flüchtet. Die Spanier haben mehrere 100 Schüsse auf die Bewohner abgefeuert und selbst den Maire des Orts gksauzen genommen. Diesen Morgen ging eine Depesche nach Madrid, worin Frankreich die schleunigste und glänzendste Genugthuung fordnt. — Das Ge-ucht, daß d'e Cholera hier ausgeöroch n, ist völlig ungegrun» det. Nerven« und Faulfieber kommen aber häufig vor. Auch Bicetre und Charenton haben seit den Fedruar- taaen einen bedeutenden Zuwachs von Geisteskranken erhalten, eine Folge der politischen Witterung, die Manch n um sein.bischen Verstand bringt.
Paris, 22. September. G.stern Abend, nach ziemlich ruhiger Proklamation der drei Abgeordneten zur Nationalversammlung, hatten wir eine Minister« krifis. - Die Zeitung „Patrie" brachte gestern Abend um 8 Uhr bereits zwei Ministerlisten: Bedeau Auswärtiges, Dufaure Justiz, Vivien Inneres, Leo von Malleville Unterricht, de laMo.iciere Krieg, Gvudchaur Finanzen, Verninac Seewesen und Tourret Ackerbau und Handel. Die zweite Liste lautet: Dufaure Inneres, Aedeau Auswärtiges, de la Montiere Krieg, Goud- chaur Finanzen, Karl Dupin Unter, icht, Vivien Justin Malleville Staatsbauten, Tourret Ackerbau und Handel, Baudin Marine. — Die große Tagessrage ist, welches Ministerium wird Cavaignac zu Stande bringend Wird er abdanken, wird er sich den „Rothen" in die Arme werfen, wird er sich an Ledru Rollin anschließend Lange hat die Senard-Bastwesche Verwaltung nicht mehr zu leben. (O.-P.-A.-Z.)
Ungarn.
Wien, 22. Septbr. sFr. I.) So eben läuft die die Nachricht ein, von einem großen Sieg der Magyaren. Aus einem verläßlichen Privatschreiben entnehmen wir Folgendes: Der Banus Jellachich rückte am 18. Septbr. mit 24,000 Mann in vier tëolonnen gegen Szala Egerszegh vor, weicher Ort von 3 Mobilgarde- regimenter und einem Szekler - Bataillon, unter dem Oberbefehl des ungarischen Majors Vöhar, besetzt war. Unweit von Berend stand das ungarische Hauptlager unter Commando des tapfer Grafen Terek, ungefähr 800 Mann stark. General Terek rückte mit der Ge- sammtmacht gegen die feindlichen Truppen in bester Schlachtordnung vor. Die Magyaren griffen mit größter Kampflust und mit solchem Ungestüm den Feind an, daß die Cioaten die Flucht ergreifen mußten. Von den Croaten blieben 1000 Mann auf dem Platze und 12 Gischütze fielen in die Hände der Ungarn. Von Seite der Ungarn blieben 120 Mann auf dem Felde. Die Freude der hier ansässigen Ungarn über diesen Sieg ist unbeschreiblich.
Iè a ch s ch r i f t.
Wiesbaden, 26. S-pst Heute sind die nassauischen Truppen von Schleswig hier eii'geiückt. Wie es hecht, sollen dieselben wieder übermorgen nach Baden ausbrechen.
Unruhen in Baden.
Karlsruhe, 24. Sept. Unsere Zeitung meldet: „Das heute früh nach allen Richtungen abgegangene Regierungsblatt enthält zwei Verordnungen, durch deren eine das Standrecht geregelt und durch die andere die ins Rheinthal sich erstreckenden Amtsbezirke von Lörrach bis Achern und der Bezirk Ettlingen in Kriegeszustand erklärt werden. Heute Nacht befand sich der Reichskommissär Keller (Mitglied der Nationalversammlung) hier, und diesen Morgen früh, nachdem er mit dem Chef des Ministeriums des Innern eine Besprechung gehabt hatte, fuhr er mit dem ersten Bahnzuge nach Freiburg."
