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FreteMtUg.

Freiheit und NeehL!"

^U 200* Wiesbaden. Dienstag, 3. Detober 18418,

Geneigte Bestellungen auf das mit dem 1. Oktober begonnene neue Quartal beliebe man baldigst zu machen; hier in Wiesbaden bei den Buchhandlungen von H. Fischer und H. D. Ritter; auswärts bei den zunächst gelegenen Postämtern.

DieKteie Zeitung" erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags, in einem Bogen. Bestellungen darauf beliebe man zu machen in Wiesbaden in den Buchhandlungen von L Fischer und H. W. Ritter; auswärts bei den zunächst gelegenen Postämtern. Der Abonnements-Preis vom 1. Juli an beträgt vierteljährig hier in Wiesbaden 1 fl. M kr., halbjährig 3 fl. 30 kr.; auswärts durch die Post bezogen innerhalb des ganzen HerzogthumS Nassau vierteljährlich 2fL 12kr., halbjährlich 4fl. 23kr., des Äroßhcrzoglhums Hessen, der freien Stadt Frankfurt, der Landgrafschaft Hessen-Homburg, sowie der Kurhesfischen Provinz Hanau vierteljährig 2 fl. 13 kr.; halbjährig 4 fl. 30 fr , innerhalb aller übrigen Thurn- und Taris'schen Postbezirke 3 fl. Inserate werden bereitwillig ausgenommen. Die JnserationS-Gebühren betragen für die vierspaltige Petitzeile oder deren Raum 3 Kreuzer.

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An die

Volksvertreter Nassarls.

Wenn wir kein auf freisinnigen

Grundlagen beruhendes Gesetz über die Geschwornen - Gerichte erhalten, so bleibt die Preßfreiheit eitel Schaum und leere Phrase: ohne Preßfreiheit ist keine andere Volksfreiheit gesichert.

/X Der Waffenstillstand!

Was ist des Deutschen Vaterland?!

Wenn wir mitten im Eifer und der Rührigkeit in dem Getreide des Tages an die Patrioten von Blut und an die Deutschthümler auS Ueberlegung die kecke Frage richten?WaS ist des Deutschen Vaterland?" und diese Frage mit der neuesten Bemerkung, der Folge des Waffenstillstandes, in Verbindung setzen, so gibt es uns aber nicht Wunder, wenn wir die Antwort auf ein Terrain hingeschoben sehen, daS uns mit großer Anschaulichkeit die traurige Ueberzeugung gibt, daß wir ein Vaterland bis setzt noch nicht errungen haben.

Allerdings sehr wahr!"

Wir können uns deßwegen aber auch kaum eines mitleidigen Lach lnS im Hinblick auf diejenigen enthalten, die mit dem Frankfurter Journal in der Hand, weit in die Welt hinauSschreien:

Schleswig-Holstein, stammverwandt!

Bleibe treu dem Vaterland!"

als wenn daS Vaterland schon vorhanden wäre, dem Schleswig-Holstein treu bleiben soll. Warum singt ihr euch so in Harnisch, ihr gutmüthigen Bourgeois deS neunzehnten Jahrhunderts, ihr Menschenrechtbe­geisterte, ihr Freiheit-Einheit Beseelte, ihr National- ehre-gefütterten, Franzosen- und Ruffenfressende VvU- blutcheruSker, die ihr beim ersten Posaunenstoß aus der Rolle fallet, von der Wirk-ichkeit im Leben zurück- schauert und die Nationalehre gleich einem Popanz, in der politischen Nativnal-Trödelbude mit Füßen tre­ten laffet.

DaS ist die Demuth und von dieser bis zur Niederträchtigkeit gibt es nur einen Schritt.

Wir huldigen nicht dem Prinzip der Gewaltsamkeit, können aber nicht verbergen, wie wir voraussehen, daß wir unS nimmer diesem Zustande der Schmach, der Unbe­deutendheit und Geschichtslosigkeit nationaler Bewegung, wie wir sie jetzt, schimpflichen Andenkens, erlebt haben, entwinden werden, so lange wir unS am Gängelbande der Doctrinairs, mit ihrer atomistischen Auffassung der Geschichte leiten lassen, die nichts in ihllm Gefolge hat, als Mangel an Freiheits Kühnheit und Energie, die unS hiiidrängt zur Besonderheit, und unS vom klaren politischen Selbstbewußt so weit und immer weiter wegdisputirt, bis uns zuletzt aller Boden mangelt und wir zuletzt einsehen, daß wir gegen Schatten ge­kämpft haben.

