26 76 %!
Geld 1 73%,
38 %! 1194
119
81 CO 67% 87% 74% 76%, 68%' 75%' 92% 73%
25% 75%
Darmstadt
Kurheffen Nassau
Frankfurt
Holland
Spanien
Polen
Sardinien
Den 25. September 1848.
Obligationen........
Lvtterie-Anlcheu von 50 fl. . . .
25 fl. Loose........
Friedrich-Wilhelms-Nordbahn . .
40 Thaler Loose bei Rothschild . .
Obligationen bei Rothschild . . .
ditto 25 fl. Loose . . .
Obligationen ........
ditto von 1839 ....
ditto von 1846 ....
Taunus-Eisenbahu-Aclien â 250 fl. .
„ „ „ per ultimo
Jntegr.,-Obligationen.....
Syndicats.........
Innere Schuld neue Obligationen .
Ardoins incl. 14 Coup. ....
Lotterie-Loose 300 ......
ditto 500 ......
36 Frö. Loose bei Gebr. Bethmann
pEt.
4
4
3%
3
3% 3%
2% 3%
3
Papier 83% 60% 20% 43% 25% 80% 20% 78 90 85% 275
45%
18%
67% 25%
Geld
83%
20 43% 25% 80
20
89% 85% 271
45% 69% 18%
92
67
25
Cours der Wechsel. Den 25. September.
Amsterdam, loo fl. Err. . . . Augsburg, 109 fl. Crt. . . . Berlin, 60 Thlr...... Bremen, 50 Rthlr. in Loulsd'or . Hamburg, loo Mrk. Bco. . . . Leipzig, 60 Dhlr. .....
„ in der Messe .... London, io Livr. St..... Lyon, 200 Fr.
Paris, 200 Fr.......
Mailand, 250 Lir. Airstr. '.
Wien, in 20 r loo fl. C^M, '. ' Disronto......
Kurze Briefe
119% 10a1%
99
88% 105%
111
Sicht
Geld
iOl
120% 94% 94%
101
110%
Zwei Briese
88
Monat (Selb lco %
120%
2
Gold- und Silber-Sorten.
Neue Louièd'vr ............
Friedrichsd'or ............. Ducaten.............. 20 Frank-Stücke ........... Holländische 10 fl. Stücke........ Englische Sonverainö.......... Laubthaler . , ....
Preußische Thaler........... Hochhaltiges Silber Gering-nuttelhaUiges Silber .
^
11
9
5
9
10
12
2
1
24
24
___lFri
SBT.
5
56
36
38
4
2 43% 45 24
18
f- J.)
Verlag von H. Fischer und <L. Ritter. — Druck der (6. Ritter'schen Buchdruckerei.
Leiter Turnverein.
(1298) Donnerstag, den 5, d. M., Abends 8 Uhr Generalversammlung int Nonnenhofe.
Der Vorstand.
50 Rthlr. Belohnung demjenigen, der einem jungen moralischen und wissenschaftlich gebildeten Manne in Balde ein Engagement bei irgend einer Eisenbahn, oder als Rentmeister, oder Verwalter eines Landgutes zu verschaffen im Stande ist. Näheres bei der Expedition dieses Blattes. (1297)
(1293) Ein Zimmer mit Cabinet ist zu ver- mielhen bei C. Wörner.
(1291) Büffon's Naturgeschichte in der Ursprache, mit der Uebersehung, und colorirten Abbildungen ist um sehr billigen Preis zu haben bei C. Wörner.
(1259) I» meinem Hause in der Taunusstraße ist im 3ten Stock auf den 1. Oktober eine vollständige Wohnung nach der Promenade zu ver- miethen.
Wilhelm Rücker, Maurermeister.
(1269) Kapitalien in jeder Größe sind stets zu haben durch Friedrich Schaus, Marktplatz Nro. 12.
AS
(1279) Klaviere sind billig zu veikaufeu oder zu vermiesten bei S. Hirsch Taunusstraße Nro. 24.