Freiburg, 24. September, Nachmittags 5 Uhr. (Fr. O-P.-A.-Z.) So eben sind 1600 Mann hessisches Militär hier cingerückt. Von 2 bis gegen 3 Uhr Nachmittags hörte man in der Richtung von Staufen eine staike Kanonade. Jetzt vernimmt man, die Aufständischen hätten heute Früh diese Stadt besetzt, seien Nachmittags aber von Seiten der Reichstruppen angegriffen und nach heftigem Kampfe in wilde Flucht geschlagen worden. Dagegen, heißt es, nähert sich eine andere Abtheilung der Freischaaren unserer Stadt. — 6 Uhr Abends. So eben werden von Seiten des Magistrats Vorsichtsmaßregeln für den Fall eines Angriffs auf die hiesige Stadt von Seiten der Aufrührer angeo.dnee. — 9 Uhr Abends. In diesem Augenblick wird für 1000 Mann Preuß. Militär, das in einigen Stunden eintreffen soll, Ouartier bestellt. Seit einigen Stunden werden Vertheibigungsmaßregeln ergriffen; es wird Material zum Bau von Barrikaden herbeige- führt. Man scheint ernstlich einen Angriff zu befürchten. Der Bahnhof ist immerwährend mit Neugierigen üngefüUt, welche die Bahnzüge erwarten, um Nachnch- te» zu vernehmen. Seit dein 22. d. M. haben wir keine Basler und Lörracher Blätter erhalten, da die Postvcrbindungen immer noch theilweise unterbrochen sind.
Aus Baden, 25. Sept. Es ist kaum möglich aus der Masse von Gerüchten über den Aufstand im Oberland das Thatsächliche herauszufinden. So viel »st indessen unzweifelhaft, daß in den Aemtern Lörrach und Mülheim die deutsche Republik proklamirt ist und daß Struve im Namen der provisorischen Negierung alle Aktenstücke unterzeichnet. In den Ortschaften ertönt unausgesetzt die Sturmglocke und auf den Bergen werden Nachts Feuer angezündet. Gegen Beamte, welche Widerstand zeigen, wirg standrechtlich Verfahren. Nachrichten von Reisenden zufolge, welche gestern Abend eintrafen, hat sich.eine ansehnliche Schaar in das Städtchen Staufen, 4 Stunden oberhalb Freiburg, geworfen. Badische und Richetruppeu, welche vom besten Geiste beseelt sind, haben den Ort um= Äugelt , und da die Aufrührer der Aufforderung, sich ju ergeben, keine Folge leisteten) wurde Me Stadt mit Kanonen beschossen. Die Truppen sollen
, mit ungeheurer Erbitterung erfüllt sein und keine Gefangenen machen. Es ist ein Kampf auf Leben und Tod. Wir erwarten heute Mittag nähere Nachricht.
Karlsruhe, 25. Septbr. (Fr. I) Nach Nachrichten, die gestern Abend von Freiburg eintrafen, hörte man dort Kanonendonner. Heute Nacht ist nun eine Ertra-Locomotive mit der Nachricht angekommen, daß unsere Truppen die in Staufen eingezogenen Rebellen geschlagen und zersprengt haben. Bei Heitersheim sind die Truppen auf die 6 — 700 Mann sta,ken Rebellen gistoßen, und haben sie nach Staufen gedrängt. Nach einer nicht unbedeutenden Gegenwehr wurde Staufen von den Truppen eingenommen. Einige Häuser sind dort abgebrannt. Auf der Seite der Rebellen sollen viele Todte seyn, und auch einige auf dec Seite der Truppen. Die näheren Einzelnheiten werden erst erwartet.