Ja! das Vaterland der 39 Vaterländer ist dies­mal wieder garstig in die Klemme gerathen; wer wird es herausreißen wollen?

Gewiß nicht der deutsche Philister, denn diesen be­rührt es nicht, er raucht seine Cigarre gemüthlich wei­ter, bläßt die Backen auf, macht ein pfiffiges Gesicht, als wenn er sagen wollte:es ist gut Jacob, daß du diesmal zu Hause geblieben bist", knöpft sich den Schlaf­rock fester zu, liest darauf in den Stunden der Andacht oder Werthers Leides, legt sich schlafen und schläft und schläft bis ihn seine Michelina mit den Worten weckt: Wache aus, l. Jakob, rumort wieder draußen, im Journal steht's, u. s. w.

Ha, ha! das ist ein Leben dolce far niente bei dein die Diplomatie fett wird. Verzweifeln wir üb- rigens nicht; wir sind noch nicht verloren, wenn auch alle Stränge reißen. Die Augsburger Allg. Ztg. bie­tet uns nämlich ein bequemes Mittel aus dem Zu­stande der kastenmäßigen Absonderung herauszukommen; um einig und ein Volk zu werden, müssen wir uns nur nach ihrem Rath unter Preußens Oberherrschaft, (Hegemonie des Königs von Berlin) stellen und Alles ist gewonnen. Dieser Ansicht stimmt die specielle Nassauische Zeitung" bei, wie dieses aus dem fleißigen Drucken auf Preußen bezüglicher Zeitungsartikel zu ent­nehmen ist. Diese Anmuthung hat uns nicht durch ihre Neuheit überrascht, sie mußte uns aber in einer Zeit empören, wo alle Anzeichen der reak- tronärstenGesinnungendaspreußischeGou- vernement beschuldigen.

Noch weniger hat uns besagter Artikel durch seine

gründlich sein sollende tiefe Auffassung politischer Ver­hältnisse überzeugen können.

Dem Prinzen von Preußen (glorreichen Andenkens) den Oberfeldherrn-Befchl übertragen, heißt einen schrof­fen Gegensatz unserer Volksthüml chkeit bilden und einem Träger der ablolutistischen Idee die Gewaltherr­schaft über den Fortschritt ermöglichen. Wir können diesem Gegenstände keine andere Seite abg winnen und bedauern, daß die Nass. Ztg. in die Fußtapfen deS Preußenthmnö eingetreten. Doch hoffentlich wird deren /X Correspondent diesen Mißgriff wieder gut machen.

Der Waffenstillstand hat uns abermals bewiesen, wie dumm, einfältig und welche simple Renomisterei »ft, sog. Nationallehre, deutsche Kraft- und Willens­stärke und ein dem entsprechendes energisches Handeln bei einer Versammlung von Männern vorauszusetzen, deren Prinzip auf der einen Seite die Furcht und auf der andern Seite maßlose Dpnastenliebe ist. Und was waren es außerdem noch für Gründe, die die Majorität zur Genehmigung bestimmten?,

Zum Beweise der außerordentlichen geistigen Stärke mancher individuellen Richtungen, und weil sie zu interessant sind, wollen wir sie hier aufführen. Folgen­des sind die wichtigsten:

1) Weil die Bedingungen d's Waffenstillstandes nicht allein für Deutschland sondern auch für Däne­mark schmachvoll sind also kein Theil eine Prorogative (Vorzug) hat. (Vinke.)

2) Weil der verhaßte Graf Molkte, der Schleswig- Holstein verrathen und verkauft, zwar an deren Regierung kommt, allein erst das 5te Mitglied derselben ist, deßwegen also nicht» schaden kann.

3) Wenn auch die Waffenstillstandsbedingungen die Vernichtung der Gesetze der provisorischen Regie­rung sestsetzen, so ist dagegen nichts einzuwenden, weil diese Gesetze entehrend für Dänemark find, indem sie z. B. die Abschaffung der köm'gl. Titel und Uniformsknöpfe decretiren. (Vinke.)