Mannheim, 25. Sept. (F. I.) Heute Mittag -sind endlich aus dem Oberland sichere Nachrichten eingetroffen, welche einen blutigen Zusammc. stoß der Struve'scheu Freischaar mit dem Militär, melden. Derselbe hatte in Staufen, circa 4 Stunden von Freiburg, statt. Anfangs beschoß das Militär das von den Insurgenten besetzte Städtchen mit Kugeln, bis der hartnäckige Widerstand zur Anwendung von Shrapnels führte. Zwei und dreißig Schüsse mit ihrem furchtbaren Kugelregen endeten den Kampf und zwangen die 311 [urgenten zur Flucht; zugleich aber hatte die Caval- lerie während des Bombardements die Stadt nach der Seite der Ebene hin umgangen und den Flüchtlingen, welche ihr Leben bereits gerettet glaubten, blieb keine andere Wahl, als den ungleichen Kampf auch mit diesem neuen Feinde aufzunehmen. Die meisten Derer welche die Kugeln verschont hatten, bluteten unter dem Säbel der Dragoner, die keinen Pardon gaben. Die Anzahl der Gefallenen ist noch nicht bestimmt an- zugeben, der Rest hat sich in wilder Flucht nach Müllheim geworfen, wo, wie man sagt, ein ungleich bedeutenderer Haufen den Kampf mit dem Militär von Neuem aufnehmen will. Staufen soll durch das Bombardement außerordentlich gelitten haben, viele Häuser wurden in Asche gelegt und noch mehr voUgefüllte Scheuern wurden ein Raub der Flammen.
— Heute Nachmittag sind 2 Bataillone Preußen hier kingerückt und haben Quartier bei den Bürgern bezogen. Andere preußische Truppen sollen Nachfolgen. Man spricht davon, daß zwischen hier und Heidelberg eine mobile Colonne von 12,000 Mann zu liegen kommt. Daß auch der Kreis Weinheim (HeckerS Wahlbezirk) in den Kriegszustand erklärt worden ist, haben Ihnen die badischen Blätter bereits gemeldet. ----
Verantwortlicher Redacteur: Oppermann. ^
Bekauntmaeyungem
(1219) Ich Unterzeichneter mache die Anzeige, daß ich mein TucH- Sf Buks- kin - Fabrik - Geschäft auf den Michelsberg in die Pfaffenmühle dahier verlegt habe.
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Wiesbaden, den 12. September 1848.
Egermann JEöwenherx sen.
(1263) Anfangs voriger Woche ist ein hölzerner Trichter 3 gj mit kupfernem Rohr und eine Wemftütze in der Metzgergasse S W an dem Haufe des Herrn Gaftwirth Weygand stehen ge-D Ablieben; der redliche Finder wird gebeten, beides gegen eine M E gute Belohnung auf der Düsseldorfer Agentur abzugeben. H
Frankfurt. Cours der Staalspapiere. t llhr.
Den 25. September 1848.
pCl.
Papier
Geld 1
Den 21. September 1848.
pCt.
Papier
Geld
Oesterreich
Metalliques Obligationen . .
5
73%
73
Darmstadt
Obligationen........
4
84
83%
ff ff f •
4
Gl
--------- 1
ff
Lotterie-Anlehen von 50 fl. . . .
61%
——
ff V f
3
43% 38%
— ‘
ff
25 fl. Losie..... . .
20% 42%
20
2%
38%l
Kurheffeu
Friedrich-Wilhelms-Nordbahn . .
4
42%
„
Wiener Bank-Actien . . .
1200
1190
40 Thaler Loo;e bei Rothschild . .
3%
25%
25%
500 fi. Loose......
118%
117%'
Nassau
Obligationen bei Rothschild . . :
80% 20%
80
ff
250 ft. Loose von 1839 . .
81%
80%
ditto 25 fl. Loose . . .
20
ff
Bethmännische Obligationen .
4
61
€0
Frankfurt
Obligationen........
3
78
—
ff
ff „
4%
68% 87%
67%
ff
ditto von 1839 ....
3%
90
——
Preußen
50 Thaler Prämien-Scheine .
87
ditto von 1846 ....
3%
85%
85
Ttaats-Tchntd-Scheine a 105
3%
74% 77
74
Taunus-Eisenbahn-Actien a 250 fl. .
278
274
Bayern
Obligationen . .
3%
76%
„ „ „ per ultimo
—
—
ff
Ludwig-Kanal-Actieu incl. d.
v. C.
—
Holland
Jntegr.-Obligatiouen......
2%
45%
45
ff
Bexbacher Eisenbahn-Actien
67%
67%i
Syndicats.........
3%
—
68%
Würtemb.
Obligationen.....
. 3%
76%
75%'
Spanien
Innere Schuld neue Obligationen .
3
18%
18%
ff
9 2%
92%'
Ardoins incl. 14 Coup.....
—-
—
Baden
Obligationen......
3’/2
75%
73%'
Polen
Lotterie-Loose 300 ......
—
93
Lotterie-Anlehen a 50 ft. von
1840
45%
____________ j
ditto 500 ......
67%
67
35 fl. Loose vom Jahr 1845 .
25%
25%'
Sardinien
36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann
25%
25
Darmstadt
Obligationen......
75%
75 '
Cours der Wechsel. Den 12. September.
Kurze Briefe
Sicht Geld
Zwei 3 Briefe
Ronat
Geld
Gold- und. Silber-Sorten.
â
11
9
5
9
10
12
2
1
24
24
(Frk
Amsterdam, loo fl. Crt. . . . Augsburg, 10.) fl. Crt. . . . Berlin, 60 Thlr...... Bremen, 50 Rthlr. in Loutèd'or . Hamburg, 100 Mrk. Bco. . . . Leipzig,"60 Thlr-.....
„ in der Messe .... London, 10 Livr. St. .... Lyon, 200 Fr....... Paris, 200 Fr....... Mailand, 250 Lir. Austr. . . Wien, in 20t loo fl. C.-M. . . Die conto ........
119%
99% 88%
111%
100%
105%
105%
120%
94%
94%
101
110%
88
100%
2
120
2
20 Frauk-Stücke ...........
Holländische 10 fl. Stücke , ....... ( Englische Souverains.......... i Laubthaler .............
1 Preußische Thaler...........
! Hochhaltiges Silber..........
Geriug^uttelhaltigeè Silber........
5 56
36 38
4
2
43 Vf
45 24
18
13.)
Versteigerung.
(1249) Montag, den 2. Oktober laßt Unterzeichnete Bibliothek nebst Instrumenten ihres verstorbenen Diannes, des Med.-Rath Lanz, gegen gleich baare Bezahlung dahier öffentlich versteigern. Die Bibliothek besteht aus 350 verschiedenen meist werthvollen neueren Werken.
Rudesheim, 19. September 1848.
I. Lanz, Wittwe.
(1267) Freitag den 29. d. M. Stach- mittags zwei Uhr sollen die Trauben aus den Versuchsfeldern des Hofes Geisberg, desgleichen die auf diesen Hofsfeldern befindlichen Castanien und Nüsse öffentlich an die Meistbietenden versteigert werden, wozu hiermit eingeladen wird.
Wiesbaden, den 25. Sept. 1848.
(1'259) In meinem Hause in der Taunusstrafe ist im Sten Stock auf den 1. Oktober eine vollständige Wohnung nach der Promenade zu ver- miethen.
Wilhelm Rücker, Maurermeister.
(1208) Die Mitglieder der Büchsen-Schützen- Gesellschaft werden zu einer Versammlung, welche Donnerstag den 28. September im Gastbaus zum Ritter statlfittden soll, hierdurch eingeladen. sRechnungSablage.)
Der Vorstand.
Verlag von H. Fischer und E. Ritter. — Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.