4) Hört! Wenn auch der Abschluß im Na- men des verstorbenendeutschenBundes erfolgt sei, so wäre dieses nicht verletzend für Deutschland da die Centralge­walt nichts als eine Fortsetzung dessel« ben sei.

5) Weil das Wasser zwischen Dänemark und Deutsch­land der große und kleine Belt nämlich während des nächsten Winters möglicherweise nicht

Das Jahr 1848,

E i n H e r b st s o n c t t e n k r a n z von L. Heinrich.

II Frühling.

Lebt wohl, schlaft wohl, wo, wie ihr seid, ihr Lieben! So ruf' ich euch jetzt zu nach wenig Tagen, Obgleich ich jüngst euch herzlich wollt' beklagen, Daß ihr nicht länger unter uns geblieben.

Wohl saht den Lenz ihr nicht, den blum'gen, lieben

Den Vvlkerfrühli.ig nicht, sein Hoffen, Wagen;

Ihr höret nicht in März- und Frühlingstagen Den Freiheitssang in erster Heimath drüben,

(Vernehmt) Die Hymnen nicht, aus freier Brust gesungen, In jenen goldnen Freiheiis-Morgentagen Die Lieder nicht, die ach! so schon geklungen,

Den Jubelruf:Viel hat daS Volk errungen!" Doch, ach! ihr saht auch nicht zu Grabe tragen, W o S Freiheitsdrang den Thronen a b g e z w u n g e n.

III. Der Herbst.

Es währt kein Frühling ewig hier auf Erden, Und Nachtigallensang hat bald ein Ende;

Wenn man auch immer LenzeSauen fände, WaS sollte dann aus süßem Hoffen werden?

So schwand der Lenz auch, da wir kühn begehrten, Daß man uns los von Willkührherrfchast bände; Er gab die Freiheitssaat in Sommers Hände, Vom Herbste sollten uns die Garben werden.

Der Herbst ist da, und blutgefärbt die Erde Von edlem Blut. Wo sind die goldnen Garben, Daß ihre Frucht und süße Labung werde?

Der Herbst ist da und rings des Hains Geberde Ist traurig ob der hingeschwundenen Farben; Doch Alles hofft, daß es bald schöner werde.

Die Eroberung der Bastille in Paris im Jahr 1789.

Als sich die schlimmen Rathgeber des Königs, ober vielmehr der Königin von ihrem ersten Schrecken erholt hatten: so stellte sie dem schwachen Monarchen vor, wie

die Sicherheit des Throns, die Aufrechthaltung der be­stehenden Gesetze, und selbst das Wohl seines Volkes (') strenge Maaßregeln gegen die dem Gehorsam entlaufene National-Vertretung verlange: man müsse die letztere von den ihr befreundeten Städten Versailles und Paris entfernen, eine Armee dazwischen schieben und von den heilsamen Wirkungen der Furcht die Zurücknahme ihrer Beschlusse und ihrer Unterwerfung erwarten.

Unterdessen arbeitete die Versammlung, ohne sich mit Steuern und 'Abgaben zu beschäftigen, an dem Werke der^ Wiedergeburt Frankreichs, an einer freisinnigen Ver- fassung. Von allen Seiten her erhielten sie belobende »Nb ermunternde Adressen, die Nation gab siel) den freudig­sten Erwartungen hin. Da langten mit Einem Mal große Truppen-Abthtilungcn an. Versailles glich einem Heerlager; der Ständesaal war von Wachen umgeben, den Bürgern der Eintritt verboten: Paris von Armee- Korps umringt, schien eine Belagrung erwarten zu müssen. Solche Rüstungen, die Herbeischaffung groben Geschützes von der Gränze, die Gegenwart eines blindgchorsamen Fremden-Regiments deuteten auf unheilschwangere Pläne. Im Volk herrschte dumpfes, unruhiges Treiben. Auf Mirabean's Vorschlag schickte die Versammlung (am 9 Juli 1789) eine ehrerbietige und feste Adresse an den König, um Rückbernfung der Truppen, welche ohne Er­folg blieb. Ludwig XVL erklärte, Truppen marschiren zu lassen sei seine Sache, er wolle Hamit Wirren ver­hüten und die Versammlung .schützen/ nebenbei machte